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Nucleus by Roon und Nucleus+ by Roon - Musik-Server für Roon

Foto © Roon Labs LLC.

Roon Labs LLC. verstand sich bislang allein als Software-Schmiede, der es gelang, mit ihrer Musik-Verwaltungs- und Multiroom Hi-res Audio-Streaming-Lösung binnen kürzester Zeit einen Standard zu setzen und zahllose Hardware-Partner mit ins Boot zu holen. Dennoch, nun setzt man gar auf eigene Hardware, und zwar in Form ganz spezieller Musik-Server ausgelegt für die eigene Plattform, dem Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon.

Kurz gesagt...

Erstmals bietet Roon Labs LLC. Nicht nur Software, sondern auch Hardware an, und zwar in Form der Musik-Server Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon.

Wir meinen...

All jene, die einen Server für die geniale und derzeit konkurrenzlose Medienverwaltungs- und Multiroom Hi-res Audio-Streaming-Plattform Roon suchen, der sich nicht als „IT-Lösung“, sondern echte HiFi-Komponente präsentiert, stehen nunmehr die neuen Lösungen Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon zur Verfügung. Diese fungieren als Roon Core, und können problemlos direkt im Hörraum platziert, und hier gar unmittelbar auch als Player eingesetzt werden.
Hersteller:Roon Labs LLC.
Vertrieb:Audio Tuning Vertriebs GmbH
Preis:Nucleus by Roon € 1.399,-
Nucleus+ by Roon € 2.499,-

Von Michael Holzinger (mh)
20.02.2018

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Es ist geradezu bemerkenswert, in welch kurzer Zeit es der eigentlich recht kleinen Software-Schmiede Roon Labs LLC. gelang, sich zu einem ganz wesentlichen Unternehmen im Segment Hi-res Audio-Streaming zu entwickeln. Man kann es drehen und wenden wie man will, die Software-Lösung aus dem Hause Roon Labs LLC. gilt wohl als eine der innovativsten, flexibelsten und vor allem komfortabelsten Audio-Streaming-Lösungen am Markt. Mehr noch, man muss die Medienverwaltungs- und Streaming-Plattform aus dem Hause Roon Labs LLC. ganz klar als wohl derzeit beste Lösung am Markt bezeichnen, an die letztlich keine andere Lösung heran reicht.

Dies kommt natürlich nicht von ungefähr, schließlich stehen hinter dieser Lösungen Entwickler, die seit zig Jahren tief in der Materie sind und sich hier zu einer neuen, innovativen Software-Schmiede gruppierten.

Ein neues Ökosystem mit zahllosen Partnern als Erfolgsrezept

Ein Erfolgsgarant für Roon Labs LLC. ist natürlich das prinzipielle Konzept hinter ihrer Software, nämlich allen voran die einzigartige Art und Weise, wie hier Inhalte, sprich Audio-Daten aufbereitetet, und dem Anwender präsentiert werden. Aber ebenso, dass man hier eine ganze Plattform erschuf, die eine möglichst flexible Nutzung der Lösung im Verbund mit verschiedensten Lösungen unterschiedlichster Hersteller erlaubt. Wie kaum einem anderen Unternehmen gelang es Roon Labs LLC., in vergleichsweise kurzer Zeit Aberdutzende Partner zu gewinnen, wobei die Liste an Herstellern und damit Produkten geradezu täglich länger wird.

Mit ein Grund für die breite Etablierung der Software aus dem Hause Roon Labs LLC. Ist wohl, dass sich das Unternehmen als reine Software-Schmiede versteht, den Partnern also in keinster Weise ins Geschäft „pfusch“, um derart überspitzt auf den Punkt zu bringen. Roon Labs LLC. liefert die Software, stellt die Plattform zur Verfügung, überlässt es aber den Partnern, ihre Hardware zu vermarkten.

Im letzten Jahr jedoch überraschte Roon Labs LLC. Ddann aber doch mit der Ankündigung, an eigenen Hardware-Lösungen zu arbeiten, und zwar im Rahmen der High End 2017 in München. Interessant dabei ist, dass diese Ankündigung die besagten Partner von Roon Labs LLC. in keinster Weise irritierte, vielmehr zeigten diese sich gar überaus erfreut. Roon Labs LLC. kündigte nämlich an, eine ganz wesentliche Komponente, der bislang erstaunlicherweise kaum Bedeutung geschenkt wurde, selbst zu entwickeln und anzubieten, nämlich die zentralen Server für das gesamte Roon Ökosystem, und zwar in Form der neuen Lösungen Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon sowie dem diesen Hardware-Lösungen zugrundeliegenden speziellen „Betriebssystem“ Roon ROCK - sempre-audio.at berichtete exklusiv.

Roon Core, Controller und Audio Outputs

Die Lösung von Roon Labs LLC. setzt sich aus mehreren zentralen Komponenten zusammen. Einerseits ist da ein zentraler Server, der die komplette Datenverwaltung übernimmt, der so genannte Roon Core. Dieser musste bislang etwa auf einem PC oder Mac installiert sein, nahm also einen herkömmlichen „Rechenknecht“ in Beschlag, oder konnte als Alternative auch auf besonders leistungsstarken NAS-Systemen installiert werden. Dann sind da die Roon Apps, also die Controller für Roon, und natürlich die eigentlichen „Outputs“, also jene Lösungen, die die Musikwiedergabe erlauben, sei es nun ein Roon tested DAC, oder aber ein Roon Ready Network Player.

Mit der Ankündigung, selbst nicht nur die Server-Software, sondern ebenso eine spezielle Hardware zu entwickeln, schloss Roon Labs LLC. also eine Lücke, die bislang klaffte, nämlich, dass letztlich keine „IT-Hardware“ im eigentlichen Sinne mehr von Nöten ist, sondern das gesamte Roon Ökosystem sich als waschechte HiFi-Lösung präsentiert, vom Server über die Controller bis hin zu den eigentlichen Audio-Lösungen der zahllosen Partner.

"The HiFi dealer market requires turn-key hardware. Hard to sell someone $50,000 audio setup and then send them home to install Roon on a Mac" Danny Dulai - COO Roon Labs LLC.

Roon ROCK als neuer Server

Der erste Schritt rund um diese neue Strategie von Roon Labs LLC. War die Präsentation von Roon ROCK, einer aufs absolute Minimum abgespeckten Linux Distribution, die als Grundlage für den Roon Core, also den Server fungiert, und die auf einem so genannten Intel NUC, einem „Miniatur-PC“ installiert werden kann.

Dieses Roon ROCK, auch als Roon Optimized Core Kit bezeichnet, steht bereits seit letztem Jahr zur Verfügung und lässt sich, wie beschrieben, auf den von Intel angebotenen Minatur-Barebone-Systemen installieren.

Server-Lösung für Roon Out-of-the-Box

Der nächste Schritt ist aber der wirklich entscheidende. Roon Labs LLC. selbst wollte eine Hardware-Lösung offerieren, die einerseits optimal für die Bedürfnisse im Einsatz im HiFi-Umfeld ausgelegt ist, und dem Anwender keinerlei IT-Kenntnisse abverlangt, somit Out-of-the-Box sofort als Musik-Server, als Roon Core, einsatzbereit ist. Damit waren der Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon geboren.

Natürlich köcheln die Tüftler bei Roon Labs LLC. auch nur mit Wasser, machten sich also keineswegs daran, völlig neue „IT-Lösungen“ zu entwickeln. Vielmehr vertraute man auf Lösungen, die man gleich von Beginn an auch all jenen empfahl, die mit Roon ROCK selbst einen Server realisieren wollten, sprich, man setzt bei den neuen Lösungen Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon ebenfalls auf Barebone-System aus dem Hause Intel, besagte Intel NUC.

Die beiden verfügbaren Lösungen Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon unterscheiden sich somit allein durch die jeweils eingesetzte Hardware.

Nucleus by Roon

So handelt es sich beim neuen Nucleus by Roon um einen Intel NUC basierend auf einen Intel i3 Prozessor, dem 4 GByte RAM zur Seite stehen, und der mit einer 64 GByte OS SSD fürs Betriebssystem Roon ROCK sowie die Library ausgestattet ist. Optional kann hier eine weitere 2,5 Zoll HD oder SSD installiert werden, um hier direkt Audio-Daten hinterlegen zu können. Ebenso stehen aber auch zwei USB 3.0 Ports sowie ein Thunderbolt 3 zur Verfügung, um externe Festplatten einzubinden. Die USB-Ports können zudem direkt für entsprechende USB-DACs eingesetzt werden, sodass der Nucleus by Roon nicht nur als Server, sondern direkt als Player fungieren kann. Die Einbindung ins Netzwerk erfolgt über eine Gigabit Ethernet-Schnittstelle. Auch eine HDMI-Schnittstelle steht zur Verfügung, und kann ebenfalls direkt als Audio-Schnittstelle genutzt werden, wobei hier sogar Multichannel unterstützt wird, wenn man diese etwa mit einem AV-Receiver verbindet.

Nucleus+ by Roon

Der Nucleus+ by Roon ist deutlich leistungsstärker ausgelegt, denn hier dient ein Intel NUC mit Intel i7 Prozessor und 8 GByte RAM als Basis. Das Betriebssystem ist hier auf einer 128 GByte OS SSD hinterlegt, die übrigen Schnittstellen sind mit dem erstgenannten Modell identisch.

Eine Besonderheit sowohl des Nucleus by Roon als auch Nucleus+ by Roon ist, dass es sich hierbei um Lösungen handelt, die bereits ab Werk fix und fertig vorkonfiguriert sind und damit sofort eingesetzt werden können. Dies bedeutet, dass Roon ROCK als Server bereits installiert ist, man also lediglich die beiden Systeme ins Netzwerk einbinden muss. Für die Konfiguration ist lediglich die Angabe rund um die Roon Lizenz vorzunehmen, die natürlich weiterhin Grundlage für die Nutzung von Roon ist, und die man mit einem Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon NICHT unmittelbar erwirbt.

Ein weiteres wesentliches Merkmal sowohl des Nucleus by Roon als auch Nucleus+ by Roon ist, dass diese komplett „lautlos“ arbeiten. Hier kommt kein Lüfter zum Einsatz, der für eine erhöhte Geräuschkulisse direkt im Hörraum sorgen könnte. Daher präsentieren sich die beiden Lösungen auch mit einem derart ungewöhnlichen Design, da der Großteil des Gehäuses hier allein aus Kühlkörpern besteht. Dies unterscheidet übrigens den Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon von Standard-Ausführungen des Intel NUC.

Wie bereits beschrieben, können Audio-Daten entweder auf einer optional direkt installierten 2,5 Zoll HD bzw. SSD hinterlegt werden, auf einer über USB oder Thunderbolt verbundenen externen Festplatte, oder aber auf einer NAS im Netzwerk.

Die Verwaltung erfolgt entweder über ein Webinterface und damit einem beliebigen Webbrowser, wobei man auf diesen direkt über die Controller für Roon zugreifen kann. Die Controller für Roon stehen für Apple OS X, Microsoft Windows, aber natürlich auch für Apple iOS und Google Android zur Verfügung.

Die Wiedergabe kann, wie beschrieben, über Roon tested DACs sowie Roon Ready Network Player erfolgen. Zudem unterstützt Roon die Wiedergabe über Meridian Sooloos, ebenso Apple AirPlay, die Lösungen aus dem Hause Sonos Inc., es ist Sqeezebox-kompatibel und unterstützt zudem auch Devialet AIR.

Roon Labs LLC. gibt an, dass der Nucleus by Roon für Libraries bis hin zu 12.000 Album und damit rund 120.000 Tracks ausgelegt sei. Im Multiroom-Verbund lassen sich damit fünf Zonen gleichzeitig zur Wiedergabe nutzen. Ganz wesentlich ist zudem, dass diese Hardware nur für Basic DSP Functionality ausgelegt sei, wie es Roon Labs LLC. Selbst beschreibt.

Der Nucleus+ by Roon ist für wirklich große Mediatheken ausgelegt, wobei Roon Labs LLC. hier keine Grenze nennt. Ebensowenig bei der Anzahl der gleichzeitig nutzbaren Zonen im Multiroom-Verbund. Und wenn es um die DSP-Power geht, so setzt der Nucleus+ by Roon mit seinem Leistungspotential ebenso keine Grenzen, sodass die immer zahlreicheren DSP-Funktionen von Roon wie etwa Upsampling, MQA, EQ, Hersteller-spezifische Filter Presets für etwa Kopfhörer und Lautsprecher-Systeme, Raumanpassung usw. auch wirklich intensiv genutzt werden können.

Abschließend sei gesagt, dass die beiden neuen Server aus dem Hause Roon Labs LLC. natürlich preislich auf einem anderen Niveau angesiedelt sind, als würde man sich diese mit einem herkömmlichen Intel NUC und basierend auf Roon ROCK selbst konfigurieren.

Roon Labs LLC. zielt hiermit ja auch auf eine andere Kundenschicht ab, nämlich jene, die eben rein gar nichts mit „IT“ zu tun haben wollen, und eine fix und fertig einsetzbare Lösung „Out-of-the-Box“ wünschen. Zudem muss man klar festhalten, dass es sich hierbei nicht um einen Standard Intel NUC handelt, zumindest das Gehäuse betreffend. Ein derart komplett auf HiFi ausgelegtes Gehäuse für eine komplett lautlosen Betrieb kostet, dies muss man ganz gesagt werden.

All jene also, die einen Server für Roon suchen, der sich nicht als „IT-Lösung“, sondern echte HiFi-Komponente präsentiert, werden auch über den Preis nicht erschrecken, der für den neuen Nucleus by Roon sowie Nucleus+ by Roon ausgerufen wird.

So muss man für den Nucleus by Roon € 1.399,- und für den neuen Nucleus+ by Roon € 2.499,- budgetieren. Um es nochmals zu betonen, diese Preise umfassen allein die Server-Hardware mit vorinstalliertem ROCK, allerdings NICHT die Lizenzgebühren für Roon selbst. Diese ist wie bisher auch zusätzlich zu entrichten, und zwar wahlweise jährlich, oder aber einmal für eine Lifetime Membership.

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