Nun aber wirklich - HDMI 1.4a ist finalisiert

Nun ist es also endlich vollbracht. Bereits seit Monaten herrscht Verwirrung um die nunmehr finalisierte Version 1.4a der HDMI-Spezifikation. Bereits seit über einem Jahr wird zum Teil coram publico intensiv über die Eckdaten der neuen Version HDMI 1.4 debattiert. Erst zu Beginn des Jahres sah sich die HDMI Licensing LLC dazu veranlasst, die bis dahin bereits als final geltende Version zurückzuziehen. Die überarbeitete Version 1.4a steht nun fest. Und diesmal soll sie auch tatsächlich fertig sein.

Von Michael Holzinger (mh)
09.03.2010

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Natürlich gibt es durchaus einige gute Gründe dafür, dass diese neue Version des Industriestandards vergleichsweise lange auf ihre Fertigstellung warten musste. Denn neben einigen grundsätzlichen Erweiterungen des Übertragungsstandards wie etwa deutlich höherer Datenraten, erweiterten Farbräumen usw. gibt es eine Vielzahl neuer Funktionen und Einsatzgebiete.

So bietet HDMI 1.4 nicht nur die Option eines Audio-Rückkanals oder der Integration von Netzwerk-Verbindungen, sondern zudem eine Erweiterung des Einsatzgebiets auf mobile Lösungen und in den Automobilbereich. Damit einhergehend sind natürlich neue Stecker-Optionen möglich, sodass die HDMI Licensing LLC die neue Version als Anlass nimmt, etwas Ordnung in das über die Jahre entstandene Chaos rund um HDMI zu bringen. So sollen unter anderem neue Bezeichnungen und neue Logos für mehr Klarheit beim Kunden sorgen.

Und dann ist da ja auch noch das Thema 3D, das von der Film- als auch Unterhaltungselektronik-Industrie zu dem wichtigen Trend für das heurige Jahr auserkoren wurde. Selbstverständlich kommt hier dem Übertragungsstandard HDMI eine essentielle Rolle zuteil. Allerdings standen bei der ersten Präsentation von HDMI 1.4 im Juni 2009 noch nicht alle relevanten Fakten rund um das Thema 3D fest. Daher widmete man sich zunächst nur dem Teilbereich Blu-ray, die aus der Sicht der Industrie natürlich nach wie vor als maßgebende Verbreitungsform von 3D-Inhalten ist. Allerdings klammerte man bislang die Übertragung von 3D-Inhalten über das klassische Fernsehen aus, was sich nunmehr mit der finalen Version HDMI 1.4a änderte.

Die wesentlichsten Neuerungen der Spezifikation HDMI 1.4a betreffen somit vor allem jene Bereiche, die verbindliche 3D-Formate für die stereoskopischen Fernsehübertragung festschreiben.

Im Gegensatz zu Blu-ray, bei der die auftretende Datenmenge natürlich kein wesentlicher Aspekt ist, ist bei der Übertragung von Fernsehsignalen die erforderliche Bandbreite sehr wohl ein entscheidendes, wenn nicht gar das entscheidende Kriterium.

Kann man bei Blu-ray also durchaus aus dem Vollen schöpfen und die zur stereoskopischen Darstellung von Filmen nötigen unterschiedlichen Bilder für das linke und das rechte Auge jeweils in voller HD-Auflösung mit 1.080p bei 23,98 bzw. 24 Hz nutzen, sieht dies bei der Übertragung von Fernsehsignalen ganz anders aus.

So sollen aus Bandbreitengründen die für 3D-Inhalte nötigen unterschiedlichen Bilder für das linke und rechte Auge in diesem Fall entweder nebeneinander oder übereinander im selben Einzelbild übertragen werden. Je nach Verfahren spricht man hier von Side-by-side bzw. Top-and-Bottom. Damit wird zwar die Auflösung halbiert, die nötige Bandbreite zur Übertragung derartiger Inhalte aber drastisch reduziert. So sieht die Spezifikation für das Side-by-side-Verfahren eine Auflösung von 1.080i bei 50, 59,94 bzw. 60 Hz vor und bei Top-and-Bottom sind nach HDMI 1.4a zumindest 720p bei 50, 59,94 bzw. 60 Hz festgelegt. Interessanter Weise erlaubt die Spezifikation bei Top-and-Bottom aber sogar die volle Auflösung von 1.080p bei 23,98 bzw. 24 Hz und somit die gleichen Vorgaben, die auch für Blu-ray gelten.

Diese Option werden allerdings nur wenige Anbieter nutzen, bieten die geringeren Auflösungen doch den großen Vorteil, dass 3D-Inhalte so in ein normales 1.080i bzw. 720p Bild passen, wie es bereits jetzt von aktuellen HD-fähigen SAT-Receivern oder entsprechenden Settop-Boxen für Kabel TV-Betreiber genutzt wird. Allerdings bedarf es auf der Seite des Kunden natürlich dennoch eines 3D-fähigen TV-Geräts bzw. Beamers.

Und auch hierfür legt die neue Spezifikation HDMI 1.4a nun die wichtigen Eckdaten fest. So müssen HDMI 1.4a konforme Zuspieler zumindest eines der beiden Verfahren unterstützen. TV-Geräte und Projektoren müssen sowohl das Side-by-side als auch Top-and-bottom-Verfahren unterstützen und AV-Receiver und ähnliche Repeater müssen nach HDMI 1.4a entsprechende Signale in beiden Varianten zumindest weiterleiten.

Auch für Spiele in 3D enthält die neue Spezifikation HDMI 1.4a alle relevanten Eckdaten. So müssen entsprechende Konsolen - und das betrifft vorerst ausschließlich die Sony PlayStation 3 - Signale mit 720p bei 50 oder 59,94 bzw. 60 Hz liefern.

Michael Holzinger

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Keywords: HDMI, 3D, Home-Cinema

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