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PS Audio DirectStream Junior DAC - Der kleine Bruder…

Foto © PS Audio

Bereits Anfang des Jahres präsentierte die US-amerikanische HiFi-Schmiede PS Audio erstmals den neuen PS Audio DirectStream Junior, nun ist der High-end D/A-Wandler und Streamer erhältlich und soll sich allen voran durch mittels Pure DSD-based D to A Converter erzielte Wiedergabe subtilster Details auszeichnen, so das Versprechen der Entwickler.

Kurz gesagt...

Mit dem neuen PS Audio DirectStream Junior DAC steht der kleine Bruder des PS Audio DirectStream DAC zur Verfügung, der ebenso auf einen „pure DSD approach“ setzt und als Roon-ready geführt wird.

Wir meinen...

Bereits beim PS Audio DirectStream DAC schwor der renommierte US-amerikanische Spezialist für D/A-Wandler PS Audio auf die Signalverarbeitung mittels DSD, und zwar unabhängig davon, welches digitale Format anliegt. So verhält es sich nun auch beim neuen PS Audio DirectStream Junior DAC: alle eingehenden Signale werden mit 28,224 MHz ins DSD-Format konvertiert, also immerhin 10fach DSD. Dadurch soll eine nie gekannte Detailvielfalt erzielt werden, selbst bei herkömmlichen Audio CDs, und natürlich noch viel mehr bei Hi-Res Inhalten im Linear PCM oder DSD-Format. Und als Krönung ist der neue PS Audio DirectStream Junior DAC nun auch Roon-ready…
Hersteller:PS Audio
Vertrieb:Audio Tuning Vertriebs GmbH
Deutschand:HiFi 2 die 4
Schweiz:Marlex - Audiophile Products
Preis: € 4.495,-

Von Michael Holzinger (mh)
14.07.2016

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Seit jeher tobt ein wahrer Glaubenskrieg im audiophilen Lager, in dessen Mittelpunkt die Frage steht, ob nun Linear PCM oder DSD das „beste“ Format für digitale, hochauflösende Inhalte sei. Wie so oft bei derartigen Fragen spielen verschiedenste Aspekte eine Rolle, letztlich auch ganz subjektive Faktoren, sodass es natürlich keine letztgültige Antwort gibt. Das Thema beschäftigt natürlich nicht nur audiophile Musik-Liebhaber und HiFi-Enthusiasten, sondern ebenso Hersteller. Manch ein Hersteller geht die Sache recht pragmatisch an, und offeriert Lösungen, die beide Wege unterstützen, andere verfolgen konsequent eine der beiden „Glaubensrichtungen“, letztlich finden jedoch alle „Lager“ zumindest bei der Hardware die für ihre Anforderungen passenden Lösungen.

Bei der „Software“, sprich den Inhalten, da sieht es jedoch anders aus, denn hier kann Linear PCM ganz klar mit einem ungleich größeren Angebot punkten. Schließlich gibt es im Vergleich zum Linear PCM-Format kaum Aufnahmen, die tatsächlich nativ in DSD produziert wurden, selbst vieles, was in Form von DSD angeboten wird, wurde ursprünglich in Linear PCM aufgenommen, abgemischt, gemastert, und erst final ins DSD-Format konvertiert. Dies liegt vor allem daran, dass eine Produktion rein in DSD ungleich komplexer ist und leider nicht die Flexibilität bietet, wie eben Linear PCM. Schließlich wurde DSD ursprünglich allen voran als Archiv-Format entwickelt, und so findet man etwa viele Aufnahmen in DSD, die direkt vom analogen Master übernommen wurden.

Bereits vor geraumer Zeit hat die US-amerikanische HiFi-Schmiede PS Audio ihre Vorliebe für DSD entdeckt. Der ausgewiesene Spezialist allen voran für D/A-Wandler ist felsenfest davon überzeugt, dass DSD auf digitaler Ebene das beste Format sei. Interessant ist der Ansatz, den PS Audio wählte, denn man hielt sich erst gar nicht mit der Frage auf, ob es denn genügend Aufnahmen in DSD gäbe, die eine rein auf DSD-basierende Lösung rechtfertigen, man entschied sich vielmehr dazu, ausschließlich auf DSD zusetzen, indem man einfach alles über DSD verarbeitet, also auch Inhalte, die in Linear PCM vorliegen.

PS Audio spricht hierbei von einem pure DSD approach und einem Pure DSD-based D to A Converter, den man etwa mit dem PS Audio DirectStream DAC umsetzte.

Bereits Anfang diesen Jahres präsentierte PS Audio im Rahmen der CES 2016 den neuen PS Audio DirectStream Junior DAC - wir berichteten - und somit den „kleinen Bruder“ des besagten PS Audio DirectStream DAC.

Selbstverständlich setzt der „Kleine“ auf die gleichen Tugenden wie der große Bruder, schließlich steht hinter dem neuen PS Audio DirectStream Junior das gleiche Entwickler-Team und somit die gleiche Philosophie. Es handelt sich also um einen D/A-Wandler, der alle anliegenden Digital-Signale, gleichgültig, welches Format, gleichgültig, welche Auflösung, immer zunächst ins DSD-Format wandelt, und zwar mit einer besonders hohen Auflösung. Es findet beim neuen PS Audio DirectStream Junior also eine Wandlung mit gleichzeitigem Upsampling ins DSD-Format mit zehnfacher DSD-Datenrate, also nicht weniger als DSD mit 28,224 MHz statt.

Der PS Audio DirectStream Junior DAC weist einen vollsymmetrischen Aufbau auf, vom Eingang bis hin zum Ausgang, wobei an Eingängen hier wirklich alles zur Verfügung steht, was man von einem Gerät der High-end-Klasse erwarten darf. Neben einer AES/EBU-Schnittstelle findet man eine optische sowie koaxiale S/PDIF-Schnittstelle, einen I2S in Form einer HDMI-Schnittstelle, einen USB-Port zur direkten Verbindung mit einem PC oder Mac, natürlich mit asynchroner Datenübertragung, sowie einen Netzwerk-Anschluss in Form einer RJ45 Buchse.

Die Signalverarbeitung soll basierend auf einem bewusst einfach gehaltenen, direkten Signalweg basieren, wobei hier natürlich keinerlei DACs von der Stange zum Einsatz kommen können. Vielmehr setzen die Entwickler auf eine FPGA-basierende Schaltung, die eine freie Programmierung erlaubt. Diese nutzen die Entwickler, um genau ihrer Vorstellung umzusetzen, und eine Signalwandlung basierend auf Upsampling in DSD mit eigens programmierten Filtern zu realisieren. Als Referenz wird eine hochpräzise Masterclock herangezogen.

Wie bereits erwähnt, der PS Audio DirectStream Junior DAC wandelt jedes Signal ins DSD-Format mit zehnfacher DSD-Datenrate, egal ob es sich um Linear PCM mit bis zu 32 Bit und 384 kHz handelt (DXD), oder ein DSD-Signal mit geringerer Auflösung.

Dies soll, davon ist PS Audio überzeugt, selbst bei Daten im „CD-Format“, also mit 16 Bit und 44,1 kHz, einen geradezu markanten Qualitätsvorteil mit sich bringen, und den Aufnahmen neue Details, eine deutlich verbesserte Raumabbildung und optimierte Klangbühne bescheren, zudem einen erweiterten digitalen Aussteuerungsbereich mit sich bringen, wobei bei der hier gebotenen Lautstärke- und Balance-Regelung keinerlei Einbussen in der Auflösung in Kauf genommen werden müssen, und Signale mit besonders hoher Dynamik der passiv gefilterten Ausgangsstufe zugeführt werden. Der PS Audio DirectStream Junior DAC kann somit direkt als Vorstufe eingesetzt werden, um etwa mit Aktiv-Lautsprecher-Systemen sowie einer Endstufe als besonders „schlanke“ HiFi-Kette zu fungieren.

Ausgangsseitig stehen beim neuen PS Audio DirectStream Junior DAC natürlich in erster Linie symmetrische XLR-Buchsen, aber auch ein unsymmetrischer Ausgang in Form eines Cinchbuchsen-Pärchens zur Verfügung.

Um dies nochmals zu betonen, der neue PS Audio DirectStream Junior DAC ist natürlich in erster Linie ein DAC für entsprechende Quellgeräte, etwa den hauseigenen PS Audio DirectStream Transport, kann aber auch über USB direkt mit einem PC verbunden werden, um so als herausragendes Audio-Interface zu fungieren. Zudem ist er mit einer so genannten Network Bridge ausgestattet, kann also auch ins Netzwerk eingebunden, und somit etwa als Roon-ready Device für die High-end Streaming-Lösung aus dem Hause Roon Labs LLC. genutzt werden.

Was unterscheidet nun den neuen PS Audio DirectStream Junior DAC von seinem großen Bruder PS Audio DirectStream DAC? Nun, nach Aussage des Herstellers nicht wirklich viel, denn den die Signalverarbeitung setzt auf das gleiche Prinzip, das gleich ausgeklügelte Schaltung, sowie die gleich hochwertigen Bauteile. Es ist vor allem das rundherum, was anders ist, also allen voran das Gehäuse, das mit Abmessungen von 36 x 43 x 7 cm deutlich kompakter und mit 8,2 kg auch etwas leichter ausgefallen ist, als beim großen Modell. Nichts desto trotz präsentiert sich aber auch dieses als überaus solides, aus Aluminium gefertigtes Gehäuse. Der Grund, warum man hier etwas „schlanker“ baut, ist der Verzicht auf das großzügige Display des PS Audio DirectStream DAC. Damit einhergehend ist auch die Bedienung beim neuen PS Audio DirectStream Junior DAC nicht ganz so komfortabel, wenngleich man wohl problemlos mit dem hier zur Verfügung stehenden kleinen Display sowie einem Drehgeber, aber insbesonders der im Lieferumfang ja ebenfalls enthaltenen Fernbedienung zurecht kommen wird.

Vor allem ein Blick auf den Preis wird diese Nachteile rasch vergessen machen, denn man erhält mit dem neuen PS Audio DirectStream Junior DAC die herausragende Qualität des PS Audio DirectStream DAC zu einem Bruchteil des Preises. Gut, ein „Schnäppchen“ ist auch der neue PS Audio DirectStream Junior DAC nicht, schließlich ruft PS Audio immerhin € 4.495,- dafür auf.

Wer aber eine derart ausgeklügelte, im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze des technisch machbaren getriebene Signalverarbeitung digitaler Daten wünscht, dürfte mit dem neuen PS Audio DirectStream Junior DAC genau das richtige Werkzeug dafür ab sofort im Fachhandel finden. Und zwar wahlweise in Silber oder Schwarz.

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