IFA 2010: Im Rahmen der Internationalen Funkausstellung 2010 in Berlin gaben Philips, Sharp und Loewe eine Kooperation für die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für internetfähige Fernseher bekannt." /> Sempre Audio

Philips, Sharp und Loewe arbeiten an gemeinsamer Plattform für internetfähige Fernseher

IFA 2010: Philips, Sharp und Loewe beabsichtigen, eine gemeinsame Plattform für internetfähige Fernseher zu schaffen. Dies gaben die drei Unterhaltungselektronik-Konzerne im Rahmen der Internationalen Funkausstellung 2010 in Berlin bekannt. Ziel sei es, eine gemeinsame Plattform zu schaffen, damit die Entwicklung von Inhalten erleichtert, und ein breiteres Angebot für den Konsumenten ermöglicht wird.

Von Michael Holzinger (mh)
09.09.2010

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Es bedurfte nicht der IFA 2010, um einen Trend klar zu erkennen: Fernseher entwickeln sich immer mehr zum visuellen Interface, hin zu einer multimedialen Schaltzentrale im Wohnzimmer. Fernsehen, Filme von DVD oder Blu-ray allein reicht schon lange nicht mehr. Die Geräte erlauben, dank einfacher Netzwerk-Integration, die Anzeige zahlloser Inhalte, von Informationen jedweder Art, den Zugang zu Social Media-Plattformen, bis hin zu umfangreichen On-demand Videoangeboten.

Bislang kochte hier jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, wenn es um die Entwicklung eines entsprechenden Interface für die einfache Navigation durch all diese Option ging. Kein Wunder, gilt dieser Bereich bei den Unternehmen doch als einer der wichtigsten Faktoren in der Vermarktung ihrer Produkte. Es ist also durchaus essentiell, hier Möglichkeiten und Dienste anbieten zu können, die die Konkurrenz nicht, oder nicht in dieser Form aufwarten kann.

Natürlich hat aber auch diese Geschichte - wie zumeist - zwei Seiten. Die neue Netzwerk- und Online-Funktionalität der TV-Geräte ist natürlich von entsprechenden Angeboten abhängig, denn die Wiedergabe lokaler Inhalte allein wird zuwenig sein. Daher muss mit verschiedensten Anbietern kooperiert werden, um die unterschiedlichsten Inhalte für die ganz besonderen Anforderungen bei der Darstellung auf einem Fernsehgerät aufzubereiten. Man stelle sich nun aber vor, dass für Angebote wie etwa den Zugriff auf so genannte Catch-up-TV Lösungen, die immer beliebteren Mediatheken der TV-Sendeanstalten, jeder Unterhaltungselektronik-Konzern separat bei ZDF, ARD, arte oder ORF vorstellig wird, um eine Einbindung in seine Portallösung für TV-Geräte zu ermöglichen. Auch andere kommerzielle Anbieter, wie etwa „Online-Videotheken“ sind zwar sicher leicht davon zu überzeugen, ihre Angebote auch direkt für TV-Geräte anzubieten, werden aber sicher eine einheitliche Schnittstelle für alle TV-Geräte, gleichgültig, welcher Hersteller auch immer, bevorzugen.

Und genau das haben die Unternehmen Philips, Sharp und Loewe erkannt und im Rahmen der IFA 2010 in Berlin ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für internetfähige Fernseher bekannt gegeben.

Erster Schritt der Kooperation soll es sein, zu untersuchen, wie eine wettbewerbsfähige Plattform für ans INternet angeschlossene Fernseher und andere Geräte für den europäischen Markt aussehen soll.

Die Zusammenarbeit soll, nach Angaben der beteiligten Unternehmen, das Bemühen unterstreichen, eine einzige, einfache Plattform für die Inhalte-Anbieter zu schaffen. Damit soll die Zahl von Inhalten und Anwendungen, wie Video-on-Demand, Catch-up-TV (Mediatheken), Musik-Services, Spiele, Social Media und natürlich Infotainment-Angeboten vergrößert und somit auch für den Kunden attraktiver werden. Umgekehrt soll Anbietern so eine größere Anzahl an Anwendern geboten werden und somit auch für diese das Angebot gewinnbringender sein.

Um eine gemeinsame Plattform etablieren zu können, verpflichteten sich die drei Partner dazu, ihre Technologien miteinander zu teilen und aufeinander abzustimmen. So soll die neue gemeinsame Plattform Open Web-basierte Standards wie CE-HTML und HbbTV nutzen. Im Prinzip heisst das somit, dass Loewe und Sharp auf die Plattform von Philips setzen werden, der niederländische Unterhaltungskonzern somit für seine neuen Partner die Infrastruktur für internetfähige Geräte offenlegt, um damit die gemeinsame Entwicklung von Inhalten zu erleichtern und - so die Unternehmen - das Erlebnis für den Nutzer noch weiter zu verbessern.

Alle drei Unternehmen betonen zudem, dass man großes Interesse daran hätte, dass sich weitere Partner dieser Allianz anschließen um so ein tatsächlich einheitliches, möglichst umfangreiches Angebot auf einer gemeinsamen Plattform anbieten und somit dem Markt der interaktiven TV-Geräte schneller zum Durchbruch im Massenmarkt verhelfen kann.

Michael Holzinger

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