Philips hue - Stimmungsvolle LED-Beleuchtung im gesamten Haus, gesteuert mit Smartphones

Philips hue soll nicht weniger leisten, als die Art wie wir Licht nutzen zu revolutionieren. Dabei handelt es sich um ein System, dass aus LED Lampen besteht, die mittels Funk über eine App für Smartphones gesteuert wird und besonders einfach zu installieren sein soll.

Von Michael Holzinger (mh)
29.10.2012

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Haus-Automatisationslösungen sind derzeit ein immens boomender Markt. Gerade die immer weiter fortschreitende Vernetzung der Haushalte in der Unterhaltungselektronik trägt mit dazu bei, dass viele im Zuge der Realisierung einer vernetzten Unterhaltungselektronik-Lösung einen Schritt weiter wagen, und somit auch weitere Systeme wie etwa die Beleuchtung, die Heizung bis hin zur Beschattung und etwaiger Alarm-Systeme mit in das Gesamtkonzept einbeziehen.

Allerdings muss man klar sagen, dass für derartige Systeme natürlich Spezialisten gefragt sind, und das diese Gesamt-Lösungen natürlich nach wie vor mit durchaus erheblichen Investitionen verbunden sind. Wenngleich die Kosten gerade bei IT-basierten Lösungen natürlich deutlich geringer ausfallen, als etwa noch vor ein paar Jahren.

Zudem erfordern die meisten Lösungen einen doch sehr massiven Eingriff in die Elektroinstallation bzw. eine mitunter sehr weit gehende Erweiterung der Infrastruktur, sodass sich umfangreiche Lösungen vor allem dann anbieten, wenn man die Installation in einem Haus oder einer Wohnung ohnedies komplett neu konzipiert.

Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt der niederländische Konzern Philips mit dem nunmehr vorgestellten System Philips hue. Dabei soll es sich, so das Unternehmen, um ein System handeln, das tatsächlich in jedem Haushalt auf überaus einfache und geradezu simple Art und Weise integriert werden kann, und zwar jederzeit und durch den Kunden selbst.

Allerdings muss man klar sagen, dass sich diese Lösung allein auf die Beleuchtung beschränkt, also keinerlei Optionen für eine Erweiterung auf andere Bereiche wie etwa die Steuerung der Heizung, die Steuerung etwaiger Beschattungssysteme oder gar Alarmsysteme bietet. Zumindest in der derzeit vorliegenden Ausführung, doch dazu später mehr.

Das Philips hue soll aber dennoch, geht es nach der Vorstellung des Unternehmens, nicht weniger als die Revolution der Art und Weise, wie wir Licht im Wohnraum nutzen, revolutionieren. Und tatsächlich muss man Philips bescheinigen, dass das Konzept des Philips hue durchaus das Potential hat, für einen massiven Schub in diesem Segment zu sorgen.

Dies liegt unserer Ansicht nach vor allem darin begründet, dass es sich tatsächlich um ein überaus einfach zu handhabendes System handelt, das binnen weniger Minuten selbst vom unbedarftesten Kunden implementiert werden kann.

So besteht Philips hue zunächst aus einem so genannten Starter-Paket, das drei LED-Lampen, eine so genannte Smartbridge und eine App für Smartphones umfasst. Die LED-Lampen sind als so genannte RGB LED-Lampen ausgeführt, können also nicht nur weißes Licht, sondern, so der Hersteller, bis zu 16 Millionen Farben abbilden und zudem gedimmt werden. Die Lampen passen in jede Standard-Fassung (E26, E27) und müssen somit einfach in bestehende Leuchten oder Luster eingeschraubt werden. Eine spezielle Adaptierung der Elektroinstallation oder gar neue Leuchten sind also in diesem Fall nicht notwendig. Die besagte Smartbridge des Philips hue Starter-Pakets wird einfach mit einem bestehenden WiFi Router bzw. Access Point angeschlossen, und schon ist das System defakto einsatzbereit. Alles, was es dann noch braucht, ist die ebenfalls bereits erwähnte App für Smartphones, die Philips eigenen Angaben zufolge sowohl im Apple iTunes App Store für Apple iOS, als auch im Google PLAY Store für Smartphones mit Google Android anbietet.

Mit Hilfe dieser App lassen sich zunächst alle LED-Lampen des Philips hue Starter-Pakets steuern. Und zwar, wie bereits erwähnt, nicht nur ein- und ausschalten, sondern ebenso dimmen und in der Farbe variieren. Die Steuerung erfolgt also zunächst über das Smartphone mittels WiFi, wobei die Steuerbefehle von der Smartbridge in Funk-Signale umgesetzt werden.

Dabei setzt Philips offensichtlich auf die so genannte SmartLink-Technologie, die bereits bei anderen Lichtlösungen des Konzerns zum Einsatz kommen, und dies ermöglicht tatsächlich eine immens vielseitige Nutzung.

So lassen sich nicht nur die drei im Starter-Paket enthaltenen LED-Lampen steuern, dies wäre ja nun wirklich kein allzu großer Spass, das System kann jederzeit mit weiteren Philips hue Lampen erweitert werden, die der Konzern natürlich ebenso anbietet.

Bis zu 50 Philips hue Lampen lassen sich so zu einem Gesamt-System verbinden, und das sollte wohl für nahezu jeden Haushalt ausreichen.

Die LED-Lampen weisen laut Herstellerangaben eine Lichtleistung von 600 Lumen auf, was in etwa einer herkömmlichen 50 Watt Glühbirne entspricht. So soll sich eine Energieersparnis von bis zu 80 Prozent ergeben, wobei man natürlich zudem den Komfort einer individuellen Lichtgestaltung hat. Neben 16 Millionen Farben kann man etwa auch das Weiss zwischen warm bis kühl abstimmen und so individuell den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Überhaupt lassen sich mit Hilfe der zentralen App-Steuerung komplette Lichtszenarien im gesamten Haus kreieren, wobei hier allein die Kreativität Grenzen setzt. Durch die zentrale Anbindung ans Netzwerk ist zudem die Steuerung des Systems auch von unterwegs möglich, sodass man etwa auch dann die Beleuchtung regulieren kann, wenn man etwa auf Urlaub ist, aber den Eindruck erwecken will, dass das Haus eben nicht „unbewohnt“ sei.


Auf Nachfrage von sempre-audio.at versicherte Philipp Hinz, Produktverantwortlicher der Unternehmenskommunikation von Philips Deutschland, dass Philips hue auch kompatibel zu weiteren Lichtlösungen des Unternehmens sei, etwa den über Funk gesteuerten Systemen der Philips Living Colors-Serie ab der 2. Generation, die mit Produkten wie dem Philips LivingColors Bloom, Philips Living Colors Aura und Philips Living Colors Iris überaus flexible LED-Systeme für eine individuelle Lichtlösung in der gesamten Wohnung erlauben.


Interessant ist auch, dass Philips versucht, für diese Lösung eine Entwickler-Community aufzubauen. So will man über die Plattform www.meethue.com das Software Development Kit für Philips hue anbieten und so für verschiedenste Lösungen Entwickler suchen. Das Potential wäre ja schier grenzenlos. Es bleibt zu hoffen, dass dies möglichst viele kreative Entwickler aufgreifen.

So spricht etwa Philips selbst davon, dass Philips hue künftig mit anderen Systemen verbunden werden soll. In Zukunft soll Philips hue etwa auch auf Videosignale aus dem Fernseher oder auf Sound-Signale aus der HiFi-Anlage reagieren können, ebenso denkbar wäre, Geo-Location Services in diese Technologie einzubinden, sodass etwa die Beleuchtung automatisch angeht, sobald sich der Kunde seiner Wohnung nähert.

Philips hue soll ab sofort als so genanntes Starter-Paket zum empfohlenen Verkaufspreis von € 199,- erhältlich sein. Wie bereits erwähnt, umfasst dieses Set drei LED-Lampen, die Smartbridge zur zentralen Steuerung über ein bestehendes WiFi Netzwerk, sowie die entsprechende App für Apple iOS oder Google Android. Das Philips hue Einzelpaket umfasst eine Philips hue Lampe und ist ebenfalls bereits zum empfohlenen Verkaufspreis von € 59,- erhältlich. Leider entschloss sich Philips dazu, diese Lösung vorerst exklusiv im Apple Store anzubieten. Es bleibt zu hoffen, dass man eine derart spannende und individuell konfigurierbare Lösung auch sehr bald dem Fachhandel zur Verfügung stellt.

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