Philips hue im Test - Vernetzte Beleuchtung, flexibel und durchaus „intelligent“

Eine direkt übers Netzwerk zu steuernde Beleuchtungslösung basierend auf LED bietet Philips mit der so genannten Philips hue an, die nunmehr um etliche Neuerungen erweitert, und somit noch flexibler einsetzbar ist. So lassen sich etwa direkt Ereignisse verschiedenster Art, bis hin zu standortbasierten Funktionen mit Licht-Szenarien verknüpfen, und die Einbindung von Philips Living Colors sowie Philips Living White wurde verbessert, sodass sich ein „intelligentes“ Beleuchtungssystem fürs ganze Haus etablieren lässt.

Kurz gesagt...

Philips bietet mit Philips hue eine im wahrsten Sinne des Wortes „intelligente“, vernetzte Beleuchtungslösung basierend auf LED an, die in dieser Form konkurrenzlos am Markt ist.

Wir meinen...

Philips hue ist mit Sicherheit nicht die günstigste, wohl aber eine der flexibelsten Lichtlösungen auf der Basis von LED, die nicht nur einfach zu erweitern und sehr einfach zu steuern ist, und individuelle Szenarien erlaubt, ohne dabei auch nur irgendwie in die Elektro-Installation eingreifen zu müssen. Die Option, Philips hue mit der Philips Living Colors-Reihe zu kombinieren, erlaubt nahezu grenzenlose Möglichkeiten.
Hersteller:Philips
Vertrieb:Philips

Von Michael Holzinger (mh)
21.05.2013

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So genannte Haus-Steuerungslösungen gibt es viele am Markt, und zwar bereits sehr lange, denn bereits vor der nahezu vollständigen Marktdurchdringung von Netzwerken bis hin zu WiFi und der stetig wachsenden Akzeptanz von vernetzen Lösungen der Unterhaltungselektronik beschäftigten sich zahlreiche Spezialisten mit dieser Thematik. Allerdings handelte es sich dabei zumeist um propriätere Systeme, die allein von ausgewiesenen Spezialisten konzipiert, installiert, und zumeist auch serviciert wurden. Entsprechend aufwendig und kostspielig war die Realisierung. Erst in jüngster Zeit, eben mit der Etablierung der so genannten Konvergenz, also dem Zusammenwachsen der Segmente IT und somit Netzwerk-Technologie, der Unterhaltungselektronik und natürlich ebenso mobiler Kommunikation, etablierten sich zunehmend Lösungen, die direkt davon profitierten und somit frischen Wind in dieses Marktsegment brachten.

Nach wie vor ist es aber überwiegend ein Marktsegment, das in weiten Teilen von echten Spezialisten dominiert wird. Vor allem wenn es darum geht, komplexe Systeme miteinander zu verbinden, also etwa nicht nur einfache Beleuchtungssysteme zentral steuerbar zu machen und Multiroom Audio- und Videosysteme zu realisieren, sondern eventuell auch komplexe Beschattungs-Systeme bis hin zur Alarmanlage miteinander zu „vernetzen“, sind natürlich auch weiterhin Experten gefragt.

Allerdings bereichern immer mehr Anbieter den Markt, die eine sehr einfache Realisierung zu vergleichsweise geringen Kosten versprechen, und dabei auf einheitliche Standards setzen, die zumindest in Bereichen eine Interoperatibilität zwischen Systemen verschiedener Hersteller erlauben. Besonders interessant sind dabei die Lösungen, die eine Installation auch dann erlauben, wenn man gerade nicht ein neues Haus baut oder ohnedies eine Generalsanierung der Wohnung vornimmt. Also jene Lösungen, die keinen direkten Eingriff in die bestehende Elektroinstallation erfordern, sondern direkt und jederzeit vom Kunden umgesetzt werden können.

Eine wohl sehr einfach zu installierende, dennoch sehr vielseitige Lösung stellt etwa Philips hue dar, ein System, dass sich zwar allein auf die Beleuchtung konzentriert, dafür aber besonders einfach einzusetzen ist.

Mit dem so genannten Philips hue präsentierte der niederländische Konzern Philips eine überaus spannende vernetzte Beleuchtungslösung, die, basierend auf LED, einfach und überaus flexibel zu handhabende Szenarien erlaubt. Völlig zurecht spricht Philips bei hue davon, mit dieser Lösung erstmals eine drahtlose, digitale Lichtlösung anzubieten, die LED-Licht in hoher Qualität und in allen Schattierungen von weißem Licht und beliebigen Farben erzeugen kann, und gleichzeitig eine intuitive Steuerung mittels Smartphones, Tablets und jedwedem Web-Browser erlaubt. Und zwar nicht allein zuhause, sondern auch jederzeit unterwegs, sofern man nur irgendwie eine Online-Verbindung herstellen kann.

Einfache Installation bedeutet in diesem Fall nichts anderes, als bestehende Glühbirnen durch die neuen des Philips hue-Systems auszutauschen. Hier ist also überhaupt kein Eingriff in die bestehende Elektroinstallation erforderlich. Lediglich eine zentrale Steuereinheit, eine Basis-Station ist für Philips hue wesentlich, die natürlich im so genannten Philips hue Starter Kit enthalten ist, und einfach mit dem Internet Router zuhause verbunden werden muss. Einfacher kann es nicht sein...

Besagtes Philips hue Starter Kit umfasst also zunächst die Philips hue Bridge, eine kleine Box aus weißem Kunststoff, die nur wenige Zentimeter im Durchmesser misst, und direkt über ein Ethernet-Kabel mit dem Router des heimischen Netzwerks verbunden wird. Auf ihr finden sich einige Status LEDs sowie ein einziger Taster, der aber nur sehr selten benötigt wird, sodass man die Philips hue Bridge getrost irgendwo platzieren kann, wo sie nicht im Weg ist. Darüber hinaus findet man drei LED Leuchtmittel in der Packung, und zwar „Glühbirnen“ mit E27 Gewinde, die somit in nahezu jede Lampe, jeden Luster passen. Allerdings handelt es sich selbstverständlich nicht um Glühbirnen, sondern vielmehr LEDs, die mit einer Leistungsaufnahme von 8,5 Watt 600 lm liefern und damit in etwa einer herkömmlichen 40 Watt Glühbirne entsprechen, jedoch in die Energieklasse A einzuordnen sind. Ihre Lebensdauer wird vom Hersteller mit 15.000 Stunden und 25.000 Einschaltzyklen angegeben. Sie sind in der Lage, weisses Licht mit einer Farbtemperatur im Bereich zwischen 2.000 und 6.500 K zu liefern, decken also von warmweißem über neutralem bis hin zu Kaltweißem Licht ein sehr breites Spektrum ab. Zudem können damit aber auch farbliche Akzente gesetzt werden, denn die Philips hue LED-Lampen erlauben die Abbildung nahezu jeder Farbe durch Mischung im RGB Farbraum.

Was kann nun Philips hue als System? Mittelpunkt der Lösung ist natürlich die Philips hue Bridge, die, wie bereits erwähnt, einfach mit dem bestehenden Router des heimischen Netzwerks verbunden wird. Über ein im Lieferumfang enthaltenes Netzteil wird die Stromversorgung hergestellt und binnen weniger Sekunden ist das System schon betriebsbereit. Die drei LED Leuchtmittel, die sich ebenfalls im Basispaket befinden, sind werksseitig bereits mit der entsprechenden Bridge verbunden. Hier muss also rein gar nichts mehr gemacht werden. Sobald man die LED Leuchtmittel in eine Lampe einschraubt, können sie sofort genutzt werden und lassen sich natürlich wie gehabt mit dem entsprechenden Schalter der Lampe ein- und ausschalten. Dabei erzeugen sie zunächst ein warmweisses Licht. Soweit also recht unspektakulär.

Interessant wird es erst dann, wenn man sich die Philips hue App für Apple iOS oder Google Android lädt, und diese auf einem Smartphone bzw. Tablet installiert. Beim ersten Start der App wird man aufgefordert, den „Controller“, in diesem Fall also das Smartphone oder Tablet, mit der Philips hue Bridge zu verbinden. Dies geschieht durch drücken des einzigen Tasters auf der Bridge und ist nach wenigen Augenblicken erledigt.

Danach wird man durch einen kurzen Installationsprozess geleitet, der lediglich darin besteht, ein neues Konto auf der Plattform Philips hue einzurichten, und die App mit diesem Account zu verbinden. Dieser Schritt ist erforderlich, um das komplette System nicht nur im eigenen Netzwerk, sondern direkt übers Web zu steuern, egal wo man sich aufhält. Allein eine Online-Verbindung ist dafür erforderlich und es funktioniert selbstverständlich mit Hilfe der App. Als Alternative kann man aber auch direkt über die Web-Plattform von Philips auf das Beleuchtungssystem zugreifen und es jederzeit steuern. Allerdings bietet die Web-Plattform nicht die volle Funktionalität der App, hier können zum Beispiel nur alle Lampen aktiviert bzw. ausgeschalten werden, oder einzelne Licht-Szenerien aktiviert werden. Die App bietet hierbei deutlich mehr Flexibilität.

So ist es die App, die Ordnung in das System bringt. Im alltäglichen Gebrauch ist es wohl zielführend, den einzelnen Lampen auch einen passenden Namen zu geben. Dazu wechselt man in das Einstellungsmenü, wählt die gewünschte Lampe aus, und gibt ihr einen sinnvollen Namen, etwa „Wohnzimmer“. Sobald man eine Lampe ausgewählt hat, blinkt diese, was die Zuordnung erleichtert.

Zudem können mit Hilfe der App einzelne Lampen zu so genannten Scenes verknüpft werden, wobei verschiedenste Herangehensweise möglich sind. Basis dafür sind etwa Fotos, eigene, oder direkt von Philips angebotene, auf denen man die einzelnen Lampen des Systems der gewünschten Farbe entsprechend platziert. Welche Lampen dabei aktiv sind, und wie intensiv die einzelnen Leuchtmittel erstrahlen sollen, lässt sich natürlich individuell einstellen. Im Hochformat präsentiert die App bei den entsprechenden Einstelloptionen Schieberegler für die Intensität, im Querformat wird das komplette Farbspektrum angezeigt, sodass man auch hier die Farbe als auch Intensität für jedes Leuchtmittel separat, aber auch in Gruppen definieren kann.

Eine zweite Herangehensweise erfolgt über Licht-Szenerien, also etwa „Entspannen“, „Arbeit“, „Lesen“ und ähnliches, wobei diese als Light Recipe bezeichnet werden.

Gleichgültig, welchen Weg man wählt, selbstverständlich lassen sich diese Einstellungen als neue Szene abspeichern und alle Szenen stehen auf allen mit dem System verbundenen Controllern, als auch direkt über das Web-Portal zur Verfügung.

Auch das sei nicht vergessen, selbstverständlich können mehrere „Controller“, sprich Smartphones und Tablets mit der Philips hue App, mit dem System durch die beschriebene Vorgehensweise verbunden werden.

Somit können auch über alle Controller Timer erstellt und Lichtszenerien mit gewissen Ereignissen verknüpft werden. Hier sorgte Philips jüngst mit einem Update der Philips hue App 1.1 sowie der entsprechenden Firmware für die Philips hue Bridge für noch mehr Flexibilität.

Die einfachste Art stellen natürlich zeitgesteuerte Ereignisse dar. So kann man etwa gewisse Szenerien einfach zu einer festgelegten Uhrzeit aktivieren bzw. deaktivieren, dies bot die App bereits seit der Version 1.0. Neu hingegen ist, dass nunmehr „Wecker“ als auch Timer zur Verfügung stehen, und diese sehr detailliert angepasst werden können, inklusive Auf- und Abblenden sowie Umschalten zwischen Szenen. Neu ist auch die Möglichkeit so genannter standortbasierter „Trigger“. So kann man etwa das Licht aktivieren, sobald man sich der Wohnung oder dem Haus nähert. Dies erfolgt über die ins Smartphone integrierte GPS-Funktion. Ebenso kann man das Licht natürlich ausschalten, sobald man das Haus verlässt. Auch dies erlaubt die so genannte Geofancing-Funktion der neuesten Version der Philips hue App.

All dies erlaubt verschiedenste Anwendungen. So kann man etwa über den Tag automatisch verschiedenste, passende Licht-Szenerien ablaufen lassen, vom Aufstehen mit sanftem „Sonnenaufgang“, aktiver Beleuchtung während des Tages, wo immer und wann immer erforderlich, einer dezenten Beleuchtung während der Dämmerung, bis hin zum entspanntem Umgebungslicht am Abend während des Fernsehens und dem wiederum sanften Licht zum Einschlafen.

Mit der neuesten Version der App ging Philips aber noch einen Schritt weiter und ging eine Partnerschaft mit der Plattform IFTTT ein. IFTTT steht für If this then that, und erlaubt die Verknüpfung verschiedenster Ereignisse mit ebenfalls verschiedensten Kommandos. Dieser Internet Automatisierungsdienst kann nun auch mit dem Philips hue genutzt werden, wobei dies nicht ganz so einfach geht, wie Philips dies etwa in der Presse-Aussendung suggeriert. Diese Option lässt sich nämlich zumindest bislang weder über die Philips hue Web-Plattform, noch über die Apps steuern, sondern allein direkt über die Webseite von IFTTT. Dazu muss man auch hier einen Account anlegen, diesen mit der Philips hue als weiteren Controller verbinden und direkt die entsprechenden „Receipes“ definieren. Damit dies nicht falsch verstanden wird, auch das ist natürlich alles binnen weniger Mausklicks erledigt, also kein wirkliches Hindernis. Zumal damit durchaus witzige Möglichkeiten eröffnet werden. So kann man Philips hue etwa dazu nutzen, sich eingehende Emails durch ein kurzes Aufblinken der Lampen anzeigen zu lassen. Ebenso Ereignisse der Social Media Plattform Facebook oder Tweeter, ja selbst die Vereinsfarben des Lieblings-Fussballclubs lassen sich aktivieren, sobald dieser etwa ein Tor schießt. Und sollte das eigene Aktion-Portfolio in den Keller rasseln, so kann dann auch tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes „das Licht ausgehen“...

Wahrscheinlich ist es nun bereits klar, ein wesentlicher Aspekt bei Philips hue stellt die Software dar. Dementsprechend viel Engagement zeigt Philips in diesem Bereich, und hat längst die grundlegenden Schnittstellen samt passender Entwickler-Tools frei gegeben, und zwar mit der Hoffnung, dass sich eine entsprechende Community bildet, die Anwender mit neuen Möglichkeiten versorgt. Und tatsächlich fanden sich etliche Entwickler, die eifrig an verschiedensten Lösungen arbeiten, die zum Teil bereits in Form fertiger Apps im Apple iTunes App Store oder im Google PLAY Store angeboten werden. Allerdings konnte uns davon bislang noch keine App so richtig überzeugen, denn die meisten davon sind eher, nun ja, eher sehr verspielter Natur. So stehen etwa Lösungen für eine „Disco-Beleuchtung“ zur Verfügung, oder Lösungen die den eigenen Pulsschlag visualisieren. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich hier tatsächlich relevante Apps abzeichnen.

„Die Menschen integrieren hue wie selbstverständlich in ihren Alltag. Die Idee einer digitalisierten Beleuchtung begeistert“, erklärt etwa Filip Jan Depauw, Senior Director bei Philips Lighting und einer der Köpfe hinter hue über die Möglichkeiten des Lichtsystems. „Es ist faszinierend zu beobachten, wie viele Dinge hue im Leben der Menschen vereinfachen kann. Insofern treiben wir die Weiterentwicklung kontinuierlich voran, pflegen einen engen Austausch mit den Nutzern und unterstützen Entwickler bei ihren Ideen. Zudem werden wir die Grenzen des Möglichen mit weiteren Partnerschaften ständig erweitern und die LED-Beleuchtung ins Zentrum des vernetzten Zuhauses rücken.“

Dies gilt auch für die Möglichkeiten der Hardware selbst. Dazu muss man aber zunächst anführen, dass es sich bei Philips hue nicht, wie vielleicht zu vermuten, um ein WiFi basiertes System handelt. Vielmehr kommt hier Funk zum Einsatz, und zwar auf der Basis des so genannten ZigBee-Standards, der für die Vernetzung von Produkten unterschiedlichster Hersteller vorgesehen ist. Die besagte Philips hue Bridge stellt also in Wahrheit eine Schnittstelle zwischen dem herkömmlichen Netzwerk, und somit auch WiFi und damit etwa einem Smartphone, sowie den eigentlichen Leuchtmitteln auf der Basis von ZigBee dar. Demzufolge können natürlich auch weitere Hardware-Lösungen mit Philips hue verbunden werden, sofern sie diesem Standard entsprechen.

Und dazu gehört natürlich allen voran die so genannte Philips Living Colors-Reihe. Auch dabei handelt es sich um LED-basierte Leuchten, die irgendwo im Haus platziert werden können, und für verschiedenste Licht-Szenerien sorgen. Diese Produktreihe basiert ab der zweiten Generation ebenfalls auf ZigBee, kann also direkt mit Philips hue verbunden, und nahtlos gesteuert werden. Und zwar in beiden Richtungen. Wird etwa eine Lampe der Philips Living Colors-Reihe in das System integriert, so findet sie sich auch in der App als auch dem Web-Portal, und kann somit ebenso Teil einer Scene sein, wie jede andere Philips hue Lampe. Umgekehrt können die im Lieferumfang der Philips Living Colors enthaltenen Fernbedienungen auch zum Steuern der Philips hue-Lampen genutzt werden, und zwar nicht nur ein- oder aus, sondern ebenso für die Einstellung der Farbe und der Intensität. Einzige Voraussetzung ist, dass diese im gleichen ZigBee-Netzwerk arbeiten, was durch ein einfaches Verbinden der Fernsteuerung mit der Philips hue Bridge erzielt wird. Auch hier können mehrere Fernbedienungen eingesetzt werden, wobei auch hier sichergestellt sein muss, dass diese im gleichen ZigBee-Netzwerk arbeiten und die Informationen über die im System vorhandenen Lampen austauschen.

Bei den Philips Living Colors bietet das Unternehmen derzeit die Lichtsysteme LivingColors Iris, Philips Living Colors Aura sowie Philips LivingColors Bloom an, die nahtlos in ein Gesamt-System integriert werden können.

Ebenso ist mit der neuesten Version der Philips hue App als auch Firmware der Philips hue Bridge die Integration der Philips Living Whites sowie des Philips Living Whites Leuchten-Adapter möglich, wobei diese natürlich nur für weisses Licht sorgen, bzw. als Zwischen-Adapter für Lampen dienen.

Auch hier sei darauf verwiesen, dass die Integration neuer Lampen sehr schnell mittels der App erfolgt, indem man einfach neue Lampen sucht. Sollte dies in seltenen Fällen nicht klappen, so erlaubt die neueste Version der App auch die direkte Eingabe der Seriennummer. In unserem ausführlichen Test mussten wir davon aber niemals Gebrauch machen.

Abschließend können wir nur festhalten, dass Philips mit hue ein wirklich geniales, in dieser Form bislang einzigartiges System anbietet, das durchaus das Potential bietet, die gesamte Wohnung, das gesamte Haus mit einer individuell und sehr einfach steuerbaren LED-Beleuchtung auszustatten.

Der wohl größte Vorteil liegt darin, dass man hier tatsächlich absolut keine baulichen Maßnahmen an der bestehenden Elektroinstallation vornehmen muss. Mit dem Basis-Set erhält man die für den Betrieb essentielle Philips hue Bridge, die die zentrale Verbindung zum Netzwerk und somit allen Möglichkeiten der Steuerung übers Web sowie mittels mobiler Devices ermöglicht. Zudem findet man zunächst drei LED Lampen, die qualitativ mit zu den besten Lösungen am Markt zählen, aber den „Mehrwert“ bieten, dass sie eben nicht nur weißes Licht in allen Varianten liefern, sondern ebenso farbliche Akzente setzen können. Und natürlich steuerbar und jederzeit erweiterbar sind. So kann man weitere Philips hue LED Lampen nach und nach ergänzen, bis die komplette Wohnung damit ausgestattet ist.

Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Erweiterungsmöglichkeit, die sich durch die Philips Living Colors Modellreihe ergibt. Diese können überall dort eingesetzt werden, wo keine normale Lampe Platz findet, denn durch ihre kompakten Abmessungen können diese hinter, vor oder auf Möbel platziert, an den verschiedensten Ecken im Raum platziert, und als direkte oder indirekte Beleuchtung genutzt werden. Und natürlich lassen sie sich ebenso steuern, wie eine normale Philips hue Lampe.

Zudem beseitigt die Integration der Philips Living Colors in ein Philips hue System den Nachteil, dass es für dieses noch keinen „echten“ Schalter bzw. Controller gibt. Klar, die App für Smartphones und Tablets, sei es nun Google Android oder Apple iOS, ist immens vielseitig und ein derartiges Device ist ohnedies unser ständiger Begleiter. Aber nur um etwa das Licht auf- oder abzudrehen extra die App starten... Da ist ein „echter“ Lichtschalter, und sei es in Form dieser Fernbedienung dann doch weitaus praktischer. Und wenn man zwei, drei Living Colors erwirbt, so hat man zumeist auch die entsprechenden Controller, um diese „strategisch“ klug in der Wohnung zu verteilen. Natürlich könnte man auch über den „richtigen“ Lichtschalter die Philips hue Lampen ausschalten, aber dann muss man sie auch auf diesem Weg wieder einschalten...

Seit der Vorstellung des Systems wird Philips mitunter für den Preis des Philips hue Basis-Pakets, aber auch der einzelnen LED Lampen kritisiert. Selbstverständlich sind € 199,- für das Basis-Paket alles andere als eine Lappalie, und € 59,- für jede weitere LED Lampe ist wohl auch nicht wirklich als Okkasion zu verstehen, im Vergleich zu den Möglichkeiten jedoch, relativiert sich dieser Preis sehr rasch. Wie gesagt, diese Lösung ist bislang mit dem gebotenen Funktionsumfang, mit einer derart einfachen Installation und der Flexibilität bei der Erweiterung, insbesondere auch im Zusammenhang mit den Philips Living Colors schlicht konkurrenzlos am Markt.

So lässt sich tatsächlich nach und nach die komplette Wohnung mit individuellen Lichtlösungen ausstatten, die nicht nur energiesparend, überaus flexibel einzusetzen, und ebenso flexibel zu steuern sind. Und: es ist dafür auch überhaupt kein Eingriff in die Elektroinstallation nötig, sodass jeder binnen weniger Minuten ein perfekt funktionierendes System realisieren kann, das jederzeit erweiterbar ist. Und soviel sei verraten, wohl noch in diesem Jahr werden neue Leuchtmittel zur Erweiterung des Philips hue auf den Markt kommen.

Philips hue ist übrigens nunmehr nicht mehr allein im Apple Online Store erhältlich. Inzwischen kann man das System glücklicherweise zumindest bei zahlreichen Apple Fachhändlern erwerben. Bleibt zu hoffen, dass Philips auch bald den nächsten Schritt setzt, und dies für alle Fachhändler frei gibt...

Auf den Punkt gebracht

Nein, wirklich billig ist Philips hue nicht, aber dennoch sehr günstig im Vergleich zu vielen anderen Steuerungslösungen. Philips hue erfordert jedoch keine Spezialisten und keinen Eingriff in bestehende Systeme, sodass sie einfach installiert und nach Belieben erweitert werden kann, um nach und nach das gesamte Haus mit einer mittels Smartphone und Tablet steuerbaren Lichtlösung auszustatten.

8,0 (Exzellent)

The Good

  • Kein Eingriff in die Elektro-Installation erforderlich
  • kann vom Kunden selbst installiert
  • programmiert und jederzeit erweitert werden
  • komfortable Steuerung
  • automatische Steuerung über Zeit/ GPS/ Ereignisse
  • kann mit Philips Living Color kombiniert werden

The Bad

  • Umschalten der Scenes "löscht" Lampen
  • die bei der vorherigen Scene
  • aber nicht bei der neuen definiert sind nicht
  • Verknüpfung mit IFTTT nicht in der App gelöst

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