Philips setzt auf smarte TV-Geräte

Fernseher sind längst mehr als Abspielgeräte fürs TV-Programm. Philips sieht sich in diesem Umfeld als Pionier und setzt künftig noch mehr auf Lösungen, die den Fernseher zum Mittelpunkt von audiovisuellen Systemen machen. TV-Geräte sollen als Medienportale mit, so der niederländischer Unterhaltungselektronik-Konzern, maximaler Konnektivität aufwarten können.

Von Michael Holzinger (mh)
21.03.2011

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TV-Geräte müssen inzwischen zahllose Aufgaben erfüllen, die weit über das hinausgehen, was ihre ursprüngliche Bestimmung war. In einer vernetzten Welt der Unterhaltungselektronik sind sie vor allen das visuelle Interface für eine Vielzahl an Funktionen, die entweder unmittelbar vom Gerät selbst realisiert, oder aber über diverse weitere Produkte im Rahmen eines audiovisuellen Systems ermöglicht werden.

Natürlich setzen TV-Hersteller zunächst auf die eigenen Produkte, sodass so manches aktuelle Fernsehgerät ein wahrer Alleskönner ist. Auch der niederländische Unterhaltungselektronik-Konzern Royal Philips Electronics will künftig noch mehr auf komplexe, aber dennoch einfach und intuitiv zu bedienende Lösungen bei TV-Geräten setzen. Schließlich sieht man sich als Pionier für Internet-fähige Fernseher und will diese Stellung künftig weiter ausbauen.

Bei den Produkten für das heurige Jahr steht somit die Vernetzung in vielfältiger Form ganz oben auf der Ausstattungsliste, wobei Philips all diese Funktionen unter dem Begriff Smart TV zusammenfasst. So sei der Zugang zu Online-Inhalten, das Streamen von Musik, Fotos und Videos sowohl aus dem Netzwerk, aber auch unmittelbar von mobilen Devices wie etwa Tablets, Smartphones oder Netbooks ebenso möglich wie das Aufzeichnen von Programmen und Spielfilmen auf externe Festplatten.

Philips Smart TV setzt nach Angaben des Unternehmens auf vier Säulen auf, und zwar die Segmente SimplyShare, Control, Net TV sowie Program und soll zum Leistungsumfang aller neuen 2011er Modelle der Reihen Philips 6000, Philips 7000, Philips 8000, Philips 9000 sowie der Philips Cinema 21:9 Platinum und Gold-Modelle gehören.

Zu den wesentlichsten Funktionen von Philips Smart TV soll der einfache Zugang zu einer Fülle von Online-Apps für den Zugriff auf Angebote von Online-Videotheken, die Interaktion über Plattformen wie Facebook oder Twitter, die Steuerung mittels Smartphones und Tablets sowie die einfache Verwaltung von Inhalten zählen.

Die erste Säule von Philips Smart TV stellt, wie bereits erwähnt, die Funktion Philips SimplyShare dar. Über diese Funktion sollen nach Angaben des Herstellers alle WiFi-fähigen Geräte wie Telefone, Tablets, Notebooks oder Desktop PC-Systeme mit dem TV-Gerät kommunizieren können. Als Basis für PC-Systeme setzt Philips hier auf den OpenSource Medien-Player SongBird, der über einen umfassenden und stets aktuellen Codec-Satz für die unterschiedlichsten Dateitypen verfügen soll und somit nicht nur Musik, sondern ebenso Fotos und Videos statt auf dem PC direkt auf dem TV-Gerät abspielen kann. SimpyShare umfasst zudem die Möglichkeit, multimediale Inhalte direkt aus dem Web am TV-Gerät abzurufen. Ist das Gerät zudem mit Multiview ausgestattet, so können gleichzeitig Inhalte aus unterschiedlichen Quellen wiedergegeben werden.

Etwa, um Inhalte über Net TV anzuzeigen, eine interaktive Onscreen-Plattform für die Auswahl von Programmen und Apps. Die Funktion Philips Net TV soll auch den Zugang zu diversen Online-Videotheken erlauben, wobei neben den frei zugänglichen Angeboten von TV Sendeanstalten diverse weitere On-demand Angebote kommen, die allerdings von Land zu Land unterschiedlich sind.

Für das komfortable Aufzeichnen von TV-Programmen soll Smart USB-Recording ein wesentlicher Teil des Philips Smart TV-Konzepts sein. Damit sei es möglich, so Philips, sämtliche digitalen Inhalte auf einer externen USB-Festplatte aufzuzeichnen. Somit kann nicht nur das laufende Fernsehprogramm pausiert und danach über Timeshift angesehen werden, auch die Aufzeichnung gesamter Programme ist damit möglich, wobei die Programmierung natürlich mit Hilfe eines EPG, eines elektronischen Programm Guides erfolgt.

Damit man bei all diesen Funktionen stets die Übersicht bewahrt, ist eine möglichst intuitive Bedienung ein sehr essentieller Bestandteil des Philips Smart TV-Konzepts. Hier führt der Hersteller natürlich zunächst die jeweils beigefügte klassische Infrarot-Fernbedienung an, wobei diese in diesem Zusammenhang nicht wirklich die komfortabelste Lösung ist. Viel besser sind Apps für WiFi-fähige Smartphones und Tablets geeignet, wobei der niederländische Hersteller sowohl Apples iOS-Plattform als auch Googles Android-System mit entsprechenden Apps unterstützen will.

Vor allem wenn es darum geht, Online-Informationen abzurufen, in Inhalten aus dem lokalen Netzwerk zu stöbern, oder aber auch nur das TV-Programm nach bestimmten Inhalten zu durchsuchen, sind derartige Lösungen schon allein auf Grund der Option der flexiblen Texteingabe die wohl beste Variante zur intuitiven, komfortablen Steuerung.

Michael Holzinger

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