IFA 2014: Als Pure Audio Netzwerkspieler bezeichnet der japanische Konzern Pioneer die neuen Modelle Pioneer N-70A sowie Pioneer N-50A, die in Berlin erstmals präsentiert werden." /> Sempre Audio
Foto © Pioneer Electronics Deutschland

Pioneer N-70A und Pioneer N-50A - Netzwerk-Streamer der Referenz-Klasse?

IFA 2014: Beim neuen Pioneer N-70A sowie dem Pioneer N-50A handelt es sich um Netzwerk-Streaming-Lösungen der Referenz-Klasse, zeigt sich der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern Pioneer überzeugt, der diese erstmals in Berlin im Rahmen der Internationalen Funkausstellung präsentiert.

Kurz gesagt...

Als Pure Audio Netzwerkspieler bezeichnet der japanische Konzern Pioneer die neuen Modelle Pioneer N-70A sowie Pioneer N-50A, die in Berlin erstmals präsentiert werden.

Wir meinen...

Ein Blick in die Ausstattungsliste der beiden neuen Streaming-Clients aus dem Hause Pioneer zeigt, dass der Hersteller keineswegs übertreibt, wenn er diese als Lösungen der Referenz-Klasse bezeichnet, insbesondere den Pioneer N-70A. Dieser ist für alle Eventualitäten gerüstet, mit allen relevanten Schnittstellen ausgestattet, und weist eine tadellose Signalverarbeitung von High-res Audio-Daten auf, sei es nun DSD, PCM mit bis zu 24 Bit und 192 kHz, oder gar DXD mit bis zu 32 Bit und 384 kHz.
Hersteller:Pioneer Electronics Deutschland
Vertrieb:Hans Lurf GmbH
Preis:€ 1.299,- bzw. € 599,-

Von Michael Holzinger (mh)
04.09.2014

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Streaming-Lösungen sind beim japanischen Unterhaltungselektronik-Konzern seit dem Neueinstieg ins gehobene HiFi-Segment ein wesentlicher Aspekt der Unternehmensstrategie, vor allem seit dem letzten tiefgreifenden Umstrukturierungen des Produktsortiments in diesem Bereich. Zwar setzt der Konzern auch weiterhin ebenso auf hochwertige Laufwerke für Audio CD und gar Super Audio CD, die Streaming-Clients sind aber wohl die dominierende Produktgruppe, und entsprechend viel Aufmerksamkeit wird ihnen zuteil.

Dies zeigt sich auch bei den Produkt-Neuvorstellungen im Umfeld der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin, denn hier stehen allen vorna zwei neue Streaming-Clients im Mittelpunkt des Interesses, der Pioneer N-70A und der Pioneer N-50A.

Und einmal mehr hat sich Pioneer recht hohe Ziele gesetzt, denn diese beiden Lösungen werden vom Hersteller als Lösungen der Referenz-Klasse beschrieben und als so genannte Pure Audio Netzwerkspieler bezeichnet, insbesondere der Pioneer N-70A, bei dem das Unternehmen selbst wortwörtlich von einer Materialschlacht spricht.

So weist dieser ein besonders massiv konstruiertes Gehäuse aus Aluminium auf, mit der bereits typischen Front, auf der ein 3,5 Zoll Farb-Display, daneben einige wesentliche Bedienelemente sowie Status-LEDs zu finden sind. Eine separat angebrachte Bodenplatte mit 3 mm Wandstärke soll zusätzliche Stabilität bringen und somit das Gehäuse absolut unempfindlich gegenüber Vibrationen machen. Analoge sowie digitale Schaltkreise und die Stromversorgung wurden streng von einander getrennt verbaut, der Hersteller spricht hier von einem Dreikammer-Konstruktionsprinzip, um elektromagnetische Störungen innerhalb des Geräts zu unterbinden. Um eine reibungslose Signalverarbeitung zu garantieren, werden die analogen und digitalen Schaltkreise zudem von separaten Transformatoren versorgt. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass ausschließlich streng selektierte Bauteile zum Einsatz kommen sollen, auch im kleinen Bruder, dem Pioneer N-50A, der zwar ebenfalls über eine Front aus Aluminium verfügt, beim übrigen Gehäuse aber auf Edelstahl setzt. Dennoch ist auch hier die Bodenplatte besonders massiv ausgeführt, selbst wenn deren Wandstärke nur 1,6 mm beträgt. Beide Geräte sollen auf 3-Punkt-Füssen gelagert sein, um eine effektive Entkopplung zur Aufstellfläche zu gewährleisten.

Sowohl der Pioneer N-70A als auch der Pioneer N-50A sind natürlich nach wie vor als dlna-zertifizierte UPnP-Streaming-Clients ausgelegt, um auf Daten einer entsprechenden NAS (Network Attached Storage), sowie einen PC oder Mac mit entsprechender Software zugreifen zu können. Die Einbindung ins Netzwerk erfolgt wahlweise über WiFi oder klassisches Netzwerk-Kabel.

Beide Geräte verstehen sich auf die Wiedergabe aller relevanten Daten-Formate, beginnend bei verlustbehaftet komprimierten Daten wie etwa MP3, WMA und AAC, aber auch Daten in den Formaten Apple Lossless (ALAC) mit bis zu 24 Bit und 96 kHz, AIFF, WAV und FLAC mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Darüber hinaus können auch DSD-Dateien abgespielt werden, und zwar sowohl DSD 2.8 als auch DSD 5.6. Sowohl bei DSD als auch PCM ist ein so genanntes gapless Playback möglich, also die unterbrechungsfreie Wiedergabe von Live-Alben, Konzept-Alben oder Klassikaufnahmen.

Desweiteren unterstützen beide Geräte Apple AirPlay, Spotify Connect, und erlauben den Zugriff auf abertausende Internet-Radio-Stationen, wobei dafür auf den Dienst vTuner gesetzt wird.

Will man Daten direkt von einem USB-Speichermedien wiedergeben, so ist dies auch möglich. Ein USB-Port des Typs A ist sowohl an der Front- als auch an der Rückseite zu finden, sodass externe Festplatten, Speicher-Sticks, aber ebenso mobile Devices aus dem Hause Apple sowie diverser anderer Hersteller direkt angeschlossen werden können, um als Datenquelle zu dienen.

Desweiteren verfügen beide Systeme über einen USB-Port des Typs B, um direkt mit einem PC oder Mac verbunden, und als hochwertiger D/A-Wandler genutzt zu werden. Selbstverständlich erfolgt hier eine asynchrone Datenübertragung, sodass die Streaming-Clients von Pioneer, und nicht der PC bzw. Mac den Takt vorgeben, um klangschädigenden Jitter zu unterbinden.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass hier beide Geräte Daten nicht nur in PCM mit bis zu 24 Bit und 192 kHz sowie DSD 2.8 und DSD 5.6 wiedergeben können, sondern sogar Daten im PCM-Format mit bis zu 32 Bit und 192 kHz verarbeiten. Der Pioneer N-70A kann gar so genannte DXD-Dateien verarbeiten, also mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit und 384 kHz.

Beide Modelle sollen hierfür mit der so genannten Pioneer Hi-Bit32 Technologie ausgestattet sein, die digitale Signale auf 32 Bit requantisiert, wobei die Sample-Frequenz beim Pioneer N-70A auf bis zu 384 kHz, beim Pioneer N-50A auf bis zu 192 kHz eingestellt werden kann.

Besonders viel Aufmerksamkeit widmet man dementsprechend auch der Signalverarbeitung insgesamt, wobei beim Pioneer N-70A zwei kanalgetrennte DACs des Typs ESS Sabre32 ESS9016 zum Einsatz kommt, bei dem jeder Chip acht interne Kanäle im Parallelbetrieb einsetzt, um ein Höchstmaß an Präzision bei gleichzeitig geringsten Jitter-Werten und geringem Rauschen zu erzielen. Selbst im Pioneer N-50A kommen zwei kanalgetrennte ESS Sabre32 ESS9011 mit jeweils immerhin noch zwei Wandlerkreisen pro Chip zum Einsatz. Der Pioneer N-70A soll zudem die Funktion Dynamic Lock Range aufweisen, bei der sich der Sperrbereich des Wandlers in verschiedenen Parametern verändern lässt, um auf diese Weise Nebengeräusche und störende Obertöne zu reduzieren, um gleichzeitig die Signalqualität zu erhöhen, so das Unternehmen. Außerdem steht hier eine digitale Filtersektion mit jeweils drei wählbaren Einstellungen für PCM- als auch DSD-Signale zur Verfügung, um die Wirkungsweise des Wandlers den individuellen Vorlieben anpassen zu können. Wer will, kann diese jedoch auch komplett über eine Direkt-Schaltung deaktivieren.

Die Anschlussmöglichkeiten insbesondere des Pioneer N-70A entsprechen durchaus dem Anspruch, den man an ein Gerät der Referenz-Klasse stellt. So findet man hier nicht nur einen optischen als auch koaxialen S/PDIF-Eingang, kann dieses Gerät und seine tadellose Signalverarbeitung also auch für weitere digitale Quellen nutzen, es stehen auch entsprechende Ausgänge zur Verfügung, also ebenfalls sowohl optisch als auch koaxial S/PDIF. Sowohl Ein- als auch Ausgänge in digitaler Form findet man auch beim Pioneer N-50A, bei diesem muss man aber allein mit einem analogen, unsymmetrischen Cinch-Ausgang vorlieb nehmen, wohingegen der Pioneer N-70A zudem einen symmetrischen analogen Ausgang in Form hochwertiger Neutrik XLR-Buchsen bietet.

Als Krönung verfügt der Pioneer N-70A zudem über einen integrierten Kopfhörer-Verstärker, der nach Angaben des Herstellers nicht nur eine Draufgabe sein soll, um das Datenblatt zu schönen, sondern tatsächlich auch hohen Ansprüchen gerecht werde kann.

Bei der Bedienung direkt am Gerät steht natürlich in beiden Fällen das bereits erwähnte 3,5 Zoll Farb LC-Display im Mittelpunkt, sowie alle relevanten Tasten zur Wiedergabesteuerung. Darüber hinaus ist eine Infrarot-Fernbedienung im Lieferumfang enthalten.

Das volle Leistungsspektrum ist aber allen voran über die Pioneer ControlApp zugänglich, die zur Präsentation der Geräte in neuer Version für Apple iOS und Google Android zur Verfügung stehen soll. Diese soll etwa an die Neuerungen, die Apple mit iOS 7 einführte, und mit dem für Herbst ebenfalls angekündigten Apple iOS 8 fortsetzt, optimal angepasst sein.

Mit Hilfe der App und den so genannten SR-Anschlüssen beim Pioneer N-70A bzw. Pioneer N-50A lassen sich auch weitere Geräte aus dem Hause Pioneer steuern, etwa Verstärker oder Super Audio CD-Player.

"Mit dem N-70A öffnen wir ein neues Kapitel bei der Wiedergabequalität von computerbasierten HiFi- und HighEnd-Anlagen. In diesem Modell wurde unser Know-how mit neuesten Technologien zu einem kompromisslosen Streaming Client mit D/A-Wandler vereint", sagt Jürgen Timm, PR- & Product Manager Home Entertainment. "Der N-50A verzichtet auf die Materialschlacht eines N-70A, bietet mit seiner Ausstattung und Performance aber ein schier unglaubliches Preis/Leistungsverhältnis."

Nach Angaben des Herstellers sollen beide neuen Streaming-Clients bereits im Laufe des November 2014 im Fachhandel zu finden sein. Der Hersteller gibt für den Pioneer N-70A einen empfohlenen Verkaufspreis von € 1.299,- an. Der Pioneer N-50A wird da deutlich günstiger zu haben ein, für ihn muss man einen empfohlenen Verkaufspreis von € 599,- budgetieren.

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