Foto © Pioneer Electronics Deutschland

Pioneer schnürt Lautsprecher-System für Dolby Atmos

#CES2015: Ein Lautsprecher-System für Home Cinema mit Dolby Atmos schnürt Pioneer mit zwei Pioneer S-FS73A Stand-Lautsprechern, dem Pioneer S-C73A Center-Speaker, zwei Pioneer S-BS73A Regal-Lautsprechern sowie dem Subwoofer Pioneer S-71W.

Kurz gesagt...

Dolby Atmos mit gleichem Aufwand wie ein herkömmliches 5.1 Mehrkanal-System will Pioneer mit einem neuen Dolby Atmos-enabled Speaker-System bieten.

Wir meinen...

Es werden wohl allen voran Lösungen wie dieses Dolby Atmos-fähige Surround Lautsprecher-System von Pioneer sein, die zur Realisierung eines mit Dolby Atmos, und in Folge auch DTS:X-fähigen Home Cinemas genutzt werden. Hier ist der Aufwand deutlich geringer, als mit tatsächllich zusätzlichen Speakern, da hier die zusätzlichen Lautsprecher für Dolby Atmos direkt in die regulären Speaker für Front und Surround integriert wurden. Alles, was damit braucht, um Dolby Atmos und DTS:X nutzen zu können, ist ein entsprechender AV-Receiver sowie zusätzliche Kabel zu den Dolby-enabled Speakern.

Von Michael Holzinger (mh)
25.01.2015

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Die Einführung von Dolby Atmos im Home Cinema-Segment wird von der Industrie derzeit als nicht weniger als ein Meilenstein gefeiert. Man ist diesbezüglich mit Superlativen nicht verlegen und spricht gar von einer Revolution, die bislang geltende Grenzen sprengen soll.

Und tatsächlich, nach verschiedensten, unterm Strich nicht wirklich sehr erfolgreichen Versuchen in der Vergangenheit, bei denen bereits Lautsprecher-Systeme zur Abbildung von Informationen in der Höhe für ein noch realistischeres Klangerlebnis sorgen sollten, steht allen voran mit Dolby Atmos nunmehr ein Surround-Format zur Verfügung, das die bisher allein auf die vertikale Abbildung begrenzte Umsetzung von Surround im Heimkino-Segment nun um eine akkurate Abbildung in der Höhe erweitert.

Der grundlegende Unterschied zu bisherigen Lösungen besteht darin, dass bei Dolby Atmos, übrigens ebenso wie beim bereits eben erst vom direkten Mitbewerber DTS Inc. angekündigten DTS:X, tatsächlich diskrete Kanäle für die Abbildung der Höheninformationen zur Verfügung stehen, die zusätzlich zu den üblichen 5.1-, 7.1-, x.1-Mehrkanal-Kanälen für die waagrechte Ortung der Inhalte genutzt werden können.

Dies bedingt aber natürlich auch, dass bei entsprechend aufgebauten Surround-Konfigurationen zusätzliche Kanäle vom AV-Receiver verarbeitet werden müssen, und diese zusätzliche Lautsprecher-Systeme bedienen. Aus einer klassischen 5.1-Mehrkanal-Konfiguration wird somit zumindest eine 5.1.2-Mehrkanal-Konfiguration, die somit neben den zwei Front-, zwei Surround-Speakern, dem Center-Speaker und dem Subwoofer für den LFE-Kanal zwei weitere Speaker in der Höhe benötigt, ideal ist nach Angaben von Dolby Laboratories Inc. zumindest ein 5.1.4-Mehrkanal-System mit folgerichtig vier zusätzlichen Speakern zur Abbildung der Höhen-Informationen.

Entsprechend hoch ist also der Aufwand, den der Kunde für eine optimale Abbildung entsprechend kodierter Inhalte in seinem Heimkino betreiben muss. Steht fürs Home Cinema etwa kein separater Raum zur Verfügung, der allein dieser Aufgabe dient, sondern „nur“ das Wohnzimmer, wird die Realisierung wohl vielfach nicht allein an dem dafür nötigen zusätzlichen finanziellen Aufwand scheitern, sondern allein aus ganz banalen praktischen Gründen: wie bringt man hier vier zusätzliche Speaker unter, ohne den Wohnraum zu überfrachten?

Um dennoch auch hier Dolby Atmos zu ermöglichen, setzen bereits einige Lautsprecher-Produzenten auf so genannte Dolby Atmos-enabled Speaker, die als „Aufsatz“ für die herkömmlichen Surround-Speaker dienen, etwa der renommierte englische Lautsprecher-Produzent KEF mit den KEF R50 Dolby Atmos-enabled Speaker, ebenso das japanische Unterhaltungselektronik-Unternehmen Onkyo, der deutsche Produzent Lautsprecher Teufel GmbH, oder Definitive Technology um weitere Beispiele zu nennen.

Diesen Weg bestreitet nun auch der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern Pioneer mit einem neuen, für Dolby Atmos ausgelegten Lautsprecher-System, das dieser Tage angekündigt, und bereits in wenigen Tagen im Fachhandel zu finden sein soll.

Auch Pioneer geht dabei soweit, dass die zusätzlichen Lautsprecher-Systeme für Dolby Atmos gar nicht als separate Speaker ausgeführt sind, sondern direkt in die Front- und Surround-Speaker integriert wurden. Der Aufwand, ein Dolby Atmos-fähiges Surround-Sound-System zu realisieren, ist somit um nahezu nichts höher, als bislang bei 5.1-Mehrkanal-Systemen. Allein, natürlich müssen die zusätzlichen Kanäle für die Höhenabbildung vom AV-Receiver bedient werden, und die Front- und Surround-Speaker mit zusätzlichen Kabeln verbunden werden. Im Vergleich zu tatsächlichen Decken-Lautsprechern ein ungleich geringerer Aufwand…

Das System aus dem Hause Pioneer besteht aus zwei Stand-Lautsprechern für die Front, zwei Regal-Lautsprechern für Surround, einem Center-Speaker und einem Subwoofer für den LFE-Kanal. Soweit also nichts besonderes. Die Neuerung aber, die versteckt sich an der Oberseite der Front- und Surround-Speaker, denn hier steht ein zusätzlicher, nach oben hin abstrahlender Treiber zur Verfügung. Die Abbildung der Höhe erfolgt damit über Raumreflexionen, in diesem Fall über die Decke.

Die Standlautsprecher-Systeme Pioneer S-FS73A sind, ebenso wie die Regal-Lautsprecher-Systeme Pioneer S-BS73A, als Dreiwege-Systeme ausgeführt, auch der Center-Speaker Pioneer S-C73A. Allesamt setzen sie auf einen 13,3 cm Aluminium-Tieftöner, einen 10 cm Aluminium-Mitteltöner, sowie einen 2,5 cm Weichkalotten-Hochtöner. Pioneer setzt hierbei auf so genannte kohärente Schallwandler, oder Coherent Source Transducer, daher auch als Pioneer CST abgekürzt. Hierbei soll ein so genanntes Single Point Source-Konzept verfolgt werden, also das Ideal einer punktförmigen Schallquelle realisiert werden. Dabei sind Mittel- und Hochtontreiber koaxial so konfiguriert, dass ihre Abstrahlcharakteristik übereinstimmt. Zudem soll der Mittelton-Treiber einen reinen, sauberen Hub über einen weiten Frequenzbereich hin aufweisen, der Hersteller spricht hier von einem Kompressionsmodus bei erst 8 kHz, sodass im eigentlichen Arbeitsbereich eine stets saubere, klare Wiedergabe erzielt wird. Der 13,3 cm Basstreiber mit Aluminium-Membran und umgekehrter Aluminium-Staubkappe erlaube ebenfalls eine hohe Stabilität und einen reinen, sehr sauberen Hub über den gesamten Arbeitsbereich hinweg. Eine 3,8 cm große Schwingspule sowie überdimensionierte Magnete mit belüftetem Poljoch sollen eine sehr hohe Belastbarkeit und damit eine sehr dynamische, pegelfeste Wiedergabe erlauben. In Verbindung mit dem bereits beschriebenen Mittenton- sowie dem 2,5 cm Hochtontreiber sei damit eine sehr natürliche Wiedergabe mit einem konsistenten Klangbild bei allen Speakern des Dolby Atmos-enabled Lautsprecher-Systems von Pioneer möglich.

Das Standlautsprecher-System Pioneer S-FS73A weist neben dem CST-System drei Tieftöner auf, beim Regal-Lautsprecher-System Pioneer S-BS73A und dem Center-Speaker Pioneer S-C73S ist es ein CST-System plus einem Tiefton-Treiber.

Sowohl die Standlautsprecher-Systeme Pioneer S-FS73A sowie dem Regal-Lautsprecher-System Pioneer S-BS73A steht zudem an der Oberseite ein zusätzlicher CST-Mitteltöner, der speziell für die Wiedergabe von Dolby Atmos-Höheninformationen ausgelegt ist, und über die gewinkelte Oberseite schräg nach oben hin abstrahlt.

Der zum System gehörende Subwoofer Pioneer S-71W ist als so genannter Downfire-Subwoofer ausgelegt und setzt auf ein Bassreflex-System. Der 25 cm Treiber des Subwoofers wird von einem Verstärker mit 160 Watt bzw. 280 Watt Spitze befeuert. Selbstverständlich steht beim Subwoofer alles zur Verfügung, um diesen optimal an seine Aufstellung im Raum sowie an die übrigen Lautsprecher-Systeme anzupassen.

“Mit Dolby Atmos hat die Audiotechnologie zu den aktuellen Entwicklungen im Videobereich, wie 3D und 4K UHD, aufgeschlossen”, so Jürgen Timm, PR- und Produktmanager für Home Entertainment bei Pioneer Deutschland über das neue Lautsprecher-System. “Unsere Dolby Atmos-fähigen Lautsprecher ermöglichen dem Verbraucher ein intensives Dolby Atmos-Erlebnis mit dem gleichen Aufwand wie bei einem normalen 5.1-System. Der bestehenden Verkabelung werden einfach nur vier weitere Kabel für die zusätzlich integrierten Höhenlautsprecher hinzugefügt.”

Interessant ist, dass Pioneer sich scheinbar gar keinen eigenen Namen für dieses Lautsprecher-System auserkor. Vielmehr spricht man von einem Komplett-System für Dolby Atmos, das natürlich allen voran für die entsprechenden AV-Receiver aus eigenem Hause entwickelt wurde, sich aber zweifelsfrei auch für andere Produkte eignet. Schließlich dürfte man es hier mit einer durchaus sehr attraktiven Lösung zu tun haben. Das Dolby Atmos-fähige Lautsprecher-System soll, so der Hersteller, bereits in wenigen Tagen zum empfohlenen Set-Preis von € 3.300,- im Fachhandel zu finden sein.

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