Foto © PonoMusic

PonoPlayer und PonoMusic Store verfügbar … zumindest in den USA

#CES2015: Die Consumer Electronics Show in Las Vegas war für Neil Young der passende Rahmen, um die Markteinführung seines PonoPlayer zu zelebrieren und den Startschuss für den PonoMusic Store zu geben. Gleichzeitig kündigte der Musiker an, dass man an einer Unterstützung von DSD für den PonoPlayer arbeite.

Kurz gesagt...

Nun ist der PonoPlayer also tatsächlich erhältlich, zumindest in den USA. Und auch der PonoMusic Store hat nun seine Pforten für US-Konsumenten geöffnet.

Wir meinen...

Der PonoPlayer sowie der PonoMusic Store lebt allein vom legendären Ruf seines Initiators, dem Musiker Neil Young. Dies wird nunmehr noch deutlicher, als bisher, denn nun ist der Player tatsächlich für alle Kunden erhältlich, und auch der PonoMusic Store hat seine Pforten geöffnet. Allerdings nur in den USA. Und da zeigt sich, dass der PonoPlayer eben nur ein weiterer portabler High-res Player ist, völlig ohne tatsächliche Innovationen, und auch der PonoMusic Store bietet vor allem Downloads in „CD-Qualität“ Nichts also, was derart viel Aufmerksamkeit erhalten würde, würde nicht Neil Young drauf stehen…
Hersteller:PonoMusic
Vertrieb:PonoMusic
Preis:US$ 399,-

Von Michael Holzinger (mh)
12.01.2015

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Bislang wurden all jene mit einem PonoPlayer bedacht, die sich im Rahmen des Kickstarter-Projekts aktiv an der Finanzierung des portablen High-res Players, erdacht, initiiert und intensiv beworben durch den Musiker Neil Young, beteiligten. Nun aber ist der Player, der nach Ansicht seines Initiators nicht weniger leisten kann, als die Musikwiedergabe exakt so zu erlauben, wie Musiker dies bei der Aufnahme im Studio umsetzten, für Kunden in der gesamten USA erhältlich.

In nicht weniger als über 80 Verkaufsstellen soll der PonoPlayer von Neil Young nun erhältlich sein, dies gab der Musiker im Rahmen der Consumer Electronics Show in Las Vegas bekannt. Gleichzeitig öffnete auch der zu diesem Player gehörende Online-Store seine Pforten, der so genannte PonoMusic Store, eine nach Ansicht von Neil Young geradezu essentielle Säule des gesamten Konzepts.

Lässt man all die teils sehr, sehr übertriebenen Marketing-Versprechungen beiseite, so handelt es sich beim PonoPlayer um einen portablen High-res Audio-Player, der scheinbar durchaus mit sehr ansprechender Wiedergabe-Qualität aufwarten kann, dies zumindest lassen die ersten Reaktionen der Anwender vermuten, die bereits im Besitz des neuen Players sind. Durchwegs zeigt sich dabei aber, was viele bereits im Vorfeld vermuteten, auch wir, und zwar nicht nur bei der allerersten Ankündigung, sondern auch nach der Bekanntgabe aller Details. Der PonoPlayer kann wohl rein gar nichts bieten, was nicht etliche Produkte des Mitbewerbs ebenfalls aufweisen, ganz im Gegenteil, vielfach weist der PonoPlayer gar deutlich schlechtere technische Daten auf, als so manch Konkurrenz-Produkt, das bereits seit Monaten am Markt erhältlich ist.

Überhaupt ist leider rein gar nichts an dem Gesamtkonzept wirklich neu, und schon gar nicht revolutionär, wie es das Unternehmen hinter dem mobilen PonoPlayer allen Musik-Enthusiasten so gerne weismachen will. Es ist und bleibt eben ein mobiler High-res Player, nicht mehr, nicht weniger. Gleiches gilt im übrigen für den nunmehr gestarteten PonoMusic Store, denn auch dieser kann wohl in der Praxis nicht viel von den vollmundigen Versprechungen der Initiatoren einlösen. Es ist ein weiterer Online-Store für Musik-Downloads, wobei gar die überwiegende Anzahl an Downloads „nur“ in CD-Qualität vorliegt, also mit 16 Bit und 44,1 kHz, und somit nicht einmal in High-res. Abgesehen davon, dass die Preise auf teils durchaus ambitioniertem Niveau sind, allen bei Alben, die tatsächlich in High-res zur Verfügung stehen, etwa jene von Neil Young selbst, die vorerst exklusiv im PonoMusic Store angeboten werden. Nicht weniger als US$ 21,79 werden etwa für das Album „Harvest“ des Musikers fällig, wenn man dieses mit gerade einmal zehn Titeln in 24 Bit und 192 kHz erwerben will…

Und der Player? Nun, der schlägt mit immerhin US$ 399,- zu Buche. Zugegeben, zu den exklusiveren Modellen der Konkurrenz am Markt ein deutlich günstigerer Preis, allerdings bieten die Modelle etwa von iRiver Ltd. der Marke Astell & Kern weit mehr, als der PonoPlayer, und wer vergleichbares sucht, der wird schon zu günstigeren Preisen fündig, etwa bei FiiO mit dem FiiO X1 High-resolution DAP, um nur ein einziges Beispiel zu nennen. Aber da „steht“ eben nicht Neil Young drauf…

Und genau dies dürfte wohl auch das entscheidende Argument für den PonoPlayer sein, dies zeigen alle Reaktionen in den USA. Eingeschworene Fans des Musikers sind zumeist begeistert vom PonoPlayer, und schwärmen geradezu überschwänglich davon, dass der „Meister“ hier den Markt revolutioniere. Eine vor allem etwas jüngere Kundenschicht, die mit Neil Young nur bedingt etwas anzufangen weiss, sieht dies hingegen deutlich nüchterner…

Der Erfolg von PonoPlayer und PonoMusic Store dürfte also unmittelbar mit dem Namen Neil Young verknüpft sein, aus rein objektiver Betrachtungsweise ist es eben ein weiterer portabler High-res Player und ein weiterer Online-Store für Musik-Daten, mehr nicht…

Und daran wird sich auch nicht viel ändern, wenn der PonoPlayer wohl in Bälde auch DSD-Dateien unterstützt. Eine entsprechende Ankündigung von Neil Young, dass man derzeit daran arbeite, war eigentlich die einzige essentielle Neuigkeit des Auftritts im Rahmen der CES 2015. Denn Information, wann denn der PonoPlayer etwa auch hierzulande erhältlich sein soll, die gab es auch in Las Vegas nicht. Insofern bleibt es weiterhin bei der wagen Angabe, dass PonoPlayer und PonoMusic Store wohl irgendwann 2015 auch für Kunden außerhalb der USA zugänglich sein sollen, darunter auch der deutschsprachige Markt.

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