Popa Chubby "Vicious country"

Popa Chubby, mit bürgerlichem Namen eigentlich Theodore Joseph Horowitz, zählt seit Jahr und Tag zu den Größen der New Yorker Blues und R&B-Szene. Und dies, obgleich die Musik des Sängers und exzellenten Gitarristen eigentlich weit über die Grenzen des klassischen Blues hinausgeht, denn Popa verbindet Blues mit Elementen aus dem Rock, Hip Hop, Rap bis hin zu Punk, und mischt daraus seinen ganz typischen, erdigen, energiegeladenen Sound.

Von Michael Holzinger (mh)
05.02.2009

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Geboren 1960, wuchs Popa in der Bronx auf. Musik hatte schon in jüngsten Jahren einen großen Einfluss auf ihn. Soul und R&B dröhnten damals, laut Popa, aus Jukeboxen an allen Ecken. Bereits mit sechs Jahren hatte Popa sein erstes Schlagzeug, bis er, Anfang der 70er Jahre, beeinflusst durch den Blues-Rock, zur Gitarre wechselte, die ab nun sein Instrument sein sollte. Gemeinsam mit diversen Musikern wie Richard Hell und Pierce Turner absolvierte er zahlreiche Touren und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Gigs in den Clubs von New York.

Bis er 1990 seine eigene Formation gründete, die Popa Chubby Band. Der Name geht auf Bernie Worell zurück, der Mitglied der Psychodelic Rock und R&B-Formation Parliament-Funkadelic war. Bei einem Gig sang er einen Song mit dem Namen „Popa Chubby“ und zeigte dabei auf Horowitz. Der Name passe genau zu dem, was seine Musik ausmache, so Horowitz. Musik müsse begeistern, Menschen sollen durch Musik fühlen, dass sie leben... Im Mittelpunkt von Popa Chubbys Schaffen standen immer Live-Auftritte in den Clubs New Yorks. Hier entwickelte er gemeinsam mit seiner eigenen Band sowie zahlreichen anderen Musikern seinen ganz eigenen Stil, den er als New York City Blues bezeichnet.

Popa Chubbys Alben sind also eine wunderbare Mischung aus all den verschiedenen Stilrichtungen, die in der New Yorker Club-Szene aufeinander treffen. Dazu besinnt sich Popa aber immer auch auf die Wurzeln des Blues, R&B und Rock. So finden sich nicht nur immer wieder Cover-Versionen auf seinen Alben, auch sind gewisse Einflüsse von z. B. Jimi Hendrix ganz klar zu erkennen.

Mit dem neuesten Album geht Popa Chubby aber nun einen gänzlich anderen Weg. „Im Mai 2006 standen Galea und ich genau an der Stelle in den Sun Studios von Memphis, an der Elvis einmal stand. Wer schon einmal da stand, der weiß, dass diese Räume Energie ausstrahlen, und jeden großartigen Song, den Sun jemals produzierte, reflektieren.“ so Popa im Beiheft zur neuen CD. Gemeinsam mit Galea, Chubbys Lebensgefährtin, tritt der Hörer hier eine Reise durch die 50er und frühen 60er Jahre an, irgendwo zwischen Memphis und Nashville - Blues trifft auf Country und Rockabilly.

Eine sehr interessante Mischung also, die einfach nur rockt. Und im Gegensatz zu Chubbys Anmerkung am Schluss, Galea spielt nicht nur die besten zwei Noten im Business, sie macht auch hinterm Mikrofon eine sehr gute Figur...

Michael Holzinger

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