Pro-Ject ART 1 - Ein Dialog von bildender Kunst und analoger Musikwiedergabe

Als einen einzigartigen Dialog von bildender Kunst und analoger Musikwiedergabe beschreiben die Künstlerin Barbara Mungenast und Pro-Ject Audio Systems Geschäftsführer Heinz Lichtenegger ihr gemeinsames Projekt, den in limitierter Stückzahl produzierten Schallplattenspieler Pro-Ject ART 1.

Von Michael Holzinger (mh)
27.01.2011

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Der Pro-Ject ART 1 des österreichischen Marktführers bei Schallplattenspielern Pro-Ject Audio Systems gehört mit Sicherheit zu jenen Projekten, die in der Welt der HiFi viel zu selten anzutreffen sind. Dabei wäre es überaus wichtig, in der allzuoft rein auf technische Details fixierten und oft auch sehr schnelllebigen Unterhaltungselektronik den wahren Wert, nämlich den des Genuss herauszustreichen und die Aufmerksamkeit wieder auf das Wesentliche zu lenken, die Kunst des sich Zeit nehmen zu können und nicht zu konsumieren, sondern vielmehr bewusst zu Hören.

Durchaus selbstkritisch muss man sagen, dass es gerade die modernen, vernetzten Möglichkeiten der Unterhaltungselektronik sind, die uns davon ablenken. Denn sie erst ermöglichen es, auf abertausende Inhalte unmittelbar zuzugreifen. Dabei ist die Gefahr groß, dass diese Inhalte für uns an Bedeutung verlieren und so zum einfachen Konsumgut verkommen.

Es erstaunt also keineswegs, dass gerade im Zuge der zunehmenden Vernetzung der IT- und Unterhaltungselektronik der längst totgesagte Schallplattenspieler und das gute, altbewährte Vinyl eine Renaissance feiern, an die selbst eingeschworene Schallplattenliebhaber etwa in den 90iger Jahren des letzten Jahrtausends, also zur Blütezeit der CD nicht einmal zu hoffen wagten. Denn während Streaming-Lösungen und digitale Medien, aber natürlich auch die stets präsenten mobilen Lösungen bei all dem gebotenen Komfort und ihrer Flexibilität dazu verleiten, Musik einfach nebenbei zu konsumieren, verbietet sich dies bei einem Schallplattenspieler schon auf Grund seines Prinzips.

„Mit der Schallplatte wird das Musikhören ritualisiert“, so Heinz Lichtenegger, Geschäftsführer und Gründer von Pro-Ject Audio Systems und unbestritten einer der treibenden Kräfte, die für den neuerlichen internationalen Erfolg des Plattenspielers verantwortlich zeichnen. „Die behutsame Pflege der Vinyloberfläche als Teil einer Reihe liebevoll gesetzter Vorbereitungshandlungen, zu der auch die achtsame Pflege des Tonabnehmers zählt, das sanfte Herablassen des Tonarms und schließlich die kontemplative Stille, bevor sich der Tonarm in die Rille niedersenkt, all das ist Teil des Sich-Einlassens und Zeitnehmen für einen besonderen Kunstgenuss.“

Heinz Lichtenegger, dessen Unternehmen Pro-Ject Audio Systems 2011 bereits das 20. jährige Firmenjubiläum feiert und seit Jahr und Tag klarer Weltmarktführer im Bereich der Entwicklung und Produktion von Schallplattenspielern ist, versteht seine Tätigkeit durchaus ein klein wenig als missionarische Aufgabe, im positivsten Sinn des Wortes. „Aus der Musik ziehe ich die Kraft, mein Leben zu bestehen.“ Und dies will er möglichst vielen Menschen näher bringen. Dies war auch die Intension, als er 1991 das Unternehmen Pro-Ject Audio Systems gründete, da seiner Ansicht nach der Schallplattenspieler nach wie vor die kostengünstigste Möglichkeit darstellt, Musik auf höchstem Niveau genießen zu können.

Und es ist auch die prinzipielle Idee, die hinter dem nunmehr präsentierten Pro-Ject ART 1 steht. „Der Pro-Ject ART 1 by Barbara Mungenast ist eine gelungene Symbiose von hochwertiger Kunst und perfektem Klang. Er schlägt eine Brücke zwischen unterschiedlichen Disziplinen.“

Die finale Initialzündung für die Umsetzung dieses Vorhabens aber gab ein soziales Hilfsprojekt rund um WALKforhelp von Mag. Helmut Berg, das dem neunerHAUS und somit einem Verein, der sich nunmehr bereits seit über zehn Jahren für obdachlose Menschen engagiert, zu Gute kommen sollte.

Gemeinsam mit der Künstlerin Barbara Mungenast wurde für eine karitative Versteigerung der Prototyp des Pro-Ject ART 1 entwickelt. Die Versteigerung des Master-Stück des Pro-Ject ART 1 erbrachte im Mai 2010 einen Reinerlös von immerhin € 2.300,-. Dieses Projekt soll mit dem nunmehr in streng limitierter Auflage erhältlichen Schallplattenspielers fortgesetzt werden.

Die Künstlerin Barbara Mungenast lebt und arbeitet in Wien und hat sich der ganz besonderen Bildsprache der Kreisform verschrieben. Darauf setzt sie auch bei ihrer Umsetzung für den Pro-Ject ART 1. „Die Kreisform betont Dynamik und spielt raffiniert mit unserer Wahrnehmung. Gehörtes und Gesehenes verbinden sich zu einer Einheit“ so Barbara Mungenast über ihr Werk. Das bewusst schlichte, zeitlose Gerätedesign des Plattenspielers von Pro-Ject Audio Systems bildete für die spezielle Ausdrucksform von Barbara Mungenast die wohl beste Basis.

„Barbara Mungenast visualisiert beim Pro-Ject ART 1 die Überschneidung von Bild und Ton direkt am Plattenteller des Turn-Tables. Als Gestaltungselement wählt sie kreisende schwarze Linien, die über einen weißen Plattenteller laufen und durch ihren rhythmischen Verlauf bereits ein Zusammenwirken von Bild und Ton visualisieren.“ attestierte die Kunsthistorikerin Ursula Maria Probst anlässlich der exklusiven Präsentation des Pro-Ject ART 1 in der Wiener Secession.

Die Basis des Pro-Ject ART 1 stellt der weltweit meistverkaufte Plattenspieler dar, der Pro-Ject Debut III. Das Chassis des Laufwerks ist aus hochverdichtetem MDF gefertigt und mit einem auf Hochglanz poliertem schwarzen Lack überzogen. Der Antrieb erfolgt mittels eines sehr leise laufenden Wechselstrommotor und über einen präzisionsgeschliffenen Riemen. Der in diesem Fall weiße Plattenteller rotiert in einem Plattentellerlager mit einer Buchse aus Messing mit Edelstahlachse und einem Teflonboden. Der Motor weist eine gefederte Vier-Punktaufhängung auf und das komplette Chassis ruht auf speziellen Kautschukbedämpften Gerätefüßen aus Aluminium. Der 8,6 Zoll Tonarm ist ebenfalls inklusive des Headshell zur Montage des Tonabnehmers aus einem Stück Aluminium gefertigt. Er ruht in einem invertiertem Präzisionslager mit Edelstahlspitze in Saphir und weist eine kardanische Aufhängung auf. Selbstverständlich ist eine exakte Justage des Azimuth möglich und der Arm senkt sich sanft dank silikonbedämpftem Tonarmlift.

Das Gegengewicht weist bei diesem Sondermodell einen besonders tiefen Schwerpunkt auf. Damit soll der Tonarm während des Abtastvorgangs nach Herstellerangaben optimal stabilisiert werden. Eine Carbon-Einlage soll zudem die Ausbreitung von ungewollten Schwingungen verhindern und die Arm-Resonanz optimieren.

Als Tonabnehmer setzt Pro-Ject Audio Systems beim Pro-Ject ART 1 auf ein MM-System aus dem Hause Ortofon. Es handelt sich dabei um den Ortofon 2M Blue.

Eine aus Aluminium gefertigte Plattenklemme mit Feststellschraube und einer Auflage aus Leder zum Schutz der empfindlichen Platten-Labels ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Im Rahmen der Präsentation in der Wiener Secession wurde der Pro-Ject ART 1 natürlich nicht nur in Form wunderbarer Ansprachen gewürdigt und die ersten Modelle von der Künstlerin coram publico signiert, es gab zudem die Möglichkeit, das Kunstwerk zu testen. Diese Möglichkeit wurde ausgiebig von zahlreichen Besuchern, allen voran natürlich dem Team von sempre-audio.at, wahrgenommen. Den DJ gab an diesem Abend selbstverständlich niemand geringerer als Heinz Lichtenegger persönlich, der sichtlich mit Begeisterung eine Platte nach der anderen auf den von Barbara Mungenast veredelten Plattenteller legte.

All jene, die ebenfalls in den Genuss dieses außergewöhnlichen Plattenspielers kommen wollen, sei gesagt, dass Eile durchaus angebracht ist. Der Pro-Ject ART 1 von Pro-Ject Audio Systems wird lediglich in streng limitierter Auflage im Fachhandel angeboten, sodass es gerade einmal 100 Stück von diesem Kunstwerk gibt. Zumal auch dieses Laufwerk natürlich unter der Prämisse des Unternehmens Pro-Ject Audio Systems steht, nach der selbst hochwertige Musikwiedergabe leistbar sein soll. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 980,- erwirbt man somit nicht nur ein Sammlerstück und ein „Hör- und Seh-Kunstwerk“, sondern gleichzeitig ein famos klingendes Laufwerk, das - so Heinz Lichtenegger - den Start einer Serie limitierter Sondermodelle darstellen wird.

Michael Holzinger

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