High End 2011: Das österreichische Unternehmen Pro-Ject Audio Systems kündigt die Stream Box + sowie Stream Box Reference an." /> Sempre Audio

Pro-Ject Audio Systems kündigt Stream Box SE+ und Stream Box Reference an

High End 2011: Mit der Stream Box SE präsententiert das österreichische Unternehmen Pro-Ject Audio Systems wie erwartet nunmehr offiziell einen neuen Streaming-Client aus der so genannten Box Design Serie. Gleichzeitig folgt die Ankündigung zwei weiterer Modelle, die auf das Basis-Modell aufsetzen, aber mit einigen Zusatzfunktionen bzw. mit noch hochwertigeren D/A-Wandlern aufwarten können.

Von Michael Holzinger (mh)
23.05.2011

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Die Entwicklung des neuesten Familien-Mitglieds der so genannten Box Design Serie von Pro-Ject Audio Systems konnten wir unmittelbar mitverfolgen. Vom prinzipiellen Konzept über den allerersten Prototypen bis hin zu dem nunmehr nahezu fertig gestellten Serien-Gerät durften wir die Realisierung dieses neuen, und wie wir meinen überaus interessanten Geräts verfolgen und exklusiv darüber berichten. Nun, nicht immer durften wir leider all das auch veröffentlichen, was wir gerade zu sehen und hören bekamen. Aber kaum wurde uns vom österreichischen Unternehmen die Freigabe für eine Information erteilt, war diese auch schon auf sempre-audio.at zu finden.

Dies gilt auch für die nunmehr in München zur High End 2011 erstmals präsentierten zwei neuen Familien-Mitglieder der Box Design Serie, der Pro-Ject Stream Box SE+ sowie der Pro-Ject Stream Box Reference. Heinz Lichtenegger, Gründer und Eigentümer von Pro-Ject Audio Systems, das dieses Jahr ihr bereits 20 jähriges Firmenjubiläum feiert, wollte sich natürlich ein paar wirkliche Höhepunkte für die Präsentation in München aufsparen, sodass wir erst jetzt unser Wissen offenbaren dürfen.

Denn auch hier waren wir sehr nah dran, als diese beiden neuen Lösungen nach und nach Realität wurden. Mehr noch, die Pro-Ject Stream Box SE+ könnte man fast ein wenig als sempre-audio.at Edition bezeichnen, wie Heinz Lichtenegger scherzend in München meinte.

Mit der Pro-Ject Audio Systems Stream Box SE präsentiert das Unternehmen einen sehr vielseitigen und auf die neuen Anforderungen in der Welt hochauflösender Audio-Daten perfekt zugeschnittenen Streaming-Client, der sich als Familien-Mitglied der so genannten Box Design Serie nicht nur durch besonders kompakte Abmessungen, sondern vor allem durch ein überaus attraktives Preis/Leistungsverhältnis auszeichnet. Natürlich wird aber auch diese neue Lösung in bewährter Art und Weise ausschließlich in Europa gefertigt.

So stammt etwa das Herz der Stream Box SE vom Spezialisten StreamUnlimited Engineering GmbH aus Wien. Unsere „Nachbarn“ - das Unternehmen residiert nicht einmal einen Steinwurf entfernt von den Redaktionsräumen - entwickelte mit der Plattform Stream700 ein UPnP/dlna 1.5 Streaming Client und Internet Audio Modul, das inzwischen zahlreiche renommierte Unternehmen der HiFi-Branche als Basis für ihre Streaming-Lösungen einsetzen.

Der Stream700 der Spezialisten aus Wien zeichnet sich durch seine enorme Vielseitigkeit sowie die direkt integrierten Funktions-Module aus, die es vor allem Unternehmen mit wenig Erfahrung im Bereich der IT- und Netzwerk-Technologie besonders einfach machen, auf dieser Basis eigene Lösungen zu realisieren. Allerdings wissen die Entwickler der Stream Unlimited Engineering GmbH im Gegensatz zu so manch anderem Unternehmen mit ähnlichen Lösungen bestens über die besonderen Anforderungen im HiFi oder gar audiophilem Umfeld bescheid, sodass dies natürlich die beste Basis für eine hervorragende Zusammenarbeit mit renommierten HiFi-Schmieden darstellt.

Mit dem Stream700 der Stream Unlimited Engineering GmbH präsentiert sich die Pro-Ject Audio Systems Stream Box SE somit als perfekter UPnP/dlna 1.5 zertifizierter Streaming-Client, der seine Daten entweder über Ethernet oder ein integriertes WiFi Modul aus dem Netz bezieht. Hier ist das Gerät auf die Wiedergabe hochauflösender Audio-Daten spezialisiert, wobei es leider auch einen kleinen Wermutstropfen zu verkünden gilt. Entgegen ursprünglichen Plänen konnte die Wiedergabe von Daten im Apple Lossless Format nicht realisiert werden. Für viele Anwender dürfte das aber kein wirklich entscheidender Nachteil sein, da sich ohnedies im audiophilen Segment immer mehr das Open Source Format FLAC als neuer Standard etabliert. Und hier unterstützt die Stream Box SE natürlich Daten mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit und 192 kHz. Dies gilt auch für WAV sowie LPCM, sodass man wohl bestens für das stetig wachsende Angebot an hochauflösenden Downloads gerüstet ist. Zudem können Daten auch im Microsoft WMA 9 Lossless, AAC, Ogg Vorbis und MP3-Format abgespielt werden.

Die Stream Box SE verfügt zudem über USB-Schnittstellen, sodass Daten auch unmittelbar von entsprechenden Speicher-Sticks und sogar Festplatten wiedergegeben werden können. Zudem setzt Pro-Ject Audio Systems auf Internet Radio über den Dienst vTuner, sodass auch hier eine nahezu gigantische Palette an unterschiedlichsten Programmen zur Auswahl steht. Außerdem kann Apples iPod, iPhone oder iPad an das Gerät angeschlossen werden, wobei die Daten natürlich in digitaler Form ausgelesen und somit eine bestmögliche Signalqualität garantiert wird.

Das Gerät präsentiert sich in gewohnt sehr schlichter Form mit einem soliden Gehäuse aus Stahl sowie einer Front aus gebürstetem Aluminium. Diese Front wird von einem 3,5 Zoll Farb-TFT-Display dominiert, dass die zentrale Schnittstelle zum Benutzer darstellt. Hier werden stets gut sichtbar alle Informationen, aber auch Cover-Artwork dargestellt.

Die Signalverarbeitung der Stream Box SE entspricht in weiten Teilen der bereits seit längerem erhältlichen Pro-Ject CD Box SE und glänzt somit mit einer tadellosen Qualität. An Schnittstellen steht neben einem koaxialen S/PDIF-Ausgang das typische Cinch-Buchsenpärchen für analoge Signale zur Verfügung.

Die Bedienung des Geräts erfolgt bei der Pro-Ject Stream Box SE mittels einer im Lieferumfang enthaltenen Infrarot-Fernbedienung, oder aber mittels einer der zahllos sowohl für Apple iOS und somit Apple iPhone, iPod touch oder iPad sowie für Smartphones auf der Basis von Google Android erhältlichen Apps für UPnP bzw. dlna-Streaming-Clients.

Als wir die Stream Box SE erstmals ausführlich für einen ersten Beta-Test unter die Lupe nehmen konnten, war unser einziger Kritikpunkt, eine fehlende Eingriffsmöglichkeit unmittelbar am Gerät. In vielen Gesprächen zeigte sich, dass wir mit diesem Wunsch zwar nicht alleine dastanden, aber bei weitem nicht auf breite Zustimmung stießen. Rund 50:50 war das Verhältnis jener, die sich zusätzliche Bedienelemente an der Stream Box SE wünschten und derjenigen, die darauf überhaupt keinen Wert legen und ohnedies bevorzugt mit der Fernbedienung arbeiteten.

Nichts desto trotz erhielten wir kurze Zeit später einen Anruf von Heinz Lichtenegger, der uns mitteilte, dass es nun einfach eine zusätzliche Stream Box SE+ geben würde, die über ein Steuerkreuz bestehend aus fünf kleinen Tastern an der Front verfügen wird und die erstmals auf der High End 2011 in München zu sehen sein wird. Und tatsächlich stand die Pro-Ject Stream Box SE+ auf dem großzügigen Messestand von Pro-Ject Audio Systems, und es gab eine weitere Überraschung. Auch wenn sich bereits die Stream Box SE bzw. SE+ durch eine tadellose Signalverarbeitung auszeichnet, es geht immer mehr. Also wird es zusätzlich noch eine Stream Box Reference geben. Diese soll mit besonders hochwertigen D/A-Wandlern mit 24 Bit und 192 kHz und 8-fach Oversampling aufwarten können und über optische und koaxiale Digital-Ausgänge verfügen. Zudem soll hier ein analoger Ausgang mit variablem Pegel geboten werden, sodass die Stream Box Reference direkt an einer Endstufe betrieben werden kann.

Nach Angaben von Pro-Ject Audio Systems wird man sich aber leider noch ein wenig in Geduld üben müssen, bis die neue Stream Box SE, Stream Box SE+ und Stream Box Reference auch tatsächlich erhältlich sein wird. Man will noch ein wenig an letzten Details arbeiten, wobei dies gar nicht so sehr den Streaming-Client selbst betrifft. Vielmehr geht es darum, anlässlich des heurigen 20 jährigen Firmenjubiläums die komplette Box Design Serie, die ja inzwischen zu einer wahren Großfamilie angewachsen ist, zu konsolidieren und so zur offiziellen Firmenfeier im Sommer mit einem in allen Belangen perfekt aufeinander abgestimmten Line-up aufwarten zu können.

Daher ist man bei der Angabe der Lierfertermine betont vorsichtig und geht derzeit von Anfang September 2011 aus. Dann soll die Pro-Ject Audio Systems Stream Box SE zum empfohlenen Verkaufspreis von wahrscheinlich € 699,- und die Pro-Ject Audio Systems Stream Box SE+ zum Preis von € 999,- im Fachhandel erhältlich sein. Auch die Pro-Ject Audio Systems Stream Box Reference wird wohl Anfang Herbst erhältlich sein, wobei das österreichische Unternehmen derzeit von einem empfohlenen Verkaufspreis von € 1.050,- ausgeht. Hoffen wir, dass wir dann doch nicht so lange auf diese spannenden Lösungen warten müssen. In bewährter Weise werden Sie es natürlich auf sempre-audio.at als erstes erfahren ;)

Michael Holzinger

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