CES 2011: Das österreichische Unternehmen Pro-Ject Audio System nutzt die CES in Las Vegas zur Präsentation der Pro-Ject Stream Box SE." /> Sempre Audio

Pro-Ject Audio Systems präsentiert Stream Box SE

CES 2011: Es kann durchaus ein sehr großer Vorteil sein, wenn man eines der führenden Unternehmen der HiFi-Welt defakto vor der Haustür hat. So konnten wir die neue Stream Box SE aus der Box Design-Serie von Pro-Ject Audio Systems bereits als erstes Medium überhaupt exklusiv einem ersten kurzen Test unterziehen, bevor diese ihren Weg in die USA zur Präsentation auf der CES 2011 antrat.

Von Michael Holzinger (mh)
07.01.2011

Share this article


Pro-Ject Audio Systems gilt zwar als der unangefochtene Marktführer bei Schallplattenspielern, in den letzten Monaten weitete das österreichische Unternehmen das Betätigungsfeld aber zunehmend aus und konzipierte die inzwischen ebenfalls überaus erfolgreiche Pro-Ject Box Design-Serie.

Diese Produktreihe verfolgt ein durchaus außergewöhnliches Konzept. Reduziert auf das Wesentliche, und zwar auf eine erstklassige Audio-Qualität zu einem überaus attraktiven Preis ist die grundsätzliche Idee, die Heinz Lichtenegger, Gründer und Geschäftsführer von Pro-Ject Audio Systems hier vorgab. Die Systeme zeichnen sich somit vor allem dadurch aus, dass sie jeweils für eine Aufgabe konzipiert sind. Natürlich gibt es somit inzwischen ein großes Angebot, aus dem sich der Kunde sein individuelles System zusammen stellt. Doch selbst wenn man mehrere Geräte zu einem System kombiniert, so ist dieses in den meisten Fällen deutlich kleiner, als herkömmliche HiFi-Komponenten, denn eine weitere Eigenheit der Pro-Ject Box Design-Serie ist deren besonders kompaktes Design. Zudem setzt Pro-Ject Audio Systems auf eine möglichst einfache Bedienung mit lediglich ein, zwei Bedienelementen direkt am Gerät sowie, in den meisten Fällen, einer zusätzlichen Fernbedienung. Zudem, und dies ist unserer Ansicht nach keineswegs unerheblich, werden die Produkte der Box Design-Serie ausschließlich in Europa gefertigt.

Neben einer Standard-Serie, die bereits auf einem herausragenden Niveau spielt, gibt es mit der so genannten SE-Linie eine audiophile Produktlinie für höchste Ansprüche.

Diese SE-Produktlinie wird nunmehr um die so genannte Pro-Ject Stream Box SE erweitert, einen überaus vielseitigen, aber dennoch sehr einfach und komfortabel zu bedienenden Streaming-Client.

Die neue Stream Box SE aus der Pro-Ject Box Design-Serie präsentiert sich natürlich ebenfalls mit einem äußerst kompakten Gehäuse, das komplett aus Metall gefertigt ist und ebenso wie alle anderen Geräte aus dem Hause Pro-Ject Audio Systems in Schwarz als auch Silber angeboten wird. Die aus massivem Aluminium gefertigte Frontseite präsentiert sich im wahrsten Sinne des Wortes sehr aufgeräumt. Mehr als einen Hauptschalter gibt es nämlich nicht. Lediglich ein 3,5 Zoll Farb-TFT-Display ist hier zu finden und nimmt fast die gesamte Front ein. Die Bedienung des Geräts erfolgt somit zunächst in erster Linie über die im Lieferumfang enthaltene Infrarot-Fernbedienung.

Auch das Angebot an Schnittstellen auf der Rückseite ist, nun ja, überschaubar, aber getreu dem eingangs erwähnten Motto „...auf das Wesentliche reduziert“ als durchaus ausreichend zu bezeichnen. Neben einem Netzwerk-Anschluss in Form einer RJ45-Buchse sowie einem Anschluss für die im Lieferumfang natürlich enthaltenen Antenne für das integrierte WiFi-Modul steht lediglich der Anschluss für das externe Netzteil, ein USB-Port sowie ein analoger Audio-Ausgang in Form eines Cinch-Buchsenpärchens und eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle zur Verfügung.

Die neue Stream Box SE gleicht nicht nur Äußerlich der bereits seit einigen Monaten verfügbaren Pro-Ject CD Box SE, dem audiophilen CD-Player der Box Design-Serie. Auch das Innenleben weist durchaus Parallelen auf, da Pro-Ject Audio Systems bei beiden Produkten mit einem weiteren international überaus renommierten Unternehmen aus Österreich zusammen arbeitete, und zwar mit StreamUnlimited Engineering GmbH aus Wien. Die Pro-Ject Stream Box SE ist somit eine Kombination aus der CD Box SE sowie der eben erst von StreamUnlimited vorgestellten Referenz-Plattform StreamUnlimited Stream700 Audio Streaming Client.

Der Streaming-Client von Pro-Ject Audio Systems kann somit überaus komfortabel und intuitiv allein mit der Fernbedienung und dem großzügig dimensionierten Display bedient werden. Damit navigiert man durch das übersichtlich gestaltete Menü und ruft Musik von UPnP- bzw. dlna-zertifizierten NAS-Systemen oder PCs bzw. Macs mit entsprechenden Software-Lösungen ab. Die Pro-Ject Stream Box SE kann natürlich nicht nur MP3-Dateien wiedergeben, sondern ist in erster Linie für die Wiedergabe von verlustfrei komprimierten Daten wie etwa Apple Lossless und FLAC konzipiert. Auch LPCM-Daten können wiedergegeben werden. Neben der typischen „CD-Auflösung“ mit 16 Bit und 44,1 kHz können zudem auch hochauflösende Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 192 kHz abgespielt werden. Allerdings weist Pro-Ject Audio Systems ausdrücklich darauf hin, dass man in diesem Fall auf eine Netzwerkintegration mittels Kabel, und nicht auf WiFi setzen soll um bei derart hohen Datenraten dennoch eine stets reibungslose Wiedergabe zu garantieren.

Über die USB-Schnittstelle an der Rückseite können zudem Daten direkt von entsprechenden Speichersticks oder auch externen Festplatten abgespielt werden. Auch ein Apple iPod bzw. iPhone kann hier angeschlossen werden, wobei die Daten digital aus dem Speicher des mobilen Players von Apple ausgelesen werden.

Selbstverständlich werden bei der Wiedergabe alle relevanten Informationen der Musiktitel auf dem großen Display angezeigt, bis hin zum Cover-Artwork.

Steht über das Netzwerk auch eine Verbindung ins World Wide Web zur Verfügung, so kann die Pro-Ject Stream Box SE natürlich auch auf Internet-Radiostationen zugreifen, wobei hierfür der Dienst vTuner genutzt wird um bei den zig tausenden Stationen stets die Übersicht zu bewahren und seine persönlichen Favoriten verwalten zu können.

Die Audioqualität betreffend kann man von der Pro-Ject Stream Box SE durchaus sehr viel erwarten. Heinz Lichtenegger zeigte sich im Gespräch mit sempre-audio.at davon überzeugt, dass sein neuestes Baby aus der Box Design-Serie ganz vorne im breit gefächerten und inzwischen sehr umfangreichen Angebot an Streaming-Clients mitspielen wird und selbst den Ansprüchen audiphiler Anwender voll und ganz gerecht werden soll.

Ein Blick ins Datenblatt des StreamUnlimited Stream700 Audio Streaming Client zeigt auch, was in diesem Fall die Grundlage dafür bildet. So weist die Referenz-Plattform nicht nur eine S/PDIF-Schnittstelle auf, sondern auch ein I2S-Schnittstelle, das so genannte Inter-IC Sound Interface bzw. Bussystem. Da auch die aus der CD Box SE stammenden DAC-Baugruppen direkt auf diesem ursprünglich von Philips entwickeltem seriellen Bus aufsetzen, ist eine perfekte Datenübertragung sichergestellt. Die D/A-Wandlung erfolgt mittels Burr-Brown PCM1796-DACs mit 24 Bit 192 kHz.

Die neue Pro-Ject Stream Box SE soll bereits im ersten Quartal 2011 im Fachhandel erhältlich sein. Zum jetzigen Zeitpunkt wollte sich Heinz Lichtenegger den Preis betreffend noch nicht verbindlich festlegen. Angedacht ist derzeit ein Preispunkt rund um € 1.000,-, was angesichts der versprochenen Qualität durchaus als überaus attraktiver Preis erscheint. Somit dürfte die Pro-Ject Box Design-Serie um eine überaus flexible, intuitive und vielseitige Streaming-Lösung ergänzt werden, die sich nahtlos in das bestehende Angebot einfügt. Betrachtet man die bisherige Strategie rund um die Box Design-Serie von Pro-Ject Audio Systems, so dürfte es wohl klar sein, dass der Stream Box SE in gar nicht allzuferner Zukunft eine etwas kleinere Box in der Standard-Serie folgt. Aber darüber dürfen wir leider noch nichts sagen...

Michael Holzinger

Share this article

Related posts