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Pro-Ject The Classic - Ein würdiges Laufwerk von Pro-Ject Audio Systems zum 25. Geburtstag

Foto © Pro-Ject Audio Systems

Es ist zwar „erst“ der 25. Geburtstag des Weltmarktführers Pro-Ject Audio Systems, dennoch hat man sich als würdiges Geschenk zu diesem Jubiläum ein Laufwerkskonzept auserkoren, das als Reminiszenz an die Blütezeit der Schallplatten-Spieler anknüpft, und zwar aus den 70er Jahren mit dem damals typischen klassischen Design-Konzept. Was lag also näher, als dieses Laufwerk auch ganz schlicht so zu benennen, Pro-Ject The Classic.

Kurz gesagt...

Eine Reminiszenz an die Blütezeit der Schallplatten-Spieler soll er sein, und ein würdiges Laufwerk des Weltmarktführers zum 25. Geburtstag, der neue Pro-Ject The Classic.

Wir meinen...

Beim neuen Pro-Ject The Classic überrascht der Weltmarktführer bei Schallplatten-Spielern mit einem völlig neuen Design-Konzept. Im Ansatz basiert dieses zwar zumindest teilweise auf dem Pro-Ject Debut, in erster Linie sollte jedoch eine Reminiszenz an die klassischen Laufwerke der 1970er Jahre realisiert werden, jedoch ohne deren Nachteile. So präsentiert sich der Pro-Ject The Classic als ein edles Laufwerk mit modernster Technologie, und somit als mehr als würdiges 25th Anniversary Modell aus dem Hause Pro-Ject Audio Systems.
Hersteller:Pro-Ject Audio Systems
Vertrieb:Audio Tuning Vertriebs GmbH
Deutschand:Audio Trade Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Schweiz:Marlex GmbH - Audiophile Produkte
Preis:€ 950,-
€ 999,- inklusive Ortofon 2M Silver

Von Michael Holzinger (mh)
05.05.2016

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Es war vor nunmehr bereits 25 Jahren, dass Heinz Lichtenegger mit dem längst legendären Pro-Ject 1 erstmals einen Schallplatten-Spieler auf den Markt brachte, und das just zu jener Zeit, als die gesamte Branche den Abgesang auf die Schallplatte anstimmte. Die Zukunft gehöre allein der Audio CD, dem Medium, das nach Ansicht vieler „endlich“ für Qualität sorge und die Musik-Wiedergabe auf ein gänzlich neues Niveau hebe, denn schließlich sei es digital. Vorbei sei es damit mit all den „lästigen“ Störgeräuschen, den empfindlichen Tonträgern, die zudem „überhaupt keinen Komfort“ bieten würden. Die Audio CD hingegen, die eröffne völlig neue Möglichkeiten…

Alles Versprechungen, die so mancher ambitionierte HiFi-Enthusiast schon damals nicht so recht glauben wollte, darunter auch Heinz Lichtenegger, der allen voran in der Schallplatte nach wie vor die letztlich günstigste Art und Weise sah, um Musik in hervorragender Qualität genießen zu können. Vor allem mit seinem Laufwerk, besagtem Pro-Ject 1, den er durch verschiedenste glückliche Fügungen zu einem besonders günstigen, vielmehr für damalige Verhältnisse sogar sehr, sehr günstigen Preis anbieten konnte. Während in dieser Zeit des Umbruchs nur noch wenige Hersteller an wirklich hochwertigen Laufwerken festhielten, diese aber für viele schlicht zu kostspielig waren, insbesondere für Neueinsteiger, tat sich am Markt eine gewaltige Lücke auf, die Heinz Lichtenegger mit seinem Erstling geradezu perfekt füllen konnte.


Damit war der Grundstein für eine beispiellose Erfolgsgeschichte gelegt, die darin gipfelte, dass Pro-Ject Audio System nunmehr seit Jahr und Tag als klarer Weltmarktführer im Bereich Schallplatten-Spieler gilt und mit Sicherheit einen Großteil dazu beitrug, dass die Renaissance der Schallplatte so stattfand, wie in den letzten Jahren, und in dem aktuellen Hype gipfelte, sodass Schallplatten dieser Tage ein am Markt ernstzunehmendes Medium sind, vielfach sogar als künftig wohl einziges verbleibende physikalische Tonträgerformat angesehen werden. Kurzum, die längst totgesagte Schallplatte wird mit Sicherheit den ehemaligen Herausforderer Audio CD überleben…

In diesem Jahr feiert also Pro-Ject Audio Systems das 25. Jubiläum, und was liegt näher, als dies mit einem Laufwerk zu krönen, und zwar einem Laufwerk, das einerseits diesem Feste würdig ist, neue Akzente setzt, aber dennoch ganz der Unternehmensstrategie entspricht.

Das wohl einfachste wäre es natürlich gewesen, allen voran den Original Pro-Ject 1 wieder aufzulegen, aber dafür wollte sich Pro-Ject Audio Systems nicht bis zum nunmehrigen 25. Jubiläum in Geduld üben, sprich, den Pro-Ject 1 gibt es bereits in einer Neuauflage, und zwar als Pro-Ject 1 Anniversary. Diesen lies man bereits zum 20. Geburtstag vor nunmehr fünf Jahren wieder aufleben, und zwar mit sehr großem Erfolg, so nebenbei erwähnt.

Also musste es ein völlig neues Konzept sein, tunlichst eins, dass so bislang noch nicht im Produktsortiment von Pro-Ject Audio Systems zu finden ist, schließlich muss es ja ein in jeder Beziehung würdiges Laufwerk sein.

„In meinem ersten Jahr als HiFi-Händler, also zu einer Zeit, als ich noch direkt an der Tankstelle meiner Mutter HiFi anbot, verkaufte ich 50 Thorens 166 MK2. In einem Ort mit 2.000 Einwohnern, machte ich aus allen HiFi-Liebhaber. Später erweiterte ich das Angebot um einige Modelle von Linn, Aristons, Heybrooks und ähnliche. Heute ist Pro-Ject Audio Systems der Weltmarktführer im Bereich von HiFi-Schallplatten-Spielern, früher oder später musste ich einfach ein Produkt produzieren, wie ich es seinerzeit liebte…“
Heinz Lichtenegger, CEO von Pro-Ject Audio Systems

Somit war klar, welches Laufwerk es zu entwickeln galt, und zwar eines, dass an diese Jahre der Blütezeit der HiFi und wirklich wertiger Schallplatten-Spieler erinnern soll, damals, in den 70er Jahren, also vor rund 40 Jahren.

Nahezu alle Laufwerke aus dieser Zeit setzten auf ein geradezu klassisches Konstruktionsprinzip mit kompaktem, elegantem und solidem Rahmen, einem Konzept, das gar bis in die 50er und 60er Jahre zurück geht. Genau das sollte es also die Grundlage für das Konzept des 25th Anniversary Models aus dem Hause Pro-Ject Audio Systems darstellen.

Und wenn man sich ganz bewusst auf diese Klassiker bezieht, ist wohl nichts naheliegender als das neue Laufwerk von Pro-Ject Audio Systems genau danach zu benennen, und damit auch bereits durch diese Namensgebung auf das zeitlose Konzept zu verweisen? Damit war der Pro-Ject The Classic geboren.

Selbst wenn es sich um ein Anniversary-Modell anlässlich des 25. Geburtstags des Unternehmens handelt, sollte es keineswegs eins sein, dass sich ausschließlich an audiophile HiFi-Enthusiasten richtet, die durchaus für etwas kostspieligere Lösungen bereitwillig in die Tasche greifen, ganz im Gegenteil. Gerade ein derartiges Anniversary-Modell aus dem Hause Pro-Ject Audio Systems muss geradezu der grundlegenden Unternehmensphilosophie entsprechen, derzufolge man sich an eine bewusst möglichst breite Zahl an Musik-Liebhaber richtet, die bestmögliche Klangqualität zum fairen Preis wünschen, sowie ein Produkt, das möglichst simpel zu bedienen ist, und schlicht einfach immer genau das tut, was man sich von ihm erwartet.

Daher setzt man beim neuen Pro-Ject The Classic zwar prinzipiell auf ein seit Jahrzehnten bewährte Konzept, nahm aber entscheidende Detailverbesserungen vor. So handelt es sich beim neuen Pro-Ject The Classic um ein typisches Subchassis-Laufwerk, dessen äußerer solider Rahmen als Basis dient, die seinerzeit oftmals eingesetzten Federn zur Entkopplung mussten jedoch weichen. Stattdessen setzt man auf modernste Werkstoffe, die man bereits bei so manch anderem Modell erfolgreich einsetzt, etwa beim durchaus familiär verbundenen Unternehmen European Audio Team, kurz EAT. Im konkreten Fall geht es um TPE, also Thermo Plastic Elastomers, die hier als Dämpfungsmaterial eingesetzt werden. Eine Besonderheit dieses Werkstoffs besteht etwa darin, dass dieser auf eine bestimmte Frequenz hin optimiert werden kann, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Sechs Kügelchen sind es, die beim neuen Pro-Ject The Classic das Chassis vom Subchassis trennen und für eine besonders effektive, absolut wartungsfreie Entkopplung sicherstellen.

Der Rahmen aus Holz wird in drei Ausführungen angeboten, eine eleganter als die andere. So steht mattes Eukalyptus ebenso zur Auswahl wie mattes Walnuss und mattes Rosenholz, natürlich tadellos verarbeitet.

In diesen Rahmen ist der Motor des Pro-Ject The Classic eingesetzt, die Drehzahl lässt sich hier in bewährter Art und Weise manuell über den zweistufigen Pulley zwischen 33 und 45 Umdrehungen pro Minute bestimmen.

Das Subchassis setzt auf eine Aluminium und MDF-Sandwich-Konstruktion, wobei die Oberseite natürlich allein eine schick gebürstete Aluminum-Fläche zeigt, die zu den beschrieben Holz-Furnieren einen überaus reizvollen Kontrast bildet.

Hier ist allen voran natürlich das Tellerlager eingelassen, das auf eine Bronze-Buchse setzt. Die Edelstahl-Achse des Plattentellers rotiert hier auf einem mit Teflon beschichteten Lagerspiegel, sodass absolute Laufruhe und Präzision garantiert ist. Der Plattenteller selbst besteht aus zwei Teilen, und zwar einem Subteller, über den der Riemen den Teller antreibt, sowie dem eigentlichen Plattenteller. Dieser ist aus Aluminium gefertigt, und zwar mit höchster Präzision für absolut ruhigen, gleichmässigen Lauf.

Da man ja, wie einleitend beschrieben, mit dem Pro-Ject The Classic an die traditionellen Laufwerke der Blütezeit anknüpfen wollte, musste natürlich ein derartiger Aluminium-Teller zum Einsatz kommen, allerdings ohne deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. So setzt Pro-Ject Audio Systems hier auf einen ebenfalls mit TPE bedämpften Aluminium-Teller, der somit keinerlei Eigenklang entwickelt, und somit das Musik-Signal nicht verfälschen kann.

So manchem wird aufgefallen sein, dass das grundsätzliche Konzept hier dem bekannten Pro-Ject Debut nicht unähnlich ist, darauf verweist der Hersteller auch ganz offen. Allerdings wurde beim neuen The Classic ein vielfacher Aufwand betrieben, insbesondere bei der Präzision. So spricht man hier von Toleranzen, die um den Faktor 10 strenger ausfielen, allen voran etwa beim Subteller, einem laut Pro-Ject Audio Systems besonders heiklen Teil der Gesamtkonstruktion.

Auch beim Tonarm des neuen Pro-Ject The Classic setzten die Entwickler teils auf bewährte Lösungen, verfeinerten diese aber einmal mehr in etlichen Detailbereichen, um die Qualität auf ein neues Niveau heben zu können.

Auf den ersten Blick erkennt man also auch beim Pro-Ject The Classic Tonearm durchaus Ähnlichkeiten mit dem bereits erwähnten Pro-Ject Debut-Konzept, allerdings ist die Konstruktion hier ungleich komplexer.

Dies beginnt bereits bei den Lagern der Tonarmbasis, hier setzt man nunmehr auf eine neue entwickelte so genannte Japanese Base Ball Bearing-Lösung, die Kardan-Lager verfügen zudem über Zirkon-Spitzen und die Verkabelung wurde exakt in der Mitte verlegt, um die Bewegungsfreiheit des Tonarms zu optimieren. Auch das Tonarmrohr selbst ist besonders aufwendig konstruiert, denn das zunächst offensichtliche Carbon ist nur ein Teil des Konstruktionsprinzips. Im Inneren verbirgt sich hier nämlich ein Aluminium-Rohr, es handelt sich somit um eine sehr aufwendige Sandwich-Konstruktion, bei der Carbon für Steifigkeit, und Aluminum für bessere Dämpfung sorgt. Auch das Gegengewicht ist aufwendig bedämpft, und zwar mit Hilfe eines Ortofon Damping Pad. Davon sieht der Anwender aber nicht viel, denn außen ist das Gegengewicht schick verchromt und bildet somit einen weiteren überaus reizvollen Blickfang beim Pro-Ject The Classic.

Selbstverständlich erlaubt es der Tonarm des Pro-Ject The Classic, dass alle relevanten Faktoren jederzeit einfach justiert werden können, um verschiedenste Tonabnehmer-Systeme einsetzen zu können.

Allerdings stattet Pro-Ject Audio Systems den neuen Pro-Ject The Classic auf Wunsch gleich ab Werk mit einem durchaus sehr feinen Tonabnehmer-System aus, und zwar dem Ortofon 2M Silver MM Tonabnehmer-System, das von den skandinavischen Spezialisten exklusiv für Pro-Ject Audio Systems gefertigt wird, und bei dem - nomen est omen - anstatt Kupfer auf Silber für die Wicklung der Spule zum Einsatz kommt.

Das gesamte Laufwerk ruht auf höhenverstellbaren, und nochmals aufwendig bedämpften Füssen. Es mag ein Detail sein, aber wie wir meinen ein überaus wirkungsvolles: die Grundplatte des Holzrahmens, auf dem die Füsse montiert sind, ist etwas nach oben versetzt, sodass man diese nahezu nicht sieht. Somit „schwebt“ das Laufwerk nur wenige Millimeter über dem Untergrund.

Im Lieferumfang ist eine passende Abdeckung enthalten, die in bewährter Art und Weise mittels Schanieren an der Rückseite befestigt ist. Allerdings reichen auch hier ein, zwei Handgriffe, um diese zu entfernen, um etwa bei der Musik-Wiedergabe keinerlei negativen Einfluss befürchten zu müssen.

Mit dieser Abdeckung misst der neue Pro-Ject The Classic 460 mm in der Breite, 351 mm in der Tiefe, und 131 mm in der Höhe. Das Laufwerk bringt 10,2 kg auf die Waage.

Zum Lieferumfang gehört zudem eine Filzmatte, und auch auf ein besonders hochwertiges Phono-Kabel hat der Hersteller nicht verzichtet. In der Packung des Pro-Ject The Classic findet man somit ein Pro-Ject Connect it E Anschluss-Kabel.

Der neue Pro-Ject The Classic soll in Kürze im Fachhandel zu finden sein. Der empfohlene Verkaufspreis wird vom Hersteller mit € 950,- angegeben. Entscheidet man sich für die optional erhältlich Ausführung mit vormontiertem Ortofon 2M Silver MM Tonabnehmer-System, so ist für diese Kombination mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 999,- zu rechnen.

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