Foto © HIGHRESAUDIO

Qobuz, TIDAL, Spotify, HIGHRESAUDIO, HRA Streaming... Wohin entwickelt sich der Musik Download- und Streaming-Markt?

Auf den ersten Blick ist es ein El Dorado für Musik-Liebhaber, das sich durch Download- und Streaming-Angebote eröffnete und das Musik omnipräsent zugänglich macht. Ein genauerer Blick auf die Entwicklung zeigt aber, dass so manches Angebot auf sehr wackligen Füssen steht und „Millionen“ an Nutzern noch lange kein Garant für den Erfolg darstellen.

Kurz gesagt...

Beobachter des Marktes an Download- und Streaming-Angeboten werden feststellen, dass es um diesen nicht wirklich rosig bestellt ist.

Wir meinen...

Es steht nicht wirklich gut um den Markt des Musik-Streaming und Download. Selbst Millionen an Nutzern sind oftmals kein Garant für die Anbieter, tatsächlich auch schwarze Zahlen schreiben zu können. Vielmehr findet derzeit ein offensichtlich nicht gerade „gesunder“ Konkurrenzkampf statt, bei dem letztlich kaum jemand auf der Gewinnerseite steht.

Von Michael Holzinger (mh)
11.08.2019

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Es scheint auf den ersten Blick so, als würden wahrhaft goldene Zeiten für Musik-Liebhaber anstehen. Schließlich stehen alle Möglichkeiten offen, jederzeit und überall an Musik zu gelangen, der Wandel der Musik-Distribution weg von klassischen physischen Medien hin zu reinen Bits und Bytes machte dies möglich. Musik aus allen Genres, allen Künstlern, ist omnipräsent, steht „jedem“ zur Verfügung, der nur willens ist, ein paar Euro dafür pro Monat zu investieren - Peanuts also, wenn man bedenkt, dass Abermillionen Musik-Titel damit im direkten Zugriff stehen.

Abgesehen davon, dass kaum jemand daran denkt, was diese ständige Verfügbarkeit von Musik letztlich bewirkt, nämlich eine klare Abwertung, eine Degradierung zu einer Massenware, die „nichts“ wert ist, zeigt sich dem aufmerksamen Beobachter des Marktes auch längst ganz klar, dass dies alles in der nunmehrigen Form keine Zukunft haben kann.

Seit Jahr und Tag herrscht ein letztlich ruinöser Verdrängungswettbewerb zwischen den Anbietern, viele mussten bereits die Segel streichen, teils zur Gänze, teils fanden sich in letzter Sekunde neue Investoren.

Doch selbst die ganz großen sind derzeit nicht in der Lage, gewinnbringend zu operieren, ganz im Gegenteil. Millionen an Nutzern sind offensichtlich kein Garant dafür, nicht nur den Umsatz zu steigern, sondern tatsächlich auch schwarze Zahlen zu liefern, dies zeigt etwa ein Blick auf die Ergebnisse von Spotify, aber auch andere scheinbare Größen stehen keineswegs besser da.

Ein probates Mittel, die Nutzerzahlen schnellstmöglich zu steigern, sehen viele Anbieter beim Preis, speziell jene, die nicht allein auf Streaming, sondern zudem auch auf Downloads setzen, wie etwa der französische Anbieter Qobuz. Mit enormen Marketing-Mitteln expandierte Qobuz ja jüngst in den US-amerikanischen Markt, und versucht hier allen voran gegen TIDAL anzutreten. Ein sehr ambitioniertes Unternehmen, das von vielen Branchenkennern von Anbeginn an mit sehr, sehr großer Skepsis begleitet wird.

Dem Kunden mag es erfreuen, dass Qobuz nun als eine Art „Summer Sale“ eine Unmenge an Alben über das gesamte Produktangebot hinweg mit teils beachtlichen Preisnachlässen feilbietet, 30, 40, 50, ja teils gar bis zu 90 Prozent Rabatt vermitteln aber dann doch vor allem in dieser Anzahl irgendwie den Eindruck, als würde der Begriff finaler „Schlussverkauf“ angebracht sein, und man irgendwie an Geld kommen muss, und zwar möglichst schnell.

Auch andere Download-Anbieter wie etwa HD-Tracks.com locken seit jeher allen voran mit Preisnachlässen, keine Nachricht für Newsletter-Abonennten, die nicht mit satten Rabatten lockt.

Ruft man sich nun in Erinnerung, dass seit Jahr und Tag darüber diskutiert wird, dass beim kompletten Streaming-Angebot speziell für Künstler rein gar nichts zu verdienen ist, selbst wenn sie Abertausende Zugriffe auf ihre Inhalte erreichen können, und auch die Distribution über Downloads kaum nennenswerte Einkünfte garantiert, kann man sich wohl an einer Hand ausrechnen, was angesichts der aktuellen Preisschlacht letztlich für die Künstler übrig bleibt…

Dies thematisiert nun auch ein Anbieter, der sich seit Jahr und Tag bewusst einer „Nische“ verschrieben hat, und zwar einem qualitativ hochwertigen Angebot für ausgewiesene Musik-Liebhaber, Lothar Kerestedjian, Gründer und Geschäftsführer des Berliner Unternehmens HIGHRESAUDIO und Betreiber des einzigen, allein auf Hi-res Audio fokussierten Streaming-Angebots HRA Streaming.

„Sicherlich ist es Ihnen nicht entgangen, dass HIGHRESAUDIO mittlerweile, dass letzte und einzigste Deutsche Unternehmen in der Musikwirtschaft ist, welches Musik zum herunterladen und Streaming anbietet. Bei Gründung in 2010 waren es noch mehr als 64 Musik-Download Portale in Deutschland.

Ich habe mich bewußt auf die Nische konzentriert und ausschließlich hochauflösende Musik angeboten. Zielorientiert für Musikliebhaber, HiFi Enthusiasten und Menschen, die eine hochwertige und unverfälschte Quelle für die bestmögliche Wiedergabequalität suchen. Meine Entscheidung und Strategie hat sich bewährt, nicht auf den Mainstream und Einheitsbrei zusetzen.

Meine Konkurrenz und andere Musikdienste stehen nicht gut da. Sind massiv verschuldet und stehen am Rande einer Insolvenz. Die Musikindustrie mag wieder im Aufschwung sein - aber diese Entwicklung zeigt, dass die Musikindustrie ein massives Problem hat.

HIGHRESAUDIO ist profitabel. Die Wertschätzung, Interesse und Nachfrage unserer Kunden für hochauflösende Downloads & Streaming ist ungebrochen hoch. Diese Nische entwickelt sich stets profitabel weiter. So, konnten wir +18% im Vergleich zum Vorjahr (2017) zulegen. Während andere Dienste Millionen von Schulden machen und sich an der Musik der Künstler bereichern, nur damit die Aktionäre und Geldgeber weiter investieren - dies hat KEINE Zukunft. Wir müssen uns also schützen, damit morgen und zukünftig ein Künstler seinen Lebensunterhalt finanzieren und sicher gestallten kann. Nur dann wird auch schöne Musik kreiert - die Menschen wertschätzen und bezahlen wollen.“

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