Responsive image Audio

Rega Planar 1 im Test - The One from the new Generation 2016…

Foto © Rega Research Limited

Den bislang am einfachsten zu handhabenden Schallplatten-Spieler, der mit einer Klangqualität weit über seine Klasse hinaus aufwartet, verspricht die englische HiFi-Schmiede Rega Research Limited mit dem neuen Rega Planar 1. Er sei damit das ideale Laufwerk für all jene, die ein fix und fertig spielbereites Laufwerk zum attraktiven Preis suchen, und damit lange Freue haben wollen.

Kurz gesagt...

Auspacken, mit zwei, drei Handgriffen das Setup erledigen, und schon sei er spielbereit, und das auf erstaunlich hohem Niveau, so das Versprechen von Rega Research Limited zum neuen Rega Planar 1. Ganz klar, dass wir da genauer hinhören, ob dem wirklich so ist.

Wir meinen...

Gerade im Hinblick auf den ungebrochen anhaltenden Hype rund um Vinyl ist es für etablierte Hersteller wie Rega Research Limited geradezu essentiell, Laufwerke zu einem attraktiven Preis für Neueinsteiger und Wiedereinsteiger anzubieten, die zu fairen Preisen tunlichst viel vom speziellen Zauber der Schallplatte vermitteln und damit im Vergleich zu so manch Billigst-Produkt diverser Trittbrettfahrer über lange Jahre wirklich Spass und Freude bereiten. Rega Research Limited zeigt sich mit der neuesten Generation im Einstiegssegment bestens gerüstet, wie unser ausführlicher Test des neuen Rega Planar 1 der Generation 2016 zeigt.
Hersteller:Rega Research Limited
Vertrieb:Novis Electronics GmbH
Deutschand:TAD Audiovertrieb GmbH
Preis:€ 380,-

Von Michael Holzinger (mh)
11.12.2016

Share this article


Zunächst sprach man von einer Renaissance der Schallplatte, inzwischen muss man fast schon von einem wahren Hype rund um Vinyl sprechen, der längst weit über die eigentliche HiFi-Szene hinaus zu beobachten ist. Nicht nur, dass sich immer mehr Mainstream-Medien diesem Thema annehmen, ein untrügliches Indiz dafür ist etwa, dass Schallplatten-Spieler vermehrt in Lifestyle-Magazinen, in Werbespots und Anzeigen-Sujets verschiedenster Produkte als Accessoire auftauchen, sich Schallplatten-Spieler etwa in Filmen und TV-Serien wiederfinden, kurzum, wieder in einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Es ist wieder schick, einen Schallplatten-Spieler sein Eigen zu nennen, eine überaus erfreuliche Entwicklung also, die allerdings auch so manche Schattenseite mit sich bringt. So beflügelt der nach wie vor ungebrochen anhaltende Trend hin zu Schallplatte die Nachfrage nach Laufwerken der etablierten Hersteller, gleichzeitig wollen immer mehr Trittbrettfahrer an diesem Hype mit partizipieren. Deren „Lösungen“ sind aber vielfach, um es freundlich auszudrücken, von eher zweifelhaftem Nutzen. Sie locken aber mit geradezu unverschämt günstigen Preisen, die für unbedarfte Kunden natürlich durchaus attraktiv erscheinen. Es heisst, Schallplatten sind wieder „in“, und man hätte da ja noch ein paar, warum also nicht ein „paar Euro“ investieren…

Ganz einfach, weil selbst die „paar Euro“ in diesem Fall rausgeschmissenes Geld wären, viel klüger, viel weiser, da viel nachhaltiger wäre es, ein paar Euro mehr zu investieren, um ein Laufwerk eines renommierten Herstellers zu erwerben. Einem, der sein Handwerk versteht, und der selbst im günstigen Preissegment Laufwerke offerieren kann, die tatsächlich die Vorzüge einer Musik-Wiedergabe von Schallplatte offenbaren, und damit für viele Jahre Freude bereiten kann.

Gerade der ungebrochene Hype rund um die Schallplatte ist also eine ganz besondere Herausforderung für etablierte Unternehmen, denn sie sind gefordert, all den damit gewonnen Neu- und Wiedereinsteigern attraktive Lösungen anzubieten.

Wie etwa die englische HiFi-Schmiede Rega Research Limited, die in den letzten Monaten ihr Angebot im Einstiegssegment komplett neu aufstellte, und mit den Modellen Rega P3 Planar Three, Rega P2 Planar Two, und Rega P1 Planar One in neuester Generation präsentierte.

Die ganz besondere Herausforderung in dieser Klasse ist wohl, dass man zu einem attraktiven Preis eine sehr feine Lösung realisiert. Denn: dass ein exklusives, entsprechend kostspieliges Laufwerk herausragende Ergebnisse liefert, ist natürlich im Detail bemerkenswert, faszinierend und beeindruckend, ganz nüchtern betrachtet aber letztlich selbstverständlich. Schließlich können Entwickler hier aus dem Vollen schöpfen. Ganz anders sieht es aber aus, wenn man einen recht streng begrenzten Preisrahmen erzielen muss, da ist dann ganz besondere Fachkenntnis und jahrelange Erfahrung erforderlich, um ganz genau zu wissen, auf was es wirklich ankommt…

Dass man dies bei Rega Research Limited ganz genau weiss, belegt die besagte neueste Generation im Einstiegssegment sehr gut. Zudem ist sie ein gutes Beispiel dafür, wie man die Entwicklung eines Produkts selbst in einem hart umkämpften Preissegment besonders effizient gestalten kann.

So stellt etwa der Rega P3 der Generation 2016 ganz klar den Technologie-Träger der gesamten neuen Generation der Engländer dar, für die kleineren Modelle wurden dann wesentliche Elemente übernommen, sodass auch diese sich auf völlig neuem Niveau gegenüber ihren jeweiligen Vorgängern präsentieren. Viele technologische Neuerung des „Dreiers“ sind also auch in unserem aktuellen Testgerät, dem Rega Planar 1 der Generation 2016 zu finden.

Interessant dabei ist, dass die Engländer beim Rega Planar 1 gar betonen, dass hier die Neuerungen ganz besonders markant zur Geltung kommen, dieser gar am meisten von den technischen Verbesserungen profitiere. Ein sehr verheissungsvolles Versprechen, wie wir meinen, und eines, soviel sei bereits verraten, das Rega Research Limited vollends einhielt.

In bewährter Art und Weise präsentiert sich auch der neue Rega Planar 1 als ein im Prinzip recht simpel und einfach aufgebautes Laufwerk. Dies ist seit Jahr und Tag die Philosophie der Engländer, deren Laufwerke schon mitunter die wenig schmeichelhafte Bezeichnung „Brettspieler“ einbrachte. Und ein Körnchen Wahrheit ist da schon verborgen, allerdings sind es wie so oft die Details, auf die es ankommt, und das sprichwörtliche „gewusst wie“.

Dass beim neuen Rega Planar 1 dennoch nichts mehr so ist, wie es bislang war, wird bereits auf den ersten Blick klar. Das Laufwerk präsentiert sich in der neuesten Generation nunmehr mit einem Hochglanz-Lack, wobei man die Wahl zwischen Weiss und Schwarz hat. Unbedarfte Neueinsteiger in die Materie mögen sich nun fragen, was die Lackierung des Chassis, das hier tatsächlich nicht mehr ist, als ein „Brett“ gefertigt aus einem Duroplast-Werkstoff, für eine Rolle spielen mag. Tatsächlich ist es aber so, dass diese Lackierung, in diesem Fall sogar Laminierung, eine maßgebliche Rolle spielt, denn sie hat große Auswirkungen auf die Eigenschaften des Chassis, etwa, wenn es um die Dämpfung geht, die sich wiederum gravierend auf die Klangcharakteristik und Klangqualität auswirkt. Diese besagte neue Hochglanz-Look soll damit nicht nur das Auge erfreuen, sondern sich ganz entscheidend auf die Qualität des neuen Rega Planar 1 der Generation 2016 auswirken, so der Hersteller.

Das Chassis ruht nunmehr auf neu entwickelten Gerätefüssen, die einerseits eine geringere Vibrationsanfälligkeit aufweisen, und für einen stabilen Stand sorge Tragen. Ein durchaus feines Detail sei hier ebenfalls erwähnt: der Hauptschalter ist nun nicht mehr an der Oberseite zu finden, sondern dezent versteckt an der Unterseite. Dies sorgt für ein nochmals ansprechenderes Erscheinungsbild des Laufwerks.

Neu ist auch das Plattenteller-Lager aus Messing, das direkt vom Rega Planar 3 übernommen wurde, und sich durch eine besonders hohe Fertigungs-Präzision und damit eine verbesserte Passform sowie optimierte Ankopplung auszeichnet. In Verbindung mit einem neuen Plattenteller, der nunmehr eine Stärke von 23 mm aufweist und aus Phenolharz gefertigt ist, was zu einer erhöhten Schwungmasse führt, soll sich eine deutlich verbesserte Laufruhe ergeben. Dazu trägt auch ein neuer Antriebsmotor bei, der zudem die Drehzahlkonstanz verbessern soll. Hierbei handelt es sich nunmehr um einen 24 V Synchron-Motor, dem nicht nur eine neue Ansteuerplatine zur Verfügung steht, sondern der zudem ein neu konzipiertes Gehäuse aufweist, das für eine stets optimale Kühlung sorgt. Auch ein neues Aluminium-Antriebsrad darf hier als durchaus wesentliche Detailverbesserung nicht unterschlagen werden.

Soviel zur „Basis“, kommen wir nun zur wohl offensichtlichsten Neuerung des nunmehr aktuellen Rega Planar 1, dem neuen Tonarm Rega RB 110, der den bisher in dieser Klasse eingesetzten Rega RB 101 ersetzt.

Herzstück des neuen Rega RB 110 sind dessen Präzisionslager, die Rega Research Limited für den ebenfalls neuen Rega RB 330 entwickelte, also jenem Tonabnehmer, der beim Rega Planar 3 der Generation 2016 zum Einsatz kommt. Der Hersteller spricht hier von so genannten zero play bearings with ultra-low friction performance und hat diese gar zum Patent angemeldet. Vom Rega RB 330 stammt auch der neue Mechanismus zur Antiskating-Einstellung, der tatsächlich, wie vom Hersteller beschrieben, ideal für Neueinsteiger in die Materie ist. Einfacher geht es nämlich nicht, denn es handelt sich um eine automatische Einstellung, eine Justage muss also nicht erfolgen. Einzig und allein das Gegengewicht muss den Tonarm betreffend angebracht werden, um das Laufwerk in Betrieb zu nehmen.

Neu ist auch die Gestaltung des Headshell, das nunmehr ergonomisch optimiert geformt ist, und zudem steifer konzipiert wurde, um bereits hier ein Mehr an Performance zu erzielen. Ein ebenfalls neu konzipierter integrierter Armclip zeichnet den neuen Tonarm von Rega Research Limited ebenfalls aus.

Ab Werk ist übrigens gleich ein Tonabnehmer-System montiert, sodass der neue Rega Planar 1 tatsächlich ein Plug & Play Laufwerk darstellt. Hierbei handelt es sich um das Rega Carbon, ein MM Tonabnehmer-System, das natürlich als klare Einstiegslösung zu bezeichnen ist, aber durchaus angemessen für die Preisklasse erscheint.

Wer mehr will, der kann gleich zum Rega Planar 1 Performance Pack greifen, denn hier erhält man das Tonabnehmer-System Rega Bias2, ebenfalls ein MM-Tonabnehmer-System, zudem eine Tellermatte aus spezieller Akustik-Wolle, die die Standard-Filzmatte ersetzt, und der Standard-Riemen wird ebenfalls durch einen speziellen Präzisionsriemen ausgetauscht. Damit kann man das Laufwerk gleich zu Beginn an wesentlichen Stellen „tunen“, dies sei an dieser Stelle der Vollständigkeit wegen erwähnt.

Ebenso, dass der neue Rega Planar 1 mit Abmessungen von 447 x 360 x 117 mm aufwartet, und damit ein Gewicht von 5,5 kg aufweist.

Beginnen wollen wir unser Fazit mit der Betrachtung, ob es sich beim neuen Rega Planar 1 der Generation 2016 tatsächlich um ein Laufwerk handelt, das optimal für Neu- und Wiedereinsteiger in die Musik-Wiedergabe geeignet ist.

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja“, und zwar ohne Einschränkungen. So bedarf es tatsächlich nur weniger Handgriffe, um den Rega Planar 1 der Generation 2016 in Betrieb zu nehmen. Alle Teile auspacken, das Chassis optimal platzieren, den Riemen auf den Subteller und den Antriebs-Pulley des Motors aufziehen, Plattenteller drauf, Gegengewicht auf den Tonarm, dieses einstellen, und schon kann gespielt werden. Natürlich bedarf es einer entsprechenden Phono-Vorstufe, wobei diese vielfach für MM-Tonabnehmer-Systeme wie es auf dem Rega Planar 1 vorinstalliert ist, ohnedies in so manchem Stereo Vollverstärker oder gar Mikro- oder Midi-HiFi-System zu finden ist.

Es gibt noch einen weiteren Grund dafür, warum wir der Ansicht sind, dass Rega Research Limited mit dem neuen Rega Planar 1 der Generation 2016 seinem Anspruch, ein besonders ansprechendes Laufwerk der Einstiegsklasse anzubieten, vollends gerecht wird, und das ist der hier gebotene Klang.

Selbst mit dem vergleichsweise „simplen“ Tonabnehmer-System, das hier ab Werk montiert ist, liefert das neue Laufwerk aus England eine überaus ansprechende Klangqualität und liefert damit schon weit mehr als nur eine Idee davon, was die Musik-Wiedergabe von Vinyl so besonders macht.

Es ist keineswegs eine Übertreibung, dass Rega Research Limited gar davon spricht, dass der neue Rega Planar 1 deutlich über seiner Klasse spiele, somit nur der Preis dem eines Laufwerks der Einstiegsklasse entspreche.

Das Laufwerk überzeugt vom ersten Takt weg mit einer sehr konturierten, klar dem musikalischen Vortrag verpflichteten Klangbild, dem es über den gesamten Frequenzbereich an nichts fehlt. Spannend ist vor allem ein Vergleich mit dem direkten Vorgänger, bei dem sich der „Neue“ in allen Bereichen ganz klar und eindeutig überlegen zeigt. Satte, klar akzentuierte Bassläufe, klar ausgeprägte Mitten, und fein in den Raum gezeichnete Details bis hin die feinen Höhen erwarten hier den Zuhörer. Selbstverständlich sei nicht verschwiegen, dass da in allen Belangen noch viel mehr geht, das wird wohl jedem klar sein, allen voran potentiellen Kunden, die dieses feine Laufwerk für sich in Betracht ziehen. Man muss hier vor allem ganz klar den wirklich attraktiven Preis mit im Auge behalten und das ganze ins richtige Verhältnis bringen, und unter dem Gesichtspunkt kann der Rega Planar 1 der Generation 2016 vollends als wahrer Preis/ Leistungssieger auftrumpfen.

Auf den Punkt gebracht

Rega Research Limited hat den Rega Planar 1 der Generation an allen wesentlichen Stellen gegenüber den Vorgänger-Modellen weiter verbessert, und dies ist ab dem ersten Takt hörbar. Gerade für Einsteiger stellt dieses Laufwerk damit eine wirklich lohnende Investition dar, mit der man über Jahre hinweg viel Freude haben wird. Bereits in dieser Klasse gelingt es den Engländern spielend, all den Zauber, den Vinyl ausmacht, perfekt zu vermitteln, sodass es geradezu unsere Pflicht ist, dem Rega Planar 1 der Generation 2016 eine glatte Empfehlung auszusprechen.

7,0 (Sehr gut)

The Good

  • Sehr ansprechendes neues Design im Hochglanz-Look
  • Schalter nun dezent an der Unterseite
  • neuer Plattenteller
  • neues Plattenteller-Lager
  • neuer Tonarm direkt von höherwertigeren Modell
  • Plug & Play
  • mit wenigen Handgriffen Spielbereit

The Bad

  • Sehr dünne Filzmatte im Lieferumfang
7 Klang
7 Bedienung
7 Design
7 Preis/Leistung

Share this article

Related posts