Foto © Restek AG

Restek Miniser - Den Musik-Server im Miniatur-Format, den es NICHT geben wird…

Ausführlich und detailliert beschreibt das deutsche Unternehmen Restek AG auf seiner Webseite den Restek Miniser, eine geradezu winzige, und nach Angaben des Unternehmens besonders kostengünstige Lösung, die schlicht und vielseitig sei, aber die es, so Restek AG, nicht geben wird…

Kurz gesagt...

Wie schlicht und einfach ein preiswerter und noch dazu geradezu winziger Musik-Server aussehen könnte (!!!), beschreibt das deutsche Unternehmen Restek AG in Form des Restek Miniserver.

Wir meinen...

"So schlicht könnte ein kleiner preiswerter Musik-Server aussehen", schreibt Restek AG über den Restek Miniserver, den es, und dies betont das deutsche Unternehmen mehrfach ausdrücklich, so NICHT geben wird. Es sei nicht mehr als eine Lösung, die man für den Eigenbedarf entwickelt habe, allen voran für den Restek MAMS+, nicht mehr. Denn man sei überzeugt, dass nicht die IT den "Klang" mache, sondern vielmehr der eigentliche Renderer und der Wandler, sodass man sich auf dieses "Ende" der Kette konzentriere.
Hersteller:Restek AG
Preis:Kann nicht gekauft werden!

Von Michael Holzinger (mh)
27.01.2015

Share this article


Ganz ehrlich, so etwas hat der Autor dieser Zeilen bislang noch nicht erlebt. Da beschreibt ein renommiertes Unternehmen ausführlich und überaus detailliert, wie ein neu entwickeltes Produkt aussieht, welche Ideen dahinter stehen, welche Funktionen und Ausstattungsmerkmale es aufweist, verweist darauf, dass es zu einem sehr attraktiven Preis realisierbar ist, und schließt dennoch mit dem Hinweis, dass es dieses Produkt so NIE geben wird.

Spannend, oder? Zumal es sich um nicht weniger als einen so genannten Musik-Server handelt, den das deutsche Unternehmen Restek AG als Restek Miniser auf seiner Webseite anführt.

Schon die Überschrift der Produktbeschreibung leitet den Besucher in diese Richtung, denn hier heisst es sinngemäß, dass hier vorgestellt wird, wie schlicht ein kleiner und preiswerter Musik-Server aussehen könnte. Gleich darunter findet man eine Abbildung des Geräts, das es nach Bild-Unterschrift gar nicht gibt…

Wobei, dass es den Musik-Server Restek Miniser so nicht gibt, stimmt nur bedingt, denn natürlich wurde dieser von der Restek AG entwickelt und gar realisiert, allerdings allen voran für den eigenen Gebrauch, aber nicht, um diesen zu vermarkten.

So gibt Restek AG zu Protokoll, dass man unverändert der Überzeugung sei, dass ein Musik-Server mit einfachen Mitteln und sehr preisgünstig zu bauen sei, und geht sogar soweit festzuhalten, dass dieser auch genau so gebaut werden sollte. Als wesentlichstes Argument für diese Behauptung führt das deutsche Unternehmen an, dass die Musik-Qualität nicht durch den Server, den reinen Datenlieferanten bestimmt wird, also nicht von „der Festplatte gemacht“ wird, wie es Restek AG ausdrückt, sondern allein vom eigentlichen Renderer und natürlich dem Wandler. Zudem würde alles, was rund um den Server mit purer IT zu tun habe, derart schnell veralten, sodass man nachhaltig hochwertige Produkte, wie sie im HiFi-Markt üblich seien, gar nicht realisieren könne.

Restek Musikserver

Und genau dies ist wohl für Restek AG das letztlich entscheidende Kriterium, dem wir uns durchaus zu weiten Teilen anschließen können: Nicht die IT bestimmt die Qualität, die liefert nur die Funktionalität. Es ist vielmehr die „klassische“ HiFi, die nach wie vor allein darüber entscheidet, auf welchem Qualitätsniveau eine HiFi-Kette spielt, auch wenn digitale Daten verarbeitet werden, und somit das „Abspielgerät“ ein Streaming-Client ist.

Und in der IT gelten nunmal andere Gesetze am Markt, die zum Großteil absolut inkompatibel mit den Strukturen der HiFi-Welt sind, aus rein marktwirtschaftlichen Überlegungen gesehen.

Dennoch hat sich Restek AG der Thematik angenommen, und präsentiert als Ergebnis den Restek Miniser, der scheinbar auf einem System aus dem Hause CubieTech Limited basiert, und zwar dem CubieTruck Ewell. Dessen Gehäuse misst nur wenige Zentimeter, und präsentiert sich somit als kleine schwarze, geradezu unauffällige Box. Im Inneren werkt ein nicht näher beschriebener Dual Core-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1 GHz, dem 8 GByte FLASH Speicher sowie 2 GByte RAM zur Seite stehen. Auch bei der verwendeten Software hält das Unternehmen die Beschreibung recht allgemein und spricht von einer gängigen Server-Software. Für Audio-Daten setzt man auf eine SSD mit einer Kapazität von zumindest 128 GByte, was nach Angaben des Unternehmens für immerhin rund 400 CDs im FLAC-Format reicht, und die um rund € 150,- zu haben ist. Wählt man eine 2,5 Zoll Festplatte mit 1 TByte, so ist diese ebenfalls um wenig Gelde zu haben, fasst aber bereits circa 3.000 CDs, und optional könne man gar auf eine RAID-Erweiterung vertrauen, die nicht nur Datensicherheit, sondern ein Mehr an Speicherkapazität bietet.

An Anschlüssen stehen hier unter anderem USB-Ports, ein VGA- als auch HDMI-Anschluss für ein Display, ein optischer Digitalausgang, und natürlich eine Netzwerk-Schnittstelle für Gigabit-Ethernet in Form einer RJ45-Buchse zur Verfügung, die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil. Als Erweiterung kann das System mit verschiedensten Musik-Center-Software-Lösungen versehen werden und etwa mit einer Infrarot-Fernbedienung direkt gesteuert werden, sofern man es nicht nur als Server, sondern zudem direkt als Player einsetzen will.

Wie bereits erwähnt, es handelt sich hierbei keineswegs um eine Design- oder Machbarkeitsstudie, sondern tatsächlich um ein real existierendes System, das es aber dennoch NICHT geben wird, so Restek AG ausdrücklich.

Vielmehr nutze man diese Lösung als Datenlieferant für eigene neue Streaming-Lösungen, den bereits im letzten Jahr präsentierten, und nunmehr in Kürze verfügbaren Restek MAMS+, der etwa im Rahmen der Norddeutschen HiFi-Tage Anfang Februar 2015 in Hamburg in finaler Version präsentiert wird.

Hier kann man sich also auch den "Mini-Server" Restek Miniser ansehen, und wir befürchten, dann wird der Kummer vieler Musik-Enthusiasten noch größer sein, und zwar darüber, dass sich Restek AG derart zurückhaltend beim Restek Miniser zeigt, denn hier dürfte ein wirklich feines System zur Verfügung stehen. Aber wer weiß, ob da wirklich das allerletzte Wort schon gesprochen ist…

Share this article