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Roon Labs LLC. präsentiert Nucleus und Nucleus+ mit ROCK

Foto © Roon Labs LLC.

Roon Labs LLC., das war bislang eine reine Software-Schmiede, die alles daran setzte, ihre Software-Lösung Roon tunlichst vielen Partnern schmackhaft zu machen, sei es nun als reiner Roon Endpoint, als Roon ready DAC, oder aber gar als Roon Server. Nun aber steigt man selbst ins Hardware-Business ein, und zwar mit dem Nucleus und Nucleus+. Darüber hinaus präsentiert man erstmals ROCK, Roon Optimized Core Kit, das die Basis für besagte Hardware bildet, aber auch separat für DIY-Lösungen zur Verfügung stehen soll.

Kurz gesagt...

Die Software-Schmiede Roon Labs LLC. steigt nun selbst ins Hardware-Geschäft ein, und zwar mit dem neuen Roon Nucleus und Roon Nucleus+, zwei Roon Server bzw. Roon Core-Systemen.

Wir meinen...

Die Software-Schmiede Roon Labs LLC. macht… Hardware. Was man zunächst allein Partnern überlassen hatte, macht man nun, zumindest in Teilen, selbst. Mit den Lösungen Nucleus powered by Roon sowie Nucleus+ powered by Roon sollen besonders elegante, geradezu winzige, aber dennoch leistungsstarke Server für Roon zur Verfügung stehen, so genannte Roon Core Systeme. Dafür bedient man sich einer Plattform von Intel, den so genannten Intel NUCs, die mit Roon OS, besser nunmehr ROCK ausgestattet sind. ROCK soll aber auch allen Anwendern zur Verfügung stehen, die sich ihren Server selbst konfigurieren wollen, und zwar ebenfalls auf der Basis eines NUCs der fünften, sechsten oder siebten Generation.
Hersteller:Roon Labs LLC.
Vertrieb:Roon Labs LLC.
Preis:Nucleus powered by Roon US$ 1.200,-
Nucleus+ powered by Roon US$ 2.000,-

ROCK kostenlos (Roon Lizenz erforderlich)

Von Michael Holzinger (mh)
05.06.2017

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Mit Roon schickt sich allmählich eine Software-Lösung an, die Rolle eines neuen „Standards“ einzunehmen, wenn es um Streaming auf gehobenem Qualitätsniveau, ja gar auf High-end Level geht. Die von Roon Labs LLC. entwickelte Lösung bietet derzeit derart viele Vorzüge gegenüber anderen Lösungen, dass sogar so manch namhafter Streaming-Spezialisten und dessen Lösung richtig, richtig armselig dagegen wirkt. Wer bereits die Lösung von Roon Labs LLC. probieren konnte, wird uns wohl zustimmen und bestätigen, dass unsere Lobeshymne keine Übertreibung ist.

So kann man klar festhalten, dass es derzeit kein vergleichbares System gibt, das einerseits Plattform- und Hersteller-unabhängig eingesetzt werden kann, gleichzeitig einen derart hohen Bedienkomfort und eine beeindruckende Performance bietet, wobei die Qualität, auf der die Lösung spielt, letztlich allein durch die vom Anwender eingesetzte Hardware bestimmt wird.

Mit zum Erfolg von Roon Labs LLC. hat wohl beigetragen, dass sich das Unternehmen bislang als sehr offene, tunlichst auf Zusammenarbeit mit anderen Branchenvertretern ausgerichtete Software-Schmiede präsentierte. Man selbst liefert die Software, andere sollen sich um die Hardware kümmern. Das System basiert auf dem eigentlichen Roon Server, dem so genannten Roon Core. Dieser kann auf jedwedem PC oder Mac installiert werden, selbst so manch leistungsstarke NAS kann direkt als Basis für den Roon Core genutzt werden. Die Software-Schmiede unterstützt bereits hier alle relevanten Plattformen wie Microsoft Windows, Apple OS X und Linux. Als so genannte Roon Endpoints können ebenfalls verschiedenste Lösungen herhalten, im einfachsten Fall kann dies etwa wiederum ein PC oder Mac sein. Auf diesem wird die so genannte Roon Bridge installiert. Idealerweise nutzt man einen D/A-Wandler, der als Roon Tested DAC gilt, sodass damit das von der Software genutzte RAAT, das Roon Advanced Audio Transport unterstützt wird um bestmögliche Qualität mit Bit-to-bit Wiedergabe zu garantieren. Ebenso kann ein Streaming-Client eingesetzt werden, der als Roon Ready Network Player klassifiziert ist. Auch diese unterstützen besagtes RAAT, und damit Bit-perfect Audio-Streaming selbst im Multiroom-Verbund. Gesteuert wird all dies wahlweise über Smartphone oder Tablet, und zwar mit der Roon Remote, die natürlich für Google Android und Apple iOS, aber ebenso für Apple OS X, Microsoft Windows und Linux, und damit auch für Desktop-Systeme zur Verfügung steht.

Dies in aller Kürze um aufzuzeigen, wie offen das Ökosystem von Roon Labs LLC. ist.

Und nun folgt der nächste Clou von Roon Labs LLC., denn die Software-Schmiede wagt sich nunmehr ins… jawohl, ins Hardware-Business, dies verkündete das Unternehmen im Rahmen der High End 2017 in München.

Die Idee hinter diesem durchaus gewagten Schritt ist es, die Basis der Software zu verbreiten. So ist man bei Roon Labs LLC. überaus erfreut, dass sich immer mehr Hersteller von Streaming-Lösungen und DACs dazu entscheiden, Roon zu unterstützen. Die „Endpoints“, sprich die Geräte zur Wiedergabe sind also nicht das Problem. Wohl aber die Basis, der Server, der für Roon unerlässlich ist, und der doch ein gewisses Maß an Eigeninitiative der Anwender erfordert, da es hier kaum Lösungen Out-of-the-Box gibt.

Bislang muss entweder ein PC oder Mac dafür herhalten, wobei hier die Installation noch vergleichsweise simpel ist. Etwas komplexer sieht es schon bei einer NAS aus, auf der man den Roon Core installiert. Vor allem unbedarfte Anwender schrecken davor zumeist zurück, ganz abgesehen davon, dass man doch zu einer leistungsstarken und damit recht kostspieligen NAS greifen sollte…

Die klassische „HiFi-Lösung“, die sich für den normalen Vertriebsweg über den Fachhandel eignet, die gibt es bislang für Roon als Server defakto kaum. Ausnahmen sind hier etwa der Elac Discovery Music Server DS-S101-G, der aber auf Roon Essential setzt, und der für Herbst angekündigte Elac Discovery Q Roon Music Server, der seine Premiere ebenfalls auf der High End 2017 feierte.

Genau diese Lücke will nun Roon Labs LLC. selbst schließen und stellt dafür die Lösungen Roon Nucleos powered by Roon sowie Nucleos+ powered by Roon vor.

Hierbei handelt es sich im Wesentlich um nichts anderes als besonders schlanke Barebone-Systeme aus dem Hause Intel, die als so genannte Intel NUC seit Jahr und Tag bei IT-affinen Menschen mit „Bastelleidenschaft“ hoch im Kurs stehen. Ausreichend leistungsstark um selbst multimediale Aufgaben zu erledigen werden sie als Basis für so manch DIY-Lösung (Do it yourself) eingesetzt. Nun sollen sie auch als Roon Core eingesetzt werden, und zwar vorinstalliert, und damit ohne jedweden weiteren Aufwand durch den Anwender.

So handelt es sich beim Nucleus powered by Roon um einen Intel NUC Intel 7th Generation Core i3 Prozessor, dem 4 GByte RAM zur Seite stehen, und der mit einer 64 GByte SSD ausgestattet ist. Dies reicht vollkommen, denn es ist nicht die Aufgabe des Nucleus, irgendwelche Audio-Daten zu beherbergen, die Speicherkapazität muss allein fürs Betriebssystem, die Anwendung Roon selbst, und die von dieser angelegten Datenbank reichen. Selbst wenn optional also eine 2,5 Zoll SSD oder HDD nachgerüstet werden kann, die Daten selbst finden sich im Netzwerk, etwa auf einer NAS (Network Attached Storage Lösung), oder einer externen USB-Festplatte. Die Integration ins Netzwerk erfolgt hier mittels Gigabit-Ethernet, für Festplatten stehen Thunderbolt 3 Schnittstellen und zwei USB 3.0 Ports zur Verfügung. Diese USB-Ports können aber auch für entsprechende USB-DACs genutzt werden, sodass der Nucleus by Roon nicht nur als Server, sondern direkt auch als Player fungieren kann. Verpackt ist all dies in einem durchaus schicken Gehäuse aus Aluminium, wobei ein so genanntes Fanless Design eingesetzt wird, also keinerlei Lüftergeräusche zu befürchten sind.

Der Nucleus+ powered by Roon basiert auf einem Intel NUC Intel 7th Generation Core i7 Prozessor mit 8 GByte System RAM und 128 GByte SSD. Die übrige Ausstattung entspricht der zuvor beschriebenen Konfiguration.

Bei beiden Konfigurationen kommt übrigens ein spezielles Betriebssystem zum Einsatz, das zunächst als Roon OS angekündigt wurde. Dabei handelt es sich um nichts anderes, als eine aufs absolute Minimum reduzierte Linux-Distribution, die wirklich nur die Basis-Funktionen nutzt, um als Basis für Roon zu dienen. Durch dieses „Abspecken“ und der Optimierung für die eingesetzte Hardware ist es möglich, eine besonders gute Performance zu erzielen, zudem ist der Installationsaufwand minimal, und der Nucleus powered by Roon bzw. Nucleus+ powered by Roon können tatsächlich als so genannte „Black Box“ fungieren, die allein ins Netzwerk eingebunden, und komplett aus der Ferne administriert werden können.

Nachdem Roon Labs LLC. für diese beiden Systeme durchaus stolze Preise ausruft, nämlich nicht weniger als US$ 1.200,- für den Nucleus powered by Roon und gar US$ 2.000,- für den Nucleus+ powered by Roon, dürfte die zweite Neuerung, die Roon Labs LLC. in diesem Zusammenhang auf der High End 2017 in München zu verkünden hatte, für viele viel spannender sein.

Das nämlich, was die beiden Nucleus-Lösungen „antreibt“, besagtes Roon OS, das soll auch separat angeboten werden, und zwar als „kostenloser“ Download für alle Anwender von Roon.

ROCK, so nennt sich dieses Betriebssystem, wobei diese Abkürzung für nichts anderes als für Roon Optimized Core Kit steht und damit schon viel über dessen Konzept aussagt.

ROCK ist diese aufs absolute Minimum abgespeckte Linux-Distribution samt Roon Core, die sich auf einem Intel NUC der fünften, sechsten, und nunmehr aktuellen siebten Generation installieren lässt. ROCK ist also bereits optimal auf diese Hardware abgestimmt.

Die Optimierung von ROCK geht sogar soweit, dass für die Installation nahezu nichts getan werden muss. Man lädt sich ROCK von der Webseite des Anbieters, überspielt dies auf einen USB-Stick, und bootet von diesem. Allein eine einzige Frage muss man hier „beantworten“, nämlich jene, wo die Daten für den Roon Server liegen, etwa auf einer USB-Festplatte direkt am NUC, oder aber auf einer NAS im Netzwerk, die über SMB zugänglich ist. Das war’s!

Etwaige künftige Updates werden automatisch eingespielt, sodass man sich auch darum nicht kümmern muss. Ein NUC auf Basis von ROCK ist also ebenfalls eine Black Box, die einfach im „Verborgenen“ ihre Dienste verrichtet. Bedenkt man, dass man derartige NUCs bereits im Preisbereich von etwas über € 300,- für eine Lösung mit Intel Core i3 Prozessor bis hin zu rund € 500,- für eine Lösung mit Intel Core i7 Prozessor erhält, eine überaus attraktive Option, selbst wenn man natürlich den Preis von Roon dazu rechnen muss, der entweder jährlich mit US$ 119,-, oder einmalig mit US$ 499,- für eine Lifetime Membership zu kalkulieren ist.

Wann die genannten Hardware-Lösungen aus dem Hause Roon Labs LLC. auch hierzulande erhältlich sein werden, steht noch nicht final fest. Ziel sei es, diese keineswegs allein online zu vertreiben, und schon gar nicht „Dumping-Preisen, so das Versprechen des Unternehmens. Vielmehr habe man vor, diese Produkte über einen klassischen Vertriebsweg zu verbreiten, sodass diese auch für den Fachhandel interessant sind und er dabei auch Service-Dienstleistungen rund um Komplett-Lösungen anbieten kann.

"The HiFi dealer market requires turn-key hardware. Hard to sell someone $50,000 audio setup and then send them home to install Roon on a Mac" Danny Dulai - COO Roon Labs LLC.

Die Software ROCK soll bereits dieser Tage zum Download bereit stehen. In Gespräch mit sempre-audio.at verkündete man in München, dass man die finale Version freigeben würde, sobald man wieder zurück im Office sei…

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