Foto © SOtM

SOtM sMS-100 - Revitalisierung des Squeeze-Server?

Das koreanische Unternehmen SOtM präsentiert mit dem SOtM sMS-100 einen besonders kompakten Streaming-Client, der sich auf alle relevanten Standards versteht, ja gar das Herz von Anwendern des so genannten Squeeze-Server höher schlagen lässt, denn auch dieser wird unterstützt.

Kurz gesagt...

Mit einem außergewöhnlichen Streaming-Client wartet SOtM auf. Der SOtM sMS-100 versteht sich nicht nur auf UPnP und Apple AirPlay, er kann auch Inhalte über Squeezebox Server wiedergeben.

Wir meinen...

Nur wenige Zentimeter misst der SOtM sMS-100, verfügt über keinen integrierten D/A-Wandler, und ist wohl gerade deswegen ein enorm flexibler Streaming-Client. Hier kann der Anwender aus dem Vollen schöpfen, und beginnend bei der Server-Software, über den USB DAC bis hin zur Steuerung mittels Smartphone und Tablet nahezu alles seinen eigenen Vorstellungen entsprechend wählen.
Hersteller:SOtM
Vertrieb:Higoto GmbH
Preis:k.A.

Von Michael Holzinger (mh)
16.06.2014

Share this article


Squeezebox, dies ist, nein inzwischen muss man vielmehr sagen, dies war eine überaus interessante Produktreihe an Streaming-Clients, die - rückblickend gesehen - durchaus Standards setzte. Ursprünglich vom Unternehmen SlimDevices entwickelt, muss man diese Lösung als Vorreiter dessen betrachten, was heutzutage bei vielem Streaming-Systemen als Standard gilt. Hier fand man einen Funktionsumfang vor, den der Mitbewerb, sofern zu dieser Zeit bereits überhaupt relevant, noch lange nicht bieten konnte. Gleichzeitig glänzte man durch eine weitestgehend offene Struktur, die das ansich geschlossene System für Drittanbieter öffnete, und somit den ohnedies schon recht erstaunlichen Funktionsumfang nochmals teils drastisch erweiterte. Allen voran IT-affine Anwender fanden hier ein immens vielseitiges Betätigungsfeld vor, um das Musik-Streaming-System nahezu ideal an ihre Vorstellungen anzupassen.

Die Squeezebox-Reihe wurde bei einer breiten Konsumentenschicht spätestens dann bekannt, als der Zubehörspezialist Logitech die Produktreihe übernahm, und damit versuchte, im gerade sich etablierenden Marktsegment der Streaming-Lösungen zu etablieren. Und tatsächlich konnte man - zumindest kurzfristig, mit den verschiedensten Logitech Squeezebox-Produkten ansehnliche Erfolge feiern.

Doch leider verstand es das Unternehmen nie so richtig, die ansich tadellosen Produkte richtig zu positionieren. Zu sehr verließ man sich auf etablierte Vertriebswege, und die bestanden traditionellerweise natürlich allen voran im IT-Markt, aber eben nicht im Bereich der Unterhaltungselektronik. So wurden die Lösungen mehr oder weniger deutlich unter Wert gehandelt, da der IT-Handel das wahre Potential nie ausschöpfte. Für die meisten Händler war es eben ein „Radio“ mit Netzwerk-Funktion, aber nicht mehr. Ähnlich ungeschickt agierte der klassische HiFi-Fachhandel, der in der Squeezebox-Reihe ein reines IT-Produkt sah, und ebenfalls das tatsächliche Potential nicht erkannte. So kam es keineswegs überraschend, dass sich Logitech irgendwann dazu entschied, die Produktreihe sang und klanglos einzustellen.

Wie populär allerdings die Lösungen der Squeezebox-Reihe nach wie vor sind, zeigen allein die bei Plattformen wie eBay gehandelten Preise für die verschiedensten Produkte aus dem Hause Logitech. So manches gebrauchte Device wird hier durchaus im Preisbereichen gehandelt, die zuletzt für Neugeräte ausgerufen wurden.

Die hohe Popularität der Squeezebox-Reihe liegt allen voran an dem zugrundeliegenden Server, dem so genannten Squeezebox Server, der längst zum großen Teil unter Open Source-Lizenz zugänglich ist, und nach wie vor eifrig von einer immens großen Community gehegt und gepflegt wird. So stehen etwa unzählige Plug Ins zur Verfügung, die den Squeezebox Server für alle Eventualitäten rüsten, und somit wohl zu einer der nach wie vor flexibelsten Lösung am Markt machen.

Daher wird es die eingeschworene Fan-Gemeinde sehr freuen, dass nun offensichtlich ein neuer Streaming-Client für den Server ihrer Wahl zur Verfügung steht, und zwar vom koreanischen Unternehmen SOtM.

Der neue SOtM sMS-100 präsentiert sich als geradezu unscheinbar wirkendes kleines Metall-Kästchen, das nicht mehr misst, als 105 x 53 x 150 mm und nicht einmal 1 kg wiegt. An Schnittstellen steht zunächst ein Gigabit Ethernet-Port, und zudem drei USB 2.0 Ports zur Verfügung. Ein Audio-Ausgang fehlt dem kleinen Teil, denn dafür sind die besagten USB-Anschlüsse gedacht. Hier wird ein externer USB DAC angeschlossen, etwa der USB DAC aus dem Hause SOtM, der SOtM dx-USB HD, der identische Abmessungen und den gleichen Formfaktor wie der Streaming-Client SOtM sMS-100 aufweist.

Auch Bedienelemente sucht man hier vergeblich, lediglich eine Status LED ist an der Front zu finden. Die Installation des Streaming-Clients erfolgt ausschließlich über ein Web-Interface, gleichgültig, welche Plattform, also entweder Microsoft Windows, Apple OS X oder Linux. Hier werden alle Einstellungen vorgenommen, also etwa auch, welche Standards unterstützt werden, und alle dafür relevanten Netzwerk-Einstellung und die dafür nötigen Datenquellen im Netzwerk.

Und genau hier wird es interessant, denn der SOtM sMS-100 versteht sich zunächst auf das Musik-Streaming über UPnP, was natürlich nichts Außergewöhnliches darstellt. Zudem erlaubt er das Musik-Streaming über Apple AirPlay, sodass jedes Apple iPhone, der iPod touch als auch das iPad, aber ebenso ein PC oder Mac mit Apple iTunes als Quelle dienen kann. Damit lässt sich der SOtM sMS-100 auch als Teil eines Multiroom-Streaming-Systems nutzen, wobei mittels der App Apple Remote für iOS die Steuerung vorgenommen wird.

Desweiteren wird aber auch der einleitend ausführlich beschriebene Squeezebox Server unterstützt, sodass dessen volles Leistungsspektrum genutzt werden kann. Damit werden nicht nur über den Squeezebox Server verwaltete eigene Inhalte in den unterschiedlichsten Formaten, darunter auch Highres-Dateien, sondern ebenso diverse Online-Dienste zugänglich.

Der neue SOtM sMS-100 versteht sich auf die Wiedergabe von Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 384 kHz, ist also in der Lage, so genannte DXD Highres-Audiodaten zu verarbeiten. Auch DSD Dateien lassen sich wiedergeben.

Je nachdem, für welchen Standard man sich entscheidet, stehen natürlich zahllose Apps zur Wiedergabe-Steuerung zur Verfügung, und zwar für nahezu alle relevanten Plattformen. Der ambitionierte, und im konkreten Fall auch ein wenig mit IT-Fachwissen ausgestattete Anwender kann hier also wirklich aus dem Vollen schöpfen, und sich ein Audio-Streaming-System ganz nach seinen Wünschen gestalten, angefangen bei der Server-Software, über den verwendeten USB DAC, bis hin zur Steuerung über Smartphones und Tablets.

Bislang ist noch nicht klar, wann und zu welchem Preis der neue SOtM sMS-100 auch hierzulande im Fachhandel zu finden sein wird. Die Produkte des koreanischen Unternehmens werden von der Firma Higoto GmbH betreut.

Share this article