Sara K. "Made in the shade"

Das Licht von Sternen reist durchs Universum, auch wenn diese längst verloschen sind. So lautet die Einleitung des Pressetextes zu „Made in the shade“, jenem Album also, dass das letzte von Sara K. sein soll. Mit diesem Werk beendet die Sängerin ihre langjährige Karriere und zieht sich ins Privatleben zurück.

Kurz gesagt...

Es soll ihr letztes Album sein: mit „Made in the shade“ zieht sich Sara K. von der Bühne zurück.

Wir meinen...

Mit „Made in the shade“ liefert Sara K. nicht nur ein wahrhaftes Meisterwerk zum Abschluss ihrer Karriere ab, dieses Album ist gleichzeitig ein Blick nach vorn. Ein musikalisch verfasster Leitfaden, wie man mit Schicksalsschlägen umgeht, ohne daran zu zerbrechen, und dies noch dazu in beeindruckender, ergreifender Weise.

Von Michael Holzinger (mh)
24.02.2009

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Auf der Webseite ihres Labels Stockfisch Records ist ein kurzes Statement der Künstlerin über ihre Beweggründe zu lesen, warum "Made in the shade" ihr letztes Album, bzw. der Abschluss ihrer Karriere sein soll:

"A note to my friends and fans: I'm putting the pen to paper one last time to say thank you for all your support over these many years. After many years on the road and writing music, I've decided to stop touring and recording. It's hard to explain why but I hope you will understand. I had a good run but I think it's over. It's just too much for too little these days. 'Made in the Shade' explains it as best as I know how. Please except my love and gratitude for all the years you have given me yours. Many, many thanks to Gunter Pauler at Stockfisch Records.

All my best wishes for you and yours,

Sara"

Wer sich nun aber von diesem Album ein sentimentales, zum Abschiedsepos hochstilisiertes Kunstgebilde erwartet, der liegt gänzlich falsch, und kennt Sara K.‘s bisheriges Schaffen nicht - oder hat es zumindest nicht verstanden. Dabei hätte die Künstlerin scheinbar eine Vielzahl an Gründen, ein von Sentimentalität und Schwermut triefendes Album abzuliefern. Dazu muss man im konkreten Fall nicht einmal zwischen den Zeilen lesen können, dies verraten allein die kurzen Notizen, die Sara K. jedem Titel im Booklet beifügte. Auch der Titel selbst weist darauf hin, dass die Künstlerin mit diesem Album etliche Schicksalsschläge zu verarbeiten versucht.

So ist der dem Album namensgebende Song „Made in the shade“ ihrem langjährigen Wegbegleiter und - wie Sara K. selbst meint - Seelenverwandten Chris Jones gewidmet, der vor einigen Jahren starb. All das in Form von bewegenden Liedern auf diesem Album zu verarbeiten, gelingt Sara K. aber auf die wohl großartigste Weise: es ist kein Blick zurück in Wehmut, vielmehr ist es ein Fazit des bisher Geschehenen, die Erkenntnis, dass große Momente des Glücks nur erlebbar sind, wenn man auch die Schattenseiten des Lebens zu akzeptieren lernt.

Abgesehen von der wie immer beeindruckenden und ergreifenden Stimme von Sara K. und der bewegenden Texte und sanften Melodien dieses Werks sorgen sehr zurückgenommene, sehr filigrane Arrangements mit nur wenigen Instrumenten für eine dennoch sehr dichte Atmosphäre. Neben akustischen Gitarren, einiger weniger E-Gitarrenklänge und einem Freetless-Bass erklingen Klavier- und Hammond-Sounds sowie ebenfalls sehr sparsam eingesetzte Blässer, unterlegt mit nur begleitender, niemals bestimmender Percussion. Eine wichtige Rolle beim Klangbild von „Made in the shade“ fällt einer Konzertharfe zu, die von Johanna Single gespielt wird.

Produziert und aufgenommen wurde „Made in the shade“ auch diesmal von Günter Pauler, Chef des Labels Stockfisch, höchstpersönlich. Er sorgt dafür, dass der intime Charakter der Songs dieses Albums perfekt zur Geltung kommen, und zwar sowohl im Stereo- als auch Surround-Mix dieser als Hybrid-SACD erhältlichen Aufnahme. Fürs Mastering sowie den Surround-Mix zeichnet übrigens Hans-Jörg Maucksch verantwortlich.

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Facts

Album

Made in the shade

Künstler

Sara K.

Komponist

Sara K.

Genre

Singer/ Songwriter

Jahr

2009

Format

Hybrid-SACD (5.1 Mehrkanal, Stereo & Audio-CD)

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