Schallplatten-Spieler von Audiowood - Mehr Individualität geht schwer...

Plattenspieler aus einem Wurzelstock, ein Apple iPhone Dock aus Bambus, oder einfach ein schönes Sideboard für die heimische HiFi Anlage. Sie haben eigene Vorstellungen, wie HiFi und passendes Zubehör auszusehen hat – bitte sehr - dann sind Sie bei Audiowood genau richtig.

Von Jürgen Weber-Rom (jwr)
10.06.2012

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Wer sich nicht das ins eigene Domizil stellen möchte, was gerade so modisch und schwer im Trend ist, und wer auch bei HiFi nicht mit Kommerz anfangen möchte, kann hier sich einen höchst ungewöhnlichen und atemberaubend schönen Plattenspieler bestellen. Und weil man sich bei Audiowood nicht festlegen will, so verwöhnt man nicht nur Analog-Freunde, sondern widmet sich auch modernen Lösungen rund um mobile Devices. So kann man sich gleichmal ein zum Schallplatten-Spieler passendes Apple iPhone Dock mit anfertigen lassen.

Audiowood muss man als HiFi begeisterter Mensch einfach kennen. Und dafür soll nicht zuletzt genau dieser Bericht sorgen. Hierbei handelt es sich um einen US-amerikanischen Designer, welcher im nordöstlichen Florida beheimatet ist. Der Inhaber und Ideenfinder der kleinen amerikanischen Firma ist Joe Scilley. Eine Ansicht, die ich mit Joe teile, ist die Tatsache, dass die Welt nicht ohne diese unfassbar schönen Wurzelholz-Plattenspieler überleben kann. Genauso augenzwinkernd charmant kann man die Plattenspieler, die Apple iPhone Docks, HiFi Racks und so manche anderen Gadgets durchaus sehen. Auch ohne hohe Affinität zum Werkstoff Holz muss man die außergewöhnliche Gestaltung anerkennen, denn Joe spricht immerhin von einer perfekten Symbiose aus Funktion und „funky“ Aussehen.

Ich für meinen Teil habe eine große Affinität zu Holz. Und, offen gestanden, je Natur näher es wird, umso schwieriger ist es, dem unmittelbaren Drang, gleich zu bestellen, nicht nachzugeben.

Joe Scilley hat eine feine Nische rund um das Thema HiFi für sich entdeckt und über die Jahre weiter entwickelt. Er bietet individuelle Plattenspieler-Konstruktionen an, die im Grunde auf einem besonderen Stück Holz basieren. Optisch besonders anspruchsvoll und aufsehenerregend ist wohl ein Modell, das aus einem Stück Wurzelholz hergestellt wird. Ein Blick in seine Galerie zeigt unter anderem das Modell El Diabolo oder die Ausführung Big Red.

Hier wird aus einem passenden Wurzelstock eines Baumes eine Scheibe geschnitten und nach der Säuberung penibelst geschliffen und lackiert. Andere Plattenspieler nähern sich mehr der herkömmlichen Bauweise und werden in einer Art Rahmenkonstruktion aufgebaut - Modell Poster Boy und Heather, welche aber ebenfalls aus besonders schön gemasertem Holz konstruiert werden. Die Technik wird in den Rahmen eingesetzt.

Mein persönlicher Favorit El Diabolo besteht aus einer beeindruckenden Basis aus amerikanischem Rotholz-Wurzelstock mit Ebony gefärbten Fußelementen und massiven Messingspikes. Der Plattenteller ist eine Audiowood-eigene Konstruktion. Es besteht die Möglichkeit, sich verschiedene Tonarme montieren zu lassen. Am Bild ist etwa ein Rega RB251 zu sehen, und als Antrieb fungiert ein Teres-Motor.

Das Holz durchläuft viele Arbeitsschritte bis eine fertige Basis für die weitere Verarbeitung bereit steht. Nach der Auswahl des geeigneten Wurzelstockes wird dieser gereinigt und in Scheiben geschnitten. Erst nach den ersten Arbeitsschritten kann man, so der Designer, abschätzen, ob die vorliegenden Arbeitsstücke für die Produktion überhaupt geeignet sind. Ein natürlich gewachsener Holzblock kann Risse und Einschlüsse, wie eingewachsene Steine, aufweisen. Nachdem man das Holz ausgewählt hat, muss dieses im ersten Schritt maschinell auf die Maße gebracht werden.

Nachdem man das Rohmaterial entsprechend gesägt und gefräst hat, kann man endgültig abschätzen wie der Plattenspieler aussehen kann, oder ob man gar nochmal ein neues Stück vorbereiten muss. Es ist viel Arbeit und wird begleiten von einer hohen Anzahl an Ausschusswerkstücken, die sich nicht zur weiteren Verarbeitung eignen.

Im Anschluss werden die Bohrlöcher und Fräsungen für die technische Ausstattung eingebracht und danach teilweise per Hand poliert und das Holz mittels Hartwachs versiegelt. Eine kluge Lösung ist sicherlich die Option, Plattenteller und Arm-technik selbst bestimmen zu können. Ich könnte mir an dieser Stelle etwa einen Morch-Arm gut vorstellen. Allerdings benötigt die Auswahl, sofern man nicht den Herstellerempfehlungen folgen möchte, fiel Fingerspitzengefühl und Sachkenntnis. Denn ein derart aufgebauter Plattenspieler lässt sich nicht so ohne weiteres in die gängigen Schemata klassifizieren.

Auch wenn man durchaus von einem klassischen kleinen Masse-Laufwerk sprechen kann, so muss man große Vorsicht bei der Beurteilung und Einschätzung des Resonanzverhaltens walten lassen. Denn ein Naturholzblock hat kein berechenbares Resonanzmuster, und jeder Plattenspieler ist höchst individuell. Die besondere Herausforderung muss man in der eigentlichen Bearbeitung des Holzblockes sehen. Die Kunst etwa, Spannungsrisse bei Raumluft-Änderungen zu vermeiden, oder zumindest so zu minimieren, dass der Plattenspieler seine einwandfreie Funktion behält, welche auch auf der Maßhaltigkeit des Werkstoffes basiert.

Für mich stellt ein individueller Plattenspieler aus diesem Hause eine gelungene Ergänzung zu dem etablierten Markt dar. Es ist ein charmanter Weg, um einen absolut individuellen Charakter auch im Bereich HiFi darzustellen.

Eine weitere Produktgruppe, die bereits einleitend erwähnt wurde, und die es ebenso wert ist, genauer in Augenschein genommen zu werden, sind die wirklich schönen HiFi-Möbel und Sideboards, die Joe Scilley anbietet, aber auch die trendigen Apple iPhone oder Apple iPad Docks können schon optisch voll und ganz übrzeugen. Auch diese sind natürlich ausschließlich aus Holz gefertigt und zeichnen sich durch eine individuelle Gestaltung aus. Selbst Lautsprecher-Systeme findet man auf der Webseite des Unternehmens. Ein überaus vielseitiger und offensichtlich sehr umtriebiger Entwickler, diese Joe Scilley...

Die Preise für die Plattenspieler werden individuell berechnet und hängen stark von der jeweils verwendeten Technik ab. Hier wird eine Spanne von US$ 750,- bis US$ 3.500,- genannt. Bitte beachten Sie hierbei, dass zusätzlich noch Transportkosten und Zollgebühren anfallen.

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