Skurril: HiFi-Anlagen teils länger im Haus als eigene Kinder


Anhand einer neu präsentierten Studie wird nun durch repräsentative Zahlen belegt, was eingeschworene HiFi-Enthusiasten ohnedies seit Jahr und Tag wissen. Ein hochwertiges HiFi-System ist eine Wertanlage, die über Jahre für Freude sorgt, intensiv genutzt wird, und bei deren Auswahl allein der Klang das entscheidende Kriterium darstellt.

Von Michael Holzinger (mh)
26.03.2010

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HiFi ist ein wunderbares Hobby. Einmal infiziert, gibt es glücklicherweise keine Heilung gegen den Virus, und man ist zeitlebens dazu „verdammt“, Musik als Genuss zu verstehen und alles Erdenkliche dafür zu tun, dieser Leidenschaft nachzugehen, und die eigene Anlage peu peu zu perfektionieren.

Eine aktuelle Studio belegt nun, was eingefleischte HiFi-Freunde ohnedies bereits wissen. Eine gute HiFi-Anlage ist eine wertbeständige Investition für Jahre. Die vom Verband High End Society zusammen mit TNS Infratest in Deutschland durchgeführte Studio zeigt, dass Musikanlagen in deutschen Wohnzimmern im Schnitt zehn Jahre alt sind. Mehr noch, bei 15,8 Prozent der Befragten beträgt das Alter der Anlage sogar zwischen 11 und 19 Jahren und bei immerhin noch 13,1 Prozent kommen Geräte zum Einsatz, die 20 Jahre oder älter sind.

Dieses Ergebnis veranlasst Kurt W. Hecker, Vorstandsvorsitzender der High End Society zu dem zwar etwas pointiertem, aber durchaus zutreffendem Resümee: „Somit bleibt eine gute Musikanlage manchmal sogar länger im Haus als die eigenen Kinder.“

Ein wesentliches Kaufkriterium stellt daher auch die Langlebigkeit eines HiFi-Systems dar. Immerhin 29,4 Prozent der Befragten gaben dies als ein sehr relevantes Kriterium an.

Viel wichtiger aber ist, und das belegen die nunmehr veröffentlichten Zahlen eindrucksvoll, dass der Klang das wichtigste Attribut einer HiFi-Anlage ist. 62,4 Prozent der Befragten gaben dies als das für sie wesentlichste Kriterium einer Anlage an. Dies ist natürlich nicht weiter erstaunlich, überraschend aber ist, dass lediglich 4,8 Prozent der Befragten das Design einer Anlage als entscheidendes Kriterium anführen. Dies sollte vor allem all jenen Herstellern zu denken geben, die ihre Produkte überwiegend mit diesen Attribute bewerben.

Ein weiteres erfreuliches, aber keineswegs unerwartetes Ergebnis der Studie ist, dass Musik für die meisten der Befragten ein essentieller Bestandteil ihres Lebens ist. Über die Hälfte der Befragten, um exakt zu sein 50,4 Prozent, gibt an, täglich über eine Stunde Musik zu hören. Ein Drittel gab an, über drei Stunden am Tag Musik zu genießen und immerhin noch jeder Sechste widmet täglich über fünf Stunden seinem Hobby. Erschreckend andererseits ist, dass nach dieser Studie 4,5 Prozent angeben, überhaupt keine Musik zu hören. Sie wissen nicht, was ihnen entgeht...

Auch ein weiterer, leider nicht allzu erfreulicher Trend wird durch diese Studie belegt. Demnach finden sich die meisten Musikenthusiasten vorwiegend in der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren. Hier ist der Studie zufolge der Anteil jener, die mehr als fünf Stunden am Tag Musik hören mit 21,3 Prozent natürlich besonders hoch. Natürlich muss man hier ganz nüchtern betrachtet einkalkulieren, dass in der berufstätigen Altersgruppe schon aus rein praktischen Zwängen der Anteil nicht so hoch sein kann. Dennoch zeigt es ganz klar, dass es ein Ziel der Branche sein muss, auch bei jungen Menschen die Begeisterung für Musik und die Faszination für das Thema HiFi zu wecken. Echte „Nachwuchsarbeit“ ist also gefragt!

Die nunmehr präsentierten Zahlen sind das Ergebnis einer Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest, die im Auftrag der High End Society, dem deutschen Interessenverband für hochwertige Musik- und Bildwiedergabe durchgeführt wurde. Die Studienautoren geben für die ermittelten Zahlen den 19. und 20. Februar als Befragungszeitraum an. Mit insgesamt 1.001 Befragten wird die Studie als repräsentativ ausgewiesen.

Michael Holzinger

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Keywords: High-end, HiFi, audiophil