Foto © Sonos Inc.

Sonos Inc. ändert Datenschutz-Erklärung für mehr Transparenz

Persönliche Daten und wie Unternehmen mit diesen Daten ihrer Kunden umgehen, ist zunehmend ein heikles Thema. Daher erstaunt es nicht, dass der Spezialist für Multiroom Audio-Systeme Sonos Inc. nun sehr detailliert und umfangreich auf die neue Datenschutz-Erklärung eingeht, die allen voran für die Erweiterung des Angebots im Bereich Sprachsteuerung und Integration in Smart Home-Lösungen erforderlich wurde.

Kurz gesagt...

Sehr ausführlich beschreibt Sonos Inc. eine neue Datenschutz-Erklärung, die für mehr Transparenz rund um den Umgang mit persönlichen Daten in Verbindung mit dem Multiroom Audio-Streaming-System sorgen soll.

Wir meinen...

Wer vernetzte Lösungen der Unterhaltungselektronik nutzt, der gibt auch persönliche Daten preis. Noch schlimmer wiegt dies, wenn diese Lösungen mit Smart Home-Systemen verknüpft werden, und sei es nur mit Lösungen, die etwa auf Sprachsteuerung setzen, wie sie von Apple, Google oder Amazon forciert werden. Es ist also überaus brisant, wie Unternehmen gedenken mit all den persönlichen Daten ihrer Kunden umzugehen. Sonos Inc. will hier für absolute Transparenz sorgen und stellt nunmehr eine neue Datenschutz-Bestimmung vor.
Hersteller:Sonos Inc.
Vertrieb:Novis Electronics GmbH

Von Michael Holzinger (mh)
18.08.2017

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Hand aufs Herz, haben Sie sich schon einmal eine der zahllosen Lizenzvereinbarungen oder Datenschutz-Bestimmungen durchgelesen, wenn Sie etwa eine neue Software installiert haben oder einen neuen Online-Dienst in Anspruch nehmen? Wohl kaum, und damit sind Sie, das ist wohl gewiss, keineswegs alleine. Es ist für viele nur ein lästiger Klick mehr etwa bei der Installation einer neuen Software oder dem Zugang zu einem neuen Dienst, dabei wird hier allen voran auch festgelegt, wie Unternehmen mit dem wertvollsten, das Sie als Kunde bieten können, umgegangen wird, nämlich ihren ganz persönlichen Daten.

Diese hinlänglich als „persönliche Daten“ bezeichneten Informationen umfassen längst viel, viel mehr, als etwa nur die Angabe ihres Namens, ihrer Email-Adresse oder ihres Geburtsdatums. Wirklich spannend wird es rund um Informationen, die Sie allein über die Handhabung einer Software oder eines Systems von sich preisgeben.

Dass etwa über das persönliche Surf-Verhalten, also jene Seiten, die Sie im Web ansteuern, an vielen Stellen eifrig Buch geführt wird, dürfte wohl schon dem blauäugigstem Menschen klar sein, ebenso, dass genau diese Daten im wahrsten Sinne des Wortes Goldwert sind. Dass dies aber ebenso rund um vernetzte Systeme der Unterhaltungselektronik und natürlich auch rund um Haus-Steuerungslösungen der Fall ist, dürfte noch nicht ins allgemeine Bewusstsein gerückt sein. Warum bloss engagieren sich allen voran IT-Konzerne wie Google, Microsoft und Apple so in diesem Segment, warum ist Amazon gar ein Vorreiter, wenn es um vernetzte Lösungen der Unterhaltungselektronik und Haussteuerung geht? Es sind allen voran Ihre ganz persönlichen Daten, werte Leser, an denen hier immenses Interesse besteht…

Gelockt wird mit Komfort, etwa durch die Vernetzung verschiedenster Lösungen und deren intuitive Steuerung. Hier steht derzeit etwa die Sprachsteuerung im Mittelpunkt, die aber immer über zentrale Server abgewickelt wird und damit ein Weiterreichen der Daten erfordert. Somit "wissen" die Anbieter natürlich ganz genau, welche Anfragen der Anwender stellt. Gleiches gilt auch für Musik-Dienste, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Wie soll ein personalisiertes, sich ständig den Wünschen und Vorlieben des Anwenders anpassendes System funktionieren, wenn die Wünsche des Anwenders nicht gespeichert und diesem eindeutig zugeordnet werden? Die Beispiele liesen sich noch nahezu nach Belieben fortführen, Fakt ist, wenn "Smart" drauf steht, geht es letztlich um persönliche Daten, dies kann man überspitzt genau so und nicht anders auf den Punkt bringen.

Es ist also als überaus erfreulich zu werten, dass sich nach und nach Unternehmen dieser Thematik entsprechend annehmen und damit ein Bewusstsein über die Brisanz vermitteln, wie etwa der Marktführer im Bereich Multiroom Audio-Streaming-Systeme Sonos Inc.

Dieser Tage, so das Unternehmen in einer Aussendung, werde man die so genannte Datenschutz-Erklärung in einer neuen Form präsentieren. Normalerweise ist dies Unternehmen keine Zeile wert, man lässt diese einfach beim Start einer App aufpoppen, und den Anwender das gewohnte Häckchen setzen, fertig! Sonos Inc. will dies nun ganz bewusst anders handhaben, denn es gehe um viel, so das Unternehmen.

Schließlich stünden in den nächsten Wochen und Monaten Neuerungen an, die viel tiefer gehen, als alle bisherigen Funktionen, denn man öffne das so genannte Sonos Wireless HiFi System für externe Lösungen, um so die eigenen Produkte nicht nur zu einem Teil, sondern gar zum Herz des künftigen Connected Home zu machen.

Allen voran steht hier natürlich die derzeit allgegenwärtige Sprachsteuerung im Mittelpunkt. Schon vor gut einem Jahr hat Sonos Inc. angekündigt, dass man alles daran setze, hier im wahrsten Sinne ein maßgebliches Wörtchen mitreden zu wollen.

Nun stehen viele der damals als wage Ideen und Konzepte präsentierten Änderungen kurz vor der Umsetzung, sodass es gilt, all die damit einhergehenden rechtlichen Fragen zu klären. Dafür sei nun eben eine neue Datenschutz-Erklärung nötig. Transparenz sei hier das entscheidende Kriterium, so Sonos Inc. Der Kunde habe das Recht zu wissen, welche Daten erfasst werden, warum diese erfasst werden, und wie mit diesen umgegangen wird.

„Wir nutzen die von dir bereitgestellten Daten, um dein Hörerlebnis zu verbessern. Die erfassten Daten geben uns beispielsweise Einblicke in die Leistung deines Systems. So können wir die Sonos Software verbessern und für Sicherheit sorgen. Auch für das Trueplay Tuning benötigen wir diese Daten. Damit deine Speaker in jedem Raum perfekt klingen. Die Daten ermöglichen es uns auch, neue Möglichkeiten der Steuerung für dein Sonos System bereitzustellen. Wie Steuerung per Sprachbefehl, über Musikdienst-Apps und andere Smart-Home-Systeme. Unsere Prinzipien, wie wir mit deinen Daten umgehen, sind einfach. Wir teilen dir offen mit, welche Daten wir zu welchem Zweck erfassen. Wir schützen deine Daten, als wären es unsere eigenen. Und wir verkaufen deine Daten nicht an andere. Das war schon immer so und wird auch in Zukunft so bleiben.“

Ganz wesentlich sei auch, dass man die Datenschutz-Erklärung so formulieren wollte, dass sie auch wirklich jeder verstehen kann. Der übliche, für Laien ohnedies nicht sich erschließende Rechtsjargon sollte weitestgehend vermieden werden.

Zudem habe man auch ganz besonders hervorgehoben, was zu welchem Zweck erhoben, und wie ausgewertet wird. Natürlich geht man zudem sehr detailliert auf die Teile der Daten ein, die tatsächlich an Partner weiter gegeben werden.

„Sonos arbeitet mit Anbietern von Streaming-Diensten und anderen Heimsystemen zusammen. Wir geben nur Daten an unsere Partner weiter, die nötig sind, um den Dienst auf Sonos überhaupt bereitstellen zu können und das in bestmöglicher Qualität. Daten werden nur in Zusammenhang mit Produkten oder Diensten weitergegeben, die du angefragt oder autorisiert hast. Diese Informationen waren schon in früheren Versionen unserer Datenschutzerklärung enthalten. Jetzt machen wir noch genauere Angaben dazu, welche Daten erfasst und an Partner weitergegeben werden.“

Positiv fällt übrigens auf, dass Sonos Inc. all diese Details bereits vorab präsentiert, also noch bevor die neue Datenschutz-Bestimmung tatsächlich in Kraft tritt. Es wäre wünschenswert, wenn alle Unternehmen derart transparent ihre Guidelines präsentieren würden, um das Vertrauen der Kunden in vernetzte Lösungen der Unterhaltungselektronik und Haussteuerung zu stärken.

Übrigens, man kann diesen neuen Datenschutz-Richtlinien wohl auch dann zustimmen, wenn man nicht will, dass all die persönlichen Daten weitergereicht werden. Man muss sich dann aber darüber bewusst sein, dass man all diese Dienste deaktivieren muss. Im Zweifelsfall bleibt es im konkreten Beispiel dann bei der Musik-Wiedergabe eigener Inhalte, und alles, was "extern" abgewickelt wird, steht nicht zur Verfügung.

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