Sonus Faber Aida - Die italienische Königin...

Historisch gesehen gab es zwischen Ägypten und Italien ja durchaus die ein oder andere intensive „Beziehung“ im Laufe der Jahrtausende. Namen wie Kleopatra kommen dabei in den Sinn und wären durchaus passend für ein derartiges Lautsprecher-System. Allerdings entschied man sich in Italien dann doch für eine andere, weitaus musikalischere Referenz, die noch dazu eher dem italienischen Nationalstolz entspricht, und zwar Aida, in Würdigung von Giuseppe Verdi.

Von Michael Holzinger (mh)
21.12.2011

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Auch wenn der Name Aida zwar für eine der leidenschaftlichsten Liebesgeschichten der Oper überhaupt steht, die in einem überaus dramatischen Finale endet, das selbst den guten alten Griechen durchaus als perfektes Fallbeispiel für ihre Schauspiele dienen könnte, dürften der italienischen Lautsprecher-Schmiede Sonus Faber andere Begriffe wesentlich gewesen sein, für die dieses Werk ebenfalls steht. Nicht zuletzt durch den einleitend erwähnten Bezug zu Ägypten.

Man versucht schon allein durch die Wahl des Namens, basierend auf der gleichnamigen Oper von Giuseppe Verdi die herausragende Stellung des neuesten Produkts zu unterstreichen. Leidenschaft, ja, dieser Begriff passt wohl, aber ebenso steht Aida für Grazie, Anmut und geradezu verschwenderische Pracht. Und genau dies sind wohl die Attribute, die Sonus Faber SPA mit der neuen Aida aus der kleinen norditalienischen Gemeinde Arcugnano in unmittelbarer Nähe von Vicenza in der Region Venetien in Einklang bringen möchte. Kein schlechter Name also für die neueste Lautsprecher-Kreation aus Italien, die zudem nicht weniger als das Flaggschiff der neuesten Modellreihe aus dem Hause Sonus Faber sein soll.

Am Beginn stand ein Lautsprecher-System, das in jeder Beziehung herausragend sein sollte. Ein Lautsprecher-System, das nach Ansicht von Sonus Faber durchaus auch eine Art Zäsur des Unternehmens bedeutet, mit dem man sozusagen einen neuen Weg einschlagen wollte und das am Beginn dieser Entwicklung steht.

Ursprünglich wurde dieses Lautsprecher-System unter der Bezeichnung Sonus Faber Fenice präsentiert. Ein Name, der leider für etwas juristische Verstimmung sorgte und somit nicht lange bestand. So wurde aus dem italienischen Prestige-Projekt rasch schlicht und einfach The Sonus Faber. Wobei, mit Eigenschaften wie schlicht und einfach hat dieses Projekt so rein gar nichts zu tun. Vielmehr ging es den Entwicklern aus dem kleinen italienischen Städtchen darum, einmal ohne Rücksicht auf Verluste, in diesem Fall also ohne auf den Preis zu schielen, ein Lautsprecher-System zu entwickeln, das nicht weniger als State-of-the-Art ist, und zwar in jeder Beziehung. Ob das alles noch finanzierbar ist, das war in diesem Fall zweitrangig, denn dieses Lautsprecher-System ist schlicht und einfach unverkäuflich. Nicht, dass es nicht genügend Interessenten dafür gäbe, eine Kundenschicht, für die der Preis wirklich keine Rolle spielt, die gibt es auch in diesem Marktsegment und da sind die rund € 160.000,-, die für The Sonus Faber theoretisch fällig wären, wahrlich kein Thema. Aber es ist in diesem Fall gar nicht die Intension des Unternehmens, auch nur ein Stück des Lautsprecher-Systems zu verkaufen.

Vielmehr ging es um nichts anderes, als ein wahres Prestige-Objekt zu kreieren, eine Art Machbarkeitsstudio vorzustellen, das von gut zwei Dutzend Distributoren von Sonus Faber weltweit in edlem Rahmen präsentiert werden sollte. Selbstverständlich steht auch in Österreich ein derartiges Traum-System beim Wiener Generalvertrieb von Sonus Faber, der Firma Audio Tuning Vertriebs GmbH, wobei sich deren Chef Heinz Lichtenegger es sich nicht nehmen lies, dieses Lautsprecher-System erstmals im Rahmen einer Fachmesse im Herbst persönlich an feinster Elektronik im exklusiven Rahmen einem auserwählten Interessentenschar zu demonstrieren.

Doch genug der Schwärmerei über Produkte, die man ohnedies nicht kaufen kann, selbst wenn man das dafür nötige Kleingeld hätte. Widmen wir uns vielmehr den Lösungen, die Sonus Faber von dem Referenz-System ableitete, wie etwa der Sonus Faber Amati Futura sowie der Sonus Faber Guarneri Evolution. Zwei Systeme, die bereits seit geraumer Zeit erhältlich sind und in vielen Bereichen Gene der Sonus Faber enthalten.

Das neueste Lautsprecher-System der italienischen Manufaktur Sonus Faber ist nun die Aida, die das neue Flaggschiff darstellen soll.

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass dieses Lautsprecher-System mehr mit dem System The Sonus Faber gemein hat, als mit den kleineren Schwestern Sonus Faber Guarnerie Evolution sowie Sonus Faber Amati Futura. Nüchtern betrachtet handelt es sich bei der Sonus Faber Aida um ein durchaus allein durch die nackten Zahlen beeindruckendes Lautsprecher-System. Es misst gar nicht bescheidene 172,5 x 48,2 x 78 cm und ist als 3,5 Wege-System ausgeführt. Mit dem Auge eines Liebhabers betrachtet präsentiert es sich aber vielmehr als exquisite Zusammenstellung edelster Materialien wie aufwendig in Handarbeit verarbeitetes, mehrfach lackiertes Holz in Kombination mit exquisitem Leder, Metall in Form von Aluminium und Glas. Es erstaunt daher keineswegs, dass die Sonus Faber Aida durchaus Ansprüche an die zugrundeliegende Konstruktion des Hauses stellt. Sage und schreibe 165 kg bringt ein Lautsprecher auf die Waage.

Selbstverständlich weist die neue Sonus Faber Aida auch im Inneren viele Ausstattungsmerkmale auf, die bereits bei dem Referenz-System The Sonus Faber für Aufsehen sorgten. So zählen völlig neu konstruierte Treiber mit speziell bearbeiteten Membran-Oberflächen und strengstens selektierte Bauteile in den Frequenzweichen eigentlich schon zum Pflichtprogramm. Und selbst ausgefeilte Optimierungen wie eine perfekte Abkopplung vom Untergrund, exklusive Merkmale wie so genannte Dual Tuned Mass Damper zur Unterdrückung selbst minimalster Ressonanzen sowie so genannte Sound field Shaper zur Erzielung optimaler Abstrahlung aller Treiber sind in diesem Fall keineswegs reine Kür, sondern essentielle Bestandteile, die aus der Sonus Faber Aida nicht nur ein weiteres Lautsprecher-System, sondern vielmehr ein Musik-Instrument machen.

Abschließend meint Sonus Faber über die neue Aida, dass dieses Lautsprecher-System ganz ihrem Namen verpflichtet ist. Denn ebenso wie Verdi bei Aida beschreite man hier mitunter völlig neue Wege, setze auf neue Innovationen, ohne jedoch mit der Tradition zu brechen und im vollem Bewusstsein über seit jeher geltende Werte.

Um Abschließend wieder ein wenig die nüchternen Zahlen sprechen zu lassen: das nunmehr erstmals in den USA von Sonus Faber CEO Mauro Grange vorgestellte Lautsprecher-System ist mit einer Impedanz von 4 Ohm für Verstärker mit einer Leistung zwischen 100 und 1.000 Watt vorgesehen und soll eine Empfindlichkeit von 92 dB aufweisen. Wie bereits angesprochen ist das System als 3,5 Wege-System konzipiert, wobei die Frequenzweichen bei 55, 180, 250 sowie 3.000 Hz einsetzen und Signale zwischen dem Hochton-Treiber, dem 18 cm Mittenton-Treiber, den zwei 22 cm Tiefton-Treibern sowie dem 32 cm Woofer aufteilen. Insgesamt decken diese nach Angaben des Herstellers einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 35 kHz ab.

Bislang steht noch nicht fest, wann die Sonus Faber Aida erhältlich sein wird. Fest steht, es wird wohl kein System sein, dass man überall im Fachhandel zu sehen bekommt, was aber wohl für nahezu alle Lautsprecher-Systeme aus dem Hause Sonus Faber gilt. Hier sind wahre Spezialisten gefragt, die die besonderen Eigenschaften dieser Systeme perfekt demonstrieren und somit für Interessenten zugänglich machen können. Auch der Preis ist derzeit noch nicht offiziell bekannt, derzeit kursieren jedoch Beträge um die € 80.000,-. Mehr als reine Spekulation ist dies aber nicht, also mit viel, viel Vorsicht zu genießen. Wir werden diese Informationen natürlich sofort nachliefern, sobald wir diese von offizieller Seite bestätigt bekommen.

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