Sony GIGA JUKE NAS-SC500PK im Test

Auf den ersten Blick ist Sonys GIGA Juke NAS-SC500PK ein HiFi-System der Kompakt-Klasse. Aber in diesem Set steckt deutlich mehr. Denn mit diesem Paket lässt sich Musik von CD rippen, speichern, aufnehmen und abspielen, aber auch auf mehrere Clients drahtlos übertragen. Ein entsprechender Client ist gleich mit dabei, ebenso alles, was man für den Aufbau des drahtlosen Netzwerks benötigt.

Von Michael Holzinger (mh)
26.08.2009

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sempre-audio.at Empfehlung der Redaktion für Sony BDP-S5000ES
Der Sony GIGA JUKE NAS-SC500PK liegt ein überaus interessantes Konzept zu Grunde. Das Set besteht im Prinzip aus einem Musik-Server sowie einem Audio-Streaming Client. Dazu legt Sony alles, was man für den Betrieb der Lösung benötigt, mit ins Paket. Im Lieferumfang der GIGA JUKE NAS-SC500PK ist also auch ein Wireless LAN Router enthalten, sodass man das System nur noch auspacken, aufstellen, einrichten und bereits loslegen kann, ohne weiteres Zubehör zu benötigen.

Überaus kompaktes System, das überall Platz findet

Im Fall der GIGA JUKE NAS-SC500PK „verbirgt“ sich der Musik-Server in einer kleinen HiFi-Anlage, die auf den ersten Blick ihre wahren inneren Werte nicht preis gibt. Mit Abmessungen von 314,4 x 143 x 285 mm präsentiert sich die Basiseinheit als überaus kompaktes Gerät, das wirklich überall Platz findet. Das Gerät sieht mit dem schwarzen Gehäuse mit silberfarbenen Akzenten und einem verchromten Lautstärkeregler sowie blau beleuchteten Tasten zudem wirklich sehr schick aus. Auf der Oberseite finden sich weitere Taster und zudem lässt sich hier ein Farb-Display aufklappen, das ebenfalls mit einer silberfarbenen Umrandung versehen ist und eine Bilddiagonale von erstaunlichen 4,3 Zoll aufweist.

Dazu gibt es ein Paar Lautsprecherboxen, die natürlich optisch perfekt auf das System abgestimmt und ebenfalls recht kompakt ausgefallen sind und daher nur eine geringe Standfläche für sich in Anspruch nehmen.

Kleiner Streaming-Client mit integrierten Speakern

Wie bereits erwähnt, mit im Paket ist ein Audio-Streaming Client, der die Bezeichnung NAS-5CE trägt. Dieses Gerät sieht hochwertigen Uhren-Radios nicht unähnlich, was durchaus von den Entwicklern bei Sony so beabsichtigt war. Denn zumeist wird man diesen Client tatsächlich z.B. im Schlafzimmer auf dem Nachtkästchen, oder auch in der Küche aufstellen. Passend dazu bietet das Gerät nicht nur eine Anzeige der Uhrzeit, sondern auch einen Sleep-Timer als auch eine Weck-Funktion.

Auf der Frontseite zeigt ein sechszeiliges 2,5 Zoll Vollpunktmatrix-Display nicht nur diese, sondern alle wichtigen Informationen an. Die Bedienelemente finden sich auf der Oberseite des ebenfalls komplett in Schwarz gehaltenen Geräts. Das Gehäuse ist übrigens aus Holz gefertigt, sodass ein möglichst natürlicher Klang ermöglicht werden soll. Ein Kopfhörerausgang sowie ein zusätzlicher Eingang für den Anschluss mobiler Audioplayer finden sich auf der Frontseite unterhalb des Displays.

Im vergleichsweise kleinen NAS-5CE versteckt sich ein Stereo Zweiweg-Bass-Reflex-System mit einer Nennleistung von zweimal 10 Watt. Ausreichend Leistung also, die Sony diesem kleinen Streaming-Client mit auf den Weg gibt. Doch nun wenden wir uns wieder der Basisstation zu...

Einfach nur eine Kompakt-Anlage...

Im einfachsten Fall handelt es sich bei der Basisstation der GIGA JUKE NAS-SC500PK um eine ganz normale Kompakt-Anlage. Sie bietet neben einem CD-Player einen integrierten UKW/ MW- und DAB-Empfänger, der auch RDS-Informationen auswerten und anzeigen kann. Für UKW stehen 20, und für MW zehn weitere Speicherplätze für Radiostationen zur Verfügung.

An Anschlüssen findet man auf der Rückseite zwei Audioeingänge für analoge Zuspieler, einen Kopfhörerausgang an der Frontseite gibt‘s natürlich auch, das war es aber auch schon. Für Erweiterungen steht in erster Linie der Sony Digital Media Port zur Verfügung, für den der Hersteller gleich den Adapter Sony TDM-iP50 für Apples iPod mit ins Paket legt. Einen USB-Anschluss findet man an der Rückseite, sowie einen weiteren an der Oberseite, wobei hier natürlich jedweder entsprechende Speicherstick als zusätzliche Quelle angeschlossen werden kann. Ebenfalls an der Oberseite steht ein Anschluss für Sony Walkman, ein so genannte WM-Port zur Verfügung.

Für den guten Sound sorgen die, als Zweiweg-Bassreflex-Systeme ausgelegten Lautsprecher des Systems, die von einem S-Master Digitalverstärker mit zweimal 50 Watt Leistung befeuert werden. Die Boxen weisen einen 25 mm Soft-Kalottenhochtöner und einen 120 mm HOP-Korb-Woofer auf.

Ein digitaler Equalizer mit sechs Presets und Bass Boost sowie DSEE-Höhen-Optimierung für die Veredelung komprimierter Audiodaten soll für eine bestmögliche Klangqualität sorgen.

Doch die GIGA JUKE kann viel mehr...

Als wirkliche Besonderheit verbirgt sich in der Basisstation ein dlna-zertifizierter Musik-Server, der seine Daten allen entsprechenden Clients im Netzwerk zur Verfügung stellt. Für diese Daten ist eine Festplatte mit - in der neuesten Version - 160 GByte Speicherkapazität verbaut.

Um das Gerät ins Netzwerk zu integrieren, steht eine Ethernet-Schnittstelle auf der Rückseite zur Verfügung. Außerdem ist im Lieferumfang ein Wireless LAN USB-Dongle enthalten, der an den USB-Port an der Rückseite gesteckt wird.

Wir haben es bereits erwähnt, Sony liefert hier wirklich ein Komplett-Paket aus, also ist auch ein entsprechender Wireless LAN Router  in der Schachtel zu finden. Dieses Teil wird zunächst an das Modem des Internet-Anbieters angeschlossen, danach folgen die Clients, sofern diese mittels Kabel ins Netzwerk eingebunden werden. Am Router von Sony stehen hierfür drei RJ-45 Anschlüsse zur Verfügung. Im einfachsten Fall nutzt man aber Wireless LAN, wobei der Router WLAN nach IEEE 802.11 b/g inklusive Verschlüsselung nach WEP, WPA und WPA2 bietet.


Das Setup ist überaus einfach und wird Schritt für Schritt, einfach nachvollziehbar, im Handbuch erläutert, und sollte daher problemlos binnen weniger Minuten erledigt sein, selbst wenn man überhaupt keine Ahnung von der Materie hat.

Kaum im Netz, so stehen auf der GIGA JUKE schon hunderte Internet-Radiostationen zum Abruf bereit. Aber nicht nur auf der Basisstation, ist auch der Client Sony NAS-5CE ins Netzwerk eingebunden, kann auch dieser auf das gleiche umfangreiche Angebot zugreifen. Aber allein das wäre ja nur der halbe Spass...

Immer her mit den Audiodaten!

Interessanter ist es da schon, wenn man die eigenen Audiofiles über das Netzwerk nutzen kann. Hierzu gilt es, die Festplatte des Geräts mit zahlreichen Audiodaten zu befüllen.

Im einfachsten Fall passiert dies durch das klassische Rippen von Audio-CDs, aber eben nicht am PC, sondern direkt auf der kleinen GIGA JUKE von Sony. Also, CD einlegen, den Lesevorgang starten, und schon ist das Album binnen kürzester Zeit auf die interne Festplatte übertragen. Das Laufwerk liest Daten einer Audio-CD mit bis zu 16facher Geschwindigkeit aus. Der Anwender kann natürlich vorgeben, in welcher Qualität die Daten auf der Festplatte gesichert werden. Idealer Weise nutzt man hier Linear-PCM im WAV-Format, also ohne verlustbehaftete Kompression, wenngleich auch MP3 sowie ATRAC möglich ist. Die Sony GIGA JUKE ermittelt natürlich anhand einer integrierten Gracenote-Datenbank Daten wie Interpret, Album- sowie Track-Titel, wobei diese Datenbank stets online aktualisiert wird.

Außerdem können MP3-Files auch von Daten-CDs eingelesen, in dem Fall also einfach auf die Festplatte kopiert werden.

Darüber hinaus liefert Sony für PCs mit Microsoft Windows eine so genannte „Music Transfer“-Software mit der GIGA JUKE aus, die es erlaubt, Audiodaten einfach und unkompliziert vom PC auf die GIGA JUKE zu übertragen.

Die Sony GIGA JUKE SC500PK kann neben Audiodaten in den Formaten WAV, MP3 und ATRAC auch AAC und WMA-Daten wiedergeben, versteht sich aber leider nicht auf das immer populärere, nicht verlustbehaftete FLAC.

Da die GIGA JUKE ja wie bereits beschrieben, ein überaus großzügig bemessenes Farbdisplay aufweist, kann für Alben natürlich auch das Cover-Artwork dargestellt werden. Sollten diese Grafikfiles nicht ohnedies in die Audio-Daten eingebetet sein, so kann man dies auch nachträglich über den PC erledigen, in dem man einfach das entsprechende JPEG-File im jeweiligen Album-Ordner auf der Festplatte der GIGA JUKE ablegt.

Vielseitige Datendistribution

Ist die Festplatte der GIGA JUKE erstmal gut befüllt, so kann man die Audio-Files  nicht nur direkt über die Basiseinheit abspielen, natürlich kann auch der Streaming-Client NAS-5CE auf den gesamten Datenbestand zugreifen. Und zwar unabhängig davon, ob man gleichzeitig Musik auf der Basisstation hört. Bis zu fünf Streaming-Clients können so gleichzeitig auf den Speicherinhalt der Basisstation zugreifen.

Selbstverständlich kann die Wiedergabe in allen Räumen aber auch synchronisiert, also zeitgleich erfolgen. Nicht umsonst nennt sich diese Spielweise „Party-Modus“, dient sie doch der Beschallung mehrerer Räume mit der gleichen Musik um bei einem netten Fest das gesamte Haus beschallen zu können.

Da Sony nicht auf eigene propriätere Standards, sondern auf dlna setzt, können natürlich auch alle anderen entsprechend zertifizierten Streaming-Clients "mitspielen". Umgekehrt kann Sonys GIGA JUKE natürlich auch auf entsprechende Speicherlösungen zugreifen, sei es nun eine NAS oder ein PC mit entsprechender Software.

Sony bietet darüber hinaus eine Reihe weiterer sehr interessanter Möglichkeiten. So kann man direkt mit der GIGA JUKE seine eigene Best Of-CD brennen. Ist man stolzer Besitzer eines Sony Walkman, so kann man zudem Playlisten direkt von der Anlage auf den mobilen Audioplayer von Sony übertragen.

Überaus einfache Bedienung

Wer nun fürchtet, dass all diese Möglichkeiten in einer überaus komplizierten Bedienung der Anlage resultieren, der hat sich gründlich getäuscht. Sony ist es perfekt gelungen, die zahllosen Funktionen überaus einfach und komfortabel zugänglich zu machen. Dafür sorgt natürlich in erster Linie das sehr große Display samt den entsprechenden Tastern direkt darunter. Hiermit navigiert der Anwender zügig durch das klar strukturierte Menüsystem der Anlage zu den jeweils benötigten Funktionen, wobei Sony hier zumeist auf Grafiksymbole setzt, die nahezu selbsterklärend sind. Auf diese Weise bewahrt man auch stets die Übersicht selbst in großen Musik-Bibliotheken. Zudem stattete Sony die GIGA JUKE mit einer Reihe sehr praktischer Suchmuster aus, darunter ein Algorithmus, der anhand eines bestimmten Musikstücks ähnliche Titel aus der Bibliothek auswählt, und diese als neue Playlist wiedergibt.

Darüber hinaus sind natürlich entsprechende Fernbedienungen im Lieferumfang enthalten, und zwar eine recht üppig bestückte für die Basisstation, sowie eine eher überschaubarere für den kleinen Audio-Streaming-Client, sodass man auch "aus der Ferne" die volle Kontrolle über das System hat.

Fazit

Um es auf den Punkt zu bringen, Sony hat uns mit der GIGA JUKE NAS-SC500PK voll und ganz begeistert. Diese kleine Anlage hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Dass, was sich hier als schickes, aber fast unscheinbares HiFi-System der Kompakt-Klasse tarnt, entfaltet im Netzwerk ein enormes Leistungspotential. Da sich Sony hier auf übliche Standards verlässt, kann das System problemlos im Verbund mit anderen entsprechenden Lösungen genutzt werden. Mit dem NAS-5CE liefert Sony übrigens gleich einen wirklich perfekten Client mit.

 

http://www.sony.at/article/id/1073396357842?campaignid=12004719

So können Audio-Daten einfach auf dieses System übertragen, aber ebenso einfach von anderen Geräten im Netzwerk genutzt werden. Und auch auf andere Datenquellen kann jederzeit zurück gegriffen werden. Das System zeigt sich in alle Richtungen offen. Dies gilt auch für mobile Geräte, sei es nun ein Sony Walkman, ein Apple iPod oder irgendein anderer mobiler Audioplayer.

Trotz des überaus umfangreichen Funktionsumfangs und eines gerade im Netzwerk-Bereich nicht immer unproblematischen Setups überzeugt diese Lösung von Sony durch eine sehr einfache Installation und eine überaus komfortable Bedienung. Dies liegt natürlich auch daran, dass der Kunde hier wirklich alles aus einer Hand samt einer wirklich sehr umfangreichen Dokumentation für die Installation aller Komponenten erhält.

Zu guter Letzt, auch die Klangqualität hat uns wirklich überzeugt. Sowohl das Mini-HiFi-System als auch der Client NAS-5CE bieten einen überaus angenehmen, sehr ausgewogenen und wenn es sein muss durchaus auch kraftvollen Klang.

Der empfohlene Verkaufspreis der Sony GIGA JUKE NAS-SC500PK wird vom Hersteller mit € 999,- angegeben. Der Client Sony NAS-5CE ist um € 299,- erhältlich.

Unser Fazit ist somit ganz klar eine absolute Empfehlung für dieses System. Sony bietet hier eine überaus flexible, nicht nur einfach, sondern wirklich sehr komfortabel zu handhabende, sehr gut klingende Audio-Streaming-Lösung an, die zwar für sich allein schon alle Aufgaben erfüllt, dennoch aber offen für alle erdenklichen Erweiterungen ist. So findet man alles, was man für den Betrieb benötigt im Set, kann dies aber problemlos mit weiteren Clients wie den NAS-5CE erweitern. Mit der Sony GIGA JUKE NAS-SC500PK erhält man also eine perfekte Basis für eine überaus vielseitige Audio-Streaming-Lösung fürs gesamte Haus.

Michael Holzinger


Auf den Punkt gebracht

Sony bietet hier eine überaus flexible, nicht nur einfach, sondern wirklich sehr komfortabel zu handhabende, sehr gut klingende Audio-Streaming-Lösung an, die zwar für sich allein schon alle Aufgaben erfüllt, dennoch aber offen für alle erdenklichen Erweiterungen ist.

6,0 (Gut)

The Good

  • Einfaches Setup
  • komfortable Bedienung
  • vielseitig
  • überkompletter Lieferumfang
  • erstklassiges Preis/Leistungsverhältnis

The Bad

  • Kann keine FLAC-Dateien wiedergeben

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Keywords: Sony, Netzwerk, Audio, Streaming, HiFi