Sony STR-DN1040 und Sony STR-DN840 - Kino-Sound und kabellose Freiheit?

Die neuen AV-Receiver aus dem Hause Sony sollen geradezu kompromisslos für ein absolutes Heimkino-Erlebnis ausgelegt sein, zeigt sich der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern überzeugt. So liefern etwa der Sony STR-DN1040 sowie der Sony STR-DN840 nicht nur die Unterstützung für 4K, sie sind als 7.2 System ausgelegt lassen sich mittels WLAN ins Netzwerk einbinden.

Von Michael Holzinger (mh)
13.05.2013

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Der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern Sony verlor in den letzten Jahren sukzessive Terrain im Bereich hochwertiger AV-Systeme. Es hatte den Anschein, als würde man etwa das Segment AV-Receiver nur halbherzig bedienen, und das Feld nahezu kampflos Mitbewerbern wie Onkyo, Denon, Marantz, Pioneer oder Yamaha überlassen. Natürlich hatte man entsprechende Lösungen im Angebot, diese fielen aber die Ausstattung und Funktionalität betreffend nach und nach hinter die Lösungen der Konkurrenz zurück. Vielmehr konzentrierte man sich auf All-in-One Lösungen, auf typische AV-Systeme für eine breite Konsumentenschicht, bei denen Merkmale wie etwa möglichst schlanke Abmessungen, eine dezente Integration in ihr TV-System im Mittelpunkt stehen, und für die ein möglichst kleiner Preis zumeist das letztlich entscheidende Argument für ein Produkt sind.

Während man also noch vor Jahren problemlos im Reigen der renommierten Hersteller in diesem Marktsegment mitspielen konnte, liefert man sich seit Jahr und Tag Preisschlachten mit Unternehmen wie Samsung oder LG, die, das wissen Insider schon seit Anbeginn an, für Sony nicht zu gewinnen sind. Entsprechend präsentieren sich die Zahlen des Konzerns in diesem Bereich, was nun scheinbar auch vom Management erkannt wurde. Ob man nunmehr mit neuen Strategien gegensteuern kann, wird die Zukunft weisen.

Um wieder im Bereich AV-Lösungen richtig mitspielen zu können, dazu sollen etwa die neuen AV-Receiver Sony STR-DN1040 und Sony STR-DN840 beitragen, die der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern eigenen Angaben zufolge als Lösungen mit überragender Audio- und Videoqualität verstanden werden und „kabellose Freiheit“ versprechen. Sony geht sogar soweit, Klänge und Bilder, die verblüffend real wirken zu versprechen. Dafür soll etwa 7.2 Mehrkanal-Sound in Kino-Qualität und 4K Upscaling sorgen.

Bei beiden Systemen setzt Sony auf ein leicht adaptiertes Design des Gehäuses, das sich nunmehr besonders schlicht, gleichzeitig aber auch sehr elegant präsentieren soll. Nur die wesentlichsten Bedienelemente finden sich direkt an der Front, wobei der Pegelregler und ein Eingangswahlschalter die dominierenden Elemente bilden. Darüber findet man das Display und auf der linken Seite einige essentielle Anschlüsse - USB sowie HDMI - für mobile Devices.

Das Gehäuse soll als neu entwickeltes, so genanntes Rigid Chassis aufgebaut sein, das unerwünschte Resonanzen und Vibrationen unterbindet. Warum dies auch für kraftvolle Bässe sorgen soll, wie in der Presseaussendung zu lesen, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wesentlich ist für die angestrebte Zielgruppe wohl auch, dass beide AV-Receiver vergleichsweise kompakte Abmessungen aufweisen. So misst der Sony STR-DN1040 als auch der Sony STR-DN840 lediglich 430 x 172 x 329,4 mm und findet damit wohl in jedem TV-Rack, ja gar in so manchem Lowboard seinen Platz.

Sowohl der Sony STR-DN1040 als auch der Sony STR-DN840 sind als 7.2 Mehrkanal-Systeme ausgelegt, wobei das kleinere Modell eine Leistung von 110 Watt pro Kanal, das größere Modell 120 Watt pro Kanal aufbieten kann. Selbstverständlich unterstützen beide AV-Receiver alle aktuellen Surround-Formate, beginnend bei Dolby TrueHD und dts HD Master Audio bis hin zu Dolby Pro Logic IIz. Zudem können etwa die Front-Speaker als Biamp betrieben werden und auch eine zweite Zone lässt sich verwalten.

Die Signalverarbeitung erfolgt DSP-basiert auf Basis eines Falcon 2.0, der eine Vielzahl an Optimierungsalgorithmen bieten soll. So verlässt sich Sony etwa nicht wie viele Mitbewerber auf Technologien aus dem Hause Audyssey, all die Algorithmen der AV-Receiver stammen aus eigener Entwicklung. Dazu zählt etwa die Sony Advanced Digital Cinema Automatic Calibration-Technologie, kurz DCAC genannt, die eine optimale Einmessung des Systems bieten soll. Mittels Sony HD-Digital Cinema Sound-Technologie sollen verschiedenste Räume simuliert werden können, etwa bekannte Hollywood-Kinos und Studios, die mitunter als Referenz-Systeme für die Produktion mancher Hollywood-Blockbuster dienen. Für Musikliebhaber soll die Möglichkeit bestehen, sich mittels dieser DSP-Algorithmen in berühmte Konzerthäuser zu „begeben“, etwa die Berliner Phiharmonie, das Concertgebouw in Amsterdam, oder auch den Wiener Musikverein. Etwas eigenwillig beschreibt die Marketing-Abteilung von Sony den Sound Optimizer der Sony AV-Receiver. „Der Sound Optimizer schneidet die Frequenzen bei jeder gewünschten Lautstärke auf extra viel Klarheit und Präsenz zu“ ist da zu lesen. Was immer man damit ausdrücken will...

Einen derartigen Sound Optimizer bieten beide AV-Receiver übrigens auch für mobile Geräte und somit in erster Linie für verlustbehaftet komprimierte Audio-Daten. Wir hoffen, zumindest hier wird nicht noch mehr „weggeschnitten“...

An Schnittstellen stehen bei beiden AV-Receivern wohl mehr als ausreichend Optionen zur Verfügung, allen voran sechs HDMI-Eingänge beim Sony STR-DN840, und gar acht HDMI-Eingänge beim Sony STR-DN1040. Während der Sony STR-DN840 Signale mit 4K lediglich weiterreicht - 4K Passthrough - verfügt der Sony STR-DN1040 über einen 4K Upscaler. 3D Inhalte können natürlich beide AV-Receiver verarbeiten, und auch wenn es für die Marketing-Abteilung von Sony etwas Außergewöhnliches darstellt, versteht es sich wohl längst als Selbstverständlichkeit, dass beide AV-Receiver von Sony Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 192 kHz unterstützen.

Beide AV-Receiver bieten, wie bereits erwähnt, direkt an der Front einen weiteren HDMI-Eingang, wobei dieser beim Sony STR-DN1040 MHL unterstützt, sodass entsprechende Smartphones als Quelle für hochauflösende Videos und Audio-Daten dienen können. Über einen USB-Anschluss lassen sich zudem Speichermedien als Quelle nutzen.

Sowohl der Sony STR-DN1040 als auch der Sony STR-DN840 sind mit einer Ethernet-Schnittstelle ausgestattet, können aber auch mittels WiFi ins Netzwerk eingebunden werden. Somit dienen sie als Streaming-Client für Audio-Daten im WAV, MP3, WMA und AAC-Format. FLAC wird erstaunlicherweise nicht unterstützt. Dafür wird mit weiteren Lösungen aus dem Hause Sony ein Party-Modus unterstützt. Zudem können beide AV-Receiver über Apple AirPlay genutzt werden.

Ein RDS-fähiger UKW und MW-Tuner darf natürlich auch nicht fehlen, dies sei der Vollständigkeit wegen abschließend erwähnt.

Die Bedienung soll dank einer neuen, laut Sony besonders übersichtlich und klar gestalteten Benutzeroberfläche sehr einfach sein, wobei nicht nur die im Lieferumfang enthaltene Infrarot-Fernbedienung dafür genutzt werden kann, sondern ebenso die kostenlose App Sony TV SideView, die Smartphones und Tablets mit Apple iOS sowie Google Android angeboten wird. Ebenso steht die App Sony Network Audio Remote für beide Plattformen zur Verfügung, die zur Steuerung der AV-Receiver beim Musik-Streaming, auch im Verbund mit weiteren kompatiblen Geräten aus dem Hause Sony eingesetzt werden kann.

Nach Angaben von Sony sollen die beiden neuen AV-Receiver in Kürze im Fachhandel zu finden sein. Während jedoch der Sony STR-DN840 bereits dieser Tage zum empfohlenen Verkaufspreis von € 449,- erhältlich ist, muss man sich für den Sony STR-DN1040 noch bis Juni 2013 gedulden. Dann ist auch diese Lösung zum empfohlenen Verkaufspreis von € 649,- erhältlich.

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