Sony und Panasonic stellen Archival Disc vor

Sony Corporation und Panasonic Corporation sehen das Ende optischer Datenträger noch lange nicht gekommen, vielmehr präsentieren die beiden Konzerne nunmehr die so genannte Archival Disc, einen neuen Standard für professionellen Einsatz, mit dem Ziel die sichere, langfristige Archivierung digitaler Inhalte zu erlauben.

Kurz gesagt...

Mit der so genannten Archival Disc wollen Sony Corporation und Panasonic Corporation die nächste Generation optischer Datenträger einläuten, ein Medium, ausgelegt für die langfristige Archivierung im professionellen Umfeld.

Wir meinen...

Wie archiviert man große Datenmengen, etwa Audio, Fotos und Videos in einem professionellen Umfeld tatsächlich langfristig und zukunftssicher? Ein enormes Problem in einer "digitalisierten" Welt, das Sony und Panasonic nunmehr mit der so genannten Archival Disc lösen wollen. Diese soll 2015 zunächst mit einer Speicherkapazität von 300 GByte, danach mit 500 GByte und gar 1 TByte zur Verfügung stehen.

Von Michael Holzinger (mh)
11.03.2014

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Optische Datenträger nahmen über Jahre hinweg eine führende Rolle bei der Distribution digitaler, multimedialer Inhalte ein. So war es etwa die Audio CD, die für eine „Digitalisierung“ von Musik sorgte, die DVD leistete diese Aufgabe bei Filmen, bis diese von der nunmehr nach wie vor aktuellen Blu-ray abgelöst wurde. Die diversen Spielarten optischer Datenträger, denen der Durchbruch nicht gelang, und die lediglich eine untergeordnete Rolle spielen, seien an dieser Stelle mal ausgeklammert…

In den letzten Jahren, aber vor allen in den letzten Monaten wandelte sich der Markt aber erneut. Der Absatz optischer Datenträger, allen voran der Audio CD stagnierte, und ging in den letzten Monaten klar zurück. Immer mehr rücken hier reine Download-Angebote, aber vielmehr noch Streaming-Dienste in den Mittelpunkt des Interesses. Eine Entwicklung, die wohl auch in absehbarer Zeit im Bereich Video zu verzeichnen sein wird.

Auch in einem anderen Bereich sank das Interesse der Kunden an optischen Datenträger rapide, selbst wenn diese auch hier über Jahre hinweg geradezu essentiell waren, und zwar im Bereich der Datensicherung. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da galten CD-ROMs und später DVD-ROMs als die führenden Lösungen, um allen voran im privaten Umfeld Daten jedweder Art zu archivieren. Mit den immer größer werdenden Datenmengen auch im privaten Umfeld, und dem gleichzeitigen starken Preisverfall von etwa Festplatten, aber auch Speicher-Sticks, schwand die Bedeutung immer mehr. Heutzutage kauft man um „wenige“ Euros eben eine neue Festplatte, Blu-ray hat kaum eine Bedeutung beim Archivieren von Daten…

Allerdings, für eine echte Langzeitarchivierung taugt dieser Weg über Festplatten und Speicher leider nicht. Viel zu anfällig sind Festplatten gegenüber verschiedensten äußeren Einflüssen.

Dies ist auch der wesentliche Grund für die beiden japanischen Unterhaltungselektronik-Konzerne Sony Corporation sowie Panasonic Corportation nach anderen Möglichkeiten zu suchen, um große Datenmengen dauerhaft zu speichern. Bereits im Juli 2013 gaben die beiden Konzerne bekannt, in diesem Bereich zusammen arbeiten zu wollen, um einen Industriestandard zu entwickeln. Und den idealen Weg will man nun in der so genannten Archival Disc gefunden haben, die die beiden Konzerne dieser Tage erstmals ankündigten.

Dabei handelt es sich einmal mehr um einen optischen Datenträger, den diese haben sich, so die beiden Konzerne, bei bestmöglicher Lagerung, als nach wie vor am stabilsten und am resistentesten gegenüber vielfältigen äußeren Einflüssen erwiesen, sei es nun Temperatur, Feuchtigkeit, in gewissen Sinne auch Staub.

Zudem habe man hier ein Medium zur Verfügung, dass eine Rückwärtskompatibilität sicherstelle, und somit auch dann noch einen Datenzugriff sicherstelle, wenn die Technik voran schreite.

Die nunmehr erstmals präsentierte Archival Disc richte sich in erster Linie an professionelle Anwender, die einen großen Datenbestand langfristig sichern. Diesen will man im Jahr 2015 erstmals Datenträger mit einer Speicherkapazität von 300 GByte zur Verfügung stellen können, später sollen mit Hilfe High Linear Density-Technologie Medien mit 500 GByte und gar 1 TByte realisiert werden.

Es soll sich bei der Archival Disc um eine Double-sided Disc mit drei Layern pro Seite handeln, die über Laser mit einer Wellenlänge von 405 nm ausgelesen werden. Der so genannte Track Pitch wird mit 0,225 μm und die Data Bit Length mit 79,5 nm angegeben. Auch hier kommt natürlich eine Fehlerkorrektur zum Einsatz, und zwar basierend auf dem Reed-Solomon Code, so Sony und Panasonic über das neue Format.

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