Foto © Spotify AB

Spotify räumt auf - App-Integration bei Drittanbietern soll wegfallen

Es war bereits absehbar, nun scheint die volle Tragweite der von Spotify vorgenommenen Umstrukturierungen beim bisherigen Partnerprogramm zu greifen. So manch lieb gewordene Integration des Streaming-Angebots von Spotify wird zum Jahreswechsel wegfallen.

Kurz gesagt...

Spotify strukturiert sein Partner-Programm neu und kündigt daher vielen Drittanbietern, die bislang Spotify über eigene Apps oder direkt in Geräten implementierten. Allein Spotify Connect und Google Chromecast sollen für den Dienst genutzt werden.

Wir meinen...

So verheissungsvoll all die vernetzten Angebote der Unterhaltungselektronik auch zumeist sind, man muss leider immer einkalkulieren, dass man sich hiermit nicht nur in die Abhängigkeit eines Herstellers begibt, sondern dass dies zumeist ein Zusammenspiel mehrerer Unternehmen ist. Wie etwa nun rund um das Angebot von Spotify deutlich wird. Nachdem Spotify beschlossen hat, künftig allein auf Spotify Connect und Google Chromecast Audio zu setzen, kann man über so manch Produkt, bei dem Spotify bislang etwa über Apps des jeweiligen Herstellers eingebunden wurde, nicht mehr wie bisher auf das Angebot des Streaming-Anbieters zugreifen.
Hersteller:Spotify AB
Vertrieb:Spotify AB

Von Michael Holzinger (mh)
27.12.2017

Share this article


Bislang haben es nahezu alle Hersteller weitestgehend vermieden, eine Änderung zu kommunizieren, die wohl nunmehr viele Hersteller und deren Produkte und damit zahlreiche Kunden betriff: das Angebot von Spotify AB wird bald nicht mehr in gewohnter Form auf so manchem HiFi- oder AV-System zur Verfügung stehen. Einzig und allein Pioneer & Onkyo Europe GmbH kommunizierte frühzeitig, dass es Änderungen rund um so manch Lösung der Marken Pioneer und Onkyo im Zusammenhang mit Spotify geben werde - wir berichteten.

Spotify gilt seit Jahr und Tag als klarer Marktführer im Bereich Audio-Streaming, mit dazu beigetragen hat wohl auch, dass dieser Dienst einer jenen ist, der in zahllosen Lösungen der Consumer Electronic direkt implementiert ist, sodass Kunden auf dessen Inhalte auf verschiedenste Art und Weise auf vielen Systemen zugreifen können. So konnten Hersteller Spotify direkt in ihre Produkte integrieren, etwa über eine eigene App, doch damit soll nun Schluss sein.

Spotify dürfte, dies legen immer mehr Meldungen nahe, das bisherige Partnerprogramm komplett umstrukturieren, wobei man vielen Herstellern offenbar schlichtweg die bisherige Zusammenarbeit aufkündigte.

Hintergrund dieses Sinneswandels sei, dass Spotify den Abonnenten des Dienstes ein noch einfacheres Nutzererlebnis gewährleisten wolle und dafür auf eine einheitliche Handhabung des Angebots setzt. Drittanbietern sollen somit nicht mehr in der Lage sein, Spotify auf eigene Art und Weise in ihre Produkte zu integrieren, vielmehr will es der Online Streaming-Dienst nunmehr zur Gänze selbst in der Hand haben, wie Kunden auf sein Angebot zugreifen.

Daher setzt Spotify nunmehr allen voran auf Spotify Connect, also die eigene Streaming-Schnittstelle, die Hersteller als Partner natürlich auch weiterhin in ihre Lösungen implementieren können. Als weitere Option für die Nutzung des Angebots von Spotify führt das Unternehmen nur noch Google Chromecast Audio an.

Es ist eine lange Liste an Produkten, die diese Änderung betrifft, und die Spotify selbst nun auf einer separaten Webseite auflistet. So finden sich hier etwa Lösungen von Pioneer, Onkyo, Yamaha, Philips, Teufel, NAD, Marantz, Denon, Dynaudio, Logitech und Bang & Olufsen. Das Spektrum reicht hier von reinen Streaming-Clients über All-in-One Systeme, Micro- und Midi-HiFi-Systeme, bis hin zu Soundbars und AV-Receivern.

Sollten für die betroffenen Produkte von den Hersteller selbst keine entsprechenden Updates für Spotify basierend auf Spotify Connect oder Google Chromecast als Alternative angeboten werden, so empfiehlt Spotify den Kunden den Einsatz eines zusätzlichen Media Streaming Device. Dies allerdings dürfte nur ein schwacher Trost für all jene sein, die sich etwa ganz bewusst für eine dieser Lösungen entschieden haben, um mit einem System, einer App auf Inhalte zugreifen zu können…

Share this article

Related posts