Steigt Panasonic aus dem Plasma TV-Segment aus?

Schlechte Nachrichten verbreiten sich bekanntermaßen wie Lauffeuer im Web, auch wenn diese noch gar nicht von offizieller Seite bestätigt sind. So berichtet die japanische Wirtschafts-Zeitung Nikkei, dass Panasonic komplett aus der Entwicklung und Produktion von Plasma TV-Geräten aussteige und darüber hinaus teils drastische Einsparungen und Umstrukturierungen im gesamten TV-Segment plane.

Von Michael Holzinger (mh)
18.03.2013

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Der Kahlschlag in der TV-Sparte geht scheinbar unaufhörlich weiter. Schon in den vergangenen Monaten sorgte so manche Nachricht für Aufsehen. Viele, über Jahre führende Hersteller nahmen teils drastische Umstrukturierungsmaßnahmen in dem ehemals so wesentlichen Geschäftsbereich TV vor, oder - noch schlimmer - verabschiedeten sich komplett aus diesem Markt. Wie dramatisch die Lage aus der Sicht so manchem Unternehmens bereits seit langem ist, zeigt etwa allein die Tatsache, dass man sich vielfach sogar dazu entschied, Entwicklung als auch Fertigung mit ehemals beinharten Konkurrenten zusammen zu legen, bzw. diese essentiellen Aufgaben komplett auszulagern, was unterm Strich auch nichts anderes bedeutet, als sich aus diesem Geschäftsbereich auf Etappen zu verabschieden.

Dass das Marktumfeld auch für den japanischen Konzern Panasonic kein leichtes ist, ist seit Jahr und Tag bekannt. Dies zeigen die keineswegs erbaulichen Zahlen auf eindrucksvolle Weise. Wie schlimm es aber tatsächlich um den Geschäftsbereich TV bei Panasonic bestellt ist, machen nun aktuelle Meldungen klar, die derzeit im Web kursieren. Ausdrücklich sei an dieser Stelle betont, dass es sich hierbei nicht um offiziell bestätigte Informationen handelt, sondern allein um von der japanischen Wirtschafts-Zeitung Nikkei kolportierte Meldungen, wobei man sich auf hochrangige Manager des Unternehmens beruft.

Diesen Informationen nach soll sich Panasonic dazu entschieden haben, aus der Entwicklung als auch Produktion von TV-Geräten basierend auf Plasma-Technologie komplett auszusteigen. Damit ziehe man nunmehr defakto die Notbremse, denn dieser Geschäftsbereich sei seit Jahr und Tag höchst defizitär, sodass man keinerlei Zukunft mehr hier sehe. Bislang konnte man noch mit adäquaten Umsätzen rechnen, doch diese entsprachen in den letzten Monaten ebenfalls nicht den Erwartungen.

Fest steht, dass die bisherige Produktionsstätte von Panasonic im japanischen Amagasiki bereits im Geschäftsjahr 2014 geschlossen wird, da alle Investitionen in den Maschinenfuhrpark bereits abgeschrieben sind, und neue Investitionen bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage des Konzerns in diesem Bereich wohl nicht zur Disposition stehen.

So wird derzeit kolportiert, dass der Ausstieg aus dem Plasma TV-Bereich auch nicht sofort, sondern auf Etappen in den nächsten drei Jahren erfolgen soll. Man müsse, so die nicht näher genannte Quelle aus Japan, diese Schritte noch mit Vertriebspartnern und Handel abstimmen. Den vielbeachteten 145 Zoll Plasma mit 8K Unterstützung, den Panasonic erstmals auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin 2012 zeigte, wird man wohl nicht mehr erwerben können, und auch die Vorstellung der CES 2013 müssen, erweisen sich die Gerüchte als richtig, in gänzlich neuem Licht gesehen werden.

Von offizieller Seite ist derzeit nur zu hören, dass bislang noch gar nichts entschieden sei, vielmehr prüfe man derzeit verschiedenste strategische Optionen für das TV-Segment.

Damit erhalten auch weitere Meldungen, die ebenfalls nicht bestätigt sind, durchaus Bedeutung, denn denen zufolge sei überhaupt eine sehr tiefgreifende Umstrukturierung des gesamten TV-Segments bei Panasonic geplant. So ist zu vernehmen, dass Panasonic nicht nur die Plasma TV-Produktion stoppe, sondern auch drastische Einschnitte bei der LCD TV-Entwicklung und Produktion vornehmen werde. So sollen etwa Panels künftig nahezu zu 3/4 vom direkten Konkurrenten LG Electronics gefertigt werden, während sich die eigene LCD Panel-Fertigung allein auf Lösungen für Tablets spezialisieren solle.

Überhaupt sehe man den Bereich TV keineswegs optimistisch. So geht man, den derzeit nicht bestätigten Meldungen zufolge, davon aus, dass sich der Umsatz im Bereich TV bis zum Geschäftsjahr 2015 gegenüber den Zahlen 2009 halbieren werde.

Für Panasonic ist daher offensichtlich allein der Bereich OLED interessant, wobei man auch hier künftig nicht alleine, sondern zusammen mit einem ebenfalls im TV-Segment schwer angeschlagenen Partner tätig sein will, und zwar Sony. Gemeinsam will man, stimmen die Meldungen, im Jahr 2014 erste Geräte auf den Markt bringen, wobei allerdings keinesfalls feststeht, dass man diese dann auch tatsächlich selbst fertigt. Auch hier steht derzeit im Raum, dass die Produktion komplett an nicht näher genannte Partner ausgelagert werden könnte.

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