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Studio Master Qualität für die Hosentasche - Die High-end Alternative zum Smartphone

Sie sind Produkte in einer Nische, aber einer überaus spannenden Nische, so genannte portable Hi-Res Audio-Player, die für qualitätsbewusste Musik-Liebhaber nicht nur eine Alternative zum Smartphone darstellen, sondern vielfach den einzig „richtigen“ Weg für den wahren Musik-Genuss unterwegs.

Kurz gesagt...

Musik vom Smartphone oder sollte man diese Aufgabe doch besser einem wahren Spezialisten überlassen? Immer größer wird das Angebot an portablen Hi-Res Playern, es lohnt sich also, über diese Alternative zumindest nachzudenken.

Wir meinen...

Dass man Musik immer und überall zur Verfügung hat, ist eine Entwicklung, die bereits bis in die 1950er Jahre zurück reicht, nun aber wohl ihren Höhepunkt erreicht hat, und zwar betreffend der Quantität als auch Qualität. So ist es allen voran das allgegenwärtige Smartphone, das für die Quantität auf bislang nicht gekanntem Niveau sorgt. Abermillionen Musik-Titel stehen über Streaming-Angebote jederzeit und überall zur Verfügung. Gleichzeitig aber lässt sich auch eine bislang nicht erzielbare Qualität erreichen, wobei dies nicht mit Smartphones realisiert wird, sondern vielmehr mittels portabler Hi-Res Player. Sie sind es, die Studio Master Qualität für die Hosentasche versprechen. Aber wie so oft gilt wohl auch hier, dass Quantität für die Massen, Qualität für eine kleine Nische bestimmt ist…

Von Michael Holzinger (mh)
02.05.2017

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Musik immer und überall zur Verfügung zu haben, dies ist nichts, was erst seit kurzem möglich ist. Bereits mit dem Durchbruch der Transistor-Technologie und damit in den 1950ern, noch mehr in den 1960er, war es gang und gäbe, Musik stets „dabei“ zu haben, man erinnere sich an die verschiedensten portablen Radios, die in diesen Jahren gar als eine Art Mode-Accessoire galten und nach wie vor als eine Art Synonym für die Jugendkultur dieser Jahre und eine Zeit im Umbruch gelten. Selbst Schallplatten-Spieler gab über Jahre, ja gar Jahrzehnte immer wieder zumindest in halbwegs mobilen Lösungen. Die 1970er und frühen 1980er waren die Jahre der portablen Radiorekorder, die ihre „Blüte“ als mächtige „Boombox“ oder „Ghettoblaster“ erlebten, die so mancher in den 80er nahezu ständig mit sich schleppte, als es als besonders trendy und schick galt. Doch spätestens mit der Markteinführung des Sony WALKMAN war es geradezu unerlässlich, Musik immer mit dabei zu haben, wenn man „dazu gehören“ wollte.

Trotz der Nachfolge-Generation Sony DISCMAN, bei dem die Musik-Kassette durch eine CD ersetzt wurde, so richtig abgelöst wurde der portable Kassetten-Player erst durch MP3-Player.

Selbst wenn Apple keineswegs die Produktkategorie erfunden hat, es war allen voran Apples iPod, der für den Durchbruch so genannter portabler MP3-Player sorgte. Mit dem Apple iPod war der Grundstein dafür gelegt, dass Musik plötzlich immer und überall gehört werden konnte, und zwar in bislang nicht gekannter Vielfalt. Doch diesen Status haben portable Audio-Player längst wieder verloren, so schnell sie aufkamen, so schnell verschwanden sie auch wieder, denn ihre Aufgabe wurde inzwischen von einer anderen Produktgruppe übernommen, den so genannten Smartphones.

Smartphones sind überaus vielseitige Lösungen, nicht nur, wenn es um multimediale Inhalte geht, aber natürlich auch hier. Es erstaunt somit keineswegs, dass viele Anwender allen voran auf Smartphones für die Musikwiedergabe setzen, schließlich handelt es sich um eine der flexibelsten Quellgeräte überhaupt. Nicht nur, dass man eigene Inhalte immer mit sich führen und damit nutzen kann, auch der Zugriff auf Online-Angebote ist damit jederzeit möglich. Einziger wirklicher Nachteil ist die mit Smartphones erzielbare Qualität.

Viele finden sich mit dieser eingeschränkten Qualität ab, dies muss man klar festhalten, manche setzen zumindest auf hochwertigere Kopfhörer, andere gar auf zusätzliche Lösungen wie etwa portable D/A-Wandler und Kopfhörer-Verstärker. Wahre Klangfeinspitze aber, die verzichten gänzlich aufs Smartphone, zumindest, wenn es um die Wiedergabe von Musik geht.

Denn wer wirklich bestmögliche Qualität erzielen will, dem stehen andere Werkzeuge zur Verfügung, wobei wir wiederum bei den wahren Spezialisten angelangt wären, also portablen Audio-Playern.

Allerdings sei gleich vorweg festgehalten, dass diese Produktgruppe absolut nichts mehr mit jenen Lösungen zu tun hat, die einleitend als Beginn der digitalen „Mobilität“ im Audio-Bereich beschrieben wurden. Natürlich sind portable Audio-Player etwa auch heutzutage in der Lage, MP3-Daten abzuspielen, als „MP3-Player“ darf man diese Lösungen aber längst nicht mehr verunglimpfen, denn wir sich derartige Lösungen zulegt, der spielt garantiert keine MP3s ab, vielmehr geht es darum, das Maximum auch unterwegs nutzen zu können. Verlustbehaftete Datenformate wie MP3, aber auch AAC oder WMA sind also hier eigentlich kein Thema, „CD-Qualität“ vielmehr der unterste Standard, und spannend wird es mit allem darüber, also mit so genannten Hi-Res Audio-Daten. Folgerichtig spricht man daher eben nicht von MP3-Playern, sondern von so genannten portablen Hi-Res Audio-Playern.

Im Gegensatz zu Smartphones, die als tunlichst flexible „Universal-Lösung“ ausgelegt sind, die Musikwiedergabe somit nur eine von vielen Funktionen darstellt, konzentrieren sich die Entwickler von Hi-Res Audio-Playern ganz und gar allein auf diese eine Aufgabe. Dies ist vor allem insofern spannend, da vielfach als Plattform für besagte Hi-Res Audio-Player sehr wohl ein „Smartphone“ zum Einsatz kommt, zumindest im Ansatz.

So setzen viele aktuellen Lösungen auf das Betriebssystem Google Android und entsprechende Hardware als Basis für ihre portablen Hi-Res Audio-Player, teils für den Anwender transparent ersichtlich, andere Hersteller hingegen versuchen zumindest weitestgehend dies für den Anwender zu verbergen.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Smartphones liegt aber ohnedies bei ganz anderen Komponenten, und zwar in der für die tatsächlich erzielbare Qualität alles entscheidenden Hardware, somit einer ausgeklügelten Signalverarbeitung basierend auf spezialisierten DSPs, einem tunlichst tadellosen D/A-Wandler, sowie einer möglichst hochwertigen, leistungsstarken Ausgangsstufe um hochwertige Kopfhörer problemlos betreiben zu können.

Um es nochmals zu betonen, diese genannten Komponenten sind es, die maßgeblich für die Qualität entscheidend sind, und die sich somit - trotz vielfach gleicher Plattform - von herkömmlichen Smartphones unterscheiden. Und es sind auch diese genannten Komponenten, die aus Sicht der Entwickler und Hersteller den Preisunterschied ausmachen, denn wählt man hier eben nicht Lösungen „von der Stange“, sondern ausgewählte, hochwertige Komponenten, so geht’s wirklich ins Geld…

Aber, diese machen den Unterschied aus, und damit klingen selbst verlustbehaftet komprimierte Daten etwa im MP3- oder AAC-Format besser, ebenso Daten in „CD-Qualität“, sei es nun WAV, AIFF, FLAC oder ALAC, und Hi-Res Daten, also Inhalte ab einer Auflösung von 24 Bit und 44,1 kHz können erst mit derartigen Lösungen ihr Potential tatsächlich ausspielen.

Letztgenannte Inhalte in Hi-Res Qualität sind es auch, die eine höhere Speicherkapazität erfordern. So muss man bei Smartphones vielfach mit dem integrierten Speicher das Auslangen finden, portable Hi-Res Player jedoch verfügen allesamt neben dem ebenfalls integrierten Speicher von etwa 32 oder 64 GByte über Slots für Speichermedien, zumeist in Form von Micro SD-Cards, sodass man Speicherkapazitäten von 128 GByte, 256 GByte oder noch mehr problemlos realisieren kann.

Wer unterwegs Musik wirklich nicht nur konsumieren, sondern tatsächlich genießen will, der wünscht sich auch den entsprechenden Komfort. Dieser endet bei portablen Audio-Playern aber nicht bei einer tunlichst übersichtlichen Oberfläche fürs Navigieren durch die eigene Mediathek, wie etwa durch verschiedenste Apps auf Smartphones, sondern geht hin zu separaten Tasten für die direkte Steuerung der Wiedergabe, der Lautstärke-Regelung am Gerät selbst.

Übrigens, natürlich verfügen auch portable Hi-Res Player über so manch Ausstattungsmerkmal eines herkömmlichen Smartphones, schließlich kommt hier vielfach, wie bereits mehrfach erwähnt, eine gemeinsame Plattform als Basis zum Einsatz. Die Einbindung in Netzwerke über WiFi, die Verbindung zu weiteren mobilen Devices über Bluetooth, all dies ist kein Problem bei aktuellen Modellen. Damit stehen auch verschiedenste Online-Inhalte wie etwa Streaming-Angebote - TIDAL, Qobuz, Deezer… - zur Verfügung. Selbst auf für Hi-Res Inhalte spezialisierte Download-Portale kann so mancher portable Hi-Res Player direkt zugreifen.

Überhaupt ist es längst kein Problem mehr, Inhalte abseits verlustbehafteterer Datenformate aus Apple iTunes Store (AAC mit 256 kbps)oder Amazon MP3-Store (MP3 mit 256 kbps) zu finden, ja gar Inhalte jenseits der vielzitierten „CD-Qualtiät“ (16 Bit 44,1 kHz) zu erhalten. Entsprechende Angebote offerieren etwa, um nur zwei Beispiele zu nennen, Anbieter wie das französische Unternehmen Qobuz, das neben Daten in CD-Qualität auch zahllose Inhalte in Hi-Res Audio offeriert, sowie die deutsche Plattform HIGHRESAUDIO, die sich - nomen est omen - allein Inhalten in Hi-Res Audio verschrieben hat. Die Preise für Daten in Hi-Res Audio liegen zumeist nur knapp über jenen für CD-Qualität bzw. eine Spur über jenen für verlustbehaftete Inhalte, teils gar auf gleichem Niveau.

Es mangelt der stetig wachsenden Produktgruppe an portablen Hi-Res Playern also weder an Flexibilität, Vielseitigkeit und schon gar nicht an Komfort, vielmehr bietet sie Qualität auf gänzlich neuem Niveau…

Dennoch wird sie wohl eine Produktgruppe in der Nische bleiben, dies muss man unumwunden eingestehen. Die Zahl jener Konsumenten, die sich für bestmögliche Qualität unterwegs und damit für einen derartigen Hi-Res Audio-Player als Alternative zum Smartphone entscheiden, wächst und wächst. Dies ist einerseits überaus erfreulich, zumal diese Lösung vielfach deutlich kostspieliger sind, als das allerneueste Smartphone, aber genau dies ist auch der Knackpunkt. Trotz wachsendem Interesse, trotz neuer Kunden, es wird nie mehr als eine Minderheit sein, die bereit ist für Qualität auch tatsächlich tiefer in die Tasche greift. Aber, wer will schon Mainstream sein…

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