Foto © sempre-audio.at

Tatsächlich Hi-res Audio oder doch nur… Ein Reinfall?

Audiophile Musik-Liebhaber sind stets auf der Suche nach Musik in tunlichst erstklassiger Qualität. So erstaunt es kaum, dass zahllose Anbieter mit zahllosen neuen Angeboten locken, die eine bislang ungehörte Klangqualität versprechen, insbesondere auch in Form so genannter Remaster, die angeblich aufwendigst erstellt wurden, und ungeahnte Details offenbaren sollen. So manch derartiges Versprechen entpuppt sich aber bei genauerer Betrachtung als herbe Enttäuschung…

Kurz gesagt...

So manch Album, das als hochwertiges Hi-res Format beworben, und um teuer Geld vermarktet wird, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung allzu oft als klarer Reinfall. Speziell dann, wenn es sich um aufwendige Remaster handelt, wie die Erfahrung zeigt.

Wir meinen...

Um eins klar zu stellen, sempre-audio.at versteht sich als Plattform, die allen voran Spass und Leidenschaft an hochwertiger Musik-Wiedergabe vermitteln will, und die Lösungen vorstellt, die dies ermöglichen. Es liegt uns somit fern, diesen Spass auch nur irgendwie zu trüben, allerdings erachten wir es als unsere Pflicht, so manch Entwicklung kritisch zu hinterfragen. Und gerade wenn derart offensichtlich Versprechen nicht eingehalten werden, wie bei so manch teuer angebotenem Remaster, dann müssen wir darauf hinweisen. Darum einmal mehr der eindringliche Ratschlag, so manches zu hinterfragen und genauer hinzusehen, bevor man teuer Geld dafür investiert!

Von Michael Holzinger (mh)
19.10.2018

Share this article


Man könnte ja angesichts des stetig steigenden Angebots an Aufnahmen in Hi-res Qualität in schiere Euphorie verfallen. Ein wahrer Segen für audiophile Musik-Liebhaber, die nahezu jedes Album in bester Qualität vorfinden. Mehr noch, viele Labels rühmen sich, wichtige Alben in ihrem Repertoire aufwendig neu abzumischen, natürlich von den Original-Tapes, oder diese zumindest einem aufwendigen Remaster zu unterziehen, mit neuester Studio-Technik und somit auf einem bislang nicht gekannten Qualitätsniveau.

Derartige Aufnahmen lassen sich um richtig viel Geld neu vermarkten, das steht fest, dies belegt allein ein Blick auf das einschlägige Angebot diverser Download-Plattformen und Streaming-Dienste dieser Tage...

Allein, so manch angeblich herausragendes Album, gänzlich neu produziert, neu abgemischt oder neu gemastert, dass zu teils schon - mit Verlaub - wirklich unverschämten Preisen angeboten wird, entpuppt sich leider immer öfter als klarer Fehlkauf, denn irgendwie scheint da von der angepriesenen Qualität nicht viel vorhanden zu sein. Zumindest, wenn es um die rein technischen Aspekte geht. Denn blickt man ein wenig tiefer, analysiert etwa die teuer gekauften Dateien, so zeigt sich vielfach sehr rasch, dass da einiges im Argen ist, um nicht das neumodische Wort "Fake" ins Spiel zu bringen, denn Absicht wollen wir niemandem unterstellen. Dies als mangelndes Qualitätsbewusstsein zu bezeichnen, dürfte allerdings durchaus angebracht sein...

Einmal mehr findet sich dieser Tage ein geradezu typisches Beispiel dafür, wie sorglos manch Anbieter mit mehr oder weniger akzeptierten Qualitätsmerkmalen umgeht, wie etwa Hi-res Audio als Synonym für hochwertige Audio-Files. Dies belegen Messungen, die wir aus zuverlässiger Quelle eines Albums erhielten, das als aufwendiges Remaster beworben, und in Form eines Downloads oder Streams in Hi-res Qualität als FLAC oder MQA angeboten wird, mehr als eindrucksvoll.

Die Rede ist vom dieser Tage neu erschienenen Album der Formation Whitesnakes „Zipped“, das bei einschlägigen Anbietern derzeit unter anderem als Super Deluxe Edition um „schlappe“ € 55,99 als Download angeboten wird, und zwar in Hi-res Audio-Qualität. Zumindest prangt auf dem Download das entsprechende Logo und es wird mit 24 Bit und 96 kHz ausgewiesen.

Die Messungen, die uns vorliegen, zeigen freilich ein ganz anderes Bild. Diese lassen in keinster Weise auch nur im Ansatz darauf schließen, dass es sich um ein würdiges Hi-res Audio-File handelt, das diese Bezeichnung auch verdient. Wie unsere Quelle schreibt, würde dies nicht einmal als „vernünftiges“ MP3 durchgehen, geschweige denn, dass es sich um eine Aufnahme in „Studio Master Qualität“ handelt und damit die 24 Bit 96 kHz irgendwie rechtfertigt. Für Apple iTunes, Spotify und Amazon Music mag dies wohl reichen, aber für Anbieter, die auf Qualität setzen…

Das traurige an der Sache ist, dass hier letztlich der Ruf einer ganzen Branche leidet, dass dafür gesorgt wird, dass man angebliche Qualitätsmerkmale schlicht nicht mehr ernst nehmen kann. Was bedeutet Hi-res denn dann letztlich wirklich, wenn man einfach ein mieses MP3 mit riesiger Datenmenge erhält? Wie kann man den Aufwand, den man für Hi-res Audio treibt, irgendwie rechtfertigen, wenn das Ergebnis genauso gut mit einem Stream von Spotify und Co in verlustbehafteter MP3-Qualität zu erzielen wäre?

Noch schlimmer, es ist zu vermuten, dass derartige „Master“ ja als Basis für die gesamte Produktionskette heran gezogen werden, man überlege sich also nur, was dies für eine Vinyl-Edition bedeutet, wenn die Basis dafür letztlich nicht mehr bietet, als ein lausiges MP3-File?

Bei Hi-res Audio-Downloads zumindest kann man sich - und das ist nun ein persönlicher Tipp des Autors - am Anbieter orientieren. So gibt es Download- und Streaming-Plattformen, die sich in all den Jahren damit "auszeichneten", wenig Wert auf Qualitätskontrolle zu legen. Dies lässt sich ganz einfach damit belegen, dass in deren Angebot immer wieder Alben mit besonders hohen Datenraten auftauchen, die man andereswo nicht findet.

Andere wiederum zeichnen sich seit Jahr und Tag dadurch aus, dass man hier besagte Aufnahmen eben entweder gar nicht finden, da sie den selbst gesteckten Qualitätskriterien nicht entsprechen, oder eben nicht in der hohen Auflösung anderer Anbieter. Und zwar deswegen, da dies durch eine aufwendige Qualitätssicherung unterbunden wird. Ein Anbieter, der sich der hohen Bedeutung seines tadellosen Rufs ganz genau bewusst ist, ist das Unternehmen HIGHRESAUDIO. Mehr muss dazu an dieser Stelle nicht gesagt werden!

Share this article