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Test - Watson´s Record Cleaning Machine

Foto © Michael Holzinger - sempre-audio.at

Vinyl kann eine gar schmutzige Angelegenheit sein, um es ein wenig überspitzt zu formulieren, doch letztlich ist es ein Leichtes, Verunreinigungen der Schallplatte Herr zu werden. Es bedarf dafür nur der richtigen Werkzeuge, und dies sind allen voran Schallplatten-Waschmaschinen wie etwa die The Watson´s Record Cleaning Machine.

Kurz gesagt...

Nicht zu viel Geld in die Hand nehmen müssen, um eine effektive, simple Reinigung von Schallplatten zu erzielen, dafür ist die The Watson´s Record Cleaning Machine ausgelegt.

Wir meinen...

Eine besonders spannende Lösung für die Reinigung von Schallplatten steht mit der The Watson´s Record Cleaning Machine zur Verfügung, denn hier lockt allen voran ein Preis, der wohl für viele als durchaus attraktiv angesehen wird, zudem handelt es sich, und das ist ja nicht unwesentlich, um eine sehr kompakte Lösung, die darüber hinaus eine sehr simple Handhabung verspricht. Alles Argumente also, die die The Watson´s Record Cleaning Machine als eine optimale Lösung im Einstiegssegment erscheinen lassen.
Hersteller:The Watson´s
Vertrieb:Audiovertrieb by HZ Electronics
Deutschand:TAD Audiovertrieb GmbH
Preis:The Watson´s Record Cleaning Machine € 495
Absaugarm 7 Zoll € 29,-
Absaugarm 10 Zoll € 29,-
Soft Protection Cover € 19,95
Filzstreifen € 9,95

Von Michael Holzinger (mh)
06.07.2020

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Es ist durchaus faszinierend, dass jene Musikwiedergabe, die vielen Musik-Enthusiasten und HiFi-Liebhabern als schlichtweg die beste und allen anderen klar überlegene gilt, im Wesentlichen die fehleranfälligste, diffizilste ist. Die Wiedergabe von Schallplatten ist nunmal die letzte verbliebene Form, die tatsächlich rein mechanisch funktioniert, bei der die Informationen in der Rille der Schallplatte mittels einer feinsten Nadel abgetastet, und deren Auslenkung in Strom umgewandelt wird. Dies alles passiert in derart winzigen Dimensionen, bei denen selbst kleinste Verunreinigungen schon einen massiven Einfluss haben können. Und derartige Verunreinigungen sind schlichtweg nicht zu vermeiden. Allen voran Staub ist und bleibt der natürliche Feind der Schallplatte, und der landet auf dieser, sobald man diese aus dem Cover nimmt. Dafür sorgt schon die ebenfalls nahezu unvermeidbare statische Aufladung, die ebenfalls kaum zu unterbinden ist. Ganz zu schweigen von jenen Verunreinigungen, die mitunter schon bei einer nicht gänzlich fachgerechten Produktion auftreten.

Um es auf den Punkt zu bringen, wer sich ernsthaft mit Schallplatten auseinander setzt, und von diesen tatsächlich stets eine optimale Qualität erwartet, der kommt an entsprechenden Reinigungslösungen nicht herum. Nicht nur, dass nur so die Musikwiedergabe in der tatsächlich bestmöglichen Qualität garantiert ist, auch essentielle Komponenten wie der Tonabnehmer werden dadurch langfristig geschont und können ebenfalls ihr volles Potential ausschöpfen.

Für den alltäglichen Gebrauch reichen natürlich Hilfsmittel wie etwa eine Bürste, die es ebenso in diversesten Ausführungen gibt, wie Reinigungstücher. Die einzig wirklich effektive Reinigungslösung aber ist tatsächlich eine so genannte Schallplatten-Waschmaschine.

Schallplatten-Waschmaschinen galten vor gar nicht allzu langer Zeit als wahrlich „exotische“ Lösungen, mit der aufkommenden Renaissance der Schallplatte und dem daraus resultierenden wahren Hype rund um Vinyl der letzten Jahre wuchs das Angebot an Schallplatten-Waschmaschinen kontinuierlich, sodass man heute längst aus einem breiten Spektrum an unterschiedlichsten Lösungen in den verschiedenen Preisklassen wählen kann.

Eine besonders spannende Lösung steht mit der The Watson’s Record Cleaning Machine zur Verfügung, denn hier lockt allen voran ein Preis, der wohl für viele als durchaus attraktiv angesehen wird, zudem handelt es sich, und das ist ja nicht unwesentlich, um eine sehr kompakte Lösung, die zudem eine sehr simple Handhabung verspricht. Alles Argumente also, die die The Watson’s Record Cleaning Machine als eine optimale Lösung im Einstiegssegment erscheinen lassen.

Wozu eine Schallplatten-Waschmaschine?

Nun, natürlich kann man zunächst die Frage aufwerfen, wozu man überhaupt so etwas wie eine Schallplatten-Waschmaschine benötigt, schließlich könnte man ja meinen, dass man, wie beschrieben, mit einer Bürste, Tüchern und mit diversen Reinigungslösungen ja bestens bedient ist…

Ja, für die tägliche schnelle Reinigung reichen derartige Utensilien wohl durchaus, eine tiefergehende, wirklich gründliche Art und Weise Verunreinigungen zu entfernen, stellen diese jedoch nicht dar, dies muss man ganz klar festhalten.

Der große Vorteil einer Schallplatten-Waschmaschine besteht zunächst darin, dass man hier auf verschiedene Art und Weise eine Reinigungslösung richtig „einarbeiten“ kann, somit auch hartnäckige Verunreinigungen wirklich löst. Fingertapper sind etwa nichts anderes als Fett, das geradezu als „Klebstoff“ für Verunreinigungen fungiert, ebenso diverse Rückstände aus der Fertigung. Das wirklich entscheidende aber ist, dass man die gelösten Verunreinigungen dann auch wirklich effektiv beseitigt, einfaches Abwischen erledigt dies wiederum nur oberflächlich, man verteilt vielleicht den Dreck sogar noch mehr über die gesamte Oberfläche. Eine Schallplatten-Waschmaschine wie etwa unser aktueller Testkandidat, die The Watson’s Record Cleaning Machine, saugt die Reinigungslösung samt der darin gelösten Verschmutzungen komplett ab, im besten Fall bleibt somit überhaupt kein Rückstand mehr zurück und die Schallplatte ist perfekt gereinigt.

Ausgepackt…

Packt man die The Watson’s Record Cleaning Machine aus, so wird man unweigerlich feststellen, dass man es hierbei mit einem durchaus sehr solide gefertigten Produkt zu tun hat, selbst wenn es, wie bereits erwähnt, eine sehr kompakte Lösung ist. Dass hier einiges an Masse vor einem auf dem Tisch steht, lässt allen voran auf eine solide Pumpe schließen, denn viel mehr ist ja letztlich nicht in diesem Gerät verbaut.

Auffallend ist auch, dass es sich um eine sehr schlanke Lösung handelt, die nur wenig Stellfläche für sich in Anspruch nimmt. Im Gegensatz zu so manch anderes Lösung nimmt die The Watson’s Record Cleaning Machine nicht einmal die Fläche einer Schallplatte selbst für sich in Anspruch, tatsächlich ist das System breiter als tief. Der Leichtmetall-Korpus misst 305 mm in der Länge, 185 mm in der Tiefe, und 300 mm in der Höhe. Immerhin, 8,5 kg bringt sie damit auf die Waage.

Das System ist komplett in Schwarz gehalten, das Gehäuse selbst mit kritischem Blick tadellos verarbeitet.

An der Oberseite thront natürlich die Auflage für die Schallplatte, die vergleichsweise klein gehalten ist, somit eine Schallplatte nicht zur Gänze, in der Praxis aber ausreichend aufliegt, um beim Reinigen problemlos mit der Reinigungsbürste entsprechenden Druck ausüben zu können, ohne die Platte zu verbiegen. Eine weiche Kunststoffauflage schützt dabei den Tonträger. Fixiert wird die Platte übrigens in bewährter Art und Weise mit einer Schraubklemme, die das gesamte Label abdeckt, sodass man keinerlei Bedenken haben muss, dass hier die Reinigungslösung Spuren hinterlässt.

Rechts davon findet sich der Arm fürs Absaugen, wobei ab Werk ein Reinigungsarm für klassische Schallplatten mit 12 Zoll Durchmesser verbaut ist. Als optionales Zubehör stehen hier Alternativen für Singles mit 7 Zoll, zudem EPs mit 10 Zoll zur Verfügung. Die Preise hierfür sind mit jeweils € 29,- wirklich moderat gehalten, sodass man hier keinerlei „Experimente“ vollziehen, sondern tatsächlich stets den richtigen Arm einsetzen sollte.

Natürlich ist der Reinigungsarm rund um die Öffnung zum Absaugen mittels Filzstreifen geschützt. Diese sollte man, ein dezenter Hinweis am Rande, von Zeit zu Zeit tauschen. Der Vertrieb führt für diese einen empfohlenen Verkaufspreis von lediglich € 9,95 an und diese lassen sich ganz simpel über ein daran befestigtes Doppelklebeband anbringen.

Die wenigen Bedienelemente der The Watson’s Record Cleaning Machine sind auf der Frontseite zu finden. Ein Kippschalter dient dazu, die Rotation des Tellers zu starten. Ein weiterer Kippschalter aktiviert die Pumpe zum Absaugen, ein Potentiometer dient dazu, die Intensität des Absaugens festzulegen, das war es dann auch schon.

An der Rückseite führt ein Schlauch aus dem Gehäuse, über den die abgesaugte Reinigungsflüssigkeit, die in einem kleinen Tank der The Watson’s Record Cleaning Machine landet, letztlich abgeleitet wird.

Handgemacht… Eine manuelle Reinigungslösung

Um es explizit zu betonen, bei der The Watson’s Record Cleaning Machine handelt es sich um eine so genannte manuelle Schallplatten-Waschmaschine, jeder Arbeitsschritt muss hier also vom Anwender durchgeführt werden, irgendwelche Automatismen stehen hier nicht zur Verfügung.

Dazu gehört auch das Auftragen der Reinigungsflüssigkeit, die The Watson’s Record Cleaning Machine verfügt somit natürlich auch über keinen entsprechenden Tank, was aber durchaus auch als Vorteil gesehen werden kann, doch dazu gleich mehr…

Fast alles mit dabei…

Eins muss man klar hervor heben, wer die The Watson’s Record Cleaning Machine erwirbt, erhält mit dieser Maschine im Wesentlichen alles, was für deren Betrieb erforderlich ist.

So findet man im Lieferumfang nicht nur eine Reinigungsbürste mit Borsten aus PVC, sondern zudem auch zwei Fläschchen Reinigungskonzentrat. Eins davon beschreibt der Hersteller schlicht als Reinigungsflüssigkeit Watson’s Cleaning Fluid, das zweite als Watson’s Deep Cleaning Fluid. Schon diese Bezeichnung legt nahe, dass die eine Variante für normale Verunreinigungen, die zweite für etwas kniffligere Fälle ausgelegt ist. In beiden Fällen empfiehlt der Hersteller, die 60 ml Konzentrat mit 900 ml demineralisiertem oder gar destilliertem Wasser zu verdünnen, um so die optimale Reinigungslösung zu erzielen. Eine Spritzflasche dient letztlich dazu, die Reinigungslösung aufzutragen.

Frisch ans Werke…

Also, die erste Platte wird auf die The Watson’s Record Cleaning Machine gelegt und die Klemme festgeschraubt, wobei, irgendwie… Ach, siehe da, man setzt hier auf ein Linksgewinde, rechts rum kann es also nicht klappen. Dreht man in die richtige Richtung, so kann man die Klemme Dank der eingefrästen Struktur in den Knopf problemlos sichern. Wie bereits erwähnt, sorgt eine Gummi-Lammelle an der Unterseite dafür, dass das Plattenlabel geschützt ist. Nächster Schritt, Motor anwerfen und ein paar Spritzer Reinigungsflüssigkeit verteilen. Danach heisst es, mit der Bürste Verunreinigungen zu lösen, wobei positiv auffällt, dass die im Lieferumfang enthaltene Bürste keinerlei „Haare lässt“. Hier haben wir bei so mancher Lösung die ein oder andere „böse“ Überraschung erlebt.

Wir haben es ja schon erwähnt, dass es sich hierbei um eine rein manuelle Lösung handelt, bei der die Reinigungslösung mittels Spritzflasche von Hand aufgetragen wird, sehen wir durchaus als Vorteil an. Der Markt hält verschiedenste Reinigungskonzentrate bereit, und zwar mit durchaus unterschiedlicher Wirkweise und damit für unterschiedliche Anforderungen. Je nachdem, ob eine Schallplatte intensiver Pflege oder einfach einer simplen „Grundreinigung“ bedarf, kann man hiermit somit sehr einfach zwischen verschiedenen Flüssigkeiten wechseln. Würde die Maschine über einen Tank für die Reinigungsflüssigkeit verfügen, ist dies natürlich nicht so einfach möglich. Zudem haben wir die Erfahrung gemacht, dass wenn man nicht wirklich tagtäglich Schallplatten reinigt, die Flüssigkeit im Tank einer Maschine durchaus zu Problemen führen kann, sofern man diesen nicht immer gleich wieder entleert. Diesbezüglich muss man sich hier keinerlei Gedanken machen…

Hat man die Oberfläche der Platte nach einigen Augenblicken ausreichend mit der Bürste behandelt, legt man diese beiseite, und setzt den Absaugarm auf und aktiviert die Absaugung.

Gut, leise ist die The Watson’s Record Cleaning Machine nicht gerade, das muss man leider anführen, allerdings relativiert sich dies unserer bescheidenen Einschätzung nach dann doch, vor allem, wenn man nicht zig Schallplatten am Stück reinigt und damit ohnehin nur kurz die Pumpe auf voller Leistung werkt. Dafür ist die Saugleistung wirklich sehr gut, denn nach nur wenigen Umdrehungen ist die Oberfläche der Schallplatte bereits staubtrocken und diese bereit, unmittelbar auf dem Schallplatten-Spieler zu landen.

Für diesen Test haben wir so manches Schätzchen aus dem Regal geholt, das bislang in de Rubrik „zu reinigen“ stand, wobei es sich hierbei allen voran um Vinyls handelte, die über den Second Hand Markt erworben wurden und mitunter gar drastische Verschmutzungen aufwiesen, aber auch so manch pressfrische Scheibe, bei denen der erste Durchlauf am Schallplatten-Spieler auf Grund klar wahrnehmbarem Knistern und Knacken recht rasch beendet war.

Durchwegs überzeugte die The Watson’s Record Cleaning Machine hierbei mit wirklich sehr guten Ergebnissen. Die Tonträger zeigten nach dem Reinigungsvorgang schon optisch eine tadellos saubere Oberfläche, ein Eindruck, der sich beim Abspielen bestätigte. Nur wenige wirklich hartnäckige Fälle mussten einem zweiten Waschvorgang unterzogen werden, doch spätestens dann war eine im wahrsten Sinne des Wortes saubere Rille garantiert.

Fazit

Als Fazit kann man somit festhalten, dass man mit der The Watson’s Record Cleaning Machine eine tadellos arbeitende Reinigungslösung für seine Vinyl-Schätze erhält, und zwar zum überaus attraktiven Preis. Gut, der Markt hält natürlich deutlich ausgeklügeltere Lösungen bereit, bei denen der Anwender nur wenig zum Reinigungsvorgang beitragen muss, allerdings spielen diese Systeme in einer gänzlich anderen Preisklasse und sind somit für den normalen Anwender letztlich uninteressant, dies muss man klar festhalten.

Aber auch die rund € 500,-, die für die The Watson’s Record Cleaning Machine aufgerufen werden, sind natürlich auf den ersten Blick ein stolzes Sümmchen, zumal man es ja „nur“ für eine Reinigungslösung investiert. Aber es ist tatsächlich eine Investition, die sich bezahlt macht.

Denn was letztlich entscheidend ist, ist das Ergebnis, und hierbei gibt es rund um die The Watson’s Record Cleaning Machine keinen Grund zu klagen. Unser Test zeigte, dass die Maschine ihre Aufgabe tadellos erfüllt, auch wenn hier alles „handgemacht“ ist. Wie ausgeführt, kann dies gar als Vorteil gesehen werden, da man durch das manuelle Auftragen der Reinigungslösung natürlich stets die jeweils optimale Flüssigkeit verwenden kann, hier empfehlen sich etwa Produkte ausgewiesener Spezialisten, die mitunter gut ein Dutzend verschiedene Lösungen im Angebot haben.

Die Maschine ist tadellos verarbeitet, benötigt kaum Platz, ist wirklich überaus simpel zu handhaben, und im Lieferumfang ist nahezu alles mit dabei, was man benötigt. Absaugarme für Singles und EPs werden zu fairen Preisen angeboten, ebenso Verbrauchsmaterialien wie die Filzauflagen der Absaugarme.

Allein die Lautstärke beim Absaugen mag so manchen stören, diesbezüglich sei aber darauf verwiesen, dass eine entsprechende Dämmung des Gehäuses sich wiederum im Preis niederschlagen würde und das Absaugen ja wirklich nur kurz ausfällt.

Auf den Punkt gebracht

Die The Watson´s Record Cleaning Machine kann im ausführlichen Test von sempre-audio.at ganz klar mit ihrem Preis-Leistungsverhältnis punkten. Allen voran all jene, die der Leidenschaft Vinyl durchaus zugetan sind, aber letztlich dann doch nur von Zeit zu Zeit Schallplatten einer intensiven Reinigung unterziehen wollen, erhalten hier eine preislich attraktive, sehr kompakte, einfach zu handhabende, schlichtweg grundsolide Lösung, die ihre Aufgabe - wenn auch mitunter deutlich hörbar - zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Damit kann sich so der volle Reiz, den die Musikwiedergabe von Schallplatte ausmacht, nahezu frei von Knacksen und Britzeln, genossen werden.

7,0 (Sehr gut)

The Good

  • Sehr kompakt
  • überaus robust
  • tadellos verarbeitet
  • simpel zu bedienen
  • manuelles Auftragen der Reinigungslösung
  • starke Absaugung
  • Zubehör und Verbrauchsmaterialien sehr günstig
  • gute Reinigung
  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

The Bad

  • Recht laut im Betrieb
6 Bedienung
7 Design
9 Preis/Leistung

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