Tok Tok Tok „I wish“

Inzwischen gehören sie zu den renommierten Soul-Formationen Deutschlands, die mit eigenständigen Kompositionen überzeugen. Zu Beginn ihrer Karriere aber veröffentlichten Tok Tok Tok zwei Alben, auf denen ausschließlich Cover-Versionen zu finden waren. Das Beste davon ist auf „I wish“ zu finden.

Kurz gesagt...

Cover-Versionen von Paul Simon über Lou Reed bis hin zu AC/DC bietet dieses Album von Tok Tok Tok.

Wir meinen...

Mit „I wish“ lieferten Tok Tok Tok ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Album ab, das die gesamte Vielseitigkeit der Formation zeigt. Dass diese Virtuosität noch dazu in derart erstklassiger Weise sowohl auf CD als auch LP eingefangen wurde, macht dieses Album zu einem Pflichtkauf für alle, die außergewöhnliche Interpretationen lieben und Musik in bestmöglicher Form genießen möchten.

Von Michael Holzinger (mh)
10.09.2009

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Tok Tok Tok, das ist eine Acoustic Soul-Formation, die im Jahr 1998 ihre Karriere startete. Gegründet wurde Tok Tok Tok von der Sängerin Tokunbo Akinro und dem Saxophonisten Morten Klein. Zunächst traten Tok Tok Tok zumeist als Trio auf, integrierten aber nach und nach Keyboard, Kontrabass und Schlagzeug, sodass sie nunmehr als Quintett durch die Lande ziehen und im Jahr 2003 mit dem Album „It took so long“ auch international ihren großen Durchbruch feiern konnten.

Zu ihren Stärken zählt der melodische Vortrag der teils sehr eigenwilligen, aber immer spannenden Werke, die ihren ganz speziellen Charakter nicht zuletzt durch die international bunt zusammengewürfelte Band erzielen. So ist Tokunbo Akinro die Tochter einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters, die einen Teil ihrer Jugend in Afrika verbrachte. Morten Kleins Mutter ist Dänin, sein Vater Deutscher. Ihr langjähriger Tontechniker Hrlfur Vagnsson stammt aus Island und war maßgeblich an allen Alben beteiligt.

Während auf ihren aktuellen Produktionen vor allem Eigenkompositionen zu finden sind, die von Morten Klein komponiert und arrangiert werden, und zu denen Tokunbo Akinro ihre englischsprachigen Texte hinzufügt, begann ihre Karriere vor allem mit Cover-Versionen. So finden sich auf ihren ersten zwei Alben eine überaus bunte Mischung an Songs der unterschiedlichsten Künstler aus den verschiedensten Genres, die Tok Tok Tok in ihrer ganz speziellen Weise interpretierten.

„50 ways to leave your lover“ hieß ihr erstes Album, das im Jahr 1999 erschien. Das zweite Album „Love again“ erschien im Jahr 2000. Sechs Jahre später wählten Morten Klein und Tokunbo Akinro ihre Lieblingsstücke dieser beiden Alben aus, und lieferten mit dem Album „I wish“ eine überaus interessante Kompilation ab.

Dieses Album ist in vielerlei Hinsicht besonders empfehlenswert. Da wäre zunächst die bereits erwähnte Zusammenstellung der Songs. Das Spektrum reicht von Paul Simon über Lou Reed, Paul McCartney und John Lennon, Steve Wonder, Ray Charles bis hin zu AC/DC und traditionellem Spiritual. Breiter kann ein Repertoire also nicht sein.

Die zweite Besonderheit besteht darin, dass es Tok Tok Tok perfekt gelang, den Charakter der verschiedenen Stücke zu bewahren, den Titeln aber dennoch durch ihre eigene Interpretation ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken. So erklingen die Titel in völlig neuer Art und Weise und fügen sich trotz ihrer komplett unterschiedlichen „Herkunft“ zu einem neuen, stimmigen Ganzen zusammen.

Somit geht „50 ways to leave your lover“ von Paul Simon nahtlos in „Day tripper“ der Beatles über, fügt sich „Walk on the wild side“ von Lou Reed mit genialen Vocal-Schnipsel von Morten Klein als Rhythmus-Sektion an „Have a talk with god“ von Steve Wonder oder „The jack“ von AC/DC und „Sometimes I feel like a motherless child“ oder „I'll never fall in love again“ von Burt Bacharach. Alle Stücke wurden in minimaler Besetzung eingespielt, sodass durch die Arrangements von Morten Klein lediglich einzelne Instrumente in immer wieder neuen Schattierungen die Stücke tragen und gleichzeitig aber auch wunderbare Akzente setzen. Im Mittelpunkt aber steht immer die Stimme der Sängerin Tokunbo Akinro.

Morten Klein spielte Tenor Saxophon und steuerte - wie bereits erwähnt - Vocal-Schnipsel als Rhythmus-Gruppe bei. Frank Fiedler ist auf einigen Stücken am Bass zu hören. Sonst übernahm Olaf Casimir dieses Instrument. Ebenfalls bei einigen Stücken lässt Ritchie Staringer seine Finger in souveräner Weise über die Klaviatur eines Fender Rhodes tanzen. Bei „Waters of march“ hat Henrik Ross am Cello einen kurzen „Gastauftritt“.

Die letzte Besonderheit dieses Albums ist die herausragende Klangqualität. Dem Tontechniker Hrlfur Vagnssson gelang es in erstaunlicher Weise, die unglaubliche Intensität der in nur kleinster Besetzung eingespielten Stücke in seinem Studio einzufangen. Das Album besticht durch eine erstaunliche Dynamik und Präsenz und Detailreichtum, sodass „I wish“ von Tok Tok Tok völlig zu Recht als absolute Referenz-Aufnahme gilt. Im Gegensatz zu vielen anderen derartigen Alben kann aber hier auch die Musik voll und ganz überzeugen.

Tok Tok Tok "I wish" gibt es natürlich in erster Linie auf CD. Allerdings bietet sich für Freunde der Schallplatte Tok Tok Tok "I wish" (Vinyl 180g) als überaus interessante und besonders empfehlenswerte Alternative an.

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Cover

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Facts

Album

I wish

Künstler

Tok Tok Tok

Komponist

Diverse (Arrangements Morten Klein)

Genre

Soul, Jazz, Pop

Jahr

2006

Format


Vinyl, Audio-CD

Photo highlights

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Tok Tok Tok „I wish“
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Tok Tok Tok „I wish“
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Tok Tok Tok „I wish“ Cover