IFA 2011: Mit dem Toshiba 55ZL2G präsentiert das japanische Unternehmen den nach eigenen Angaben bislang größten Fernseher, der ohne spezielle Brillen Inhalte in 3D darstellen kann." /> Sempre Audio

Toshiba 55ZL2G - 3D Inhalte ohne Brille mit Quad-HD Auflösung

IFA 2011: Spricht man mit Konsumenten, so sind diese zumeist sehr wohl an der Darstellung von 3D Inhalten auch im eigenen Wohnzimmer interessiert. Allerdings verweisen viele darauf, dass die derzeit gängigen Lösungen, bei denen spezielle Brillen für die Darstellung benötigt werden, keineswegs als ideal erachtet werden und daher die Begeisterung nach wie vor verhalten ist.

Von Michael Holzinger (mh)
04.09.2011

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Natürlich arbeiten alle führenden TV-Hersteller bereits seit Jahr und Tag mit Hochdruck an Technologien, die eine Darstellung von 3D Inhalten gänzlich ohne spezielle Brillen erlauben. So präsentierten bereits etliche Unternehmen erste Lösungen, die jedoch bislang sehr bescheidene Ergebnisse erlaubten, denn zumeist handelte es sich um nicht viel mehr als Design-Studien, die sich mit einer vergleichsweise kleinen Bilddiagonale zufrieden gaben. 3D erfordert aber ein möglichst großes Bild, denn nur dann stellt sich tatsächlich ein räumlich realistischer Eindruck ein. Denn das dreidimensionale Erlebnis endet in jedem Fall an der Bildschirmkante, und wenn die Diagonale gar zu klein geraten ist, hat das mit dem Erlebnis, das der Konsument aus dem Kino gewohnt ist, rein gar nichts gemeinsam.

Toshiba rühmt sich nun, mit dem 55ZL2G den derzeit größten Fernseher für die Darstellung von 3D Inhalten ohne Brille im Angebot zu haben, der erstmals auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin präsentiert wird.

Tatsächlich präsentiert sich der Toshiba 55ZL2G mit einer Bilddiagonale von 55 Zoll und somit ausreichend groß dimensioniert, um im typischen Wohnzimmer und somit einem ausreichend kurzen Abstand zum Bildschirm dreidimensionale Inhalte realistisch darstellen zu können, ohne dass dabei der Betrachter ständig die Grenzen des Bildschirms im Sichtfeld hat.

Das so genannte autostereoskopische Display arbeitet natürlich nach dem gleichen Prinzip wie bisher verfügbare Lösungen zur Darstellung von dreidimensionalen Inhalten. Auch hier wird also nicht ein Bild dargestellt, sondern zwei Bilder, jeweils eines für das linke sowie das rechte Auge des Zusehers. Soweit also nichts Neues, denn nicht nur Systeme mit Brillen nutzen dieses Prinzip, sondern auch alle bislang verfügbaren Lösungen ohne Spezialbrillen. Allerdings setzen diese bislang voraus, dass der Zuseher unmittelbar vor dem Display sitzt. Mehrere Familienmitglieder können also nur eingeschränkt dreidimensionale Inhalte genießen. Um den Betrachtungswinkel zu erweitern und dennoch eine realistische dreidimensionale Darstellung zu erzielen will Toshiba auf ein Linsensystem mit versetzten Pixel setzen, wobei insgesamt neun Darstellungen realisiert werden können. Aus diesem Grund weist das Display von Toshiba auch eine deutlich höhere Auflösung als die sonst üblichen Full HD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf. Das Panel des Toshiba 55ZL2G liefert eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten und somit Quad-HD, wobei für jede dargestellte Perspektive nur ein Teil davon genutzt wird. Bei den insgesamt neun verfügbaren Darstellungsperspektiven ergibt dies somit eine effektive Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten.

Natürlich ist es in diesem Fall zur Erzielung optimaler Ergebnisse erforderlich, dass das Display die Darstellung der verschiedenen Perspektiven an die Sitzposition der Zuseher anpasst. Dies wird nach Angaben des Herstellers durch eine so genannte Face-Tracking Kamera realisiert, die die Darstellung laut Toshiba automatisch anpasst, selbst wenn sich die Zuseher bewegen.

Abgesehen von der Darstellung von 3D Inhalten ohne Brille ist natürlich auch der Toshiba 55ZL2G ein „normaler“ Fernseher, wobei herkömmliche Inhalte jeweils auf die volle Auflösung des Panels hochskaliert werden. Die hohe Auflösung ist es auch, die das Display wohl für die Darstellung von Fotos prädestiniert. Fotos mit bis zu 8 MPixel werden in nativer Auflösung und somit erstklassiger Darstellung abgebildet.

Der Fernseher von Toshiba verfügt über einen so genannten Tripple-Tuner, kann also Signale über DVB-C, DVB-T sowie DVB-S2 empfangen und Bonus-Inhalte bzw. Informationen über Hbbtv empfangen. Dementsprechend ist das Gerät mit einer Netzwerk-Schnittstelle versehen und kann auch Inhalte aus dem lokalen Netzwerk abrufen. Über eigene Apps will Toshiba hier diverse Dienste unterstützen. Zudem erlaubt die Integration ins Netzwerk natürlich auch die Steuerung über vernetzte mobile Devices. Ebenso stehen USB-Schnittstellen zur Verfügung, um problemlos weitere mobile Devices und entsprechende Speichermedien einbinden und darauf abgelegte Inhalte darstellen zu können.

Wer nun bereits mit dem Toshiba 55ZL2G spekuliert, der kann sich freuen, dass das Gerät nach Angaben des Herstellers bereits im November 2011 im Fachhandel erhältlich sein. Allerdings empfehlen wir eindringlich, bereits jetzt damit zu beginnen, ein paar Euro auf die Seite zu legen. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 7.999,- wird der Toshiba 55ZL2G wohl alles andere als ein Schnäppchen.

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