Foto © Qobuz

Übernahme-Verfahren: Qobuz in heftigen Turbulenzen…

Gerüchte kursierten schon lange durchs Web, der Download und Streaming-Anbieter Qobuz sei in heftigen finanziellen Schwierigkeiten. Nun scheint es, als habe sich die Lage in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt, und das Unternehmen in einem Übernahme-Verfahren zu befinden.

Kurz gesagt...

Die wirtschaftliche Lage beim französischen Download- und Streaming-Anbieter Qobuz scheint derzeit alles andere als solide zu sein und die Zukunft eher ungewiss.

Wir meinen...

Qobuz zählt zu jenen Anbietern im florierenden Musik-Download-Segment, der sich nicht allein auf verlustbehaftete Formate beschränkt, sondern ebenso CD-Qualität und gar Hi-Res Audio offeriert. Ebenso setzt der Anbieter im Streaming-Segment auf Qualität. Dennoch, seit einigen Monaten verdichten sich die Meldungen, dass die Zukunft von Qobuz alles andere als gesichert sei. Nun dürfte sich die Lage dramatisch zugespitzt haben, und Qobuz steht vor einem Übernahme-Verfahren mit ungewissem Ausgang.

Von Michael Holzinger (mh)
14.11.2015

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Es mutet ja geradezu paradox an, einerseits floriert das Segment der Musik-Streaming- und -Download-Angebote, setzen immer mehr Musikliebhaber auf derartige Dienste, dennoch, verdienen kann derzeit kaum jemand in diesem Bereich. Am wenigsten übrigens die Musiker selbst, die letztlich die unerlässlichen Inhalte für dieses Marktsegment liefern, dies sei an dieser Stelle einmal mehr ausdrücklich hervorgehoben.

Aber eben auch scheinbar die Anbieter selbst nicht wirklich, dies zeigt etwa die aktuelle Situation von Qobuz, die wohl aus Sicht des Unternehmens als wirklich dramatisch zu bezeichnen ist.

Gerüchte kursierten bereits seit geraumer Zeit durch einschlägige Foren und Plattformen, dass Qobuz mit massiven finanziellen Problemen zu kämpfen habe, nun aber scheint sich die Situation einmal mehr verschärft zu haben.

So befindet sich Qobuz nunmehr gar eigenen Angaben zufolge in einem Übernahmeverfahren, es können sich potentielle Käufer präsentieren, die eine Zukunft des Unternehmens sicherstellen könnten, so Qobuz in einem Blog-Eintrag.

Ausführlich wirbt das Unternehmen in diesem Zusammenhang darum, dass in erster Linie Kunden das Angebot weiterhin unterstützen sollten, da man zuversichtlich sei, Qobuz auch weiterhin fortführen zu können. Zudem ändere sich für den Kunden vorerst nichts, das Angebot stehe im vollen Umfang weiterhin zur Verfügung, und zwar sowohl Downloads zum Kaufen als auch Streaming-Dienste. Ebenso stünden bereits gekaufte Inhalte weiterhin zur Verfügung, so Qobuz.

In einer ausführlichen Petition wirbt Yves Riesel eindringlich um die direkte Unterstützung, da eine breite Kundenbasis die Anstrengungen des Anbieters rund um eine etwaige Übernahme unterstützen können, um den eingeschlagenen Weg fortzuführen.

Es bleibt also sehr spannend, wie sich die Zukunft von Qobuz gestalten wird…

Ebenso spannend bleibt die Frage, wie sich derartige Dienste überhaupt zukünftig darstellen, denn derzeit ist alles, was hier in diesem Bereich läuft, nichts anderes als ein beinharter Preiskampf auf dem Rücken der Musiker, die ihre Werke defakto herschenken müssen, damit sich Konzerne mit Angeboten wie TIDAL, Spotify, Deezer, Apple Music, Amazon Prime Music… laufend ständig unterbieten können. Ein Spiel übrigens, bei dem Major Labels als Anteilseigner bei so manchem Anbieter längst in die Position gebracht haben, dass sie letztlich auf jeden Fall auf Seiten der Gewinner zu finden sein werden.

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