Übernahme gescheitert… Philips Unterhaltungselektronik-Sparte geht nicht an Funai Electric

Zu Beginn des Jahres sorgte Philips für viel Aufsehen, als der Konzern bekannt gab, sich aus dem Geschäftsbereich Unterhaltungselektronik komplett zurück zu ziehen, und diesen Geschäftsbereich an das japanische Unternehmen Funai Electric Co. Ltd. zu verkaufen. Eigentlich sollte dieser Deal nunmehr abgeschlossen werden, doch daraus wird nichts. Vielmehr wird man diesen Geschäftsbereich vorerst als WOOX Innovations selbst weiterführen.

Kurz gesagt...

Royal Philips hat mit sofortiger Wirkung das mit Anfang des Jahres 2013 bekannt gegebene Abkommen mit Funai Electric zur Übernahme der kompletten Unterhaltungselektronik-Sparte aufgekündigt, und wird diese nunmehr selbst als WOOX Innovations fortführen.

Wir meinen...

Ja, nein... doch nicht... Ein wenig seltsam erscheint es schon, dass Philips in den letzten Wochen mehrfach etwa alle Geschäfskontakte darüber informierte, dass die Übergabe des kompletten Unterhaltungselektronik-Segments an Funai Electric Co Ltd., wie geplant, mit Ende des Jahres abgewickelt sei, und nun alles anders ist. Mit sofortiger Wirkung habe man die Übernahme gestoppt, und gründet stattdessen mit WOOX Innovations in Hong Kong ein eigenes Unternehmen, das sich um das nunmehr wieder sehr lukrative Geschäft für Philips kümmern soll. Gleichzeitig kündigt man aber auch an, dass man auch weiterhin auf der Suche nach interessierten Käufern sei...
Hersteller:Royal Philips
Vertrieb:Royal Philips

Von Michael Holzinger (mh)
28.10.2013

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Aus, und vorbei, dies hieß es schon einmal bei Royal Philips, und zwar Anfang des Jahres 2013, als der niederländische Konzern bekannt gab, sich künftig zur Gänze aus dem Bereich Unterhaltungselektronik zurück zu ziehen, und den kompletten Geschäftsbereich - immerhin nicht weniger als einer der Kernbereiche des Konzerns - an das japanische Unternehmen Funai Electric zu veräußern.

Nun heisst es abermals aus, und vorbei, und abermals sorgt man damit für Erstaunen. Aus der vereinbarten Übernahme durch die Japaner wird nichts. Vielmehr wurde mit sofortiger Wirkung das Abkommen mit dem japanischen Konzern aufgekündigt, mehr noch, Royal Philips wirft den Japanern Vertragsbruch vor, und kündigt massive rechtliche Schritte gegenüber dem Konzern an.

So führt der niederländische Konzern an, dass man seit der Ankündigung der Übernahme mit 29. Januar 2013 alle notwendigen Schritte unter massiven Anstrengungen gesetzt habe, um eine reibungslose, vollständige Übernahme des kompletten Geschäftsbereichs der Unterhaltungselektronik von Philips mit Ende des Jahres, wie angekündigt, vornehmen zu können. Von Seiten Philips seien alle Maßnahmen getroffen worden, die eine Übernahmen durch die Japaner, wie vereinbart, sicherstellen sollten. All dies sei nunmehr abgeschlossen gewesen, allein Funai Electric Co Ltd. habe nach Ansicht des niederländischen Konzerns nichts dazu getan, die finale Phase der Übernahme abzuschließen.

Aus diesem Grund hat sich Philips nunmehr dazu entschlossen, ein Vermittlungsverfahren beim International Court of Arbitration, kurz ICC, einzuleiten, und das im Jänner mit Funai Electric Co Ltd. geschlossene Abkommen aufzulösen.

„Wir bedauern es sehr, dass wir zu diesem Schritt gezwungen werden, aber wir mussten es tun, um unser Geschäft und unsere Interessen im Sinne unserer Anteilseigner zu schützen,“ wird Frans van Houten, CEO von Royal Philips in einer Aussendung zitiert. Demnach könne der Bereich der Unterhaltungselektronik, Audio, Video, Multimedia, und Accessories Business, eine überaus erfolgreiche, sehr positive Entwicklung verzeichnen. Mehr noch, in manchen Segmenten sieht der Konzern-Chef Philips wieder als führenden Anbieter, etwa im Bereich Home Cinema-Sound, Docking-Speakers und Kopfhörer. Daher habe man sich entschlossen, diese Bereiche nunmehr wieder als eigenen Bereich fortzuführen, und zwar unter dem Begriff WOOX Innovations.

WOOX Innovations soll als eigenständiges Unternehmen innerhalb Philips agieren, und sich ausschließlich auf die Entwicklung hochwertiger, innovativer, vernetzter Entertainment-Lösungen konzentrieren. Der Hauptsitz des neuen Unternehmens wird nach Angaben von Philips in Hong Kong sein, und nicht weniger als 2.000 Angestellte umfassen. Allein dieser Geschäftsbereich kann einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro verzeichnen, so Philips.

Besonders interessant ist, dass Philips in der Fussnote der Presseaussendung anführt, dass dieser neue Schritt keine Auswirkungen auf die mit Funai getroffenen Vereinbarungen für den US-amerikanischen Markt und Mexico habe. Außerdem werde man auch weiterhin alle Optionen prüfen, die sich mit etwaigen neuen Interessenten an der nunmehr als WOOX Innovations geführten Unterhaltungselektronik-Sparte von Philips ergeben könnten.

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