Vernetzte Welten - Vom Handy bis hin zu High End-Lösungen

Schon seit Jahr und Tag wollen uns vor allem führende Unternehmen der IT-Branche unter dem Begriff Konvergenz eine vernetzte Welt schmackhaft machen, in der die eher nüchterne Informationstechnologie mit der bunten und klangvollen Unterhaltungselektronik zusammen wachsen. Nun ist diese Welt bereits Realität. Und zwar nicht nur im Mainstream-Markt, sondern längst auch im anspruchsvollen HiFi-Segment.

Von Michael Holzinger (mh)
22.10.2009

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Treibende Kraft dabei waren zunächst vor allem Branchenriesen wie Intel oder Microsoft, die frühzeitig das Potential dieser Idee erkannten, denen es aber nicht gelang, mit ihren zweifellos essentiellen, aber aus Konsumentensicht nicht wirklich greifbaren Standards, und schon gar nicht mit ihren mitunter überaus hässlichen Design-Studien für dieses Konzept zu begeistern. Zudem stammten die ersten Seriengeräte zumeist von Unternehmen, deren Kerngeschäft im Bereich der Netzwerk-Hardware lag. Und so sahen die Geräte leider auch aus, waren kompliziert zu bedienen und konnten auch qualitativ nicht überzeugen.

Erst als sich nach und nach einige Startups, und zunehmend auch führende Unternehmen der Unterhaltungselektronik der Thematik annahmen und wirklich schicke, gleichzeitig immer einfacher zu bedienende Lösungen anboten, kam dieser Markt langsam in Fahrt.

Einen immensen Schub hat einmal mehr Apple in den Markt gebracht, deren unvergleichlicher Erfolg des iPods dafür sorgte, dass sich die Festplatten der PCs mit tausenden Audiofiles füllten. Ein weiterer wichtiger Faktor war die rasche Digitalisierung in der Fotografie. Neben Audiofiles wuchs damit auch der Datenbestand an Fotos. Und dass es nicht wirklich reizvoll ist, sich Fotos im Kreise der Familie oder Freunden am PC-Bildschirm anzusehen, steigerte ebenfalls die Akzeptanz an vernetzten Lösungen in der Unterhaltungselektronik.

So kann man es inzwischen nahezu als Standard ansehen, dass man sich die schönsten Fotos vom letzten Urlaub im Wohnzimmer, gemütlich auf der Couch sitzend, über den Flachbild-Fernseher ansieht. Das ganze wird natürlich begleitet von passender Musik, die ebenso wie die digitalen Fotos, auf einer zentralen Speicherlösung im heimischen Netzwerk abgelegt ist.

Nahezu alle führenden Unternehmen der Unterhaltungs-Elektronik bieten inzwischen derartige Lösungen an. Hierbei dreht sich alles um den Begriff dlna (Digital Living Network Alliance), einen Standard, der garantiert, dass derartige Lösungen herstellerunabhängig funktionieren und auch im Einklang mit weiteren vernetzten Lösungen, wie etwa einer Haussteuerung arbeiten. Als Vorreiter muss hier vor allem Sony genannt werden. Der japanische Unterhaltungselektronik-Multi ist bereits seit geraumer Zeit bestrebt, das Thema Vernetzung über alle Produktgruppen hinweg zu etablieren und ein reibungsloses Zusammenspiel zu ermöglichen. Dies beginnt bei Mobiltelefonen, geht über Kompakt-Anlagen, Blu-ray Player bis hin zu Fernseher und den Top AV-Receivern der ES-Serie. Aber auch alle anderen Hersteller verfolgen inzwischen ähnliche Ziele und bieten ein reichhaltiges Angebot.

Im Highend-Bereich ist diese Entwicklung aber erst in den letzten Monaten so richtig angekommen. Lange galt hier das Vorurteil, man könne wertvolle Musik ja nicht einem schnöden PC anvertrauen. Hier hat die zunächst wirklich lausige Qualität des MP3-Formats einigen Flurschaden angerichtet, den renommierte HiFi-Hersteller mit viel Aufwand nun bereinigen müssen. Dank günstiger Preise für Speichermedien ist es aber längst kein Problem mehr, selbst abertausende Musikstücke in erstaunlicher Qualität, völlig verlustfrei abzuspeichern. Diese können in mobilen Audioplayern ebenso genutzt werden, wie in Geräten, die selbst der reinen audiophilen Lehre gerecht werden. So wird auch hier erstklassige Elektronik gepaart mit einem hohen Bedienkomfort, der jedweden Kontakt des Anwenders mit der alles verbindenden IT- und Netzwerk-Technologie vermeidet, auch hier auf lange Sicht zum Erfolg führen. Anbieter wie Linn, Naim, T + A, AMI oder Olive, um nur einige zu nennen, haben längst verstanden, dass hier die Zukunft liegt.

www.sempre-audio.at setzt daher in den nächsten Wochen einen Schwerpunkt rund um das Thema „Vernetzte Welten“ und wird in Form von Hintergrundreportagen, Produkttests und Workshops einen möglichst weitreichenden Überblick über das aktuelle Angebot der verschiedensten Hersteller in den unterschiedlichsten Preisklassen liefern.

Im Rahmen dieses Schwerpunkt-Themas findet auch ein Workshop auf Österreichs wichtigster Publikumsmesse für Unterhaltungselektronik, der Klangbilder 09 im Hotel Hilton Vienna Danube in der Zeit von 6. bis 8. November statt. Diesen Workshop "Ab ins Netz" wird sempre-audio.at in Kooperation mit Sony Austria sowie dem Netzwerk-Spezialisten Buffalo Technology veranstalten. Begleitend dazu wird das Team von sempre-audio.at interessierte Messebesucher bei einem informativen Rundgang durch das aktuelle Angebot an Streaming-Lösungen der zahlreichen nationalen als auch internationalen Aussteller geleiten. Weitere Details zu dieser Veranstaltung folgen in den nächsten Tagen in unserer neuen Rubrik „Events“.

Michael Holzinger

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