Foto © Technics

Welcome back Technics Part 2 - Technics Prestige Class C700

Mit feinen Komponenten im Midi-Format möchte Technics auch die kleine Hör-Nische und smartere Geldbeutel erreichen. Die anvisierten Ziele entsprechen dennoch den höchsten Standards, für die man Technics schon immer schätzte. Modernste Techniken versprechen tollen Klang, und zeigen ein umwerfendes Erscheinungsbild. Die C700 Serie punktet mit hochwertigen Einzelkomponenten, einem feinen Pärchen Lautsprecher und natürlich schicken VU Meter.

Kurz gesagt...

Gut, die Technics Reference Class erfüllt alle Attribute, welche man erwarten kann: Spitzenklang und Spitzentechnologie. Technics wäre eben nicht Technics, wenn hier neben der Top-Klasse nicht eine feine Einsteiger-Serie mit denselben ehrgeizigen Zielen präsentiert würde. Prestige Class C700 bedeutet fortan ein edles Midi-Understatement für den deutlich kleineren Geldbeutel.

Wir meinen...

Während die neue Technics Reference Class R1-Serie mit allem aufwartet, was für Liebhaber der Marke den speziellen Charme der Produkte ausmachte, und damit einen mehr als würdigen Neueinstieg in die Welt der High-end HiFi feierte, setzt das Tochterunternehmen von Panasonic mit der Technics Prestive Class C700 ein paar Preisklassen darunter an, um eine breitere Zielgruppe zu bedienen. Aber auch hier finden sich alle Merkmale, die Produkte aus dem Hause Technics auszeichnen.
Hersteller:Technics (Panasonic Deutschland)
Vertrieb:Panasonic Deutschland
Preis:rund € 5.000,-

Von Jürgen Weber-Rom (jwr)
04.09.2014

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Eine Referenz-Produktserie wie die neue Technics Reference Class R1-Serie hat die Aufgabe, die betuchte Kundschaft zu begeistern, aber auch den einen oder anderen Mythos zu schaffen. Natürlich sind die obersten, meist nur sehr schwer leistbaren Geräteklassen die Technologie-Träger. Das Unternehmen zeigt, was es kann, wenn das Budget mal keine Rolle spielt. Sobald man sich an ein Erscheinungsbild gewöhnt hat, die News verinnerlicht sind, fragt man nach der logischen Ergänzung im Portfolio. Auch wenn man noch nicht den Eindruck gewinnen mag, das wäre es jetzt, so findet man großen Gefallen an der zweiten, deutlich kleineren Serie C700, welche immerhin auf den klingenden Namen Prestige Class hört. Gerade Technics hat in dessen langem Bestehen neben den großartigen legendären Produkten auch ein fein ausdifferenziertes Mittelpreis-Segment feilgeboten.

Dieser Tradition folgend, soll noch in diesem Jahr neben der Reference Class ein feines Midi-System im 34 Zentimeter Format die Läden und Verkaufsstände erstürmen. Hier dürfen wir uns auf wertigst verarbeitete Komponenten, wie etwa einen integrierten Vollverstärker mit VU Leistungsanzeiger, einem passenden Netzwerkspieler, sowie einen klassischen CD-Player und einen feinen 2 Wege Lautsprecher der Kompaktklasse erfreuen. Aber schön der Reihe nach. Die Komponenten erscheinen dermaßen schick ausgestaltet, dass natürlich jedes Gerät eine eigene Kurzvorstellung verdient.

Technics Stereo Integrated Amplifier SU-C700

Mit den Maßen eines sogenannten Midi-Systems von 34 Zentimetern in der Breite, 32 Zentimetern in der Tiefe und 13 Zentimetern in der Höhe, und einem überraschend leichten Gewicht von 7,9 Kilogramm findet diese Serie, und dieser Verstärker im speziellen, in nahezu jedem Rack seine Behausung. Wobei erwähnt sei, dass eine einfache Unterbringung dem Erscheinungsbild bei weitem nicht gerecht wird. Das schicke Alu-Natur-Gehäuse mit den wenigen aber dominierenden Bedienelementen und der breiten weißen LED beleuchteten VU Meter Leistungsanzeige will prominent auf einem Sideboard aufgestellt werden.

Auf einem naturgemäß preiswerteren Niveau wird dennoch annähernd dieselbe Technologie verbaut, wie sie in den großen Reference-Class-Komponenten zur Anwendung gelangt. Mit hoher Akribie und raffiniertem technischen Aufwand werden klangabträgliche hohe Jitter-Werte vermieden, sowie auf geringste Verzerrungswerte geachtet. Auch in dieser Einsteiger-Serie wird auf einen batteriebetriebenen Clock-Generator gesetzt, sowie auf ein bärenstarkes ultraflinkes und lineares Netzteil. Technics fasst das Technologiepaket unter dem Begriff „Accurate Digital Technology“ zusammen.

Die Ausstattung folgt zeitgemäß hauptsächlich digitalen Pfaden, ohne jedoch auf einen feinen MM-Eingang (Moving Magnet), sowie einen weiteren analogen Single-ended RCA-Eingang zu verzichten. Natürlich kann ein standesgemäßer Verstärker dieser Klasse keinesfalls auf analoge Inputs verzichten. Die Musik spielt aber eindeutig im digitalen Bereich, so lassen sich nach gängiger höchstwertiger Spezifikation insgesamt drei coaxiale RCA-Eingänge auflisten, sowie ein optischer Eingang und der mittlerweile obligatorische USB-B-Eingang. Stellt sich natürlich die Frage, ob hier etwa die Bandbreite der einspeisbaren Formate dem Rotstift zum Opfer gefallen sei. Nein, wir können beruhigen, bis rauf zum 5,6 MHz Signal lässt sich der universelle Wandler mit allem beschicken, was die Musikindustrie anzubieten hat.

Zu den Leistungswerten macht Technics vorerst noch keine genauen Angaben, so üben wir uns noch etwas in Geduld. Zu erwarten ist aber, dass dieser feine Verstärker auf den Betrieb eines edlen Zwei-Wege-Lautsprechersystems ausgelegt ist.

Technics Network Audio Player ST-C700

Ein Netzwerk-Player ist heutzutage aus einer zeitgemäßen Hi-Fi Anlage kaum mehr wegzudenken. Zu sehr hat sich dieses moderne und überaus praktische Medium in den Herzen der Musikliebhaber platziert. Dabei geht es vornehmlich um musikalische Bequemlichkeit, so ehrlich sollte man schon sein. Am Netzwerk-Player wird entweder über eine USB-Buchse oder über einen DLNA zertifizierten Netzwerkanschluss eine Storage-Lösung, eine sogenannte NAS, oder eine Festplatte angeschlossen, auf welcher die Musikstücke in den unterschiedlichsten Formaten abgespeichert werden. Der ST-C700 verfügt über jene Ausstattungsmerkmale, wie USB-Eingänge im A- sowie im B-Format. Weiters kann man die empfangenen digitalen Signale im internen Wandler in analoge Signale wandeln, und über unsymmetrische RCA an den Verstärker weiterreichen, oder konsequent auf den Digital/Analog-Wandler im Verstärker SU-C700 setzen. Hierbei steht jeweils ein coaxialer und optischer Ausgang zur Verfügung. Wie es sich für eine moderne Komponente gehört, ist auch ein Bluetooth-Modul (aptX/AAC/SBC ) mit an Bord, und erlaubt die direkte Wiedergabe der Musik von mobilen Geräten, wie etwa einem Smartphone. Die Ausstattungsliste komplettiert sich mit einem DAB, DAB+ Empfangsteil für digitales Radio, sowie einem FM Radio Tuner.

Unter dem Begriff „Noiseless Signal Technology“ fasst der Hersteller eine Reihe von klangfördernden Maßnahmen zusammen, um die Komponente unabhängig von Netzstörungen, Einstreuungen, und anderen klangschädigenden Einflüssen zu machen. Sei es die sogenannte „Virtual Battery Operation“-Ausstattung oder spezielle Oversampling-Filter - es dient dem guten Klang, der selbstverständlich auch in einer preiswerteren Region zu erwarten sein sollte.

Mit den Maßen von 34 Zentimetern in der Breite, knapp 30 Zentimetern in der Tiefe und schlanken 7,8 Zentimetern in der Höhe, glänzt die 3,9 Kilogramm schwere Komponente eher mit edlem Understatement als mit ausladender Physis.

Technics Compact Disc Player SL-C700

Das neben dem topmodernen Netzwerkspieler ein altehrwürdiger CD-Player Platz in dieser Zusammenstellung findet, ist schlichtergreifend bemerkenswert und charmant zugleich. Es mutet fast wie eine Liebeserklärung an die gute alte CD an. Augenzwinkernd halten wir fest, dass Technics scheinbar bewusst auf die SACD-Wiedergabe verzichtet. Neben der obligatorischen Wiedergabe der wiederbeschreibbaren CD (CD-R und CD-RW), gilt selbiges auch für im MP3- und WMA-Format aufgenommene Audio CD´s. Möglicherweise zeigt sich hier die nicht näher erklärte und spezifizierte Funktion „High Res Re-master“ dafür verantwortlich. Es mag wie eine Quadratur des Kreises anmuten, über den Umweg von der 16 Bit PCM Aufnahme, welche erst platzsparend nach MP3 oder WMA konvertiert wird, um anschließend bei der Wiedergabe auf High-Res hochkonvertiert zu werden. Aber es führen eben sprichwörtlich 1.000 Wege nach Rom, offenbar auch in der Audiowelt - und wir wissen, dass dieser Umweg tadellos funktioniert.

Wie bei den anderen digitalen Komponenten, wird auch bei diesem Gerät auf leistungsstarke Wandler-Bausteine, wie etwa den kanalgetrennt arbeitenden DAC Burr-Brown PCM1795 aus dem Hause Texas Instruments, sowie auf eine ultrapräzise interne Clock-Lösung gesetzt, um den schädlichen Jitter und sonstige Wandlerunlinearitäten zu minimieren.

Mit einem etwas höheren Gewicht von 5,2 Kilogramm zeigt sich der CD-Player SL-C700 mit denselben Maßen wie der Netzwerkspieler. Vorteilhaft, wenn man die Geräte rational in der Unterbringung aufeinander stapeln möchte, oder etwas imposanter nebeneinander platzieren will.

Das man dabei aber in letzter Konsequenz nicht nur auf die hauseigenen Produktgeschwister angewiesen ist, belegt der Umstand, dass trotz der voll digitalen Vernetzung, bis hin in die Nähe der Endtransistoren im Vollverstärker, auf höchstwertige Wandergruppen und analoge Ausgangsstufen gesetzt wird. So findet der Musikliebhaber auch hier die komplette Anschlusspalette von analogen RCA-Ausgängen, bis zu den coaxialen und optischen Schnittstellen.

Technics Speaker System SB-C700

Zu einem kompletten System fehlt uns natürlich ein adäquates Lautsprechersystem. Der Philosophie dieser Prestige Class folgend, ist der dazugehörige Lautsprecher als ein coaxiales Zwei-Wege-System konzipiert. Prinzipiell hat man mit einem derartigen Chassis, es hat den Hochtöner innerhalb der Mittelton Membran verbaut, einen wesentlichen Vorteil. Durch die Anordnung der einzelnen Wege bildet man eine sogenannte Punktschallquelle nach. Das bedeutet, dass ein Musiksignal, egal welche Frequenz, auf einer Achse entsteht, und so dem Ideal noch am nächsten kommt. Je hochwertiger die eingesetzten Materialien, und je akribischer die Produktentwicklung vonstatten geht, desto hochwertiger sind die klanglichen Ergebnisse. Ein konsequenter Entschluss von Technics, genau diesen Weg bei der Konzeption seiner neuen Lautsprecher zu gehen. Übrigens folgt der ebenso neue Reference-Class-Lautsprecher eben dieser Technologie, wobei hier natürlich standesgemäß mit zahlreichen Basstreibern ergänzt wird.

Natürlich ist ein kompaktes Zwei-Wege-Lautsprechersystem physisch nicht in der Lage, abartig tiefe Bässe zu reproduzieren. Das stellt aber mitnichten einen Nachteil dar. Denn das System ist für kleinere Räume oder kleinere Musikecken konzipiert, ohne jedoch dabei auf einen technologisch höchstwertigen Anspruch zu verzichten. So kann auch ein kleiner vermeintlich leistungsschwächerer Lautsprecher, wie dieser, mit ordentlich Tiefgang und Punch überzeugen. Auf die Aufstell-Bedingungen kommt es eben an. Der feine Lautsprecher beansprucht für sich, dass die Hochton-Wiedergabe bis in den höchsten Bereich von ca. 100 kHz reichen soll. Selbstverständlich hören wir keine derartig hohen Tonlagen, aber es garantiert absolute Klarheit und Linearität im hörbaren und musikalisch relevanten Bereich des Klangspektrums.

Angeboten wird dieser feine Speaker in einem edlen weißen hochglänzenden Pianolack. Wie im Referenzmodell verbaut auch hier Technics die Haltemagnete für die Frontbespannung unsichtbar unter der Oberfläche. Die Zwei-Wege-Coaxial-Chassis teilen sich in eine 19 Millimeter durchmessende Aluminium-Hochton-Membran und einen flach gestalteten 16 Zentimeter Treiber für den Tief-Mittelton-Bereich auf. Mit 8,5 Kilogramm ist der Lautsprecher äußerst stabil verarbeitet, aber noch leicht transportabel. Mit den Maßen von 22 Zentimeter in der Breite, 33,6 Zentimetern in der Höhe und einer Tiefe von 28,1 Zentimetern lässt sich der Lautsprecher zwar noch in einem Regal unterbringen, sollte aber trotzdem auf einem hochwertigen Ständer positioniert werden.

Das System wird, so scheint es, als Gesamtpaket angeboten. Die reichhaltige und flexible Anschlussausstattung weist aber ausdrücklich darauf hin, dass hier sehr wohl auch Fremdkomponenten dazukombiniert werden können. Aber die Frage lautet natürlich, will man ein stimmiges und hochwertiges Ensemble aufsplitten. Auch wenn vermutlich die Komplettanlagenkäufer besonders von den Reizen und Leistungen angetan sein werden, kann man sich dieses System durchaus als „Hauptanlage“ vorstellen. Immerhin lassen sich ein Plattenspieler über eine externe Phono-Vorstufe, sowie eine weitere fremde analoge Quelle anschließen. Als weitere Draufgabe finden auch andere digitale Gerätschaften Anschluss. Etwa ein digitaler SAT-Receiver, oder gar ein multifunktionales HTPS Multimedia-System, oder ein Mini-Disc Wiedergabegerät – und sei es nur aus nostalgischen Gründen.

Nicht gänzlich uninteressant ist die Überlegung, dass sich zwischen diesen neuen Serien eine große Lücke auftut. Dem aufmerksamen Beobachter bleibt wohl nicht verborgen, dass hier ausreichend Platz vorhanden wäre, um etwa eine oder zwei mittlere Preisklassen erfolgreich zu platzieren.

Wann das edle Prestige „Objekt „ erhältlich sein wird, wurde leider noch nicht veröffentlicht. Lediglich ein ungefährer Termin, Ende des Jahres, wird kolportiert. Ebenso noch nicht näher benannt ist der Verkaufspreis dieser Kombination. Hier gibt das Unternehmen grob € 5.000,- an. Man darf also gespannt sein…

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