klangBilder|10: Wer mobile Devices als Spielzeug abtut und zu minder für die Wiedergabe hochwertiger multimedialer Inhalte erachtet, verschließt sich immenser Flexibilität und Komfort." /> Sempre Audio

Wenn ich kurz etwas sagen dürfte... Mobile Welten!


klangBilder|10: Noch nie wurde soviel Musik gehört wie heutzutage. Ermöglicht wird dies durch den florierenden Markt mobiler Lösungen, die es Menschen ermöglichen, überall und zu jeder Zeit multimediale Inhalte zu nutzen. Die Zeiten, in denen dies gleichbedeutend mit miserabler Qualität einherging, sind längst vorüber. Mobile Devices müssen somit als ernstzunehmender Bestandteil audiovisueller Lösungen akzeptiert werden.

Von Michael Holzinger (mh)
12.10.2010

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Die Begeisterung für mobile Lösungen gerade bei der Wiedergabe von Musik ist ja keineswegs neu. Bereits in den 50igern und Jahren des letzten Jahrhunderts galten tragbare Radio-Geräte als überaus schicke und unverzichtbare Begleiter. Noch viel populärer waren die tragbaren Kassettenplayer der 80iger Jahre, die einen derartigen Kultstatus erzielten, dass der Markenname Walkman von Sony sogar zum Synonym für die gesamte Produktgruppe wurde, und eine Entwicklung auslöste, die zunächst von tragbaren CD-Playern weitergeführt wurde und bis zu den ersten MP3-Playern in den 90iger Jahren führte.

Es war im Jahr 1998, als die ersten MP3-Player den Massenmarkt eroberten und bis heute dafür verantwortlich sind, dass mobilen Audio-Playern ein immens schlechter Ruf anhaftet. Und tatsächlich waren die damals erzielbaren Ergebnisse ein Drama. Speicherplatz war aufgrund der teils horrenden Preise knapp bemessen, ein verlustbehaftetes Kompressionsformat wie MP3, das die Audio-Daten massiv komprimierte, die einzige Möglichkeit, um in den Anfangstagen dieser Technologie wenigstens annähernd den Inhalt einer kompletten CD in den Speicher packen zu können.

Die ersten MP3-Player waren somit keineswegs massentauglich, zum wahren Boom wurde der Markt der mobilen Audio-Player erst, als ein kalifornischer Computer-Hersteller dieses Marktsegment für sich entdeckte - Apple!

2001 stellte Steve Jobs den ersten iPod vor, der mit einer Festplatte und somit für damalige Verhältnisse geradezu üppigen Speicherkapazität von 5 GByte aufwarten konnte und im Zusammenspiel mit der Medienverwaltungs-Software Apple iTunes eine perfekte Kombination in punkto Komfort bot. Der Rest ist Geschichte...

Apple gelang - wie zuvor Sony - das Kunststück, dass der Markenname iPod inzwischen zum allgemeinen Sprachgebrauch zählt und revolutionierte so ganz nebenbei die Musik-Industrie und vor allem die Art und Weise, wie Musik vertrieben wird.

Heutzutage gibt es kaum ein Mobiltelefon, das nicht über einen integrierten Audio- und Video-Player verfügt, und nach wie vor zählt Apples iPod in den verschiedensten Varianten sowie das iPhone zu den wesentlichen Produkten im Bereich Mobile Audio. Und es ist ein nach wie vor stark florierender, milliardenschwerer Markt, der lange Zeit von der HiFi-Branche sträflich vernachlässigt, schlimmer noch, teils sogar belächelt und als irrelevant abgetan wurde.

Klar, schon die CD war, wenn es um absolute Klangqualität geht, ein Rückschritt, und Kompressionsformate wie MP3 gelten zu Recht für audiophile Menschen als Werk des Teufels. Auf der anderen Seite aber muss man bedenken, dass gerade bei mobilen Audio-Playern ein immenses Potential vorhanden ist, denn jeder nutzt sie. Vor allem Jugendliche.

Bedenkt man zudem, dass diese Geräte längst den Kinderkrankheiten der ersten Jahre entwachsen sind und mangelnder Speicherplatz kein Thema mehr ist, so können die kleinen mobilen Begleiter der perfekte Einstieg in die wunderbare Welt des HiFi sein. Man muss iPod und Co nur mit dem richtigen Material füttern und die richtigen Accessoires nutzen.

Selbst mit MP3s und den richtigen Kopfhörern, der richtigen Docking-Station, also der möglichst perfekten Anbindung an HiFi- und AV-Systeme, spielen die mobilen Geräte bereits auf einem gänzlich anderen Qualitätsniveau. Der zweite Schritt ist: runter mit den MP3s und stattdessen auf nicht verlustbehaftet komprimierte Datenformate setzen. Hier bietet sich entweder Apple Lossless, WAV oder AIFF an, wenn man sich in der Apple-Welt bewegt, WAV oder gar FLAC bei Lösungen anderer Hersteller. Und schon hat man ein, auch aus audiophiler Sicht, durchaus ernstzunehmendes Quellgerät.

Mit diesen, an sich keineswegs spektakulären Detailverbesserungen, kann man also bereits mit Produkten, die eine Vielzahl an Menschen nutzt, auf perfekte Art und Weise zeigen, worum es in der Welt des HiFi eigentlich geht, nämlich eine möglichst natürliche, dynamische, detailreiche und somit ansprechende Wiedergabe von Musik. Somit ist es nur ein kleiner Schritt vom „Konsumieren“ von Musik, hin zu wahrem Genießen.

Und der Markt bietet inzwischen ein reichhaltiges Angebot an derartigen „Detaillösungen“. Wie bereits erwähnt, beginnt dies bei hochwertigen Kopfhörern und geht hin zu erstklassigen Docking-Systemen, die eine perfekte Basis dafür bilden, dass Musik mit all ihren Details wahrgenommen werden kann - unterwegs oder zuhause an der HiFi-Anlage. Zudem entwickeln sich mobile Devices, allen voran natürlich Apples iPhone, der iPod touch sowie das iPad, aber auch zunehmend Mobiltelefone auf der Basis von Googles Betriebssystem Android, zu universellen Fernbedienungen. Zahlreiche Hersteller der Unterhaltungs-Elektronik, aber natürlich vor allem auch Anbieter von Streaming-Lösungen nutzen die neuen Möglichkeiten der Vernetzung für komfortable, sehr intuitive neue Bedienkonzepte.

Selbst wenn man also nach wie vor mobile Devices für die Wiedergabe von Musik skeptisch betrachtet, so wird man zumindest bei der Steuerung nicht auf den neuen Komfort verzichten wollen.

Welche Möglichkeiten sich im Zusammenspiel zwischen modernen Systemen der Unterhaltungs-Elektronik sowie mobilen Devices ergeben, dies kann man in sehr gemütlicher und entspannter Atmosphäre auf der Messe klangBilder|10 ergründen, die ab 5. bis einschließlich 7. November in Wien stattfindet und alle Branchengrößen im Hotel Hilton Vienna Plaza versammelt.

Michael Holzinger

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