Wiener Symphoniker und Pro-Ject Audio Systems präsentieren „Gustav Mahler N° 1“ auf 180 Gramm Vinyl

In Zusammenarbeit mit Pro-Ject Audio Systems präsentieren die Wiener Symphoniker ihre erste Produktion unter eigenem Label auf einer audiophilen, 180 Gramm Vinyl-Pressung, die in limitierter Stückzahl aufgelegt wird. Nicht von ungefähr hat man dafür die 1. Symphonie von Gustav Mahler auserkoren, die unter der Leitung von Fabio Luisi eingespielt wurde.

Von Michael Holzinger (mh)
24.10.2012

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Jüngst beschritten die Wiener Symphoniker neue Wege und folgten dabei dem Beispiel so manch anderem international renommiertem Orchester. Das wohl traditionsreichste Konzert-Orchester der Donau-Metropole, das wohl auch weltweit mit zu den renommiertesten und unbestritten auch zu den besten Orchestern zählt, gründete ein eigenes Label, das für die Produktion und Vermarktung eigener Projekte verantwortlich zeichnen soll.

Damit verfolgt man das Ziel, sich durch den Aufbau entsprechender Ressourcen einen viel größeren künstlerischen Freiraum zu schaffen. Es soll dabei vor allem der Fokus verstärkt auf seriöse, programmatisch bewusst gesetzte Aufnahme-Projekte mit höchstem Qualitätsanspruch gesetzt werden, so das Orchester zu diesem doch bemerkenswerten Schritt. Damit versuche man sich bewusst, von dem immer mehr vor allem auf Stars und leider auch Sternchen zugeschnittenen Tonträger-Markt im Klassikbereich abzukoppeln und durch den neu gewonnenen Freiraum, basierend auf eigenen Ressourcen eigene Wege zu gehen.

Welch hohe Ansprüche die Wiener Symphoniker dabei tatsächlich verfolgen, belegt die erste Produktion in Eigenregie sehr eindrucksvoll. So präsentierte man nunmehr eine Einspielung der 1. Symphonie von Gustav Mahler, die auf Schallplatte erscheint, und zwar in limitierter Auflage auf 180 Gramm Vinyl, in audiophiler Qualität, neu eingespielt, analog gemastert, und mit größter Sorgfalt auf Tonträger verewigt. Jeder Satz der Symphonie auf einer eigenen LP-Seite.

Schon die Auswahl des Werks für die erste Veröffentlichung unter eigenem Label wurde keinesfalls dem Zufall überlassen oder basiert gar auf marketingtechnischen Überlegungen. Vielmehr wählte man ein Werk aus, das im unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschichte des Orchesters steht. So wurde die 1. Symphonie von Gustav Mahler zwar bereits im Jahr 1889 erstmals in Budapest unter der Leitung des Komponisten aufgeführt, in ihrer heute gespielten Fassung, ohne den ursprünglich zusätzlichen Satz „Blumine“, und ohne den Untertitel „Titan“, entstand sie jedoch lediglich vier Jahre vor der Gründung der Wiener Symphoniker im Jahr 1900. Damals übrigens noch unter der Bezeichnung Wiener Concertverein. Nicht allein deswegen zählen die Werke des österreichischen Komponisten aus der Übergangszeit zwischen Spätromantik und der Moderne mit zu den wesentlichsten Schwerpunkten des Orchesters, ja gar zum Kernrepertoire, das sich in seiner langjährigen Geschichte auf vielfältigste Art und Weise, und unter verschiedensten Dirigenten, mit dem Schaffen Mahlers auseinandersetzte.

Die 1. Symphonie in D-Dur von Gustav Mahler wurde für diese Produktion komplett neu eingespielt, und zwar unter der Leitung des italienischen Dirigenten Fabio Luisi, seit 2005 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Die Aufnahmen fanden bereits im Mai 2012 statt, und zwar am 30. und 31. Mai im Wiener Radio Kulturhaus, wobei für die Aufnahmeleitung  Gergely Sugár und Johannes Neubert sowie Florian Rosensteiner als Produzenten verantwortlich zeichneten.

Die Produktion wurde von weiteren ausgesuchten Fachleuten betreut, wobei nicht zuletzt viel Wert auf klassische Produktionsmethoden bis hin zu einem rein analogen Mastering mit entsprechendem Equipment gelegt wurde, um eine herausragende Qualität und die bestmögliche Basis für das analoge Medium Schallplatte zu erzielen. Die Fachleute des Weltmarktführers für Schallplatten-Spieler, Pro-Ject Audio Systems waren dann für eine optimale Pressung verantwortlich, wobei man sich dafür entschied, eine streng limitierte, dafür besonders sorgfältige Pressung pro Folio für ein optimales Klangerlebnis zu wählen. Zudem wurde der Schnitt so ausgeführt, dass jeweils nur ein Satz auf einer LP-Seite geschnitten wurde, um dadurch tatsächlich, frei von technischen Beschränkungen, das gesamte analoge Frequenzspektrum und die komplette Dynamik des Werks abgedeckt werden kann. Selbstverständlich wählte man für die Pressung ausschließlich hochwertigstes Vinyl, so genanntes Virgin Vinyl und 180 Gramm. Das Album umfasst somit zwei Tonträger, die die insgesamt vier Sätze der Symphonie - 1. Langsam, schleppend. Im Anfang sehr gemächlich, 2. Kräftig bewegt, doch nicht zu schnell, 3. Feierlich und gemessen ohne zu schleppen, 4. Stürmisch bewegt - beinhalten.

Das Ergebnis dieser Kooperation zwischen Pro-Ject Audio Systems und der Wiener Symphoniker ist somit wohl eine mehr als würdige erste Produktion des traditionsreichen Wiener Orchesters unter eigener Regie und mit Sicherheit ein wahrlich audiophiler Leckerbissen. Die Vinyl-Fassung der 1. Symphonie in D-Dur von Gustav Mahler ist ab sofort zu einem empfohlenen Verkaufspreis von lediglich € 49,- im ausgewählten Fachhandel erhältlich. Ein Werk, das wohl in keiner Sammlung fehlen sollte, gleichgültig, ob nun ausgewiesener Klassik-Fan, oder auch nicht...

Natürlich steht Wiener Symphonier "Gustav Mahler N°1" auch auf Audio CD zur Verfügung, dies darf der Vollständigkeit wegen abschließend natürlich nicht unerwähnt bleiben. Zudem findet man diese Aufnahme auch als Download im FLAC-Format etwa bei highresaudio.com. Und als weiterer Ausblick sei erwähnt, dass das Orchester plant, künftig unter dem Label Wiener Symphoniker jährlich zwischen zwei und vier Produktionen auf den Markt zu bringen. Als nächste Veröffentlichungen sind die 6. Symphonie von Gustav Mahler, wieder unter der Leitung von Fabio Luisi, sowie die erste Symphonie von Johannes Brahms unter der Leitung von Sergiu Celibidache vorgesehen.

 

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