XpanD: Dreidimensionale Welten dank universeller Active-Shutter-Brille


2010 gilt in der Unterhaltungs-Industrie als jenes Jahr, in dem 3D-Inhalte die heimischen Wohnzimmer erobern sollen. Demzufolge erweitern alle führenden Hersteller derzeit ihr Angebot um Fernsehgeräte, bei denen 3D als wesentlicher Punkt auf der Ausstattungsliste zu finden ist. Bei den dafür notwendigen 3D-Brillen wollen die Hersteller aber wiedereinmal ihr jeweils eigenes Süppchen kochen.

Von Michael Holzinger (mh)
18.03.2010

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Gleichgültig, welcher Hersteller auch immer, geht es um die Frage der Kompatibilität ihrer 3D-Lösungen mit anderen Herstellern, im speziellen um die hier eingesetzten Brillen, so herrscht zumeist Schweigen. Einige Hersteller gehen sogar soweit, dass sie eine entsprechende Kompatibilität sogar gänzlich ausschliessen. Wer also wirklich dem Trend folgt und sich einen entsprechenden Fernseher gönnt, der muss wohl für jedes TV-Gerät separate 3D-Brillen erwerben.

Dies ist umso erstaunlicher, da ohnedies nahezu alle führenden Hersteller auf das gleiche System setzen, auch wenn sie nicht müde werden zu betonen, dass gerade sie das Beste System für eine möglichst realistische Darstellung von 3D-Inhalten anbieten.

Unterm Strich aber hat keiner der Anbieter den sprichwörtlichen Stein des Weisen gefunden, geschweige denn, das Rad neu erfunden. Ob es nun Toshiba, Panasonic, Sony, Samsung oder JVC ist, alle Hersteller greifen bei ihren 3D-Produkten im Prinzip auf das gleiche System zurück, das von RealD stammt, und das aus einem Infrarot-Sender und einer so genannten Active-Shutter-Brille besteht.

Diese Active-Shutter-Brille verdunkelt abwechselnd jeweils ein Glas der Brille, sodass das linke und das rechte Auge immer nur die entsprechenden Bilder zu sehen bekommt, aus denen wiederum unser Gehirn den dreidimensionalen Eindruck generieren kann. Ein Sender synchronisiert dieses Wechselspiel mit der Darstellung am Fernseher.

Natürlich wollen sich die Unternehmen das sicher lukrative Geschäft mit zusätzlichen Brillen nicht wegnehmen lassen, sprechen einige Hersteller doch bereits von ganz speziell und aufwendig gestylten Brillenmodellen, die als optionales Zubehör erhältlich sein sollen.

Da könnte aber nun ein Anbieter kräftigst dazwischen funken, und zwar das auf die Entwicklung von 3D-Lösungen vor allem im Kino-Bereich spezialisierte Unternehmen XpanD. Der US-amerikanische Hersteller kündigte nun erstmals eine so genannte Universal 3D-Active-Shutter-Brille an, die die Bezeichnung X103 trägt. Dabei soll diese Brille nicht nur für den Genuss von 3D-Inhalten im heimischen Wohnzimmer dienen, sondern ebenso für entsprechend ausgestattete Kinos geeignet sein.

Der Hersteller will die neue Brille nach ersten Angaben in zwölf verschiedenen Farben und verschiedenen Größen für Kinder als auch Erwachsene zum Preis von rund US$ 125,- bis US$ 150,- anbieten. Kann der Hersteller sein Versprechen tatsächlich einlösen, und eine universell einsetzbare Lösung anbieten, so kann man davon ausgehen, dass die Preise in den nächsten Monaten aber noch drastisch fallen werden. Denn dann ist absehbar, dass XpanD nicht der einzige Anbieter bleiben wird und der Markt sehr bald mit entsprechenden Angeboten überflutet wird.

Derzeit kann man sich aber ohnedies noch entspannt zurücklehnen, und die Entwicklung am Markt einfach abwarten. Denn selbst all jene, die bereits mit der Anschaffung eines 3D-fähigen Fernsehers liebäugeln werden wohl kaum gleich mehrere Geräte, noch dazu von unterschiedlichen Herstellern kaufen.

Michael Holzinger

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