Yamaha AVENTAGE CX-A5000 und Yamaha AVENTAGE MX-A5000 - Audiophiles 11.2 AV-Schwergewicht

Aus der Sicht des japanischen Unterhaltungselektronik-Konzerns Yamaha werde der neuen 11.2 Mehrkanal-Kombination Yamaha AVENTAGE CX-A5000 und Yamaha AVENTAGE MX-A5000 die Aufgabe zuteil, High-end Heimkino neu zu definieren. Die nunmehr präsentierten Daten zeigen, dass das Erreichen dieses Ziels gar nicht so abwegig erscheint.

Kurz gesagt...

Ein audiophiles 11.2 Surround-Ensemble aus Vor- und Endverstärker präsentiert Yamaha mit dem Yamaha AVENTAGE CX-A5000 sowie Yamaha AVENTAGE MX-A5000.

Wir meinen...

Endlich wieder ein AV-Gespann, bei dem der Begriff Flaggschiff keine reiner Marketing-Gag ist, sondern offensichtlich mit Fug und Recht verwendet werden darf. Allzu gleichförmig und geradezu mitunter langweilig wurde der Markt im Bereihc AV-Receiver zuletzt. Hier zeigt ein Hersteller wieder Mut zur echten Größe!

Von Michael Holzinger (mh)
08.07.2013

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So vielfältig sich der Markt an AV-Systemen derzeit präsentiert, die wahren Schwergewichte im Bereich AV-Receiver, die sind sehr, sehr spärlich vertreten. Selbst so manche Branchengröße, die über Jahre hinweg dieses Marktsegment mit herausragenden Lösungen bediente, begnügt sich längst mit vergleichsweise „bescheidenen“ Systemen. Leider muss man sagen, dass im Bereich AV-Receiver in den letzten Jahren eine Nivellierung nach unten hin stattfand. Dies ist bitte keineswegs falsch zu verstehen, noch nie war das Marktsegment wohl derart reichhaltig aufgestellt, aber mehrere Faktoren führten dazu, dass es nur wenige wirklich herausragende Produkte gibt, und sich das Angebot verschiedenster Hersteller doch recht einheitlich präsentiert.

So erhält man vielfach den Eindruck, dass der Markt allein Feature-getrieben agiert. So ist es seit Jahr und Tag vor allem wichtig, dass auf einem Produkt wie ein AV-Receiver möglichst viele Logos kleben, dieser also alle nur erdenklichen Merkmale aufweist, also möglichst „alles“ kann. Ob diese nun im konkreten Fall tatsächlich vom Kunden benötigt wird, oder auch nicht, das ist dabei zumeist zweitrangig. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa die Ausstattung eines AV-Receivers mit Schnittstellen. So zeichnen sich etwa vielfach angebliche Flaggschiffe der Unternehmen nur dadurch aus, dass diese eine HDMI-Schnittstelle mehr aufweisen, als die übrige Produktpalette. Bei vier, fünf, sechs oder gar noch mehr HDMI-Schnittstellen ist die praktische Bedeutung dieses Merkmals für den Konsumenten wohl eher sehr gering. Und die eventuell 10 Watt mehr Leistung pro Kanal allein rechtfertigen wohl auch nicht die Stellung als echtes Flaggschiff.

Die ausschließliche Konzentration auf technische Features allein bedingt auch, dass es zu einem immer schnelleren Produktzyklus, gleichzeitig auch zu einem immensen Wertverfall kam. Waren Kunden noch vor ein paar Jahren bereit, für ein richtiges AV-Schwergewicht gutes Geld zu zahlen, so sorgten nicht zuletzt die immer schnelleren Produktzyklen dafür, dass Kunden sparten, denn wer will schon nach nur wenigen Monaten ein „überteuertes“ Altgerät sein Eigen nennen, selbst wenn der Unterschied zum Modell neuester Generation marginal und von sehr geringer Bedeutung ist

Wenn es allein um Features geht, dann findet man bereits in der Einsteigerklasse so manchen Anbieters alles, was man prinzipiell benötigt. Aber Kenner wissen, Features allein ist eben nicht alles. All die Merkmale, fein säuberlich aufgeführt im Datenblatt sind eben nur ein Aspekt bei der seriösen Beurteilung eines AV-Systems.

Man muss leider anführen, dass auch der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern Yamaha nicht ganz unbeteiligt an dieser Entwicklung ist, allerdings versucht man nunmehr, diesen Teufelskreis ein wenig zu durchbrechen und präsentiert mit dem Yamaha AVENTAGE CX-A5000 und Yamaha AVENTAGE MX-A5000 eine Lösung, die sich auf klassische Werte der High-end Welt besinnt. Und dazu gehört es auch im Home Cinema-Segment, wesentliche Komponenten als separate Lösung zu konzipieren, also Vor- und Endstufe zu separieren. Und dies erscheint gerade in einer derart schnelllebigen Welt wie dem Home Cinema als durchaus kluge Entscheidung, denn es bedeutet auch, dass alle Feature-getriebenen Aspekte in die Vorstufe wandern, die mit einer nahezu zeitlosen Endstufe kombiniert werden.

Und Yamaha spart keineswegs an Superlativen, wenn es um die Beschreibung der neuen, nach Ansicht des Herstellers audiophilen Kombination aus Vor- und Endstufe fürs Home Cinema geht. Interessant dabei ist, dass es natürlich auch um Features geht, schließlich soll es das neue Gespann Yamaha AVENTAGE CX-A5000 und Yamaha AVENTAGE MX-A5000 an nichts fehlen lassen, im Vordergrund steht dennoch die Klangqualität. So soll, davon zeigt sich Yamaha überzeugt, dieses 11.2 Surround-Ensemble nicht weniger als das krönende Top-end der Yamaha AVENTAGE-Serie sowie das Maß aller Dinge in diesem Marktsegment darstellen.

So soll das neue Duo ganz in der Tradition der inzwischen längst legendären Yamaha DSP-Z11 stehen und dabei keinerlei Kompromisse eingehen. Die Separation von Vor- und Endstufe mit mit einem streng diskretem Aufbau der Endstufen und Signalverarbeitung, handverlesenen Bauteilen zur Vermeidung externer Störeinflüsse das nicht weniger als das beste Film- und Musikerlebnis sicherstellen.

Herzstück dabei ist natürlich zunächst die Vorstufe Yamaha AVENTAGE CX-A5000, die - so Yamaha - Bild und Ton dank digitaler Signalprozessoren und zahlreichen einzigartigen Technologien aus dem Hause Yamaha perfekt aufbereitet und für alle aktuellen, aber auch künftigen Anforderungen im Bereich Home Cinema gerüstet ist.

Die Yamaha AVENTAGE CX-A5000 sei die digitale Zentrale, die Bild- und Tonsignale aus verschiedensten Quellen entgegen nehmen kann. Immerhin acht HDMI-Eingänge, einer davon direkt an der Front, sowie zwei HDMI-Ausgänge stehen hier zur Verfügung. Selbstverständlich entsprechen diese dem aktuellen Standard und verarbeiten damit nicht nur Inhalte in 3D, sondern ebenso in 4K, also Ultra HD. Diese Schnittstellen sind zudem MHL-zertifiziert, erlauben also auch die direkte Anbindung eines entsprechend ausgestatteten Smartphones bzw. Tablets, sodass auch diese als Quelle für hochauflösende Inhalte genutzt werden können.

Inhalte werden in 4K übrigens nicht nur „weitergereicht“, mittels entsprechendem Upscaler lassen sich auch Inhalte in Standard-Auflösung sowie Full HD auf Ultra HD skalieren.

Auch an analogen sowie digitalen Audio-Schnittstellen mangelt es der Yamaha AVENTAGE CX-A5000 nicht, sodass wirklich nahezu jede Quelle eingebunden werden kann.

Die Yamaha AVENTAGE CX-A5000 kann natürlich mehrere Zonen verwalten, und zwar bis zu vier, wobei sich zwei HDMI-Eingänge diesen Zonen zuordnen lassen.

Die Yamaha AVENTAGE CX-A5000 ist als 11.2 Kanal Vorverstärker ausgelegt, verfügt dementsprechend auch über einen 11-Kanal Pre-Out, wobei diese allesamt als symmetrische XLR-Anschlüsse ausgeführt sind. Über einen zusätzlichen symmetrisch ausgeführten Stereo In kann das System zudem in ein klassisches HiFi-Umfeld eingebunden werden. Basis für die Signalverarbeitung soll eine diskret aufgebaute, allein aus handselektierten Bauteilen bestehende Schaltung sein, an deren Ende Wandler des Typs ESS 9016 DAC für alle Kanäle einschließlich vorderer und hinterer Präsenzkanäle stehen.

Die Signalverarbeitung unterstützt wirklich alle gängigen Surround-Formate, wobei diese mittels Yamaha CINEMA DSP HD3 vorgenommen wird, das unter anderem auch die Einbeziehung von dedizierten Höhenlautsprechern unterstützt. Diese DSP-basierte Raumsimulation verfügt über beachtliche 33 DSP-Programme, die nach Angaben des Herstellers für jedes Musik- und Filmgenre sowie für jede Quelle die idealen Einstellungen auf „Knopfdruck“ bieten sollen. Dazu zählen etwa zwölf berühmte Konzert-Säle von Wien bis Tokyo, aber auch verschiedenste Musik-Clubs, wie etwa das Roxy Theater im kalifornischen Los Angeles.

Damit diese Berechnung perfekt an die jeweiligen Raumverhältnisse sowie die Lautsprecher-Systeme sowie deren Position im Raum angepasst werden kann, bietet die Yamaha AVENTAGE CX-A5000 selbstverständlich mit dem automatischen Mehrpunkt-Einmess-System Yamaha YPAO R.S.C. (Reflected Sound Control) das entsprechende Werkzeug. Diese verfügt in der hier vorliegenden Version sogar über eine so genannte Winkeleinmessung, sodass auch dieser wesentliche Parameter optimiert werden kann und insgesamt ein perfektes Ergebnis erzielt wird. Das dafür nötige Messmikrofon ist natürlich im Lieferumfang enthalten.

Selbstverständlich lässt sich die Yamaha AVENTAGE CX-A5000 auch ins Netzwerk einbinden, und fungiert hier als dlna-zertifizierter UPnP Streaming-Client für Fotos und Audio-Daten bis hin zum WAV- und FLAC-Format mit 24 Bit und 192 kHz. Zudem kann damit auf Internet Radio-Stationen über vTuner zugegriffen werden und auch Dienste wie Napster stehen zur Verfügung. Darüber hinaus ziert die Yamaha AVENTAGE CX-A5000 das Apple AirPlay-Logo, sodass Audio-Inhalte direkt vom Apple iPhone, iPod touch und iPad bzw. Mac oder PC mit Apple iTunes drahtlos gestreamt werden können.

Die Entwickler von Yamaha verpackten all dies in ein besonders starres Gehäuse mit mehrfacher Verstrebung im Inneren. Rein optisch präsentiert sich diese Vorstufe im Design herkömmlicher AV-Receiver aus dem Hause Yamaha, also mit einem zentral ausgeführtem Display, einer Abdeckung darunter, hinter der sich wesentliche Bedienelemente und Schnittstellen verbergen, sowie einem Eingangswahlschalter sowie dem Pegelregler links und rechts davon. Allerdings fehlen hier natürlich die Leistungsendstufen, denn die wurden in Form der Yamaha AVENTAGE MX-A5000 separat ausgeführt.

Auch die Endstufe Yamaha AVENTAGE MX-A5000 präsentiert sich mit einem soliden Gehäuse, dessen Front aber mehr oder weniger „nackt“ ist, denn mehr als einen Hauptschalter benötigt man hier ja nicht. Die Rückseite hingegen, die ist geradezu vollgepflastert mit Schnittstellen, allen voran natürlich den insgesamt elf als symmetrische XLR-Buchsen ausgeführten Eingängen und als hochwertige, goldbeschichtete Klemmen ausgeführten Lautsprecher-Anschlüssen.

Die Yamaha AVENTAGE MX-A5000 liefert eine Leistung von 280 Watt pro Kanal an Lautsprecher-Systemen mit einer Impedanz von 6 Ohm. Die Entwickler setzten hier auf einen Leistungsverstärker mit Stromrückkopplung und dreistufiger Darlington-Schaltung sowie 27.000 uF Abblock-Kondensatoren und eine solide Stromversorgung, basierend auf einem speziell entwickelten Ringkern-Transformator. Ein „bisschen“ Leistung zieht die Yamaha AVENTAGE MX-A5000 natürlich dafür aus dem Stromnetz, wenngleich die Angabe des Herstellers mit 650 Watt vergleichsweise harmlos anmutet. Natürlich verfügt die Endstufe über einen automatischen Standby-Modus.

Mit Abmessungen von 435 x 210 x 463,5 mm bringt es die Yamaha AVENTAGE MX-A5000 auf immerhin 25,4 kg. Dafür ist nicht allein die bereits angesprochene massive Stromversorgung verantwortlich, sondern das nicht minder massiv ausgeführte Gehäuse selbst. Dieses ist aus Metall gefertigt und weist einen mehrfach versteiften Rahmen mit zusätzlichen Querstreben und doppelt ausgeführten Boden auf, sodass klangschädigende Vibrationen vollständig unterbunden werden sollen. Zudem ruht die Endstufe nicht auf vier, sondern auf fünf Standfüssen, wobei dieser fünfte Standfuss, dem so genannten Yamaha A.R.T. Wedge System entsprechend, das Innenleben zentral stützt.

Die Verbindung zwischen Vor- und Endstufe zur Steuerung wird mittels Trigger hergestellt, was auch eine direkte Einbindung in komplexe Steuerungslösungen erlaubt. Dementsprechend fehlt natürlich auch eine RS232-Schnittstelle bei der Vorstufe nicht.

Im Lieferumfang der Yamaha AVENTAGE CX-A5000 ist eine beleuchtete, teils lernfähige Infrarot-Fernbedienung enthalten. Zudem bietet Yamaha natürlich auch eine entsprechende App für Smartphones und Tablets an, sodass die Steuerung eines derart komplexen Systems auch komfortabel mit Hilfe eines mobilen Devices mit Apple iOS oder Google Android erfolgen kann.

Nach Angaben des Herstellers wird diese neue Kombination bereits im Laufe des September 2013 im Fachhandel zu finden sein. Puristen wird es ganz besonders freuen, dass dieses edle Gespann nicht nur in Schwarz und Silber angeboten wird, sondern zudem im lange Zeit geradezu „ausgestorbenem“ Champagner. Damit wird ach optisch zum Ausdruck gebracht, dass sich Yamaha mit diesem Ensemble wieder „alter Werte“ besinnt.

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