Foto © Zaz

Zaz „Paris“ als CD, auf Vinyl und High-res Download

Es ist eine Liebeserklärung an die Metropole an der Saine, nicht mehr, nicht weniger, aber in jedem Fall ein perfekt von Quincy Jones und John Clayton produziertes Album, der nunmehr bereits dritte Tonträger von Zaz mit dem prägnanten Titel „Paris“. Ebenfalls auf diesem Album zu finden: eine der Chanson-Legenden schlechthin, Charles Aznavour.

Von Michael Holzinger (mh)
02.12.2014

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Bereits im zarten Alter von lediglich vier Jahren war für Isabelle Geffroy klar, dass Traumberuf einzig und allein der einer Sängerin sei könne. Mit nur sieben Jahren trumpfte sie bereits im Rahmen eines Casting-Wettbewerbs groß auf und erreichte immerhin den zweiten Platz, und zwar in der Gesamtwertung, also unabhängig vom Alter. Eine fundierte Ausbildung absolvierte sie am Centre d´Information et d´Activités Musicales in Bordeaux und trat zu dieser Zeit bereits in renommierten Cabarets auf, und spielte nebenbei in einer Latin-Rockband, sodass sie reichlich Bühnenerfahrung sammeln konnte. Doch die wohl beste „Schule“ waren ihre Jahre als Strassensängerin am Pariser Montmartre, da sie hier ganz unmittelbar und direkt die Resonanz ihres Publikums erfahren durfte, so die Künstlerin retrospektiv.

Im Jahr 2010 veröffentlichte sie bereits ihr Debut-Album, nun nicht mehr als Isabelle Geffroy, sondern bereits unter ihrem Künstlernamen Zaz. Das gleichnamige Album "Zaz" (Vinyl)war ein immenser Erfolg, und zwar nicht nur in ihrer Heimat Frankreich, sondern verhalf ihr direkt zum internationalen Durchbruch.

Es war wohl allen voran ihre völlig unbeschwerte, geradezu spielerische Art, mit der sie hier ans Werk ging, die Leichtigkeit, die bei jedem Ton vermittelt wird, und die auch auf ihrem zweiten Album "Recto Verso" (Vinyl) aus dem Jahr 2013 in unveränderter Form zu erleben ist. Auch dieses Album war ein internationaler Erfolg, sodass die 1980 geborene französische Künstlerin längst in jungen Jahren als internationaler Superstar eingestuft werden kann.

Dieses Renommee dürfte durchaus sehr hilfreich bei der Realisierung ihres aktuellen, nunmehr bereits dritten Albums gewesen sein, denn dafür konnte sie niemand geringeren als Quincy Jones als Produzenten gewinnen, ebenso John Clayton. Damit reiht sich Zaz in eine geradezu elitäre Riege an Künstlern ein, die allesamt längst Teil der jüngeren Musik-Geschichte sind…

Für Zaz dürfte dies aber keineswegs eine Bürde darstellen, denn einmal mehr ist es ihre frische, unverkrampfte Herangehensweise, die auch dieses Album auszeichnet. Dies ist umso bemerkenswert, da sie sich hier nicht auf eigene Songs verließ, sondern sich die Interpretation von Songs ganz, ganz großer Vorbilder zur Aufgabe machte. So verrät bereits der Titel des Albums sehr viel darüber, was den Musikliebhaber hier erwartet. „Paris“ bringt kurz und prägnant auf den Punkt, dass es sich hierbei um eine Hommage, eine Liebeserklärung an die französische Metropole an der Saine handelt, die in 13 feinsten Chansons dargeboten wird.

Paris ist für Zaz die Stadt des Lichts, und verkörpert den unbeugsamen Geist der Freiheit, womit sie sich direkt auf ein Chanson des großen Maurice Chevaliers bezieht, „Paris sera toujours Paris“, mit dem das Album beginnt. Was danach folgt, ist ein breit gefächertes Programm an unvergessenen, einzigartigen Chansons der ganz, ganz Großen Frankreichs, die Zaz auf ihre ganz eigene Art interpretiert, und mit teils durchaus ungewöhnlichen Arrangements von Quincy Jones zu neuem Glanz erstrahlen lässt. So wurden diese Chansons noch nie dargeboten, fast könnte man von Swing, von Jazz, aber auch sanften Balladen sprechen, immens viele Einflüsse kommen hier zu einem neuen Ganzen zusammen. Ein absoluter Höhepunkt ist dabei ganz klar „Champs Elysées“, mit einem enormen Schwung und Leidenschaft, aber auch das fantastische Duett mit Monsieur Charles Aznavour, der rein gar nichts von seiner Vitalität und Kraft verloren hat, und mit keinem Ton verrät, dass er in diesem Jahr bereits seinen 90. Geburtstag feierte.

Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich „Paris“ nicht nur aus musikalischer Sicht als absolut fantastisches Album präsentiert, auch aufnahmetechnisch hat man es hier mit einem Glanzstück zu tun. Bereits als Audio CD kann „Paris“ überzeugen, und wer sich für einen Download entscheidet, der sollte sich etwas gönnen, und unbedingt die High-res Version mit 24 Bit und 44,1 kHz wählen. Hier ist die volle Dynamik, die diese Aufnahme aufbieten kann, unmittelbar und direkt zu erleben, ebenso auf der natürlich ebenfalls dieser Tage verfügbaren Schallplatte

Und nachdem man dieses Album hörte, wird man wohl ohne Zweifel bestätigten, dass Zaz mit Fug und Recht von ihren Landsleuten als die neue Édith-Piaf gefeiert wird.

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Facts

Album

Paris

Künstler

Zaz

Komponist

Diverse

Genre

Jahr

2014

Format

Audio CD, Download, High-res Download, Vinyl