Foto © Michael Holzinger - sempre-audio.at

Zu Besuch bei… Allegro music & wine Lounge mit Endeavor Audio E-3

Einen Vormittag mit viel Musik, feinst dargeboten von einer edlen Kette, an deren Ende die nagelneue Endeavor Audio E-3 den krönenden Abschluss bildete, verbrachten wir beim Wiener Fachhändler Allegro music & wine Lounge in der Siebensterngasse 32.

Von Michael Holzinger (mh)
15.04.2014

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Ich gestehe es ganz offen, hin und wieder habe ich wahrlich Probleme mit ausgewiesen audiophilen Lautsprecher-Systemen. Diese sezieren mitunter die Musik geradezu, „zerlegen“ sie in all ihre Bestandteile, breiten das komplette Frequenzspektrum fein säuberlich vor dem Zuhörer aus, und bilden jede Nuance der Dynamik unverfälscht ab. Perfekt, so soll es ja auch sein. Genau das wünschen wir uns ja eigentlich, aber wirklich gut klingt das alles leider nur, wenn auch die Aufnahme weitestgehend perfekt ist. Nur, davon gibt es ja nicht gerade allzuviele…

Zumeist muss man diverse, nein, vielmehr eher leider viele Unzulänglichkeiten von Aufnahmen hinnehmen, die natürlich gerade bei Lautsprecher-Systemen der absoluten Spitzenklasse gnadenlos offen gelegt werden. Also zumindest bei mir ist es dann mit dem Spass relativ rasch vorbei, denn ich neige dann eher dazu, mich über die offengelegten Fehler zu ärgern…

Mein persönliches Pflichtenheft an ein Lautsprecher-System führt daher also etwa die Eigenschaft an, nicht allzu gnadenlos schlechte Aufnahmen als solche zu offenbaren. Aber natürlich, wenn feinste Software dargereicht wird, dann bitte will ich das auch hören!

Ein Lautsprecher-System, das diese beiden Eigenschaften offensichtlich perfekt verbindet, konnten wir in Form der neuen Endeavor Audio E-3 genießen, und zwar an einer sehr feinen HiFi-Kette bei Allegro music & wine Lounge in Wien. Bernhard Mesicek lud zu einem vormittäglichen Musik-Programm, wobei einmal mehr ein kleiner Streifzug durch die persönliche Schallplatten-Sammlung des Wiener Fachhändlers anstand.

Dargeboten wurden diese von einem gar feinen Laufwerk, dem Michell Engineering Orbe SE, der seinen Dienst an einer Phono-Vorstufe aus dem Hause van den Hul verrichtete. Und zwar an einer van den Hul The Grail, der seine Signale an eine Vorstufe von Audio Research weiterleitete. Für mehr als ausreichend Leistung sorgte ein Modwright KWA 100 SE als Endstufe.



Michell Engineering Orbe SE



van den Hul The Grail



Audio Research LS17 Vacuum Tube Preamplifier



Modwright KWA 100 SE



Der König der Löwen... pardon, der Schallplatten, Bernhard Mesicek

Als krönender Abschluss stand an diesem Vormittag, wie bereits erwähnt, ein Pärchen Endeavour Audio E-3 zur Verfügung, feinste Ware, frisch aus den USA und hierzulande im Vertrieb von Ibex Audio aus Heidenheim.

Ich will natürlich an dieser Stelle einem ausführlichen Testbericht nicht vorgreifen, dieser folgt in den nächsten Tagen, soviel sei aber bereits jetzt verraten: das von Leif Swanson entwickelte Lautsprecher-System vereint genau die von mir gewünschten Eigenschaften. Einerseits handelt es sich tatsächlich um ein mit Fug und Recht als audiophil zu bezeichnendes Produkt, gleichzeitig aber bleibt der Spass nicht auf der Strecke. Würde es in audiophilen Kreisen nicht geradezu als eine Art Sakrileg gelten, ich würde ja fast behaupten, dass man mit der Endeavor Audio E-3 eine echte „Spassbox“ zur Seite hat.

So legte Bernhard Mesicek an diesem Vormittag eifrig eine Platte nach der anderen auf, beginnend von Klassik über Blues, Soul, Jazz bis hin zu Funk und Rock, und immer hatte ich das Gefühl, es muss genauso klingen, wie es dabei aus den Lautsprechern tönte. Und glauben Sie mir, Bernhard Mesicek ist sicher keiner, der bei der „richtigen Musik“ den Lautstärke-Regler nicht dezent Richtung Anschlag führt…

Entsprechend mächtig tönte so manche Funk-Nummer aus den 70ern, aber auch etwa das Schlagzeug-Solo von Deep Purple „Made in Japan“ aus den Speakern! Das war Spass und Leidenschaft pur! Aber wer nun meint, hier habe man einen allzu gutmütigen Schönfärber an der Strippe, der irrt! Denn dies ist die Endeavor Audio E-3 mit Sicherheit nicht. Wer feinste Aufnahmen auf den Plattenteller legt, dem werden diese auch in all ihrer Pracht dargeboten. Hier merkt man eben ein wenig davon, dass deren Entwickler Leif Swanson selbst Musiker ist, und somit sehr genau weiß, wie Musik zu klingen hat, und sich scheinbar bei der Konzepion allen voran auf seine Ohren, und nicht auf Meßdiagramme verließ.

Aber wie gesagt, allzuviel will ich an dieser Stelle nicht verraten, und stattdessen auf den folgenden Testbericht verweisen…

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