bel canto mLink, uLink und REFLink - Asynchrone USB auf S/PDIF-Interfaces

Immer öfter dient allein ein PC oder Mac als einzige Quelle im HiFi-System. Daher setzen auch immer mehr Hersteller auf Lösungen, die eine möglichst akkurate Wiedergabe erlauben sollen, sodass der PC bzw. Mac zwar Datenlieferant, aber keinesfalls klangbestimmend ins Geschehen eingreift.

Von Michael Holzinger (mh)
19.09.2012

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Immer mehr Musikliebhaber haben erkannt, dass es wohl kein derart flexibles Gerät für die Verwaltung und Wiedergabe von Musik gibt, wie einen PC oder Mac. Kompakte, besonders auf Eleganz und einen möglichst lautlosen Betrieb getrimmte Systeme eignen sich perfekt dafür, im Wohnzimmer oder einem separaten Hörraum als zentrale Schnittstelle, gleichzeitig aber auch direkt als Quelle zu fungieren. So mancher schreckt aber noch davor zurück, denn soll man tatsächlich einem „Computer“ diese höchst diffizile Aufgabe überlassen?

Ja, warum denn nicht, sofern man auf wesentliche, klangbestimmende Faktoren achtet. Und die wohl mit Abstand wichtigste Schnittstelle stellt dabei das Audio-Interface, und in Folge der D/A-Wandler dar. Hier darf man natürlich in keinem Fall auf die integrierte Audio-Hardware setzen, sondern diese heikle Aufgabe ausschließlich wahren Spezialisten anvertrauen.

Etwa dem neuen bel canto mLink, einem besonders kleinen, und somit durchaus sehr elegant in die HiFi-Kette zu integrierendem Interface, das sich mit besonderer Sorgfalt um die Audio-Daten annimmt.

Beim neuen bel canto mLink handelt es sich um ein so genanntes USB auf S/PDIF-Interface, das also selbst keinen D/A-Wandler aufweist. Diese besonders heikle Aufgabe überlässt auch dieses Interface weiteren Spezialisten, dennoch erfüllt es eine wesentliche Aufgabe. Es dient bei einem PC oder Mac als Audio-Interface, und übernimmt von diesen die Daten über einen USB-Port. Der wesentliche Punkt ist in diesem Fall, dass die Signalübertragung in diesem Fall im so genannten asynchronen Modus erfolgt. Dabei übernimmt nicht der PC oder Mac die Taktung des Datenstroms, sondern allein das Audio-Interface, das mit einer zigfach exakteren Master-Clock ausgestattet ist. Somit erfolgt die Signal-Übertragung überaus akkurat und mit erstklassigem Timing, sodass ein wesentlicher, die Qualität immens mindernder Störfaktor, auf ein Mindestmaß reduziert wird, der so genannte Jitter.

bel canto setzt dafür bereits beim bel canto mLink auf einen propriäteren, mit 500 MHz getakteten DSP zur asynchronen USB Core mit Dual Low Phase-Noise Clocks sowie einer galvanischen Trennung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal. Die Stromversorgung des bel canto mLink erfolgt direkt über die USB 2.0 Schnittstelle des PCs, ist aber mit einem zusätzlichen Filter ausgestattet, sodass auch dadurch keinerlei klangschädigende Einflüsse auf die Signalverarbeitung zu befürchten sind.

Der bel canto mLink misst geradeeinmal 103 x 120 x 30 mm und bringt es auf 450 Gramm, wobei dafür vor allem das solide Gehäuse verantwortlich ist. An Anschlüssen steht neben dem USB-Port ein als BNC-Buchse ausgeführter S/PDIF-Ausgang zur Verfügung, über den die Audio-Daten in digitaler Form einem D/A-Wandler zugeführt werden. Der bel canto mLink unterstützt Audio-Daten in 16 als auch 24 Bit und 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz. Für Apple OS X sind keine speziellen Treiber erforderlich. Für Microsoft Windows sind passende Treiber im Lieferumfang enthalten. Für eine so genannte bit-perfect Wiedergabe empfiehlt der Hersteller Audirvana Plus, Pure Music oder Amarra im Zusammenspiel mit Apple iTunes, oder aber JRiver Media Center am PC.

Beim neuen bel canto uLink geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter und stattet dieses asynchrone USB auf S/PDIF-Interface mit einer separaten, jeweils natürlich mit Filtern versehenen Stromversorgungen für einzelne Funktionsgruppen aus. Zudem weist das Interface bel canto uLink mit ebenfalls sehr kompakten Abmessungen von 103 x 120 x 30 mm und 450 Gramm einen optischen Ausgang in Form eines so genannten ST Fiber-Ausgangs auf.

Als Referenz-Lösung der insgesamt drei neuen USB-Interfaces aus dem Hause bel canto ist der bel canto REFLink konzipiert. Dies zeigt sich bereits durch sein etwas üppigeres Auftreten mit einem soliden Gehäuse aus Metall, sowie einem Drehgeber und Display an der Front. Damit bringt es das Gerät auf Abmessungen von 216 x 318 x 88 mm und eine Masse von beachtlichen 6,5 kg.

Bei der prinzipiellen Funktionsweise und dem Aufbau gleicht der bel canto REFLink natürlich den bereits beschriebenen kleineren Geschwistern, allerdings ist hier alles eben um noch einen Tick mehr ausgetüftelt konzipiert. So reicht beim bel canto REFLink natürlich nicht allein ein USB-Port zur Stromversorgung. Die ausgeklügelte, für jede Baugruppe separat aufgebaute und mehrfach gefilterte Stromversorgung unterscheidet diese Lösung ebenso wie die zweifache galvanische Trennung vom bel canto mLink bzw. bel canto uLink. Darüber hinaus steht hier nicht allein ein S/PDIF-Interface in Form einer BNC-Buchse sowie ein so genannter ST Fiber-Ausgang zur Verfügung, sondern darüber hinaus auch ein AES/EBU-Interface. Über ein Display an der Front ist die Sample-Rate des anliegenden Signals ersichtlich.

Nach Angaben des Vertriebs taurus high-end GmbH bzw. dessen österreichischem Vertreter Walter Kircher sind alle drei Lösungen des US-amerikanischen Herstellers bel canto in Kürze im ausgesuchten Fachhandel zu finden. Als unverbindlich empfohlenen Verkaufspreis gibt der Vertrieb für den bel canto mLink € 418,- an. Der bel canto uLink soll zu einem empfohlenen Preis von € 728,- erhältlich sein. Wer um die Signalqualität bei der Wiedergabe von Audio-Daten von einem PC oder Mac ganz besonders auf bestmögliche Qualität bedacht ist, dem steht etwa der bel canto REFLink zum empfohlenen Verkaufspreis von € 1.698,- zur Verfügung.

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