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Der Fall Mobile Fidelity Sound Labs

Die Wogen gehen hoch, Mobile Fidelity Sound Labs räumte nunmehr ein, dass man, im Gegensatz zu den Erwartungen vieler Kunden, für viele Produktionen im Bereich Remaster auf Schallplatte nicht allein auf analog, sondern tatsächlich auf digital setzt. In einem Statement versucht das Unternehmen nunmehr, das Kundenvertrauen wieder zu gewinnen und gelobt mehr Klarheit in der Kommunikation.

In aller Kürze
  • Geschicktes Marketing allein reicht nicht aus, nur Klarheit kann das Kundenvertrauen wirklich wahren, dies musste Mobile Fidelity Sound Labs nunmehr feststellen.

Unternehmen wie Mobile Fidelity Sound Labs sind es, die seit Jahr und Tag das Thema Schallplatte hegen und pflegen, das kann man klar festhalten. Es sind auch diese Unternehmen, die maßgeblich dazu beitragen, dass Schallplatten wieder einen sehr hohen Stellenwert genießen, und speziell von HiFi-Enthusiasten, aber eben nicht nur von diesen, wieder sehr stark als Teil ihres Lebensstils gesehen werden. Dazu trägt allen voran auch die Ansicht bei, dass Schallplatte anderen Medien den Klang betreffend klar überlegen sei, speziell dann, wenn es sich um ein rein analog produziertes Album handelt. „Analog“ ist also ein überaus essentielles Schlagwort, wenn es um die Produktion hochwertiger, und damit letztlich auch hochpreisiger Alben geht. Das zeigt sich nunmehr einmal mehr bei einer Diskussion, die in den letzten Tagen wie eine Sturmwelle durch einschlägige Foren hinweg fegt. Setzt Mobile Fidelity Sound Labs tatsächlich allein auf analog, oder ist da etwa gar digital im Spiel?

Mobile Fidelity Sound Labs – Eine Speerspitze audiophiler Produktionen

Ganz klar kann man sagen, dass das US-amerikanische Unternehmen Mobile Fidelity Sound Labs seit Jahr und Tag als eine Art Speerspitze audiophiler Produktionen gilt. Über die Jahre hinweg hat man sich einen erstklassigen Ruf als Produzent herausragender Alben gemacht, wobei der Schwerpunkt dabei bei der Neuauflage legendärer Alben liegt.

Man rühmt sich, mit besonderen Verfahren herausragende Alben möglichst nahe am Original zu produzieren, und gerade in Zeiten, wo große Labels ihren Back-Katalog teils schamlos mit billigst produzierten Veröffentlichungen zum x-ten Mal zu Geld machen, ist dies natürlich für HiFi-Enthusiasten und ambitionierte Vinyl-Liebhaber natürlich ein besonders wesentliches Kriterium und das Argument, in hochpreise Produktionen wie jene von Mobile Fidelity Sound Labs zu investieren.

Und tatsächlich, viele Produktionen aus dem Hause Mobile Fidelity Sound Labs zählen als Referenz für feinsten Klang, man hat also über Jahre hinweg zweifelsfrei den Beweis erbracht, dass man das Handwerk versteht.

Meister des Marketings

Man muss aber auch sagen, dass Mobile Fidelity Sound Labs auch wahre Meister rund ums Marketing sind, es gelang dem Unternehmen geradezu perfekt, eine Art Mythos rund um die eigenen Produktionen, das eigene Unternehmen zu kreieren.

So sind es verschiedenste Markennamen, die Mobile Fidelity Sound Labs über die Jahre hinweg für seine Produkte nutzte, die auf spezielle Mastering- und Produktionsverfahren hinweisen, diese besonders markant von den Veröffentlichungen anderer Labels abheben sollen. Allein der schmale goldene Rand, der die LPs aus dem Hause Mobile Fidelity Sound Labs seit Jahr und Tag am oberen Ende des Covers ziert, dient vielen als Garant für beste Qualität.

Den Bogen überspannt

Dass man dabei wohl durchaus bewusst so manch Ungenauigkeit bei der Beschreibung wählte, um nicht alles ganz so genau offen legen zu müssen, wäre noch nicht der entscheidende Punkt, Mobile Fidelity Sound Labs hat es aber ganz klar übertrieben, und offensichtlich besagte Ungenauigkeiten in der Beschreibung absichtlich genutzt, um bei Käufern den Eindruck zu vermitteln, dass sie hier genau das bekommen, was sie am sehnlichsten wünschen, und zwar das perfekte Remaster direkt vom Original Master-Tape, unverfälscht, in rein analoger Form direkt aus der guten alten Zeit übernommen…

Allein die Beschreibung des so genannten Ultradisc One-Step Process etwa, die Mobile Fidelity Sound Labs nicht nur auf der eigenen Webseite über die eingesetzte Arbeitsweise anführte, sondern zudem jedem Tonträger werbewirksam auf den Weg mit gab, suggerierte etwa, dass man stets den direktesten Weg vom Original Master Tape zum für die Produktion erforderlichen Lacquer wählte, mehr noch, im Gegensatz zu anderen hierbei weniger Zwischenschritte benötige und damit eine noch „direktere“ Aufnahme gewähren würde.

Doch genau hier verabsäumte man wohl mit Bedacht, einen letztlich gerade für HiFi-Enthusiasten sehr entscheidenden Schritt anzuführen.

Kein rein analoger Prozess – DSD ist im Spiel

Auf Grund diverser in den letzten Wochen aufkochender Gerüchte speziell rund um die von Mobile Fidelity Sound Labs angekündigte Neuveröffentlichung von Michael Jackson „Thriller“ mit einer für das Label ungewöhnlich hohen, ja geradezu gigantisch anmutenden Auflage von nicht weniger als 40.000 Stück ergab es sich nun, dass so mancher in der Szene einiges zu hinterfragen begann, speziell wie das den so zu bewerkstelligen sei, dass man eine Produktion von 40.000 Stück von einem analogen Master bewerkstelligen könne, speziell unter der Vorgabe, beste Qualität zu garantieren.

Eine Frage, die auch an Mobile Fidelity Sound Labs gerichtet wurde, sodass diese nunmehr die Karten auf den Tisch legen mussten. Man räumte daher zunächst nicht so klar, in Folge der dadurch noch mehr auflodernden Diskussion letztlich ganz klar und eindeutig ein, dass man eben nicht auf rein analog setze, vielmehr sei DSD im Spiel. Nichts ist es also mit rein analog, fürs Remaster ist bei Mobile Fidelity Sound Labs zumeist digital mit im Spiel.

Man hätte es wissen können

Nun, offen gesagt sollte man meinen, dass man es wissen hätte können, dass es eben zu schön gewesen wäre, hier wirklich das Reine, das einzig Wahre zu erhalten, also eine durch und durch rein analoge Produktion.

So ist es etwa auffallend, dass Mobile Fidelity Sound Labs nahezu alle Alben nicht nur auf Vinyl, sondern ebenso als Super Audio CD auf den Markt bringt, also schon mal per se keine Berührungsängste zu digital hat. Man könnte sich nun natürlich wünschen, dass auch hierfür zunächst ein analoges Master erstellt würde, um danach davon einerseits die Schallplatte, andererseits die Super Audio CD zu produzieren. Wer sich allerdings ein wenig mit dem tatsächlichen Handwerk befasst, wird rasch zu der Erkenntnis gelangen, dass es so in der Praxis schlichtweg nicht machbar ist.

Das beginnt etwa damit, dass es das eine einzige Master-Tape eben in der Praxis vielfach nicht gibt, vielmehr sind bei Studio-Produktionen vor allem in den 1960er und 1970er Jahren diverse Master-Tapes angefertigt worden, schon allein durch den normalen Studio-Alltag, aber auch für unterschiedliche Aufgaben, für die Distribution in verschiedenen Märkten.

Will man nunmehr, wie es sich Mobile Fidelity Sound Labs auf die Fahnen geschrieben hat, das möglichst perfekte Remaster für eine Neuproduktion erstellen, so gilt es mitunter verschiedene Master-Tapes zu einem neuen zu vereinen. Klar, das könnte man auch analog machen, letztlich ist digital hier aber in der Praxis zumindest der einfachere Weg.

Das Unternehmen führt an, dass es schon ein immenser Aufwand sei, die stets besten Tapes aufzuspüren, ein noch größerer Aufwand ist es, diese mit speziellem Equipment für die eigene neue Produktion zu überspielen. Hierbei achte man penibel darauf, optimale Voraussetzungen zu schaffen, und das bedeute aber auch, dass das analoge Original mit hochwertigem Equipment möglichst direkt in DSD übertragen werde, wobei man auf DSD256 setze.

Der Fall Mobile Fidelity Sound Labs

So beschrieb Mobile Fidelity Sound Labs bislang seinen viel gepriesenen MoFi UltraDisc One-Step Process. Dass hierbei bewusst der Eindruck erweckt wird, alles stammt direkt vom analogen Master, ist wohl klar.

Der Fall Mobile Fidelity Sound Labs

Tatsächlich ist aber DSD im Spiel, das Master-Tape wird als allererster Produktionsprozess in DSD übertragen, es kann also keine Rede von einer rein analogen Produktion sein. Erst auf Grund des immensen Aufschreis der Kunden hat man nunmehr dieses „Detail“ preis gegeben.

DSD nicht das schlechteste Format

Festhalten muss man in diesem Zusammenhang auch, dass DSD keineswegs das schlechteste Format für diese Aufgabe ist, ganz im Gegenteil. Eigentlich wurde DSD von Sony Corporation nämlich genau für diese Aufgabe entwickelt, es sollte ursprünglich allein für Archiv-Zwecke eingesetzt werden, und zwar um den Katalog von Sony Music langfristig in bester Qualität zu sichern, denn bekanntlich sind analoge Bänder alles andere als wirklich zuverlässige Werkzeuge dafür.

Alles richtig gemacht?

Aus rein technischer Sicht hat Mobile Fidelity Sound Labs also eigentlich nichts falsch, sondern vieles richtig gemacht. Nicht zuletzt bleibt unbestritten, dass es sich bei den Produktionen dieses Labels zumeist um wirklich herausragende Alben handelt.

Wo also liegt das Problem? Nun, unterm Strich bleibt bei der ganzen Sache natürlich dennoch ein fahler Nachgeschmack, denn auch wenn aus technischer Sicht letztlich alles gut begründbar ist, was und wie Mobile Fidelity Sound Labs zu Werke ging und auch die daraus resultierenden Ergebnisse den Klang betreffend keinerlei Grund zur Klage geben, die Art und Weise wie man nach außen kommunizierte, wie man selbst einen Mythos aus dem ganzen Prozess machte, der ist natürlich abzulehnen.

„Einen Kunden bewusst darüber im unklaren zu lassen, dass ein Produkt nicht dem entspricht, was er meint zu erwerben, ihn vielleicht noch mit unklaren, undifferenzierten Aussagen in diesem Irrglauben zu bestärken, um besonders ambitionierte Preise halten zu können, ist wohl nicht die Art und Weise, sich das Vertrauen dieser Kunden auch tatsächlich zu verdienen. Genau das aber hat Mobile Fidelity Sound Labs getan. Die treue Kundschaft war fest der Überzeugung, feinste analoge Produktionen zu erwerben, limitiert und exklusiv, tatsächlich aber dürften Aberdutzende Alben zumindest seit 2015, ja bereits einige von 2008 an vom digitalen Master stammen. Selbst das um horrende Summen gehandelte Santana „Abraxas“ von Mobile Fidelity Sound Labs kommt, wie man nun eingestehen musste, nicht vom analogen Band, sondern wurde mittels DSD produziert.“

Michael Holzinger, Chefredakteur sempre-audio.at

Den falschen Eindruck erweckt – mit voller Absicht

Fakt ist, dass Mobile Fidelity Sound Labs mit der über Jahre hinweg praktizierten Marketing-Strategie natürlich bewusst den Eindruck vermittelte, dass man HiFi-Enthusiasten mit viel, viel Aufwand genau das liefert, nach dem diese geradezu gieren, ein perfektes Abbild des Original Master-Tapes in rein analoger Form für höchsten Genuss von Schallplatte.

Und genau das ist eben nicht der Fall, und man wusste sehr wohl, dass man diesen Eindruck erweckte, hegte und pflegte diesen gar noch proaktiv, anstatt das man dieses Missverständnis schlicht und einfach aufklärte.

Warum? Nun, das liegt wohl auf der Hand, es geht ums Geld, um nichts anderes.

Das Exklusive, Einzigartige, das gar nicht so exklusiv und einzigartig ist

Betreibt man mit immensem Aufwand, um vom analogen Master-Tape möglichst perfekt und möglichst eins zu eins ein rein analoges Remaster zu erstellen, so ist die daraus entstehende Schallplatte natürlich besonders exklusiv, geradezu einzigartig, denn letztlich kann man unter der Prämisse höchster Klangtreue nur wenige Stück herstellen. Entsprechend hoch kann man den Preis für derartige Produktionen ansetzen, es klingelt also so richtig in der Kasse.

Wie heiß begehrt die Alben von Mobile Fidelity Sound Labs durch diesen vom Unternehmen selbst aufgebauten Mythos letztlich waren, zeigen die Preise, die das Unternehmen selbst für Neuproduktionen aufruft, und dass diese dennoch binnen kürzester Zeit komplett ausverkauft sind. Dass Mobile Fidelity Sound Labs selbst stets bewusst sehr, sehr überschaubare Auflagen produziert, spielt dem Unternehmen bei dieser Strategie natürlich perfekt in die Hände.

Und auch der Gebrauchtmarkt zeigt, wie exklusiv die Tonträger auf Schallplatte des Labels eingeschätzt werden, dass hier so manch Album plötzlich um tausende Euro bzw. Dollar gehandelt wird, ist keine Seltenheit.

Bringt man hier aber das Schlagwort digital ins Spiel, ist es vorbei mit der Exklusivität, denn damit wird klar, dass man keineswegs auf eine limitierte Auflage setzen muss, um die bestmögliche Qualität zu garantieren, letztlich kann man unbegrenzt vom digitalen Remaster Schallplatten produzieren, selbst wenn man dies unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards macht.

Zudem fällt es schwer zu argumentieren, dass nur eine rein analoge Produktion perfekt klinge, und die Alben von Mobile Fidelity Sound Labs ein untrüglicher Beweis dafür sind, wenn diese eigentlich seit Jahr und Tag digital sind…

Ein Kartenhaus bricht in sich zusammen

Die Enttäuschung eingeschworener Vinyl-Enthusiasten ist in den letzten Tagen seit bekanntwerden des pikanten Details rund um den Produktionsprozess bei Mobile Fidelity Sound Labs natürlich dementsprechend groß. Nachvollziehbar, schließlich haben viele Musik-Enthusiasten teils immense Beträge für Tonträger investiert, die nicht das hielten, was sie sich davon versprachen. Und da geht es explizit nicht um die tatsächliche Tonqualität, sondern das Image, das man ja letztlich mit bezahlt, mehr noch, das im konkreten Fall gar maßgeblich für hohe Preise ist.

Um einen Vergleich zu bringen: auch ein synthetischer Edelstein funkelt und glänzt, ist eine wahre Pracht, mitunter sogar mehr als natürlich gewachsene Edelsteine. Dennoch, wirklich wertvoll ist nur das Echte.

Wie sollen sich also teils astronomisch anmutende Preise noch rechtfertigen, wenn man genau diese Einzigartigkeit nicht wirklich garantieren kann?

Das Unternehmen musste nun klar Farbe bekennen und kann seine bislang verfolgte Marketing-Strategie nicht mehr aufrecht erhalten, das ist wohl klar. Das erkannte man auch bereits bei den Verantwortlichen und veröffentlichte ein entsprechendes Statement.

„Wir bei Mobile Fidelity Sound Lab sind uns der Kundenbeschwerden über den Einsatz digitaler Technologie in unserer Mastering-Kette bewusst. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir uns vage ausgedrückt haben, dass wir es zugelassen haben, dass falsche Behauptungen verbreitet wurden und dass wir das Wohlwollen und das Vertrauen, das unsere Kunden in die Marke Mobile Fidelity Sound Lab setzen, als selbstverständlich angesehen haben.

Wir sind uns bewusst, dass unser Verhalten zu Ärger und Verwirrung auf dem Markt geführt hat. In Zukunft werden wir eine Politik der 100%igen Transparenz hinsichtlich der Herkunft unserer Audioprodukte verfolgen. Wir arbeiten unverzüglich an der Aktualisierung unserer Websites, zukünftiger Drucksachen und Verpackungen sowie an der Information unserer Vertriebs- und Kundendienstmitarbeiter über diese Details. Wir werden auch klare, spezifische Definitionen für die Marketing-Marken von Mobile Fidelity Sound Lab wie Original Master Recording (OMR) und UltraDisc One-Step (UD1S) bereitstellen. Wir werden die Quellenangaben zu früheren Veröffentlichungen ergänzen, damit sich die Kunden von Mobile Fidelity Sound Lab beim Besitz ihrer Produkte genauso sicher fühlen können wie wir bei deren Herstellung.

Wir danken Ihnen für Ihre bisherige Unterstützung und hoffen, dass Sie uns erlauben, Ihnen auch weiterhin die bestmöglich klingenden Schallplatten zu liefern – ein Ziel, das wir erreicht haben und weiterhin mit Stolz verfolgen.“

Jim Davis, President Mobile Fidelity Sound Lab

Wir meinen…

Ja, die Produktionen aus dem Hause Mobile Fidelity Sound Lab klingen zumeist sehr gut, aus rein technischer Sicht verstehen die Herrschaften also ganz klar ihr Handwerk und haben diesbezüglich in der Vergangenheit alles richtig gemacht. Angeführt sei zudem, dass man sich eine derartige Expertise nicht von einem Tag auf den anderen erarbeitet, und auch, dass man diese leider viel zu selten am Markt findet – soweit unsere Einschätzung aus rein nüchterner Betrachtung.

Fakt ist auch, dass man es eigentlich als informierter Kunde ohnehin wissen sollte, dass manches viel zu gut klingt, was da so an Marketing kommuniziert wird, und vielfach einem Praxistest zumindest nur teilweise standhält. Doch auch das ist nicht wirklich das Problem beim „Fall Mobile Fidelity Sound Labs“.

Der entscheidende Punkt, der hier so sauer aufstösst, ist die Tatsache, dass Mobile Fidelity Sound Labs ganz bewusst so agierte, wie man es nunmal bislang tat, dass man sehr genau darüber im Bilde war, warum die eigenen Produktionen derart heiss begehrt sind, derart horrende Preise ermöglichen, und als Speerspitze bei audiophilen Aufnahmen gelten. Und, man hat sich bewusst dazu entschlossen, etwaige Missverständnisse eben nicht aufzuklären, sondern diese vielmehr durch kluges Marketing noch befeuert. Festgehalten sei, Mobile Fidelity Sound Labs hat nicht offensichtlich gelogen, aber es penibel vermieden, für klare Fakten zu sorgen, und zwar obwohl man ganz genau darüber Bescheid wusste, was die Welt da draussen denkt. Mehr noch, man hat dies sogar mit viel Aufwand befeuert, jeder Beipackzettel-Zettel eines MoFi Albums ist dafür der beste Beweis.

Sich nunmehr dafür in einem knappen Statement zu entschuldigen und künftig volle Transparenz zu geloben, wird wohl nicht wirklich ausreichen, um den angerichteten Schaden zu beheben, und zwar einen Schaden, der nicht nur Mobile Fidelity Sound Labs selbst betrifft, sondern sich einmal mehr auf die gesamte Branche niederschlägt. Wieder einmal sorgt ein Unternehmen dafür, durch reine Profitgier das Image einer gesamten Branche zu beschädigen, und genau das ist Mobile Fidelity Sound Labs wirklich am meisten anzulasten.

Hoffen wir also, dass nunmehr Mobile Fidelity Sound Labs dies alles zum Anlass nimmt, künftig auch als Vorreiter in Hinsicht auf Transparenz in Erscheinung zu treten sodass dadurch – langfristig gesehen – die Branche insgesamt letztlich profitiert.

MarkeMobile Fidelity Sound Labs
HerstellerMobile Fidelity Sound Labs
VertriebSieving Sound GmbH & Co. KG
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Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahren als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig.

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