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iFi NEO Stream 3 im Test – Vielseitiger Streaming-Client mit bemerkenswerter klanglicher Souveränität

Mit dem iFi NEO Stream 3 präsentiert iFi Audio einen Netzwerkplayer, der weit mehr sein will als bloßer Datenlieferant für einen externen D/A-Wandler. Streaming-Plattform, hochwertige D/A-Wandlung, umfangreiche digitale Schnittstellen und JVCKENWOOD K2 Technology mit K2HD Processing verschmelzen zu einer erstaunlich kompakten digitalen Quelle. Im Test überzeugt dabei weniger die Fülle an Funktionen für sich genommen als die Art, wie selbstverständlich der NEO Stream 3 hohe Auflösung, klangliche Geschlossenheit und große räumliche Präzision miteinander verbindet.

In aller Kürze
  • Der iFi NEO Stream 3 ist ein bemerkenswert kompletter Netzwerkplayer, der Streaming, hochwertigen D/A-Wandler und Streaming-Transport in einem kompakten Gehäuse vereint. Besonders überzeugen seine ausgewogene, fein aufgelöste Wiedergabe, die sehr gute räumliche Darstellung und die enorme Flexibilität bei Streaming und digitalen Ausgängen. Die iFi NEXIS App übernimmt nicht nur Einrichtung und Konfiguration, sondern ebenso die Wiedergabe lokaler Musikbibliotheken sowie von direkt angeschlossenen USB-Speichern. Gemeinsam mit Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, Roon, Apple AirPlay 2 und UPnP ergibt sich damit eine ausgesprochen offene Streaming-Plattform.

Manchmal ist es gerade die unscheinbare Komponente im HiFi-Rack, der man besonders viel Verantwortung überträgt, wie etwa der Streamer. Dieser soll Musik aus dem Netzwerk holen, Streaming-Dienste möglichst ohne Umwege zugänglich machen, lokale Bibliotheken einbinden und digitale Daten einem externen D/A-Wandler übergeben bzw. im Idealfall sich aber auch gleich selbst um die Wandlung ins Analoge kümmern – und zwar auf einem Niveau, das einer anspruchsvollen HiFi-Kette gerecht wird.

Der iFi NEO Stream 3 des renommierten englischen Unternehmens iFi Audio nimmt diese Rolle mit bemerkenswerter Konsequenz an. Obwohl sein Gehäuse kaum mehr Platz beansprucht als ein größeres Buch, versteht ihn iFi Audio als vollständige digitale Quelle und nicht lediglich als Netzwerk-Transport. Entsprechend steckt im Inneren nicht nur die aktuelle Streaming-Plattform des Unternehmens, sondern ebenso ein aufwendig implementierter DAC-Chipsatz aus der Burr-Brown Audio-Familie von Texas Instruments, eine vollständig symmetrisch ausgelegte analoge Ausgangsstufe sowie eine ungewöhnlich breite Palette digitaler Ausgänge.

Hinzu kommt mit der JVCKENWOOD K2 Technology samt K2HD Processing eine Signalverarbeitung, die einen anderen Ansatz verfolgt als konventionelle Klangregelung oder bloßes Upsampling. Sie soll digitale Audiodaten so aufbereiten, dass durch Digitalisierung oder nachfolgende Verarbeitung beeinträchtigte Informationen möglichst originalgetreu rekonstruiert werden. Im K2-Modus bleibt die ursprüngliche Samplingfrequenz erhalten, während K2HD die Verarbeitung mit einer Hochrechnung auf bis zu 24 Bit 192 kHz verbindet. JVCKENWOOD beschreibt K2 Technology dabei als Oberbegriff für eine bereits 1987 gemeinsam mit den Victor Studios entwickelte Familie von Verfahren zur möglichst originalgetreuen Wiedergabe digitaler Quellen. 

Damit wird aus dem iFi NEO Stream 3 ein Produkt mit gleich mehreren möglichen Rollen. Er kann als komplette Streaming-Quelle unmittelbar an einen Verstärker angeschlossen werden, als digitaler Transport einen vorhandenen DAC versorgen oder als Bindeglied zwischen unterschiedlichsten Streaming-Plattformen und einer klassischen HiFi-Anlage dienen.

Für einen Test ist deshalb weniger entscheidend, wie lang die Ausstattungsliste ausfällt. Interessanter ist, ob all dieser technische Aufwand am Ende tatsächlich einem Ziel dient: Musik so souverän und selbstverständlich wiederzugeben, dass die Technik dahinter möglichst schnell in den Hintergrund tritt.


Key Facts iFi NEO Stream 3

  • Netzwerk-Audio-Streamer mit integriertem D/A-Wandler
  • DAC-Chipsatz aus der Burr-Brown Audio-Familie von Texas Instruments
  • getrennte Signalpfade für Linear PCM und DSD
  • Linear PCM bis 32 Bit 768 kHz und DSD bis DSD512
  • Qobuz Connect, TIDAL Connect und Spotify Connect
  • Spotify Lossless mit aktueller Firmware
  • Roon Ready, Apple AirPlay 2 sowie DLNA und UPnP
  • Wiedergabe von NAS-Systemen und USB-Speichern
  • JVCKENWOOD K2 Technology mit K2HD Processing
  • vier Digitalfilter: Standard, Bit-Perfect, GTO und Minimum
  • Cinch und symmetrischer 4,4 mm Pentaconn Analogausgang
  • USB, koaxial S/PDIF, TOSLINK, AES/EBU und I2S als digitale Ausgänge
  • WiFi sowie Ethernet über RJ45, M12-X und optische SC-Verbindung
  • iFi OptiBox zur galvanischen Netzwerkisolation im Lieferumfang
  • iFi NEXIS App für Apple iOS und Google Android
  • horizontale und vertikale Aufstellung
  • Preis € 999,-

Mehr als ein Streamer mit eingebautem DAC

Der entscheidende Punkt im Konzept des iFi NEO Stream 3 ist seine Doppelrolle. Er kann digitale Audiodaten nicht nur aus dem Netzwerk beziehen und an einen externen D/A-Wandler weiterreichen, sondern übernimmt auf Wunsch die vollständige Wandlung bis hin zum analogen Ausgangssignal.

Dafür setzt iFi Audio auf einen DAC-Chipsatz aus der Burr-Brown Audio-Familie von Texas Instruments. Das ist auch terminologisch die präzisere Beschreibung: Texas Instruments übernahm Burr-Brown im Jahr 2000 und führt die entsprechenden Audiobausteine bis heute innerhalb seines Burr-Brown Audio-Portfolios. iFi Audio nennt für den NEO Stream 3 keinen konkreten Chiptyp, sondern spricht von einem stark angepassten Burr-Brown-Chipsatz.

Die aktuelle Streaming-Plattform unterstützt laut iFi Audio Linear PCM bis 32 Bit und 768 kHz sowie DSD bis einschließlich DSD512 über Netzwerk und USB. Offen gesagt wird es dem Anwender schwer fallen, wirklich relevante Inhalte mit derartiger Auflösung zu finden.

Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, Apple AirPlay 2 sowie DLNA/UPnP und die Zertifizierung als Roon Ready gehören ebenso zum Funktionsumfang wie die direkte Unterstützung von unmittelbar angeschlossenen USB-Speichern als Datenquelle für die Musik-Wiedergabe.

Linear PCM und DSD werden über getrennte Signalpfade verarbeitet. Auf analoger Seite folgt eine vollständig symmetrisch aufgebaute Schaltung. Über den symmetrischen 4,4 mm Pentaconn Ausgang stellt der NEO Stream 3 bis zu 4 V RMS bereit, über das als unsymmetrischer Ausgang bereit stehende Cinchbuchsen-Paar sind es 2 V RMS. 

Das eröffnet zwei grundsätzlich unterschiedliche Einsatzszenarien. Der NEO Stream 3 kann unmittelbar an einen Vollverstärker, Vorverstärker oder entsprechend ausgelegte Aktivlautsprecher angeschlossen werden. Wer hingegen bereits einen sehr hochwertigen externen D/A-Wandler besitzt, nutzt ihn als reinen Streaming-Transport.

Für diese zweite Rolle bietet das kompakte Gehäuse eine bemerkenswerte Auswahl: USB, koaxial S/PDIF, TOSLINK, AES/EBU und I2S in Form einer HDMI-Schnittstelle stehen als digitale Ausgänge bereit. Damit beschränkt sich iFi Audio keineswegs auf jene Schnittstellen, die man bei einem Netzwerkplayer dieser Größe zwingend erwarten würde. 

Ein kleines Gehäuse mit ernsthaftem HiFi-Anspruch

214 × 151 × 41 mm misst das Aluminiumgehäuse des iFi NEO Stream 3, das Gewicht beträgt lediglich 1 kg. Die Proportionen wirken dadurch fast schon ungewöhnlich, wenn man bedenkt, welche Aufgaben das Gerät übernehmen kann. 

Dabei vermittelt der Streamer keineswegs den Eindruck einer klassischen Desktop-Lösung. Das satt schwarze Gehäuse ist sauber verarbeitet, der zentrale Multifunktionsregler fügt sich schlüssig ins Design ein und ein mitgelieferter Aluminiumstand erlaubt neben der horizontalen auch eine vertikale Aufstellung.

Gerade Letzteres erweist sich in der Praxis als durchaus clever. Der NEO Stream 3 muss nicht zwangsläufig wie eine klassische HiFi-Komponente im Rack stehen, sondern lässt sich ebenso in kleineren Möbeln oder seitlich neben anderen Komponenten unterbringen.

Das TFT-Display zeigt während der Wiedergabe Cover-Art, Audioformat und Samplingfrequenz, ansonsten unter anderem Netzwerkstatus und IP-Adresse. Es erfüllt seine Aufgabe zuverlässig, sollte aufgrund seiner Größe aus größerer Entfernung allerdings eher als Statusanzeige denn als eigentliche Bedienoberfläche verstanden werden. 

Streaming nach Wahl statt geschlossenem Ökosystem

Eine der größten Stärken des iFi NEO Stream 3 zeigt sich im Alltag: Er verlangt dem Anwender nicht ab, seine bisherigen Streaming-Gewohnheiten zugunsten einer einzigen Hersteller-App aufzugeben.

Qobuz lässt sich direkt über Qobuz Connect nutzen, TIDAL über TIDAL Connect und Spotify über Spotify Connect. Wer Roon einsetzt, bindet den iFi als Roon Ready Endpoint ein. Apple AirPlay 2 steht ebenfalls zur Verfügung, während DLNA und UPnP den Zugriff über zahlreiche weitere Apps und Musikserver erlauben. 

Seit Firmware 0.02.8 unterstützt der NEO Stream 3 zudem Spotify Lossless. iFi Audio nennt dafür unkomprimiertes FLAC mit 16 Bit 44,1 kHz beziehungsweise 24 Bit 44,1 kHz. Im selben Update wurde auch die lückenlose Wiedergabe über Qobuz verbessert. 

Gerade diese Offenheit gefällt. Man entscheidet selbst, ob der gewohnte Streaming-Dienst die Benutzeroberfläche liefert, Roon das Musikmanagement übernimmt oder eine lokale Bibliothek im Mittelpunkt steht. Der Streamer schreibt kein bestimmtes Bedienkonzept vor, sondern fügt sich in das vorhandene ein.

iFi NEXIS App – weit mehr als nur für die Einrichtung

Eine wichtige Rolle spielt trotzdem die iFi NEXIS App für Apple iOS und Google Android. Die neu entwickelte IoT-Hardware des Streamers erlaubt eine unkomplizierte WiFi-Einrichtung über Bluetooth; danach erfolgt die Kommunikation über das lokale Netzwerk.

NEXIS dient allerdings keineswegs nur für diese erste Einrichtung. Die App eröffnet den Zugriff auf erweiterte Einstellungen, Firmware-Updates und angeschlossene Speichergeräte und bindet zudem die Benutzeroberfläche der Streaming-Engine direkt ein. Damit lässt sich der NEO Stream 3 auch dann komfortabel nutzen, wenn man bewusst auf weitere Apps verzichten möchte. 

Das ist insbesondere bei lokalen Inhalten relevant. Musik von einem NAS kann über UPnP beziehungsweise DLNA wiedergegeben werden, ebenso lassen sich USB-Speicher direkt am Streamer anschließen. Die USB-Schnittstellen sind dabei bidirektional ausgeführt und können je nach Anschluss entweder Datenträger aufnehmen oder einen externen USB-DAC versorgen. 

Die App selbst funktioniert zuverlässig und bietet alle wesentlichen Funktionen an einem Ort. Bei Gestaltung und Bedienlogik gäbe es dennoch noch etwas Raum für Feinschliff. Im täglichen Betrieb fällt das weniger ins Gewicht, als es zunächst klingt, denn gerade die Connect-Lösungen sorgen dafür, dass man NEXIS keineswegs ständig benötigt.

Vier Filter für die Feinabstimmung

Für den internen D/A-Wandler stehen vier Digitalfilter bereit: Standard, Bit-Perfect, GTO und Minimum. Dabei verfolgt jede Einstellung einen anderen Ansatz.

Standard arbeitet mit moderater Filterung sowie moderatem Pre- und Post-Ringing. Bit-Perfect verzichtet auf digitale Filterung. Der GTO-Filter – Gibbs Transient-Optimised – arbeitet mit Upsampling auf 352,8 beziehungsweise 384 kHz und verzichtet auf Pre-Ringing, während Minimum als Minimum-Phase Slow-Roll-off Filter ausgeführt ist. 

Die klanglichen Unterschiede bleiben erwartungsgemäß fein, sie sind in einer entsprechend auflösenden Kette aber durchaus nachvollziehbar. Standard erwies sich als sehr ausgewogene Ausgangsbasis. Minimum konnte manchen Aufnahmen eine Spur mehr Gelassenheit verleihen, während Bit-Perfect dort interessant war, wo möglichst wenig zusätzliche Verarbeitung gefragt war.

Das sind keine Einstellungen, die permanent zum Umschalten verleiten. Vielmehr kann man eine bevorzugte Variante für die eigene Anlage auswählen und sie anschließend weitgehend vergessen.

JVCKENWOOD K2 Technology mit K2HD Processing

Eigenständiger fällt die von JVCKENWOOD entwickelte K2 Technology aus. Ihre Ursprünge reichen bis 1987 zurück, als JVC und die Victor Studios ein Verfahren entwickelten, das digitale Audiosignale möglichst nahe an das Original beziehungsweise den Master zurückführen sollte. JVCKENWOOD versteht K2 heute als Familie verschiedener Signalverarbeitungsverfahren. 

Beim iFi NEO Stream 3 stehen dafür die beiden Betriebsarten K2 und K2HD zur Verfügung. Im K2-Modus erfolgt die Verarbeitung ohne Upsampling und ist für Linear PCM zwischen 44,1 und 96 kHz vorgesehen. Liegt die Samplingfrequenz darüber, wechselt das Gerät automatisch zu K2HD.

K2HD arbeitet mit Linear PCM zwischen 44,1 und 192 kHz und kann Material bis einschließlich 176,4 kHz auf 176,4 beziehungsweise 192 kHz hochrechnen. Native DSD-Daten werden nicht durch K2HD verarbeitet. 

Das Ziel beschreibt iFi Audio als Rekonstruktion harmonischer Informationen, die bei Digitalisierung, Postproduktion oder Encoding beeinträchtigt beziehungsweise verloren gegangen sein können. Entscheidend ist dabei die Formulierung: Es handelt sich nicht um eine nachprüfbare Wiederherstellung exakt jener Informationen, die einmal vorhanden waren, sondern um eine Signalverarbeitung, die den klanglichen Charakter nach dem von JVCKENWOOD entwickelten Verfahren wieder näher an das Ausgangsmaterial führen soll. 

Im Hörtest erwies sich genau diese Zurückhaltung bei der Interpretation als sinnvoll. K2 und K2HD wirken nicht wie klassische Klangprogramme, die Musik schlagartig heller, wärmer oder spektakulärer erscheinen lassen. Die Veränderungen liegen vielmehr in Feinheiten von Körperhaftigkeit, Geschlossenheit und Raumwirkung.

Vor allem aber gilt: Man muss K2 oder K2HD nicht verwenden. Je nach Aufnahme kann die unbearbeitete Wiedergabe ebenso die überzeugendere Wahl sein.

Signalreinheit beginnt bereits beim Netzwerk

Ungewöhnlich konsequent beschäftigt sich iFi Audio mit der Frage, wie Störungen bereits vor der eigentlichen D/A-Wandlung reduziert werden können. Das sichtbarste Beispiel dafür ist die iFi OptiBox. Sie setzt eine elektrische Ethernet-Verbindung auf eine optische Netzwerkverbindung um und schafft dadurch eine galvanische Trennung zwischen Netzwerk und Streamer. OptiBox, entsprechendes Netzteil und SC-SC Glasfaserkabel gehören bereits zum Lieferumfang. 

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Elektrische Störungen, die über Netzwerkkomponenten beziehungsweise deren Stromversorgung eingeschleppt werden könnten, gelangen über die optische Strecke schlicht nicht weiter zum Streamer.

Hinzu kommen überarbeitete Polymer-Kondensatoren und ELNA Silmic II Kondensatoren sowie unterschiedliche Maßnahmen für die digitalen Schnittstellen. USB-Ausgänge kombiniert iFi Audio mit Active Noise Cancellation, für S/PDIF kommt die eigene iPurifier-Technologie hinzu. USB und S/PDIF werden zudem über einen femtogenauen Taktgeber synchronisiert. 

Darüber hinaus bietet der NEO Stream 3 sogenannte Exclusive Modes. Dabei werden nicht benötigte Softwareprozesse deaktiviert, wenn ausschließlich DLNA, TIDAL Connect, Qobuz Connect oder Roon verwendet werden soll. Im Automatic Mode bleiben hingegen sämtliche Möglichkeiten parallel verfügbar. 

Für den Alltag dürfte Automatic die sinnvollste Wahl darstellen. Wer sein System konsequent auf eine einzige Streaming-Plattform ausrichtet, erhält mit den Exclusive Modes jedoch eine zusätzliche Möglichkeit zur gezielten Optimierung.

Testumgebung

Für den Hörtest integrierten wir den iFi NEO Stream 3 in unsere bewährte HiFi-Kette und nutzten ihn dabei primär als vollständige digitale Quelle einschließlich seines integrierten D/A-Wandlers. Als Verstärker kam der Technics SU-R1000 Stereo Integrated Amplifier zum Einsatz, der die Sonus faber Amati futura antrieb. Die Steuerung des Streamers übernahm unter anderem ein Apple iPhone 14 Pro.

Für die analoge Verbindung zwischen Netzwerkplayer und Verstärker kamen Signalkabel der Wireworld Series 10 zum Einsatz, ebenso setzten wir auf Wireworld Series 10 Lautsprecherkabel zwischen Technics SU-R1000 und Sonus faber Amati futura. Die Stromversorgung der gesamten Kette erfolgte über einen KECES IQRP-1500 Isolated Quantum Resonance Power Conditioner.

Gerade diese Kombination erwies sich für die Beurteilung des iFi NEO Stream 3 als ausgesprochen aufschlussreich. Der Technics SU-R1000 agiert sehr kontrolliert und transparent, während die Sonus faber Amati futura selbst feine Unterschiede bei Tonalität, Raumdarstellung und Dynamik nachvollziehbar macht, ohne dabei Musik in einzelne analytische Bestandteile zu zerlegen. Damit ließ sich sehr gut beurteilen, wie sich der NEO Stream 3 hinsichtlich Feinzeichnung, räumlicher Staffelung, Dynamik und nicht zuletzt Langzeittauglichkeit schlägt.

Im Alltag angenehm unspektakulär

Ein guter Netzwerkplayer fällt im täglichen Betrieb idealerweise dadurch auf, dass er eben nicht ständig auffällt. Keine Suche nach IP-Adressen, kein wiederholtes Neuverbinden, kein Wechsel durch unnötig verschachtelte Bedienebenen.

Genau hier zeigt der iFi NEO Stream 3 eine angenehme Reife. Die Einrichtung ist rasch erledigt, die Netzwerkverbindung erwies sich im Test als stabil und die verschiedenen Connect-Dienste reduzieren den Umgang mit der eigentlichen Streaming-Hardware auf das Wesentliche.

Qobuz lässt sich direkt aus der gewohnten App bedienen, ebenso Spotify und TIDAL. Wer über Roon hört, bekommt den NEO Stream 3 dort als normalen Endpoint präsentiert. Für lokale Daten übernimmt wiederum NEXIS eine wichtigere Rolle.

Auch wesentliche Geräteeinstellungen müssen nicht zwingend über die App vorgenommen werden. Über den Multifunktionsregler an der Front lassen sich Digitalfilter, K2 beziehungsweise K2HD, Playback Mode, gewünschter Ausgang und Displayhelligkeit auswählen. Ist die variable Ausgangsregelung aktiviert, übernimmt der Regler zusätzlich Lautstärke und Mute. 

Für unseren klassischen Betrieb am Technics SU-R1000 nutzten wir den NEO Stream 3 als Line-Quelle und überließen die Lautstärkeregelung folgerichtig dem Vollverstärker.

Hörtest – Ein Klangbild, das sich nicht in den Vordergrund drängt

Schon nach den ersten Titeln zeichnete sich ein Charakterzug ab, der sich anschließend durch den gesamten Hörtest zog: Der iFi NEO Stream 3 präsentiert erstaunlich viele Informationen, ohne diese permanent demonstrieren zu wollen.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Digitale Quellen können zunächst besonders beeindruckend erscheinen, indem sie Konturen betonen, Transienten möglichst hart zeichnen und jedes Nebengeräusch scheinbar unter ein Vergrößerungsglas legen. Der NEO Stream 3 entscheidet sich gegen diese Art von Effekthascherei.

Seine Wiedergabe wirkt sauber, kontrolliert und sehr offen, besitzt zugleich aber genügend Substanz und Geschmeidigkeit, um auch über längere Zeit nicht analytisch zu ermüden. Besonders auffällig ist die Ruhe, mit der er komplexe Aufnahmen organisiert.

Leonard Cohen – „Hallelujah“

Leonard Cohens „Hallelujah“ vom Album „Various Positions“ ist dafür ein treffendes Beispiel. Seine Stimme braucht weder künstlich vergrößert noch besonders dunkel dargestellt zu werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Entscheidend sind Textur, Artikulation und jene charakteristische Rauheit, die den Sänger unmittelbar erkennbar macht.

Der iFi NEO Stream 3 platzierte Cohen stabil im Zentrum, verlieh der Stimme glaubwürdigen Körper und hielt gleichzeitig die Begleitung sauber davon getrennt. Das Klangbild zerfiel dabei nie in isolierte Einzelereignisse. Stimme und Instrumente blieben Teil eines gemeinsamen musikalischen Raums.

Mit K2 wirkte die Stimme eine Spur voller und stärker in das Gesamtbild eingebettet. Ohne Signalverarbeitung erschien sie etwas direkter und nüchterner. Gerade hier zeigte sich, dass K2 keine pauschale Verbesserung darstellt, sondern tatsächlich eine zusätzliche klangliche Option.

Loreena McKennitt – „The Bonny Swans“

Bei Loreena McKennitts „The Bonny Swans“ aus „The Journey So Far: The Best of Loreena McKennitt“ rückte die räumliche Darstellung in den Mittelpunkt.

Die Aufnahme arbeitet mit zahlreichen Instrumenten, unterschiedlichen Ebenen und einer großzügigen Atmosphäre. Der NEO Stream 3 stellte diese Architektur ausgesprochen überzeugend dar. Einzelne Instrumente ließen sich sauber verfolgen, ohne künstlich voneinander separiert zu wirken.

Besonders gelungen war die Staffelung nach hinten. Der Raum endete nicht an der Lautsprecherebene, sondern öffnete sich nachvollziehbar in die Tiefe. Feine Hallanteile blieben erhalten, und auch bei dichter werdenden Passagen blieb die Zuordnung einzelner musikalischer Ebenen erstaunlich stabil.

Genau hier zeigt sich eine der stärksten Seiten des NEO Stream 3: Er erzeugt keine spektakulär überbreite Bühne, sondern vermittelt Raum über glaubwürdige Proportionen und Tiefe.

Boris Blank & Malia – „Celestial Echo“

„Celestial Echo“ aus „Convergence“ von Boris Blank und Malia stellte andere Anforderungen. Tief reichende elektronische Bassstrukturen treffen hier auf feine Effekte und Malias prägnant aufgenommene Stimme.

Der iFi ging dabei ausgesprochen kontrolliert zu Werke. Tiefe Frequenzen besaßen Substanz, wurden aber nicht unnötig aufgebläht. Impulse starteten schnell und endeten ebenso sauber, wodurch selbst im tiefsten Bereich die Struktur erhalten blieb.

Die Sonus faber Amati futura kann einen enorm kraftvollen Tiefton entwickeln. Umso wichtiger war, dass die Quelle nicht zusätzliche Fülle aufprägte. Der NEO Stream 3 überließ die Größenordnung des Bassfundaments der Aufnahme und den Lautsprechern, statt selbst noch nachzuhelfen.

Gleichzeitig zeigte er sehr schön die kleinen elektronischen Details im Raum. Effekte erschienen präzise dort, wo sie hingehören, und verschwanden ebenso klar wieder in der Tiefe des Klangbilds.

Marcus Miller – „Bruce Lee“

Marcus Millers „Bruce Lee“ aus „Silver Rain“ war dann eine Frage von Tempo, Attacke und Rhythmus. Millers Bass kann schnell spektakulär klingen, doch wirklich überzeugend wird das Stück erst dann, wenn einzelne Anschläge, unterschiedliche Intensitäten und die rhythmische Verzahnung mit dem Schlagzeug sauber nachvollziehbar bleiben.

Genau das gelang dem iFi. Der Bass besaß Punch und Gewicht, wirkte aber nie träge. Kleine dynamische Abstufungen blieben erhalten und die Wiedergabe behielt auch bei höherem Pegel ihre Ordnung.

Der NEO Stream 3 bevorzugt dabei offensichtlich Kontur gegenüber künstlicher Masse. Das verleiht dem Stück ein sehr gutes Timing und sorgt dafür, dass die rhythmische Energie unmittelbar erhalten bleibt.

Ramin Djawadi – „Game of Thrones Main Title“

Beim „Game of Thrones Main Title“ von Ramin Djawadi durfte die Anlage schließlich Größe zeigen. Streicher, Percussion und die zunehmend dichter werdende Orchestrierung verlangen einer digitalen Quelle einiges ab. Wird die Darstellung zu kompakt, verliert die Musik schnell ihre monumentale Wirkung; wird sie übertrieben aufgefächert, fehlt ihr wiederum Zusammenhalt.

Der NEO Stream 3 fand einen überzeugenden Mittelweg. Die Bühne öffnete sich großzügig, einzelne Orchestergruppen blieben klar definiert und die dynamischen Steigerungen bauten sich schlüssig auf.

Bemerkenswert war erneut die Tiefenstaffelung. Große Schläge erschienen kraftvoll im Vordergrund, während feinere Begleitstrukturen weiter hinten im Raum erkennbar blieben. Selbst wenn das Arrangement dichter wurde, kollabierte die Bühne nicht.

Red Hot Chili Peppers – „Dani California“

„Dani California“ aus „Stadium Arcadium“ gehört dagegen zu jenen Produktionen, bei denen eine übertrieben analytische Quelle schnell zur Belastungsprobe wird. Gitarren, Schlagzeug, Bass und Stimme liegen vergleichsweise dicht beieinander, und die Aufnahme bietet ohnehin reichlich Energie im oberen Frequenzbereich. Der iFi versuchte erfreulicherweise nicht, daraus eine vermeintlich audiophile Produktion zu machen.

Die vorhandene Dichte blieb hörbar. Gleichzeitig vermied der Streamer zusätzliche Härte. Chad Smiths Schlagzeug hatte Druck, Fleas Bass blieb klar strukturiert und John Frusciantes Gitarren behielten den nötigen Biss, ohne sich unangenehm nach vorne zu schieben. Das Ergebnis war energisch und direkt, aber auch bei höherem Pegel erstaunlich gut verträglich.

Sting – „Fields of Gold“

„Fields of Gold“ aus Stings „Ten Summoner’s Tales“ führte zurück zu leiseren Tönen. Hier fällt sehr schnell auf, ob ein D/A-Wandler Stimmen mit glaubwürdiger Textur darstellen kann oder lediglich eine besonders saubere Kontur zeichnet. Der NEO Stream 3 entschied sich klar für Ersteres.

Stings Stimme stand stabil zwischen den Sonus faber, ohne überdimensioniert zu wirken. Kleine Veränderungen in Artikulation und Dynamik ließen sich problemlos nachvollziehen, ebenso die feinen Strukturen der akustischen Instrumente.

Das Ausschwingen einzelner Töne blieb lange erhalten, ohne dass der Hochton künstlich beleuchtet erschien. Genau an dieser Stelle passt der Begriff Feinzeichnung besser als Analyse: Die Informationen sind vorhanden, sie drängen sich aber nicht vor die Musik.

The Highwomen – „Highwomen“

Mehrstimmiger Gesang wiederum ist ein hervorragender Test dafür, wie gut eine Quelle Differenzierung und musikalischen Zusammenhalt gleichzeitig beherrscht.

Beim Titel „Highwomen“ vom gleichnamigen Album stellte der NEO Stream 3 die verschiedenen Stimmen klar unterscheidbar dar. Keine verschwand in einer homogenen Gesangsfläche, gleichzeitig zerfiel das Ensemble nicht in einzelne, künstlich voneinander getrennte Sängerinnen.

Dieser Spagat gelang ausgesprochen überzeugend. Die Stimmen besaßen unterschiedliche Positionen und eine nachvollziehbare räumliche Tiefe, blieben aber stets Teil des gemeinsamen Arrangements.

Gerade diese Art der Darstellung charakterisiert den iFi insgesamt sehr gut: Er trennt, wo Trennung nötig ist, und verbindet, wo Musik als Einheit funktionieren muss.

Was K2 und K2HD tatsächlich verändern

Nach den einzelnen Hörbeispielen blieb noch genügend Zeit, gezielt mit K2 und K2HD zu experimentieren. Die wichtigste Erkenntnis: Der Unterschied ist kleiner, als die umfangreiche technische Beschreibung zunächst vermuten lassen könnte. Das ist positiv gemeint.

K2 tendiert je nach Aufnahme zu etwas mehr Geschlossenheit und Körperhaftigkeit. Stimmen und akustische Instrumente können dadurch ein wenig organischer erscheinen. K2HD erhält diesen Ansatz, wirkt durch das zusätzliche Upsampling aber teilweise etwas offener und räumlich klarer. Das sind keine Veränderungen, die aus einer Aufnahme eine andere Produktion machen. Vielmehr verschieben sich Nuancen.

Bei „Hallelujah“ gefiel uns beispielsweise die etwas körperhaftere Darstellung mit K2 durchaus gut. Bei „The Bonny Swans“ konnte K2HD wiederum die ohnehin ausgezeichnete räumliche Darstellung noch etwas betonen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bei anderen Aufnahmen bevorzugten wir hingegen die direkte Wiedergabe ohne zusätzliche Bearbeitung.

Damit erfüllt die Funktion aus unserer Sicht genau den richtigen Zweck: Sie bietet eine zusätzliche Abstimmungsmöglichkeit, ohne sich dem Anwender aufzudrängen.

Die iFi OptiBox – feine Optimierung statt Klangwunder

Ähnlich nüchtern sollte man die mitgelieferte OptiBox beurteilen. Das technische Prinzip der galvanischen Trennung ist schlüssig, doch sollte niemand erwarten, dass ein optischer Abschnitt in der Netzwerkverbindung den grundlegenden Klangcharakter der Anlage verändert.

In unserer ohnehin sorgfältig aufgebauten Testkette blieben die Unterschiede entsprechend fein. Mit der OptiBox wirkte der Hintergrund bei gut aufgenommenem akustischem Material etwas ruhiger, feine räumliche Informationen ließen sich eine Spur leichter verfolgen.

Das ist genau die Größenordnung, die man von einer solchen Maßnahme erwarten sollte: eine Optimierung der Rahmenbedingungen, kein Effektgerät.

Umso erfreulicher ist, dass iFi Audio OptiBox und Glasfaserverbindung nicht als kostspieliges Zubehör anbietet, sondern bereits zum Lieferumfang zählt.

Was nach längerem Hören hängen bleibt

Der iFi NEO Stream 3 gehört nicht zu jenen Komponenten, die innerhalb der ersten Takte mit einem einzelnen spektakulären Merkmal beeindrucken wollen.

Seine Qualitäten erschließen sich vielmehr über längere Hörsessions. Er spielt präzise, ohne kühl zu wirken, kontrolliert, ohne steril zu werden, und detailliert, ohne Details permanent ins Rampenlicht zu stellen.

Der Tiefton ist straff und sauber strukturiert, die Mitten besitzen glaubwürdige Farben und Stimmen eine sehr überzeugende Körperlichkeit. Der Hochton bleibt offen und fein aufgelöst, vermeidet aber jene demonstrative Schärfe, die auf den ersten Eindruck manchmal mit besonders hoher Auflösung verwechselt wird.

Besonders stark ist die räumliche Darstellung. Nicht allein die Breite, sondern vor allem die Tiefenstaffelung und die stabile Positionierung einzelner Klangquellen lassen den iFi souveräner erscheinen, als Größe und Preis zunächst vermuten lassen. Und vielleicht ist genau das seine größte Qualität: Man hört sehr schnell auf, über den Streamer selbst nachzudenken.


Die wichtigsten Vorteile im Überblick

  • Vollständige digitale Quelle: Netzwerkplayer, hochwertiger D/A-Wandler und Streaming-Transport in einem einzigen kompakten Gerät.
  • Souveräne Klangabstimmung: Hohe Auflösung verbindet sich mit Natürlichkeit und ausgezeichneter Langzeittauglichkeit.
  • Sehr gute Raumdarstellung: Vor allem die Staffelung in die Tiefe gelingt ausgesprochen überzeugend.
  • Offene Streaming-Plattform: Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, Roon Ready, Apple AirPlay 2 sowie DLNA und UPnP lassen freie Wahl bei der Bedienung.
  • JVCKENWOOD K2 Technology: K2 und K2HD erweitern die klanglichen Möglichkeiten subtil, ohne sich als Effekt in den Vordergrund zu drängen.
  • Flexible Digitalausgänge: USB, koaxial S/PDIF, TOSLINK, AES/EBU und I2S ermöglichen den Einsatz mit unterschiedlichsten externen DACs.
  • Optische Netzwerkisolation: Die mitgelieferte iFi OptiBox erlaubt eine galvanisch getrennte Ethernet-Anbindung.
  • Kompakte Integration: Horizontale und vertikale Aufstellung erleichtern den Einsatz auch dort, wo klassische HiFi-Komponenten zu viel Platz beanspruchen.

FAQ zum iFi NEO Stream 3

  • Was ist der iFi NEO Stream 3 und wofür ist er gedacht?

    Der iFi NEO Stream 3 ist ein High-res Audio Streaming-Client mit integriertem D/A-Wandler. Er bringt Musik von Streaming-Diensten, aus dem heimischen Netzwerk oder von direkt angeschlossenen USB-Speichern in eine HiFi-Anlage und kann das Signal entweder analog an einen Verstärker beziehungsweise Aktivlautsprecher oder digital an einen externen D/A-Wandler weitergeben. Damit kann er sowohl als komplette digitale Quelle als auch als reiner Streaming-Client innerhalb einer bereits vorhandenen hochwertigen Kette eingesetzt werden.

  • Welche Streaming-Dienste und Plattformen unterstützt der iFi NEO Stream 3?

    Direkt unterstützt werden Qobuz Connect, TIDAL Connect und Spotify Connect. Hinzu kommen Roon, Apple AirPlay 2 sowie DLNA und UPnP. Damit lässt sich der NEO Stream 3 mit sehr unterschiedlichen Bedienkonzepten einsetzen und zwingt den Anwender nicht in ein geschlossenes Streaming-System.

  • Kann ich den iFi NEO Stream 3 direkt mit einem Vollverstärker oder Vorverstärker verbinden?

    Ja. Durch den integrierten D/A-Wandler stellt der NEO Stream 3 ein analoges Ausgangssignal über Cinch sowie symmetrisch über 4,4 mm Pentaconn bereit. Er kann daher unmittelbar als digitale Quelle an einem Vollverstärker oder Vorverstärker eingesetzt werden, ohne dass zusätzlich ein externer DAC erforderlich wäre.

  • Kann der iFi NEO Stream 3 direkt mit Aktivlautsprechern betrieben werden?

    Ja. Da die analogen Ausgänge auch mit variabler Lautstärke betrieben werden können, lässt sich der NEO Stream 3 direkt mit geeigneten Aktivlautsprechern verbinden. Damit kann bereits aus dem Streaming-Client und einem Paar hochwertiger Aktivlautsprecher ein sehr kompaktes vollständiges HiFi-System entstehen. Zu beachten ist allerdings, dass der NEO Stream 3 keine zusätzlichen klassischen Audioeingänge für weitere Quellgeräte bereitstellt.

  • Kann ich einen vorhandenen externen D/A-Wandler weiterverwenden?

    Ja. Der iFi NEO Stream 3 bietet dafür digitale Ausgänge über USB, koaxial S/PDIF, TOSLINK, AES/EBU und I2S. Wer bereits einen hochwertigen DAC besitzt oder die Streaming-Seite später unabhängig von der D/A-Wandlung aufrüsten möchte, kann den NEO Stream 3 daher problemlos als Streaming-Client vor einem externen Wandler einsetzen.

  • Kann ich neben Streaming-Diensten auch meine eigene Musiksammlung wiedergeben?

    Ja. Der NEO Stream 3 kann auf Musikbibliotheken im lokalen Netzwerk zugreifen und unterstützt dafür unter anderem DLNA und UPnP. Darüber hinaus lassen sich USB-Festplatten oder USB-Sticks direkt anschließen. Damit eignet sich das Gerät gleichermaßen für Streaming-Abonnements und eine lokal gepflegte Musiksammlung.

  • Brauche ich für die Bedienung zwingend die iFi NEXIS App?

    Nein. Die iFi NEXIS App für Apple iOS und Google Android übernimmt zwar Einrichtung, Gerätekonfiguration, Firmware-Updates und den Zugriff auf lokale Inhalte, sie ist aber nicht die einzige Möglichkeit zur täglichen Bedienung. Qobuz Connect, TIDAL Connect und Spotify Connect erlauben die direkte Wiedergabe aus den jeweiligen Apps, Roon-Anwender bedienen den Streamer über Roon und auch Apple AirPlay 2 sowie UPnP-Lösungen stehen zur Verfügung.

  • Wie wird der iFi NEO Stream 3 ins Heimnetzwerk eingebunden?

    Die Verbindung kann drahtlos über WiFi oder kabelgebunden über Ethernet erfolgen. Für eine besonders konsequente kabelgebundene Installation bietet iFi Audio zudem RJ45, M12-X und eine optische Netzwerkverbindung. Die mitgelieferte iFi OptiBox ermöglicht dabei eine galvanische Trennung zwischen dem elektrischen Ethernet-Netzwerk und dem Streamer.

  • Eignet sich der iFi NEO Stream 3 auch für Roon?

    Ja. Der NEO Stream 3 ist Roon Ready und kann entsprechend als Endpoint innerhalb eines bestehenden Roon-Systems eingesetzt werden. Damit eignet er sich auch für Anwender, die ihre Musikbibliothek und verschiedene Streaming-Angebote zentral über Roon verwalten.

  • Für wen ist der iFi NEO Stream 3 besonders interessant?

    Der NEO Stream 3 richtet sich vor allem an Anwender, die eine kompakte, hochwertige und möglichst offene Streaming-Lösung suchen. Er eignet sich ebenso für eine klassische HiFi-Anlage mit Vollverstärker wie für eine Kombination aus Vorverstärker und Endstufe oder ein besonders schlankes System mit Aktivlautsprechern. Durch seine zahlreichen Digitalausgänge bleibt zudem die Möglichkeit offen, später einen anderen D/A-Wandler einzusetzen, ohne den Streaming-Client ersetzen zu müssen.

KEF LS LUXE

Preis & Verfügbarkeit

Der iFi NEO Stream 3 ist im Fachhandel erhältlich. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt € 999,-. Damit tritt er in einem äußerst umkämpften Segment an. Allerdings erhält man für diesen Preis eine vollständige digitale Quelle mit ungewöhnlich umfangreichen digitalen Ausgängen, flexibler Streaming-Plattform.

Wir meinen…

Der iFi NEO Stream 3 ist eines jener Geräte, deren Konzept erst dann vollständig überzeugt, wenn man einige Tage mit ihnen verbracht hat. Auf dem Datenblatt wirkt vieles zunächst wie eine erstaunliche Ansammlung technischer Möglichkeiten: Streaming bis 768 kHz Linear PCM und DSD512, zahlreiche digitale Ausgänge, OptiBox, verschiedene Filter, K2 und K2HD sowie ein eigener D/A-Wandler.

Im Alltag fügt sich all das jedoch erstaunlich selbstverständlich zusammen. Man kann den NEO Stream 3 als komplette digitale Quelle nutzen und ihn einfach analog an einen Verstärker anschließen. Man kann ihn als reinen Streaming-Transport vor einen vorhandenen DAC setzen. Und man kann frei entscheiden, ob Qobuz, TIDAL, Spotify, Roon, Apple AirPlay 2 oder eine lokale Musikbibliothek die zentrale Rolle spielen soll.

Klanglich überzeugt er noch nachhaltiger als durch seine Ausstattung. Seine Wiedergabe besitzt hohe Auflösung, sehr gute Kontrolle und vor allem eine ausgezeichnete räumliche Organisation, ohne den Hörer mit demonstrativer Detailfülle zu ermüden. Stimmen wirken glaubwürdig, Bass bleibt schnell und strukturiert, Details in den obersten Frequenzbereichen sind präsent aber nicht aufdringlich und selbst dichte Aufnahmen behalten ihre Ordnung.

Ausstattungsmerkmale wie K2 und K2HD sind dabei ein interessantes Extra, aber nicht das Fundament des guten Ergebnisses. Genau so sollte es sein. Bereits ohne zusätzliche Signalverarbeitung spielt der NEO Stream 3 ausgesprochen souverän, während die JVCKENWOOD-Technologie bei passenden Aufnahmen eine zusätzliche Möglichkeit zur feinen Abstimmung eröffnet.

Kritik gibt es dennoch. Das kleine Display verliert aus normalem Hörabstand schnell an praktischer Bedeutung, und die iFi NEXIS App dürfte durchaus auch in deutscher Version angeboten werden. Zudem fehlen klassische digitale Eingänge für zusätzliche Quellgeräte, sodass der NEO Stream 3 trotz variabler Analogausgänge nicht ohne Weiteres als universeller digitaler Vorverstärker für ein ganzes System dienen kann. Das wäre aber wohl angesichts des Preispunkts dann wohl doch ein wenig zu viel verlang, das geben wir gerne zu.

Zumal diese Punkte am eigentlichen Urteil wenig ändern. Für € 999,- bietet der iFi NEO Stream 3 eine ausgesprochen überzeugende Kombination aus Klangqualität, Streaming-Flexibilität und langfristiger Ausbaufähigkeit. Der englische Spezialist iFi Audio hat hier vieles richtig gemacht. Vor allem aber kann man eins festhalten: Man hat es mit einer Lösung zu tun, bei der die Musik in den Vordergrund gerückt wird, und zwar so, dass Hören richtig Spass macht.

ProduktiFi NEO Stream 3
Preis€ 999,-

Technische Daten iFi NEO Stream 3

ProduktiFi NEO Stream 3
CharakterisierungHigh-res Audio Streaming-Client mit integriertem D/A-Wandler
D/A-WandlerDAC-Chipsatz aus der Burr-Brown Audio-Familie von Texas Instruments
Maximale AuflösungLinear PCM bis 32 Bit 768 kHz, DSD bis DSD512
StreamingQobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect inklusive Spotify Lossless, Roon Ready, Apple AirPlay 2, DLNA, UPnP
Lokale WiedergabeNAS-Systeme, USB-HDD, USB-Stick
SignalverarbeitungJVCKENWOOD K2 Technology mit K2HD Processing
DigitalfilterStandard, Bit-Perfect, GTO, Minimum
NetzwerkWiFi, Ethernet RJ45, M12-X, optische SC-Verbindung
Digitale AusgängeUSB, koaxial S/PDIF, TOSLINK, AES/EBU, I2S
Analoge AusgängeCinch, 4,4 mm Pentaconn symmetrisch
Ausgangsspannung2 V RMS Cinch, 4 V RMS symmetrisch
NetzwerkisolationiFi OptiBox im Lieferumfang
BedienungMultifunktionsregler, iFi NEXIS App, Web-Interface
DisplayTFT-Farbdisplay
Aufstellunghorizontal oder vertikal
Abmessungen214 × 151 × 41 mm
Gewicht1,0 kg

sempre-audio.at Review - Award HERAUSRAGEND

Der iFi NEO Stream 3 ist weit mehr als ein Netzwerkplayer mit feinem integriertem DAC. Seine natürliche, räumlich souveräne Wiedergabe, die offene Streaming-Plattform und seine vielfältigen Möglichkeiten als digitale Quelle machen ihn für € 999,- zu einer ausgesprochen überzeugenden Lösung.


Positiv

  • sehr natürliche und fein aufgelöste Wiedergabe
  • ausgezeichnete räumliche Staffelung
  • kontrollierter, differenzierter Tiefton
  • hohe Streaming-Flexibilität
  • hochwertiger integrierter D/A-Wandler
  • zahlreiche digitale Ausgänge
  • K2 und K2HD sinnvoll und abschaltbar
  • iFi OptiBox im Lieferumfang
  • kompakte und hochwertige Bauweise

Negativ

  • TFT-Display aus größerer Entfernung nur eingeschränkt nutzbar
  • iFi NEXIS App leider nicht in deutscher Version verfügbar
  • keine digitalen Eingänge für zusätzliche Quellgeräte

Testumgebung

  • Technics SU-R1000 Stereo Integrated Amplifier
  • Sonus faber Amati futura
  • Apple iPhone 14 Pro
  • Wireworld Series 10 Signalkabel
  • Wireworld Series 10 Lautsprecherkabel
  • KECES IQRP-1500 Isolated Quantum Resonance Power Conditioner
MarkeiFi Audio
HerstellerAbbingdon Music Research
VertriebWOD Audio
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WERTUNG

KLANG - 9
DESIGN - 8
BEDIENUNG - 9
PREIS/LEISTUNG - 10

9

HERAUSRAGEND

Der iFi NEO Stream 3 verbindet ausgezeichnete Klangqualität mit enormer Streaming-Flexibilität und ungewöhnlich umfassender digitaler Konnektivität. Kleine Einschränkungen bei Display, App-Ergonomie und externen Digitaleingängen verhindern die Maximalwertung, ändern aber wenig am ausgesprochen überzeugenden Gesamtpaket.

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Über
iFi Audio
Quelle
iFi Audio

Michael Holzinger

Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahrzehnten als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig. Mit den Magazinen HiFi.Luxury sowie the LUXURY HOME guide begründete er zudem zwei weitere Plattformen, die für modernen, exquisiten Lebensstil stehen.

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