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KEF LS LUXE Wireless Speaker im Test – Warum dieses kompakte All-in-One HiFi-System derzeit den Maßstab setzt

In aller Kürze
  • Die KEF LS LUXE im ausführlichen Test: Wie der 16,5 cm KEF Uni-Q Treiber der 12. Generation mit MAT, VECO, 760 Watt Systemleistung und die KEF W2 Wireless-Plattform den kompakten Active Wireless Speaker zur neuen Referenz machen.

Mit der nagelneuen KEF LS LUXE trifft die renommierte englische Lautsprecher-Schmiede KEF einen Nerv: Immer weniger Musikliebhaber wollen ihre Wohnräume mit Verstärkern, Zuspielern, mühsam verlegten Kabeln und massiven Lautsprechern zur klassischen HiFi-Burg ausbauen. Gefragt sind kompakte All-in-One Systeme, die anspruchsvolles Hören ermöglichen und zugleich so selbstverständlich Teil eines modernen Wohnraums werden wie gutes Möbel- und Lichtdesign. HiFi darf wieder Lifestyle sein – solange Klangqualität dabei nicht zum dekorativen Nebenaspekt verkommt. Genau in diesem Spannungsfeld steht der jüngste Spross der KEF LS Wireless Collection. Ross Lovegroves skulpturaler Entwurf signalisiert unübersehbar Anspruch, verrät aber nicht, mit welcher Größe, Gelassenheit und Autorität diese beiden kompakten Speaker aufspielen. KEF ordnet die KEF LS LUXE zwischen KEF LS50 Wireless II und KEF LS60 Wireless ein. Diese Positionierung beschreibt jedoch lediglich ihren Platz im Sortiment, nicht ihr tatsächliches klangliche Potential. Im Test zeigt sich rasch: Die KEF LS LUXE ist nicht bloß das fehlende Bindeglied innerhalb der Produktlinie, sondern schlichtweg der neue Klassenprimus unter den kompakten Active Wireless Speakern.


Key Facts KEF LS LUXE

  • Zweiwege Active Wireless Speaker als vollständiges Stereo All-in-One HiFi-System
  • Innerhalb der KEF LS Wireless Collection zwischen KEF LS50 Wireless II und KEF LS60 Wireless positioniert
  • 16,5 cm KEF Uni-Q Treiber der 12. Generation mit 25 mm Aluminium-Hochtonkalotte und MAT
  • VECO-Geschwindigkeitsrückführung und stromgeregelte Verstärkerstufen
  • Je Lautsprecher 280 Watt Class D für den Tief-/Mittelton und 100 Watt Class A/B für den Hochton
  • Frequenzbereich von 35 Hz bis 47 kHz bei -6 dB, abhängig von der EQ-Einstellung
  • Maximalpegel von 110 dB, gemessen in 1 m
  • KEF W2 Wireless-Plattform mit Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, Apple AirPlay, Google Cast, UPnP, Bluetooth 5.3 und weiteren Diensten
  • HDMI eARC, koaxial S/PDIF, TOSLINK, 3,5 mm Stereo Mini-Klinke und Ethernet
  • Subwoofer-Ausgang an beiden Lautsprechern sowie USB Type C als Ladeausgang am primären Lautsprecher
  • Steuerung über KEF Connect App und KEF C3 Infrarot-Fernbedienung
  • Erhältlich in Eclipse Black, Dusk Titanium und Mineral White

KEF LS Wireless Collection – Bewusst zwischen zwei Welten

Die Position zwischen KEF LS50 Wireless II und KEF LS60 Wireless klingt zunächst nach klassischer Modellpolitik. Tatsächlich besetzt die KEF LS LUXE aber einen sehr eigenständigen Platz. Sie richtet sich an Hörer, denen die KEF LS50 Wireless II in großen Zügen gefällt, die sich jedoch mehr Tiefgang, größere dynamische Reserven und eine noch selbstverständlichere Raumabbildung wünschen. Gleichzeitig bleibt sie deutlich kompakter als die als schlanker Standlautsprecher konzipierte KEF LS60 Wireless.

Damit ist die KEF LS LUXE weder eine aufwendig verkleidete KEF LS50 Wireless II noch eine verkürzte KEF LS60 Wireless. Ihr Zweiwege-Konzept verlangt nach anderen Lösungen, weil ein einziger KEF Uni-Q Treiber pro Kanal den gesamten Bereich vom tiefen Bass bis in den Hochton bewältigen muss. Genau an dieser Stelle wird der technische Aufwand interessant: KEF versucht nicht, die Grenzen eines kompakten Tief-/Mitteltöners allein mit mehr Verstärkerleistung und massiver DSP-Korrektur zu verschieben. Die Entwickler greifen unmittelbar in das Zusammenspiel aus Schwingspule, Membranbewegung, Verstärker, Gehäuse und Bassreflexsystem ein. Die KEF LS LUXE ist deshalb am treffendsten als neue Spitzenlösung unter KEFs kompakten Zweiwege Active Wireless Speakern einzuordnen.

Ross Lovegrove gestaltet ein Klangobjekt

Bei vielen Lautsprechern beschränkt sich die Zusammenarbeit mit einem Designer auf Oberflächen, Farben und einige prägnante Linien. Bei der KEF LS LUXE wäre eine solche Trennung zwischen Technik und Gestaltung künstlich. Ross Lovegrove, der für KEF bereits die KEF Muon, den KEF Muo und die Kopfhörer KEF Mu3 und KEF Mu7 entwarf, gab dem Gehäuse eine nahezu organische Form. Vorderseite, Flanken und Oberseite gehen weich ineinander über; selbst die großflächige Rückseite mit ihren ausgeprägten Kühlrippen wirkt wie ein integraler Bestandteil der Skulptur.

Das Ergebnis ist markant und durchaus mutig. Die KEF LS LUXE wird sich nicht in jedem Raum unauffällig unterordnen, doch genau das ist nicht ihre Aufgabe. In Eclipse Black wirkt sie technisch und beinahe monolithisch, Mineral White betont die weichen Flächen, Dusk Titanium macht die Verbindung aus warmer Metallanmutung und skulpturaler Form besonders deutlich. Unser Testsystem in Dusk Titanium zog selbst dann den Blick auf sich, wenn keine Musik spielte.

Entscheidend ist, dass diese Form keinen akustischen Preis fordert. Im Gegenteil: KEF nähert sich mit den großzügigen Rundungen dem Ideal eines kugelförmigen Gehäuses an. Harte Kanten, Zierringe, sichtbare Befestigungen und abrupte Übergänge rund um den KEF Uni-Q Treiber wurden vermieden, damit sich die vom Treiber abgestrahlte Welle möglichst ungestört ausbreiten kann. Weniger Beugung an den Gehäusekanten bedeutet nicht nur einen glatteren Frequenzgang. Vor allem seitlich außerhalb der Hauptachse bleibt die spektrale Balance gleichmäßiger, wodurch direkte und vom Raum reflektierte Schallanteile besser zusammenpassen. In der Praxis trägt genau das zur breiten, stabilen Abbildung bei, die nicht auf einen zentimetergenau definierten Hörplatz zusammenschrumpft.

Glasfaserverstärktes BMC statt klassischer Holzwerkstoff

Die komplexe Geometrie wird aus einem speziell abgestimmten, glasfaserverstärkten BMC-Verbundwerkstoff gefertigt. BMC steht laut KEF für Bulk Moulded Compound. Gemeint ist ein formbarer, glasfaserverstärkter Verbundwerkstoff. Das Material lässt sich präzise formen, ist außerordentlich fest und benötigt weniger innere Verstrebungen als ein konventionell aufgebautes Gehäuse. Der dadurch gewonnene Platz steht als akustisch wirksames Volumen zur Verfügung. Gegenüber der KEF LS50 Wireless II fällt das interne Volumen nach Angaben der Entwickler um rund 50 Prozent größer aus, obwohl die KEF LS LUXE mit 336 × 223 × 298 mm weiterhin ohne Einschränkung als kompakter Lautsprecher gelten darf.

Auch die Rückseite ist akustisch und thermisch vollständig in das Konzept einbezogen. Ein großflächiger Aluminium-Kühlkörper nimmt die Wärme der unmittelbar dahinter montierten Elektronik auf. Zwischen seinen Rippen sitzt die beidseitig verrundete Öffnung des Bassreflexkanals. Dessen flexible Wandungen können gezielt geringfügig nachgeben und unterdrücken damit Resonanzen, die in einem starren Port als Verfärbung oder bei hohen Pegeln als Strömungsgeräusch auffallen könnten. Form, Material, Kühlung und Bassabstimmung erfüllen somit mehrere Aufgaben gleichzeitig. Diese Konsequenz erklärt, weshalb die KEF LS LUXE weder wie ein Designobjekt mit nachträglich eingebauter Technik noch wie ein Studiomonitor in repräsentativer Hülle wirkt.

16,5 cm KEF Uni-Q Treiber der 12. Generation mit 25 mm Aluminium-Hochtonkalotte und MAT

Im Zentrum der Front sitzt der eigens für die KEF LS LUXE entwickelte 16,5 cm KEF Uni-Q Treiber der 12. Generation mit 25 mm Aluminium-Hochtonkalotte und MAT. Die Aluminium-Tief-/Mitteltonmembran umschließt die belüftete Hochtonkalotte in ihrem akustischen Zentrum. Durch diese koaxiale Anordnung entstehen Tief-/Mittelton und Hochton weitgehend am selben Ort. Laufzeitunterschiede zwischen räumlich getrennten Chassis werden vermieden, das Abstrahlverhalten beider Wege lässt sich besonders sauber aufeinander abstimmen.

Der größere Durchmesser gegenüber der KEF LS50 Wireless II erhöht die wirksame Membranfläche und damit das maximal mögliche Verschiebevolumen. Gemeinsam mit dem größeren Gehäuse und der neuen Regelung schafft das die Grundlage für den tieferen, kräftigeren Bass. KEFs eigene Vergleichsmessungen weisen bei angeglichenem Pegel unterhalb von 40 Hz je nach Frequenz rund 8 bis 10 dB mehr akustischen Output als bei der KEF LS50 Wireless II aus. Noch wichtiger ist, dass dieser Zugewinn nicht mit deutlich steigenden Verzerrungen erkauft wird.

Hinter dem Hochtöner sitzt die Metamaterial Absorption Technology, kurz MAT. Ihre labyrinthartige Struktur führt unterschiedliche Frequenzanteile der rückwärtig abgestrahlten Energie in jeweils passend dimensionierte Kanäle und absorbiert nach Herstellerangaben 99 Prozent dieses unerwünschten Schalls. Die Hochtonkalotte arbeitet dadurch nicht gegen ein unkontrolliertes Echo aus ihrem eigenen rückwärtigen Volumen. Stimmen, Becken und feine Rauminformationen profitieren nicht von künstlich hervorgehobener Brillanz, sondern von weniger Überlagerung.

In der KEF LS LUXE übernimmt MAT noch eine zweite, weniger offensichtliche Rolle. Die starke akustische Bedämpfung senkt die Güte der Hochtönerresonanz. Dadurch lässt sich auch der Hochtonzweig mit einer stromgeregelten Verstärkerstufe betreiben, ohne dass die Resonanz unbeherrscht hervortritt. VECO selbst arbeitet ausschließlich am Tief-/Mitteltöner; beim Hochtöner schafft die Kombination aus MAT und exakt abgestimmter Verstärkung die notwendige Kontrolle.

Flexible Decoupling Chassis – Der Treiber darf arbeiten, das Gehäuse nicht

Ein kräftiger 16,5 cm KEF Uni-Q Treiber entwickelt beträchtliche Reaktionskräfte. Gelangen sie über den Korb direkt in die Schallwand, beginnen Gehäuseflächen zeitversetzt mitzuschwingen und fügen dem Musiksignal einen leisen, aber komplexen Eigenklang hinzu. KEF lagert die Uni-Q-Baugruppe deshalb über ein Flexible Decoupling Chassis mechanisch vom Gehäuse entkoppelt.

Das Prinzip kam erstmals bei der KEF LS60 Wireless zum Einsatz, musste für die größere und schwerere Zweiwege-Uni-Q-Einheit der KEF LS LUXE jedoch neu berechnet werden. Flexible Verbindung und Dämpfungsmaterial sind so abgestimmt, dass die Motorschwingungen möglichst wenig Energie in das Gehäuse einleiten, ohne die mechanische Stabilität des Treibers zu beeinträchtigen. Finite-Elemente-Simulationen halfen, lokale Spannungsspitzen zu vermeiden und die Kräfte gleichmäßiger zu verteilen.

Für den Hörer ist diese Konstruktion nicht als einzelner Effekt auszumachen. Sie zeigt sich in einer besonders sauberen Loslösung des Klangs von den Gehäusen, in der Ruhe zwischen den Tönen und darin, dass das Klangbild bei höherem Pegel nicht zunehmend von einem schwer definierbaren Grundtonschleier überzogen wird. Gerade bei einem kompakten Aktivlautsprecher, dessen Verstärker und Netzteile ebenfalls im Gehäuse sitzen, ist diese mechanische Disziplin von erheblicher Bedeutung.

VECO – Wenn der Verstärker die tatsächliche Membranbewegung kennt

Die technisch ungewöhnlichste Lösung der KEF LS LUXE ist die KEF Velocity Control Technology, kurz KEF VECO, die das Unternehmen erstmals für die Soundbar KEF XIO entwickelte. Um ihre Bedeutung zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick auf die übliche Ansteuerung eines Lautsprechers. Ein konventioneller Verstärker regelt die Spannung an den Anschlussklemmen. Welcher Strom tatsächlich durch die Schwingspule fließt, hängt jedoch von deren frequenzabhängiger Impedanz ab. Diese verändert sich unter anderem mit der Temperatur, der Position der Schwingspule und den magnetischen Verhältnissen im Antrieb. Genau dieser Strom erzeugt aber die Kraft, die die Membran bewegt.

Ein stromgeregelter Verstärker setzt an der unmittelbar wirksamen Größe an und kann bestimmte stromabhängige Verzerrungen sowie thermische Kompression deutlich reduzieren. Allein wäre das allerdings keine Lösung. Die normalerweise durch die Gegeninduktion der Schwingspule entstehende elektrische Dämpfung würde weitgehend fehlen; im Bereich der mechanischen Resonanz könnte die Membran zu stark ausschwingen. Bei einem Bassreflexsystem kommen die Resonanz des Treibers im Gehäuse und jene des Ports hinzu.

VECO schließt diesen Regelkreis. Eine passive Sensorspule erfasst die Geschwindigkeit der Schwingspule in Echtzeit und führt das Signal mit nahezu vernachlässigbarer Verzögerung zum Verstärker zurück. Weicht die tatsächliche Bewegung vom Soll ab, wird die Ansteuerung unmittelbar korrigiert. Der Verstärker kennt damit nicht nur das Eingangssignal, sondern auch das Verhalten des Treibers unter den aktuellen Bedingungen.

Der Sensor ist bemerkenswert aufwendig konstruiert. Seine Leiterbahn verläuft in vier gegenläufig gewickelten Schleifen auf beiden Seiten einer flexiblen Leiterplatte und erreicht insgesamt rund 55 m Länge. Acht kleine Neodym-Magnete und zwei Stahlringe bilden das zugehörige Magnetsystem. Die Geometrie verhindert, dass die Sensorspule wie die Sekundärwicklung eines Transformators einfach das Ansteuersignal der primären Schwingspule übernimmt. Gemessen wird tatsächlich die Bewegung. Laut KEF folgt das Sensorsignal der Membrangeschwindigkeit bis etwa 400 Hz sehr genau.

Bei der KEF LS LUXE kommt VECO erstmals in einem Bassreflex-Lautsprecher zum Einsatz. Verstärkung und Bandbreite der Rückführung lassen sich so abstimmen, dass Treiber und Port im Bereich ihrer Resonanzen kontrolliert arbeiten. Das Resultat ist kein spektakulär überzeichneter Bass, sondern ein Tiefton, der tief reicht, schnell stoppt und auch bei beträchtlichem Pegel seine Kontur behält. Die von KEF dokumentierten Messungen zeigen gegenüber der KEF LS50 Wireless II im Bass- und Mitteltonbereich je nach Frequenz um 6 bis 14 dB geringere harmonische Verzerrungen. Bei einem anspruchsvollen Multiton-Signal sinken zahlreiche Verzerrungsprodukte im Mittelton sogar um 10 bis 20 dB. Solche Zahlen sind keine Klangbeschreibung, erklären aber sehr schlüssig, weshalb die KEF LS LUXE komplexe Musik auch dann geordnet hält, wenn kleine Lautsprecher gewöhnlich angestrengt wirken.

760 Watt Systemleistung und eine exakt abgestimmte KEF Music Integrity Engine

Jeder Lautsprecher besitzt zwei unmittelbar den Chassis zugeordnete Verstärker. Der Tief-/Mitteltöner wird von einer 280 Watt starken Class D Endstufe versorgt, für den Hochtöner steht eine 100 Watt starke Class A/B Endstufe bereit. Pro Stereo-System ergibt das 760 Watt. Die Zahl allein sagt wenig über Klangqualität aus, sie zeigt aber, dass KEF ausreichende Reserven für Entzerrung, Impulsspitzen und hohe Pegel vorgesehen hat.

Die aktive Architektur erlaubt es, jeden Weg ohne passive Frequenzweiche zwischen Verstärker und Chassis anzusteuern. Die KEF Music Integrity Engine übernimmt Frequenzaufteilung, Amplituden- und Phasenkorrektur, Schutzfunktionen sowie die Anpassung des Systems an unterschiedliche Pegel. Ein speziell auf die KEF LS LUXE berechneter FIR-Filter verbessert die zeitliche Abstimmung der Wege und reduziert das Nachschwingen nach dem Hauptimpuls. Transienten erscheinen dadurch nicht vordergründig scharf, sondern zeitlich präzise.

Dass KEF Verstärker, Treiber, Sensorik und DSP als gemeinsames System entwickelt, ist der eigentliche Vorteil gegenüber einer Zusammenstellung aus passivem Lautsprecher und externer Elektronik. Jede Korrektur bezieht sich auf bekannte elektrische, mechanische und akustische Parameter. Der Anwender muss keine Verstärkerleistung dimensionieren, keine Kabelcharakteristik diskutieren und keine zufällige klangliche Paarung finden. Das wäre wertlos, wenn die Integration lediglich bequem klänge. Bei der KEF LS LUXE führt sie zu einer Kontrolle, die mit klassischen Einzelkomponenten in dieser Gehäuse- und Preisklasse nur schwer nachzubilden ist.

KEF W2 Wireless-Plattform – Ein vollständiges HiFi-System

Die KEF LS LUXE benötigt für den Betrieb lediglich Strom und eine Netzwerkverbindung; zwischen primärem und sekundärem Lautsprecher kann die Übertragung drahtlos erfolgen. KEF setzt dafür auf WiSA, allerdings nicht in dessen standardisierter Form, sondern auf eine von den eigenen Entwicklern proprietär ausgelegte Variante. Über diese Funkstrecke werden sämtliche Quellen als Linear PCM-Signale mit 24 Bit und 96 kHz übertragen. Wer beide Lautsprecher per Ethernet verbindet, erhöht die interne Übertragungsrate auf 24 Bit und 192 kHz. Über das Netzwerk verarbeitet das System Linear PCM-Signale mit bis zu 24 Bit und 384 kHz sowie DSD.

Die KEF W2 Wireless-Plattform erschließt Qobuz Connect, TIDAL Connect und Spotify Connect ebenso wie Apple AirPlay, Google Cast, UPnP, Internet Radio und Podcasts. Amazon Music, Deezer und QQ Music via QPlay sind ebenfalls integriert, wobei die Verfügbarkeit einzelner Dienste vom jeweiligen Land abhängt. Bluetooth 5.3 steht für die schnelle Verbindung mit beliebigen Mobilgeräten bereit. Roon Ready ist angekündigt, soll laut den vorliegenden Produktangaben allerdings erst ab 2027 verfügbar sein.

Externe Quellen finden am primären Lautsprecher über HDMI eARC, einen koaxialen S/PDIF-Eingang, TOSLINK und eine analoge 3,5 mm Stereo Mini-Klinke Anschluss. Damit kann die KEF LS LUXE zugleich das Audiosystem des Fernsehers, die Wiedergabelösung für einen CD-Player, Streamer oder eine Spielkonsole und die Zentrale für eine analoge Quelle sein. Der USB Type C Anschluss ist ausdrücklich ein Ladeausgang mit maximal 5 V und 2 A, kein Audio-Eingang. Beide Lautsprecher besitzen einen eigenen Cinch-Ausgang für einen Subwoofer, sodass sich bei Bedarf ein oder zwei Tieftöner integrieren lassen.

Eine Phono-Vorstufe hat KEF bewusst nicht eingebaut. Das ist angesichts des umfassenden All-in-One-Anspruchs erwähnenswert, in der anvisierten Klasse aber nachvollziehbar. Viele aktuelle Schallplatten-Spieler bringen bereits eine Phono-Vorstufe mit; ambitionierte Vinyl-Hörer werden eher eine separate, zum Tonabnehmer passende Lösung wählen. Ein einfacher Pflichtbaustein im Lautsprecher wäre in beiden Fällen von geringem Nutzen.

KEF Connect App – Einrichtung ohne Hürden, Abstimmung mit Substanz

Die KEF Connect App gehört zu den großen Stärken des Systems. Sie führt klar durch die Ersteinrichtung, bündelt die Streaming-Dienste, verwaltet Quellen und Lautstärke und stellt alle relevanten Systemparameter bereit, ohne den Anwender mit einer technischen Bedienoberfläche zu konfrontieren. Im täglichen Betrieb bleibt die App übersichtlich und reagiert unmittelbar. Wer nicht jedes Mal zum Smartphone greifen will, nutzt die mitgelieferte KEF C3 Infrarot-Fernbedienung mit Aluminium-Oberseite, beleuchteten Tasten und programmierbarer Favoritentaste.

Für die Raumanpassung stehen ein Normal- und ein Expertenmodus zur Wahl. Im Normalmodus genügen einfache Angaben zur Aufstellung und Raumgröße. Der Expertenmodus erlaubt eine gezieltere Abstimmung der Bassausdehnung, eine Korrektur bei wandnaher Aufstellung, einen Desk Mode für große reflektierende Flächen unter dem Lautsprecher und einen Treble Trim zur Anpassung an stärker oder schwächer bedämpfte Räume. Die Bassausdehnung lässt sich in den Stufen More, Normal und Less wählen, der Treble Trim reicht in beide Richtungen bis 3 dB. Spezielle Presets erleichtern zudem die zeitlich und im Pegel korrekte Einbindung verschiedener KEF-Subwoofer.

Diese Funktionen sind sinnvoll dosiert. Sie ersetzen keine sorgfältige Aufstellung, können typische Raumeinflüsse aber erheblich besser berücksichtigen als eine einfache Bass- und Höhenregelung. Vor allem verleitet die App nicht dazu, die KEF LS LUXE mit beliebigen Effekten zu verfremden. Die Abstimmung bleibt auf die korrekte Integration des Lautsprechers in seinen Raum gerichtet.

Aufstellung – Der KEF S-LUXE Floor Stand ist mehr als schönes Zubehör

KEF bezeichnet die KEF LS LUXE zu Recht als kompakten Lautsprecher, doch das Wort Regallautsprecher sollte nicht zu einer beliebigen Platzierung im Möbel verleiten. Das System entwickelt im Tiefton erhebliche Kraft. Steht es auf einer breiten, resonanzfreudigen Fläche, kann diese Energie das Möbel zum Mitschwingen anregen und jene Präzision mindern, die der Lautsprecher selbst mit beträchtlichem Aufwand erzielt.

Unsere klare Empfehlung gilt deshalb dem optionalen KEF S-LUXE Floor Stand. Seine Höhe von 628 mm bringt den KEF Uni-Q Treiber auf eine praxisgerechte Ohrhöhe, das integrierte Befestigungssystem fixiert den Lautsprecher sicher und die Kabelführung nimmt die Zuleitungen auf. Jede Säule kann mit inertem Material befüllt werden; 6,8 kg Eigengewicht pro Standfuß und die beiliegenden Spike-Teller schaffen eine solide Basis, ohne empfindliche Holzböden ungeschützt zu lassen. Die in Slate Grey ausgeführte Aluminium-Oberplatte ist auf die Basis der KEF LS LUXE abgestimmt.

Wer die Lautsprecher auf einem Lowboard oder einem anderen Möbel betreibt, sollte eine wirksame Entkopplung vorsehen und auf ausreichend Abstand zur Rückwand achten. Die KEF Connect App kann wandnahe Aufstellung korrigieren, aber keine vibrierende Stellfläche ruhigstellen. Eine dezente Einwinkelung auf den Hörplatz ist möglich, aufgrund des gleichmäßigen Abstrahlverhaltens jedoch nicht zwingend. Im Test überzeugte eine nahezu parallele Aufstellung mit nur geringer Einwinkelung durch eine breite Bühne und einen angenehm großen Hörbereich.

Foto © KEF | KEF LS LUXE im Test
Foto © KEF | KEF LS LUXE im Test

Die Testumgebung

Für den Test erfolgte die Musikwiedergabe über Qobuz Connect in Verbindung mit einem Apple iPhone 14 Pro sowie über Audirvāna Studio 3.3.3. Zudem nutzten wir einen Musical Fidelity M3scd als Quelle für optische Datenträger, wobei dieser über ein Signalkabel der Wireworld Series 10 verbunden war. Bei der Stromversorgung kamen Stromkabel der Wireworld Series 10 zum Einsatz, angeschlossen an einen KECES IQRP-1500 Isolated Quantum Resonance Power Conditioner.

Aus der Praxis – Vom ersten Setup bis zur täglichen Nutzung

Die Einrichtung gelang im Test ohne Umwege. Die KEF Connect App erkannte das System, führte durch Netzwerkzugang, Kanalzuordnung und grundlegende Raumparameter und stellte anschließend alle Quellen in einer klaren Oberfläche bereit. Bemerkenswert ist, wie schnell die Technik danach aus dem Alltag verschwindet. Qobuz Connect über das Apple iPhone 14 Pro verhält sich wie von einem modernen Streaming-System erwartet: Lautsprecher auswählen, Album starten, Lautstärke regeln. Audirvāna Studio 3.3.3 band die KEF LS LUXE ebenso schlüssig in eine anspruchsvollere, bibliotheksorientierte Wiedergabe ein.

Auch die Lautstärkeregelung ist fein genug abgestuft, um spätabends exakt jenen Punkt zwischen vollständigem Klangbild und nachbarschaftsfreundlichem Pegel zu treffen. Die KEF LS LUXE verliert bei geringer Lautstärke weder ihre tonale Balance noch die Verständlichkeit feiner Strukturen. Steigt der Pegel, ändert sich nicht plötzlich ihr Charakter. Bass, Mitten und Hochton wachsen gemeinsam, die Abbildung bleibt stabil und Stimmen werden nicht von einem zunehmend dominanten Tiefton verdeckt.

HDMI eARC macht das System außerdem zu einer ernsthaften Alternative zur Soundbar. Dialoge stehen klar in der Mitte, die Bühne löst sich weit vom Bildschirm und Musik in Filmen behält jene räumliche und dynamische Differenzierung, die ein echtes Stereo-System von einer auf Effektwirkung optimierten Kompaktlösung trennt. Natürlich gibt es keine diskreten Surround-Kanäle. Dafür klingt bereits die frontale Ebene wesentlich größer, glaubwürdiger und musikalisch vollständiger als bei typischen Soundbars.

Klang im Test – Erstaunlich groß, vor allem aber richtig

Schon die ersten Takte zeigen, dass die KEF LS LUXE nicht auf einen kurzen Vorführeffekt abgestimmt ist. Sie betont weder den Präsenzbereich, um Details künstlich ins Licht zu rücken, noch schiebt sie einen warmen Oberbass unter jede Aufnahme. Ihr Klangbild wirkt zunächst selbstverständlich. Nach wenigen Minuten fällt jedoch auf, wie wenig das System selbst zum Gegenstand des Hörens wird: Stimmen besitzen Körper ohne Verdickung, Instrumente stehen stabil im Raum und der Bass reicht tiefer, als es die Abmessungen erwarten lassen.

Die eigentliche Leistung liegt in der Kombination aus Maßstab und Kontrolle. Die KEF LS LUXE kann einen durchschnittlich großen Wohnraum mit einer Bühne füllen, die man eher von ausgewachsenen Standlautsprechern erwartet, bewahrt dabei aber die räumliche Präzision einer guten Punktschallquelle. Sie zeichnet nicht bloß groß, sie hält Proportionen ein. Ein Sänger wächst nicht unnatürlich über Lebensgröße, nur weil der Refrain dichter wird. Ein Kontrabass erhält Volumen, bleibt aber als Instrument mit Saiten, Korpus und Ausschwingen erkennbar.

Adele – Set Fire to the Rain

Set Fire to the Rain vom Album 21 ist dicht produziert und kann auf vordergründig abgestimmten Systemen rasch hart und zusammengedrängt wirken. Die KEF LS LUXE stellt Adeles Stimme kraftvoll in die Mitte, hält sie aber sauber von den breit angelegten Streichern, dem Schlagzeug und den zahlreichen übereinanderliegenden Produktionsspuren getrennt. Im Refrain steigt die Energie deutlich, ohne dass die Hochtonlage schneidend wird oder die Bühne nach innen kippt. Besonders überzeugend ist die dynamische Ruhe: Die Lautsprecher machen den großen Gestus der Aufnahme hörbar, ohne selbst angestrengt zu klingen.

Amanda McBroom – The Rose

The Rose vom Album Dreaming reduziert die Mittel weitgehend auf Stimme, Klavier und Raum. Damit gibt es kaum etwas, hinter dem sich tonale Unsauberkeiten verstecken könnten. Amanda McBrooms Stimme erscheint körperhaft und in glaubwürdiger Höhe, Atem und Artikulation sind klar nachvollziehbar, werden aber nicht als isolierte Details vorgeführt. Das Klavier besitzt Gewicht in den tiefen Lagen und einen sauberen Anschlag, ohne in zwei voneinander getrennte Bereiche aus Grundton und Obertönen zu zerfallen. Die KEF LS LUXE zeigt hier ihre vielleicht wichtigste Qualität: Sie löst fein auf, ohne die Musik in Einzelteile zu zerlegen.

Ane Brun – The Opening

Bei The Opening vom Album Rarities lebt die Wirkung von feinen dynamischen Verschiebungen, Atmosphäre und einer Stimme, die zwischen Nähe und räumlicher Distanz changiert. Die KEF LS LUXE zeichnet den Raum weit über die äußeren Gehäusekanten hinaus und hält die Abbildung auch dann stabil, wenn man den zentralen Hörplatz verlässt. Leise Texturen im Hintergrund bleiben erhalten, ohne aufdringlich hervorgehoben zu werden. Die Aufnahme erhält Tiefe, nicht bloß Breite; zwischen vorderer Stimme und hinteren Klangflächen entsteht tatsächlich Abstand.

Diego el Cigala und Bebo Valdés – Lágrimas Negras

Lágrimas Negras vom Album Bebo & Cigala stellt Timing und tonale Glaubwürdigkeit auf eine harte Probe. Bebo Valdés’ Klavier muss perkussiv zupacken und zugleich harmonisch vollständig klingen, während Diego el Cigalas Stimme rau, emotional und bisweilen beinahe spröde bleibt. Die KEF LS LUXE glättet diese Gegensätze nicht. Anschläge kommen präzise, das rhythmische Fundament besitzt federnde Kraft und die Stimme wahrt ihre charakteristische Textur. Trotzdem zerfällt das Zusammenspiel nie in spektakuläre Einzeleffekte. Gerade diese Geschlossenheit macht die Darbietung so mitreißend.

Chris Rea – The Road to Hell Part I & II

The Road to Hell vom gleichnamigen Album beginnt atmosphärisch und wächst anschließend zu einem schweren, stetig vorwärtsdrängenden Arrangement. Hier demonstriert die KEF LS LUXE, weshalb VECO und das größere Gehäuse weit mehr sind als Stoff für ein White Paper. Der tiefe Puls reicht erstaunlich weit hinab, bleibt klar konturiert und schiebt den Song mit Nachdruck an, ohne den Raum mit einem langen Bassschweif zu überziehen. Chris Reas markante Stimme steht fest über dem Fundament, Gitarren und Schlagzeug behalten ihre Konturen. Auch bei gehobenem Pegel bleibt das Klangbild offen. Die KEF LS LUXE klingt dann nicht wie ein kleiner Lautsprecher, der tapfer über seine Verhältnisse spielt, sondern schlicht wie ein souverän dimensioniertes System.

Depeche Mode – Precious

Precious vom Album Playing the Angel verbindet einen präzisen elektronischen Puls mit dicht geschichteten Synthesizern und Dave Gahans unverwechselbarer Stimme. Viele kompakte Systeme liefern hier entweder Druck oder Übersicht. Die KEF LS LUXE kann beides. Bassimpulse beginnen und enden exakt, die synthetischen Flächen bleiben voneinander unterscheidbar und die Stimme sitzt klar im Zentrum. Der Song gewinnt an körperlicher Präsenz, ohne dass die feinen rhythmischen Verschiebungen unter einer pauschalen Tieftonmasse verschwinden.

Lee Marvin – Wand’rin Star

Lee Marvins Wand’rin Star aus Paint Your Wagon ist ein fantastisches Beispiel dafür, wie perfekt Filmmusik in den 1960er Jahren von den großen Hollywood Studios abgemischt wurde. Das Stück lebt von einer Stimme, deren Tiefe schnell zur Karikatur werden kann, wenn ein Lautsprecher den Oberbass überzeichnet. Die KEF LS LUXE gibt ihr enormes Gewicht, lässt aber Konsonanten, Brustresonanz und den Raum um den Sänger getrennt erkennbar. Das Orchester breitet sich großzügig dahinter aus, statt zu einer dekorativen Begleitung zusammenzurücken. Gerade an dieser Aufnahme wird deutlich, dass echter Tiefgang nicht mit künstlicher Wärme verwechselt werden darf. Die KEF LS LUXE reicht hinab, bleibt dabei aber farblich sauber.

Kari Bremnes – Sangen om fyret ved Tornehamn

Sangen om fyret ved Tornehamn vom Album Svarta Björn fasst viele Stärken der KEF LS LUXE zusammen. Kari Bremnes steht greifbar und ruhig im Raum, das tiefe Fundament besitzt Autorität, und die sparsame Instrumentierung öffnet eine weite, dunkle Bühne. Kleine Veränderungen im Nachhall sind leicht nachvollziehbar, ohne dass die Lautsprecher den Blick von der Erzählung auf die Aufnahmetechnik lenken. Das System verbindet nordische Klarheit mit Substanz und zeigt, dass Neutralität keineswegs emotionale Distanz bedeuten muss.

Für alles bestens gerüstet

Nach diesen sehr unterschiedlichen Aufnahmen kann man den Speakern vor allem eins attestieren, und zwar ein ungewöhnlich geschlossenes Gesamtbild. Die KEF LS LUXE besitzt keinen offensichtlichen Lieblingsbereich und verlangt keine sorgfältig ausgesuchten Vorzeigetracks. Sie spielt Stimmen ebenso überzeugend wie elektronische Produktionen, intime Arrangements ebenso wie dynamisch verdichtete Pop- und Rock-Aufnahmen. Ihre Auflösung ist hoch, doch niemals nervös. Ihr Bass ist für diese Gehäusegröße spektakulär, wirkt aber gerade deshalb glaubwürdig, weil er nicht permanent auf sich aufmerksam macht.

Braucht die KEF LS LUXE einen Subwoofer?

In durchschnittlich großen Wohnräumen lautet unsere Antwort für reine Musikwiedergabe: in aller Regel nein. Der Frequenzbereich reicht abhängig von der gewählten Abstimmung bis 35 Hz bei -6 dB, und wichtiger als diese Zahl ist die Kontrolle, mit der der Lautsprecher diesen Bereich nutzt. Basslinien besitzen Fundament, große Trommeln entwickeln Druck und elektronische Produktionen wirken vollständig.

Ein Subwoofer bleibt dennoch sinnvoll, wenn sehr große Räume beschallt werden sollen, Heimkinoeffekte mit vollem Tiefbass gefragt sind oder der Hauptlautsprecher von den tiefsten Frequenzen entlastet werden soll. Zwei getrennte Subwoofer-Ausgänge und die passenden Presets der KEF Connect App schaffen dafür eine ungewöhnlich komfortable Grundlage. Der optionale KEF KW1 Wireless Subwoofer Adapter erleichtert eine kabellose Platzierung.


Die wichtigsten Vorteile im Überblick

  • Klangliche Souveränität: Die KEF LS LUXE spielt ausgewogen, kontrolliert und wesentlich größer, als ihre kompakten Abmessungen erwarten lassen.
  • Erstaunlicher Tiefgang: In durchschnittlich großen Wohnräumen bietet das System auch ohne zusätzlichen Subwoofer ein vollständiges und präzise kontrolliertes Bassfundament.
  • Stabile Raumabbildung: Der KEF Uni-Q Treiber und das diffraktionsarme Gehäuse schaffen eine breite, klar gestaffelte Bühne mit angenehm großem Hörbereich.
  • Vollwertiges All-in-One HiFi-System: Streaming, Verstärker, D/A-Wandler, Lautsprecher und die zentrale Signalverarbeitung sind vollständig aufeinander abgestimmt.
  • Umfassende Konnektivität: Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, Apple AirPlay, Google Cast, Bluetooth sowie analoge und digitale Eingänge decken nahezu jede Quelle ab.
  • Komfortable TV-Integration: HDMI eARC macht die KEF LS LUXE zu einer hochwertigen Stereo-Lösung für Musik, Filme und klassische Fernsehinhalte.
  • Intuitive Bedienung: Die KEF Connect App führt sicher durch Einrichtung, Raumanpassung und tägliche Nutzung.
  • Eigenständiges Design: Ross Lovegroves skulpturaler Entwurf macht aus dem Lautsprechersystem ein bewusst sichtbares Klangobjekt.
  • Flexibel erweiterbar: Zwei Subwoofer-Ausgänge, passende KEF-Presets und optionales Zubehör erlauben den gezielten Ausbau des Systems.

FAQ zur KEF LS LUXE

  • Kann die KEF LS LUXE ein komplettes HiFi-System ersetzen?

    Ja. Die KEF LS LUXE vereint Netzwerk-Streamer, D/A-Wandler, Vorstufe, DSP, vier Endstufen und die beiden Stereo-Lautsprecher in einem System. Für die Musikwiedergabe über Streaming-Dienste oder aus dem eigenen Netzwerk sind daher keine weiteren Komponenten erforderlich. Über HDMI eARC, die optischen und koaxialen Digital-Eingänge sowie den analogen Eingang lassen sich zudem Fernseher und externe Zuspieler einbinden. Lediglich für einen Schallplatten-Spieler ohne integrierte Phono-Vorstufe wird eine separate Phono-Vorstufe benötigt.

  • Auf welchem klanglichen Niveau spielt die KEF LS LUXE?

    Die KEF LS LUXE spielt auf Referenzniveau innerhalb der Klasse kompakter Active Wireless Speaker. In kleinen bis durchschnittlich großen Wohnräumen vermittelt sie eine Größe, Autorität, Dynamik und räumliche Souveränität, wie man sie eher von hochwertigen Systemen aus separater Elektronik und ausgewachsenen Lautsprechern erwartet. Größere Lösungen können in sehr weitläufigen Räumen noch höhere Pegelreserven und mehr absoluten Tiefbass bereitstellen. Im vorgesehenen Einsatzbereich verlangt die KEF LS LUXE jedoch keine klanglichen Kompromisse und ist für uns der derzeitige Klassenprimus.

  • Für welche Raumgröße eignet sich die KEF LS LUXE?

    Die KEF LS LUXE ist für kleine bis durchschnittlich große Wohnräume besonders interessant und besitzt genügend Pegel- und Bassreserven, um auch etwas großzügigere Bereiche überzeugend zu beschallen. In sehr großen oder offenen Räumen kann ein Subwoofer zusätzliche Reserven im Tiefbass schaffen.

  • Muss die KEF LS LUXE auf den KEF S-LUXE Floor Stands stehen?

    Zwingend erforderlich sind die Standfüße nicht, akustisch und praktisch sind sie jedoch klar zu empfehlen. Sie bringen den KEF Uni-Q Treiber auf die richtige Höhe, fixieren die Lautsprecher sicher, führen Kabel verdeckt und lassen sich zur höheren Stabilität mit inertem Material befüllen.

  • Kann die KEF LS LUXE auf einem Möbel platziert werden?

    Ja, sofern das Möbel stabil ist und die Lautsprecher wirksam entkoppelt werden. Weil die KEF LS LUXE im Bass beträchtliche Energie entwickelt, können ungeeignete Flächen mitschwingen. Die Desk- und Wall-Einstellungen der KEF Connect App helfen bei akustischen Effekten der Aufstellung, nicht aber gegen mechanische Vibrationen des Möbels.

  • Benötigt die KEF LS LUXE einen Subwoofer?

    Für Musik in durchschnittlich großen Räumen normalerweise nicht. Wer maximalen Tiefbass für Heimkino, elektronische Musik bei sehr hohen Pegeln oder besonders große Räume verlangt, kann einen oder zwei Subwoofer anschließen und über passende Presets in der KEF Connect App integrieren.

  • Kann ein Fernseher direkt angeschlossen werden?

    Ja. Über HDMI eARC übernimmt die KEF LS LUXE den Fernsehton und lässt sich komfortabel in den täglichen TV-Betrieb einbinden. Sie bleibt dabei ein vollwertiges Stereo HiFi-System und keine Soundbar.

  • Kann ein Schallplatten-Spieler angeschlossen werden?

    Ein Schallplatten-Spieler kann über den analogen Eingang angeschlossen werden, benötigt jedoch eine integrierte oder externe Phono-Vorstufe. Eine Phono-Vorstufe ist in der KEF LS LUXE nicht eingebaut.

  • Funktioniert die Verbindung zwischen den Lautsprechern drahtlos?

    Ja. Drahtlos werden alle Quellen intern mit 24 Bit und 96 kHz übertragen. Über ein Ethernet-Kabel zwischen den Lautsprechern steigt die Übertragungsrate auf 24 Bit und 192 kHz.

  • Ist die KEF LS LUXE Roon Ready?

    Die Unterstützung ist angekündigt und soll voraussichtlich ab 2027 verfügbar sein. Bereits nutzbar sind unter anderem Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, Apple AirPlay, Google Cast, UPnP und die Kompatibilität mit Audirvāna Studio.

KEF LS LUXE

Preis und Verfügbarkeit

Die KEF LS LUXE wird in Eclipse Black, Dusk Titanium und Mineral White angeboten. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt € 4.000,- pro Stereo-System. Im Lieferumfang finden sich beide Lautsprecher, Netzkabel, das Kabel für die Verbindung zwischen den Lautsprechern, ein HDMI-Kabel, die KEF C3 Infrarot-Fernbedienung samt Batterien sowie die erforderlichen Unterlagen. Erhältlich ist das System über den autorisierten Fachhandel und direkt über KEF. Die KEF S-LUXE Floor Stands und das acht Meter lange KEF K-Stream-Verbindungskabel werden separat angeboten.

Wir meinen…

Die KEF LS LUXE ist derzeit der beste kompakte Active Wireless Speaker, den wir in dieser Klasse gehört haben. Das ist kein Urteil, das allein auf ihrem erstaunlichen Tiefgang oder ihrer hohen Verstärkerleistung beruht. Entscheidend ist, wie selbstverständlich sämtliche Eigenschaften zusammenfinden: Der Bass reicht tief und bleibt präzise, Stimmen besitzen Körper und richtige Proportionen, der Hochton löst fein auf, ohne sich vorzudrängen, und die räumliche Abbildung bleibt weit über einen eng begrenzten Sweet Spot hinaus stabil.

Noch bemerkenswerter ist die Souveränität. Die KEF LS LUXE kann leise vollständig klingen und bei hohem Pegel ihre Ordnung bewahren. Sie macht aus einem durchschnittlich großen Wohnraum keinen akustischen Prüfstand, sondern einen Ort, an dem man sehr lange Musik hören möchte. Natürlich lassen sich mit größeren Lautsprechern, zusätzlichen Subwoofern und erheblich teurerer Elektronik weitere Reserven erschließen. Innerhalb des realistischen Einsatzbereichs dieser Lautsprecher entsteht jedoch zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, man müsse sich mit einer bequemen Kompaktlösung arrangieren.

Das Design wird polarisieren, und das ist gut so. Ross Lovegroves Entwurf will nicht verschwinden. Die KEF LS LUXE ist ein Klangobjekt, das sichtbar sein darf, weil seine Form akustische Funktion besitzt und seine Verarbeitung den Preis glaubwürdig vermittelt. Wer sie auf einem Möbel platziert, sollte für eine sorgfältige Entkopplung sorgen. Wir würden die optionalen KEF S-LUXE Floor Stands klar bevorzugen, weil sie Abstrahlung, Stabilität und Kabelführung gleichermaßen verbessern. Lediglich eine passende Wandhalterung hätten wir uns als zusätzliche Aufstellungsoption gewünscht.

Auch funktional bleibt kaum eine offene Flanke. Streaming, Bluetooth, HDMI eARC, digitale und analoge Eingänge, zwei Subwoofer-Ausgänge und eine ausgezeichnete App machen die KEF LS LUXE zu einem vollständigen All-in-One HiFi-System. Die fehlende Phono-Vorstufe ist angesichts der Zielgruppe eine vertretbare Entscheidung; Roon-Anwender müssen sich allerdings voraussichtlich bis 2027 gedulden.

Am Ende bleibt dieses seltene Gefühl, dass sich die außergewöhnliche Leistung technisch bis ins Detail erklären lässt und beim Hören dennoch überrascht. In der KEF Music Gallery London hatten wir Gelegenheit, im kleinen Rahmen ausführlich mit einem der Entwickler über jene Lösungen zu sprechen, die die KEF LS LUXE prägen – von VECO, MAT und Stromregelung über die Entkopplung bis hin zur Gehäuseform. All das ist schlüssig, aufwendig und konsequent. Und doch sitzt man später vor diesen beiden kompakten Lautsprechern und staunt darüber, welche Größe, Autorität und Selbstverständlichkeit aus einem derart kompakten System erwachsen. KEF zeigt damit sehr überzeugend, wie ein hochwertiges Audio-System künftig ebenfalls aussehen kann: kompakt, vollständig, wohnraumgerecht und ohne klangliche Halbheiten. Das Ergebnis ist nicht weniger als der neue Klassenprimus. Klare Empfehlung, ohne jedweden Zweifel.

ProduktKEF LS LUXE
PreisKEF LS LUXE € 4.000,-
KEF S-LUXE Floor Stand € 900,- als Paar
KEF K-Stream-Lautsprecherkabel 8 m €159,-

Technische Daten KEF LS LUXE

ProduktKEF LS LUXE
KonzeptZweiwege Active Wireless Speaker
Treiber je Lautsprecher16,5 cm KEF Uni-Q Treiber der 12. Generation mit 25 mm belüfteter Aluminium-Hochtonkalotte und MAT sowie Aluminium-Tief-/Mitteltöner
Frequenzbereich35 Hz bis 47 kHz bei -6 dB, gemessen bei 85 dB in 1 m, abhängig von der EQ-Einstellung
Frequenzgang42 Hz bis 28 kHz bei ±3 dB, gemessen bei 85 dB in 1 m, abhängig von der EQ-Einstellung
Verstärker je Lautsprecher280 Watt Class D für Tief-/Mittelton; 100 Watt Class A/B für Hochton
Systemleistung760 Watt
Maximaler Schalldruckpegel110 dB, gemessen in 1 m
Wireless StreamingÜber WiFi: Apple AirPlay, Google Cast, UPnP, Plāys with Audirvāna, Roon Ready voraussichtlich ab 2027, Bluetooth 5.3
Streaming-DiensteSpotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Amazon Music, Deezer, QQ Music via QPlay, Internet Radio und Podcasts, Verfügbarkeit abhängig vom Land
Maximale Auflösung NetzwerkPCM bis 24 Bit und 384 kHz, DSD
Maximale Auflösung TOSLINK24 Bit und 96 kHz
Maximale Auflösung koaxial S/PDIF24 Bit und 192 kHz
Maximale Auflösung HDMI eARC24 Bit und 192 kHz
Verbindung zwischen den LautsprechernDrahtlos über WiSA: sämtliche Quellen als PCM mit 24 Bit und 96 kHz; Ethernet: sämtliche Quellen als PCM mit 24 Bit und 192 kHz
NetzwerkformateDSD, FLAC, WAV, AIFF, ALAC, AAC, WMA, MP3, M4A, LPCM und Ogg Vorbis
Eingänge primärer LautsprecherHDMI eARC, TOSLINK, koaxial S/PDIF, analoge 3,5 mm Stereo Mini-Klinke, RJ45 Ethernet für Netzwerk und Lautsprecherverbindung
Eingänge sekundärer LautsprecherRJ45 Ethernet für Lautsprecherverbindung
AusgängeJe Lautsprecher ein Cinch Subwoofer-Ausgang; am primären Lautsprecher USB Type C Ladeausgang mit maximal 5 V und 2 A
WLANIEEE 802.11a/b/g/n/ac/ax, Dual Band 2,4 und 5 GHz, IPv4 und IPv6
Abmessungen336 × 223 × 298 mm je Lautsprecher
Gewicht20 kg pro Stereo-System
Stromversorgung100 bis 240 V AC, 50/60 Hz, 200 Watt
LeistungsaufnahmeMaximal 200 Watt im Betrieb, unter 2 Watt im Standby
AusführungenEclipse Black, Dusk Titanium und Mineral White
LieferumfangZwei Lautsprecher, Netzkabel, Inter-Lautsprecher-Kabel, HDMI-Kabel, KEF C3 Infrarot-Fernbedienung, AAA-Batterien, Schnellstartanleitung sowie Garantie- und Sicherheitsinformationen

Technische Daten KEF S-LUXE Floor Stand

ProduktKEF S-LUXE Floor Stand
KonzeptSpezieller Standfuß für KEF LS LUXE
AusstattungIntegrierte Kabelführung, Befestigungssystem, befüllbare Säule, Spikes und Spike-Teller
Abmessungen628 × 270 × 350 mm
Gewicht6,8 kg je Standfuß
AusführungSlate Grey
LieferumfangPaar

sempre-audio.at Review Award Referenz

Die KEF LS LUXE erhält die Höchstwertung für ihre außergewöhnlich geschlossene Klangqualität, den kontrollierten Tiefgang, die hohe Pegelfestigkeit, die stabile Raumabbildung, die sehr gute Bedienung und den umfassenden Funktionsumfang. Die fehlende Wandhalterung und der erst für 2027 angekündigte Roon-Ready-Status ändern nichts an ihrer klanglichen Spitzenstellung.


Positiv

  • Außergewöhnlich erwachsener, ausgewogener und räumlich stabiler Klang
  • Für die Gehäusegröße bemerkenswerter Tiefgang und hohe Pegelfestigkeit
  • VECO-Regelung und stromgeregelte Verstärker reduzieren Verzerrungen wirksam
  • Markantes, eigenständiges Design von Ross Lovegrove
  • Sehr gute Verarbeitung und akustisch konsequente Gehäusekonstruktion
  • Nahezu vollständige Streaming-Plattform mit Qobuz Connect, TIDAL Connect und Spotify Connect
  • HDMI eARC, digitale optische und koaxiale Eingänge, analoger Eingang
  • Schnelle Einrichtung und sehr gute Bedienung über die KEF Connect App
  • Umfangreiche, praxisgerechte Raumanpassung
  • Subwoofer-Ausgänge an beiden Lautsprechern

Negativ

  • Keine von KEF vorgesehene Wandmontage
  • Roon Ready soll erst ab 2027 verfügbar sein

Testumgebung

  • Qobuz Connect über Apple iPhone 14 Pro
  • Audirvāna Studio 3.3.3
  • Musical Fidelity M3scd
  • Stromkabel der Wireworld Series 10
  • Signalkabel der Wireworld Series 10
MarkeKEF
HerstellerKEF
VertriebGP Acoustics GmbH
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WERTUNG

KLANG - 10
DESIGN - 10
BEDIENUNG - 10
PREIS/LEISTUNG - 10

10

REFERENZ

Die KEF LS LUXE spielt größer, tiefer und souveräner, als ihre kompakten Abmessungen erwarten lassen, und verbindet diesen Klang mit herausragender Bedienung sowie nahezu lückenloser Konnektivität. Ihr mutiges Design setzt bewusst ein Zeichen. Für uns ist sie derzeit die Referenz unter den kompakten Active Wireless Speakern.

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Über
KEF
Quelle
KEF

Michael Holzinger

Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahrzehnten als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig. Mit den Magazinen HiFi.Luxury sowie the LUXURY HOME guide begründete er zudem zwei weitere Plattformen, die für modernen, exquisiten Lebensstil stehen.

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