musikbox von interlübke und Linn - Audiophile Wohnkultur...

Im Rahmen der Möbelmesse in Mailand beschritt die schottische HiFi-Schmiede Linn neue Wege. In Zusammenarbeit mit interlübke und dem Designer Werner Aisslinger präsentierte man das Projekt musikbox, ein nach Angaben der Protagonisten audiophiles Möbel und Klangerlebnis par excellence.

Von Michael Holzinger (mh)
14.05.2012

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Geht es nach den beiden Protagonisten dieses Projekts, so gibt es einerseits Klangästheten, andererseits Wohnästheten, wobei beide durchaus sehr hohe Ansprüche stellen, aber dies bislang in ganz unterschiedlichen Gefilden auslebten. Und es sei höchst an der Zeit, diese beiden Lager zusammen zu führen. Und diese Aufgabe zu meistern, haben sich die schottische HiFi-Schmiede Linn sowie der Möbelhersteller interlübke im Rahmen eines gemeinsamen Projektes vorgenommen.

Als Partner verließen sich die beiden Unternehmen auf den Designer Werner Aisslinger, dessen Intension eigenem Bekunden nach weniger die Konzeption eines herkömmliches Möbelstück fürs Wohnzimmer war, sondern der vielmehr danach trachtete, ein Accessoire für einen Musikraum zu erschaffen.

In der entsprechenden Aussendung bezieht sich der Designer also durchaus auf durchaus bekannte Lösungen der Vergangenheit, etwa der klassischen „Musiktruhe“, in denen zunächst Radios, dann in Folge auch Schallplatten-Spieler ihren Dienst verrichteten und so Einzug in viele Wohnzimmer hielten, oder aber auch dem bekannten Wurlitzer, der auf Knopfdruck Musikwünsche erfüllte. Aber das nunmehr präsentierte Konzept soll, so Linn und interlübke im Einklang mit dem Design-Studio Aisslinger, komplett frei von derartiger Nostalgie und vielmehr zukunftsorientiert ausgelegt sein.

Im Prinzip handelt es sich bei diesem Projekt um ein sehr stylishes Sideboard, das aber weit mehr ist, als ein einfaches Möbelstück. Wie bereits erwähnt, soll es völlig zu Recht den Namen musikbox tragen, wobei für diesen Part natürlich Linn verantwortlich zeichnet. Basis ist eine Streaming-Lösung aus dem Hause Linn, die im Zusammenspiel mit mobilen Devices wie etwa einem Tablet oder Smartphone gesteuert wird. Selbst die Lautsprecher-Systeme verbergen sich direkt im Möbel, sodass von Außen zunächst nichts auf dessen wahren Mehrwert hinweist. Dennoch soll dieses Konzept dazu in der Lage sein, Musik auf hohem Niveau zu genießen, und da es so überhaupt nicht klassischen HiFi-Türmen gleicht, soll es bestens dazu geeignet sein, in jedes moderne Wohnambiente integriert zu werden.

Das Möbel präsentiert sich mit einer Breite von 2 oder 2,5 Metern und wirke mit einem besonders filigran gestalteten Möbelkörper sehr zurückhaltend. In der Mitte des Sideboards steht nach Herstellerangaben noch ausreichend Platz für Speichermedien, Zusatzkomponenten und weiteres Zubehör zur Verfügung. Am schwierigsten gestaltete sich dem Vernehmen nach die Integration der Lautsprecher, denn es galt, die richtige Stelle zu finden um einen möglichst raumfüllenden Klang zu erzielen.

Die technischen Daten klingen da weit nüchterner, aber keineswegs uninteressant. So bietet das System 250 GByte Speicherplatz für Musik und verfügt natürlich über einen Ethernet-Anschluss, sodass es auch auf Inhalte im Netzwerk zugreifen kann, allen voran natürlich auch Internet Radio. Aber ebenso sind natürlich Audio-Daten, abgelegt auf einer NAS oder einem PC bzw. Mac somit nutzbar, wobei diese in den Formaten FLAC, WAV, MP3, Apple Lossless und AAC vorliegen können. Außerdem verfügt das System über eine USB-Schnittstelle, an die nicht nur entsprechende Speicher-Sticks, sondern ebenso ein PC direkt angeschlossen werden kann, sodass die musicbox auch als sehr außergewöhnliches Audio-Schnittstelle fungiert.

Setzt man nicht allein auf die Netzwerk-Funktionalität bzw. den integrierten Speicher, sondern will zudem weitere Komponenten in das System einbinden, so stehen laut Herstellerangaben immerhin zwei digitale sowie fünf analoge Eingänge zur Verfügung.

Der integrierte Verstärker weist laut Hersteller eine Leistung von immerhin zweimal 100 Watt auf und ist in Class D ausgeführt. Dieser treibt Dreiwege-Lautsprecher-Systeme mit so genannten Superhochton-Treibern an, die nach Herstellerangaben einen Abstrahlwinkel von 180° erzielen.

Die exakten Maße gibt der Hersteller mit einer Breite von 250 cm, einer Höhe von 72,4 cm und einer Tiefe von 50 cm an. Das Innenmaß der Fächer beträgt 48,3 x 17,5 x 39,2 cm. Da sollte dann doch auch die ein oder andere weitere Komponente ihren Platz finden.
„Die Dinge brauchen einen Ort,“ zeigt sich der Designer Werner Aisslinger überzeugt, „auch im 21. Jahrhundert. Aber wir nutzen sie heute spielerisch. Musikgenuss wird weniger inszeniert, mehr zelebriert, weil wir ganz andere technische und gestalterische Möglichkeiten haben.“ Geht es nach Aisslinger, so werde das nunmehr präsentierte Konzept der musikbox dieser Anforderung voll und ganz gerecht und man habe eine Lösung geschaffen, die den Ansprüchen von Wohn- als auch Klangästheten entspreche.

Bislang ist noch nicht klar, wann und zu welchem Preis das Ergebnis dieses gemeinsamen Projekts zwischen Linn, interlübke und dem Design-Studio Aisslinger auch hierzulande erhältlich sein wird. Weitere Informationen diesbezüglich erhalten Interessenten bei der Wiener Firma SONDEKS Vertriebs GmbH.

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